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Dienstag, 14. September 2021

Coop — Unlauterer Wettbewerb im Freudenberg

In Sachen Ehrencodex von mir Null Superpunkte für Coop

Eigentlich wollte ich heute schriftlich an die Führungsebene von Coop gelangen, weil mir etwas gerade mehr als sauer aufstösst. Da es um die Liegenschaft Giacomettistrasse 15 in Bern geht, rief ich bei der Direktion Immobilien an. Dort wurde mir klar gemacht, dass ich mir diesen Aufwand sparen könne, Coop sei riiiiiesig und mein Brief würde wohl direkt im Rundordner landen.

Der Mann hat nicht ganz unrecht. Wie ich in letzter Zeit erleben musste, erhält man von vielen Firmen gar keine Antwort mehr auf seine Schreiben (s. Post über die Firma On), selbst wenn es sich um eine Reklamation handelt.


Trotzdem schaue ich kurz mal ins Organigramm von Coop und kann einen leichten Brechreiz nicht unterdrücken, sehe ich da ein Bild unserer Ex-Bundesrätin Doris Leuthard, die offenbar als Vizepräsidentin im Verwaltungsrat sitzt. Warum wundert mich plötzlich gar nichts mehr?


Und darum geht es konkret:
Der untere Stock der Giacomettistrasse 15 im Ostring gehört im Stockwerkeigentum Migros und Coop, soviel hat mir der "Herr der Immobilien" verraten. Gleich beim Eingang rechts war als Untermieterin die Apotheke Freudenberg untergebracht. Sie wurde 1968 eröffnet und ist somit seit mehr als 50 Jahren einzige und kompetente Ansprechpartnerin für Fragen rund um die Gesundheit vor Ort.


Es ergab sich aber, dass der langjährige Mietvertrag auslief und von Coop nicht verlängert wurde. Da die Post ihren dortigen Standort aufgab, entschloss sich Geschäftsführer Emch, die Räumlichkeiten zu übernehmen, was wohl beim Stand der Dinge die beste Lösung war.


Man fragte sich allenthalben, wie Coop wohl die freiwerdende Ladenfläche nutzen würde. Für einen Fitnessbereich war sie definitiv zu klein. Jemand sagte dann irgendwann, dass da eine Vitality-Apotheke ihren Platz finden werde. Ich war perplex! Konnte es tatsächlich sein, dass dem langjährigen Untermieter sozusagen gekündigt wird, um ihm dann an prominentester Stelle eine Konkurrenz aufs Auge zu drücken? Ja, es konnte. Die Vitality-Apotheke eröffnet diese Woche ihre Tore.


Meines Erachtens erfüllt dies den Tatbestand eines unlauteren Wettbewerbs, der laut Definition dann vorliegt, wenn das Verhalten von Unternehmen und Organisationen im wirtschaftlichen Wettbewerb gegen die guten Sitten verstösst. Keine Bagatelle! Nun war es schon immer eine Definitionsfrage, was sittenwidrig ist und was nicht und die traditionell "guten Sitten" haben heutzutage Sendepause.


Mein Telefonkontakt Immobilien Coop meinte, das Beste was ich machen könne, sei, die Vitality-Apotheke grossräumig zu umgehen, die Faust im Sack zu machen oder aber mit der leitenden Apothekerin direkt zu sprechen und ihr meine Meinung darzulegen. Letzteres halte ich für noch weniger geeignet, als die Entscheidungsträger in der Geschäftsleitung direkt anzusprechen. Seien wir ehrlich: die Apothekerin hat ein Jobangebot angenommen, mit dem Ausbooten der Konkurrenz hat sie rein gar nichts zu tun.


So kann ich einfach nur hoffen, dass die Freudenberg-Apotheke trotz allem noch ganz viel Freude haben wird, konnte sie doch im Laufe der Zeit sicherlich eine treue Stammkundschaft aufbauen. Leute, welche neu im Quartier sind und Medikamenteneinkäufe gleich noch mit Superpunkten aufwerten möchten, werden sicher den ebenerdigen, leichten Zugang zur Apotheke schätzen, sprich: den Weg des geringsten Widerstandes gehen.


Geschäftsprinzipien von Coop sind laut Homepage unter anderem Transparenz, Gleichbehandlung, schweizer Qualität, Offenheit, Solidarität und Fairness. Und Fairness wird daselbst wie folgt definiert: Coop bekennt sich zu einem funktionierenden und fairen Wettbewerb!


Oops, das sehe ich etwas anders, aber das Bewegen warmer Luft und Anwenden von Worthülsen ist heute in; Hauptsache es klingt gut.


Also in Sachen Ehrencodex gibt es von mir für Coop Null Superpunkte!!

Samstag, 29. Juni 2019

#Frauenstreik 2019: ein Nachhall zur Güte

No Shopping today 👊✌️🖕
70’000 Menschen - ja, auch viele Männer - demonstrierten am 14. Juni 2019, um Selbstverständlichkeiten einzufordern wie z.B. Lohngleichheit. Genau 25 Jahre zuvor war dasselbe auch schon Thema des ersten Frauenstreiks, wie man sieht mit mässigem Erfolg.

Lohnungleichheit gibt es jedoch auch unter Menschen des gleichen Geschlechts. Studien belegen: grosse Männer verdienen um einiges mehr als kleine. Übergewicht schlägt mit einem tieferen Lohn zu Buche, vor allem bei Frauen. Das darf nicht sein! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, alles andere ist eine Form von Betrug.

Ungleichheiten wird es jedoch immer geben, weil Natur-gegeben:

  • Schwangerschaft ist Frauen vorbehalten, leider (🙄). Ebenso die Monatsblutung!
  • 100 Meter Weltrekord: Männer 9.58, Frauen 10,49 (Annemarie 2 Stunden) — kann man nichts machen!
  • Cellulite kommt aufgrund der parallelen Bindegewebsstruktur (bei Männern ist sie netzartig) nur bei Frauen vor.
  • Männer haben mehr Muskelmasse resp. Muskelkraft weil mehr Testosteron.
  • und und und ....

Die Liste ist endlos. Hier Gleichberechtigung einzufordern wäre Unsinn. Gewisse Dinge fallen mir als Frau leichter, bei andern bin ich heilfroh, dass ich meinen Göttergatten zu Rate ziehen kann. Ihm geht es umgekehrt genau so. Bei uns funktioniert das wie mit der rechten und linken Hand. Jede hat ihre Aufgaben, kann diejenige der andern jedoch nur im äussersten Notfall und mit Mühe übernehmen. Wer schon mal mit der falschen Hand unterschreiben musste, weiss was ich meine.

Wer am 14. Juni nicht demonstrierte, war auch betroffen und zum Beispiel länger als nötig zu Fuss unterwegs, weil schon am Morgen plötzlich nichts mehr ging mit ÖV. Bernmobil war zwischenzeitlich überfordert, fast so als hätte man vorher nichts vom Streik gewusst, Polizei und Securitas waren gleichermassen gefordert, die Chaostheorie wurde sozusagen in die Praxis umgesetzt, mein Stinkfinger war im Dauereinsatz. Nerv!

Die angenehme Seite der Streik-Aktivitäten: die Läden waren praktisch leer, das Personal stand rum und hatte nichts zu tun. Kein Anstehen an der Kasse, kein Gedränge, nichts! Aber auch kaum Umsatz, und das gibt einem doch zu denken.

Mein Vorschlag: Frauenstreik JA, aber effizient und gezielt — über das einzige Argument, das Politiker, Vorgesetzte und Wirtschaftsfanatiker gleichermassen verstehen: Geld, Money! Frauen kaufen an einem bestimmten Tag — kein Sonntag bitte! — nicht ein, weder im Laden noch online! Die Umsatzeinbusse würde sich bestimmt im mehrfachen Millionenbereich bewegen. So ein Streik würde sich vielleicht sogar an der Börse auswirken!

Der "Wirtschaftsfaktor Frau" ist nämlich nicht zu unterschätzen! Allein die ganze Kärtchenindustrie! Männer schreiben selten Geburtstagskarten. Auch Geschenke aussuchen ist meist Frauensache. Man denke an die ganze Schuhindustrie, an die Manolos, Louboutins, Jimmy Choo’s dieser Welt — und Zalando! Was wohl Karl Lagerfeld beruflich gemacht hätte ohne uns Frauen und den ganzen Modezirkus? Erst in den letzten Jahren und mit Hilfe subtilster Manipulation ist "er" modebewusster Mitfinanzierer — manch einer hat sogar eine Tages- und Nachtcrème, nutzt Botox und Schönheitschirurgie. Auch hier ist die Liste endlos.

Also, Ladies, wie wäre es, zum Beispiel am 12. August 2020? Wer macht mit?

Donnerstag, 7. Januar 2016

Modernes #Management oder: wo #Abfallberge sich erheben

Ersatzteile? Zu teuer!
Drum lasst uns auf ein Wunder hoffen!

Sind Sie auch Teetrinker? Dann kennen Sie bestimmt den unangenehmen Nebeneffekt von abgekochtem Wasser aus metallenen Wasserkochern. Braucht nicht einmal lange drin zu stehen, die Geschmacksübertragung funktioniert in Sekundenschnelle und jeder Tee hat umgehend ein Uäää-Aroma!

Deshalb habe ich vor nicht allzu langer Zeit den Mio Star Kettle Wasserkocher aus Glas erstanden, für Franken 69.80. Warum man solche Beträge nicht auf 70 Franken aufrundet, bleibt das Geheimnis des modernen Managements, denn mit den gesparten 20 Rappen komme ich nicht weit und habe auch nicht das Gefühl, das Gerät koste "nur" 60 Franken!

Auch auf die moderne Managementstruktur ist es wohl zurückzuführen, dass Deckel sowie andere Ersatzteile wie Filter nicht nachbestellt werden können. Das käme zu teuer, wurde mir freundlichst klargemacht, als ich bei der Migros einen Deckel nachbestellen wollte. Man könne mir allerdings den Wasserkocher auf Garantie ersetzen, sofern diese nicht abgelaufen sei.

Habe mir das Angebot über Mittag gründlichst überlegt. Dagegen sprach, dass wegen eines kleinen Deckels ein gesamtes Gerät entsorgt werden muss. Dafür sprach dann aber, dass man das Wasser nicht mehr ausgiessen kann, ohne dass der Deckel runterfällt und gänzlich kaputt geht oder man sich verbrennt, wenn man ihn vor dem Ausgiessen entfernt. So habe ich denn nolens-volens die für mich bessere Variante gewählt.

Dennoch werde ich mich niemals mit dieser modernen Vorgehensweise anfreunden. Geflickt wird kaum mehr etwas, da gemäss Kostenrechnung der Ersatz eines Gerätes meist günstiger zu stehen kommt. Bekanntlich denkt man von Wirtschaftsseite her nur in Dollar, Euro etc. und kümmert sich nicht darum, dass bei alledem die Umwelt auf der Strecke bleibt. Ja, meine Lieben, das ist modernes Management; das wird den Leuten in den anerkannten Schulen heute so beigebracht.

Sch…..ade! Noch immer hoffe ich, dass die Menschheit endlich aufwacht und sich die indianische Prophezeiung nicht erfüllt:
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann
Darum: Lasst uns weiter auf ein Wunder hoffen!

Dienstag, 5. November 2013

Krafft Basel - Umgangsformen unter jeder Kritik

Sorry, wollte keinen (Pinguin) beleidigen!
In meinem Post vom 5. Oktober habe ich ja das Essen im Krafft bereits ein wenig verbal verarbeitet, wenn auch nicht völlig verdaut. Enttäuschung on the rocks gepaart mit marktfrischer Einfalt. Tags darauf nahm ich mir dann noch die Zeit, der Direktion einen Brief zu schreiben (A-Post), so wie man das früher tat, mit Kopie zur Kenntnis per Mail an die zuständigen Ressortleiter. Meine Schwester hatte dann die Idee, man könnte ihr doch das zuviel verlangte Geld einfachheitshalber auf ihre Kreditkarte zurückbuchen und schrieb deshalb gleichentags ein separates Mail.

Offenbar wurde die Sache dann in die Hand von Tim Peters (Service) gelegt, welcher sich daraufhin per Mail mit meiner Schwester (!!!) austauschte. Man nehme die Kritik sehr ernst und habe den Punkt intern thematisiert und besprochen. Direkt hörte ich von niemandem etwas, als hätte ich mich selber gar nicht gemeldet.

Das fand und finde ich unmöglich. So rief ich am 24. Oktober an und verlangte den Chef, Herrn Franz-Xaver Leonhardt, persönlich zu sprechen. Der war gerade nicht vor Ort, rief jedoch tags darauf zurück. Ich war gerade am Unterrichten (habe selber 2 Geschäfte) und konnte nicht antworten, worauf er auf dem Anrufbeantworter ankündigte, es am drauffolgenden Donnerstag (31.10.) erneut zu probieren. Auf diesen Anruf warte ich bis heute vergebens.

Man könnte fast denken, das Mail einer Normalesserin ist viel mehr wert als der Brief einer Veganerin. Natürlich gehöre ich auch nicht zum berühmten "Basler Daig", heisse Schwab und nicht Sarasin, aber kann man deshalb einfäch sämtliche Umgangsformen in den Wind schiessen?

Im Beyeler-Museum hatte ich übrigens zufällig gerade Gelegenheit gehabt, einigen der Basler Crème de la Crème zu begegnen, welche offenbar zu einer "und alle andern müssen draussen bleiben" Vernissage eingeladen worden waren. Ganz ehrlich, mit keinem von ihnen hätte ich einen Abend verbringen wollen. Die taten mir beinahe leid, sahen sie doch alles andere als freudvoll und von der Muse geküsst aus. Sie wirkten auf mich eher traurig und verkrampft. Muss anstrengend sein, sich vom Rest der Welt abzuschotten und dadurch jemand Besonderes zu sein. Da bin ich lieber Irgendjemand und habe meinen Spass.

Im Krafft Basel sind die besten Zeiten wohl definitiv vorbei, ebenso wie die Äera der Familienunternehmen. Sie wissen schon, das moderne Management lässt grüssen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Denglisch: Vom Mitarbeiter zu HR

Time for a Change?
NEIN
Zeit für einen Umbruch
HR? Besser gesagt: "Eitsch Aar"? Was ist das bitteschön?

Damit werden diejenigen Unternehmens-Ressourcen bezeichnet, welche Wissen, Fähigkeiten und Motivation der Mitarbeiter umfassen, verdeutscht uns das Lexikon. Oft wird der Begriff durch "Humankapital" ersetzt oder umgangssprachlich auch durch "Manpower".

Warum muss eigentlich heutzutage alles Englisch (Denglisch!) ausgedrückt werden. Hausmeister war mal; heute heissen die "Facility Manager", die Leute in der Kantine "Nourishment Production Assistants", Müllmänner "Waste Removal Engineers" und die Putzequippe "Environment Improvement Technicians". Man kann es irgendwie auch übertreiben, würde ich meinen. Und wehe einer sagt "Ha eR"!

Früher war man einfach Mitarbeiter, gehörte allenfalls zum Personal. Als ich noch in der Artisana arbeitete (die hat meinen Weggang leider nicht verkraftet) hiess unser Direktor König. Und königlich wurde man von ihm auch behandelt. "Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital", sagte er wörtlich. Ende Jahr ging er von Büro zu Büro und lud alle persönlich auf einen Umtrunk in sein Büro ein. Der eine oder andere Neuzugang meinte dann "wer ums Gottes Willen ist das denn jetzt?" und staunte nicht schlecht, dass der Direktor extra seinetwegen hergekommen war. Herr König hatte zwar keine moderne Managerverbildung, aber er hatte Umgangsformen!

Sind wir uns eigentlich wirklich im Klaren, was wir allein durch die Umbenennung vom Mitarbeiter zu HR's eingebüsst haben? Wir sind vom Individuum zum Material "aufgestiegen" Und als menschliche Ressourcen geht es uns wie allen natürlichen Ressourcen: wir werden ausgebeutet.

Time for a Change? NEIN!!! Es ist Zeit für einen Umbruch. Mal sehen, wie sich die aktuelle Entwicklung in den USA global auswirken wird. Die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar ist bekanntlich heute um Mitternacht erreicht. Vielleicht finden wir ja im deutschsprachigen Raum endlich wieder zurück zu deutschen Begriffen, welche jeder auf Anhieb verstehen kann. Dadurch könnten auch gewisse Werte wieder im Geschäftsleben Einzug halten und die Freude .... denn Arbeit kann echt Freude machen!

PS: Fernsehwerbung kommt oft Denglisch daher. Eine Strassenumfrage hat kürzlich ergeben, dass lustigerweise die meisten gar nicht verstehen, um was es überhaupt geht. Eine Art "Lost in Translation" ... Sorry ;-)

Zum Beispiel Odlo's "Adjust your comfort zone" oder Levi's "Live unbuttoned" oder Magnum "World's Pleasure Authority", was nicht heissen soll "Lass die Weltautorität plätschern" ..... 

Hier sehen Sie, wie das so geht mit der Werbung:



Mittwoch, 25. Juli 2012

Idee-ologie HSG - die Religion der Moderne

BrainWash - für alle Farben und Temperaturen
Über Manager habe ich mich bereits des öftern ausgelassen. Wer mich kennt, weiss: Begeisterung klingt anders. Ma-Nager ⥤ sogenannte Nicht-Unternehmer ⥢ gehören zu den gierigsten Nagetieren überhaupt. Anders als die Eigentümer einer Firma lassen sie sich zu Spitzenkonditionen anstellen, gänzlich ohne eigenes Risiko .... und wenn ihre Ideen den Bach runtergehen, erhalten sie erst noch eine Abgangsentschädigung in beachtlicher Höhe - alles vertraglich gesichert. Da ist der Rettungsschirm gleich mit eingebaut und man braucht sich um nichts mehr Sorgen zu machen, ausser vielleicht dass man abends nach Hause kommt und der „Veuve Clicquot“ ist alle. Hat man ein Unternehmen zu Boden gewirtschaftet, wird man bestimmt im nächsten mit offenen Armen empfangen.

Wie wäre es zur Abwechslung mit einer Risiko- statt Gewinnbeteiligung? Ein frommer Wunsch!

Alles was es braucht, sind die richtigen Beziehungen ⥤ Filz vor Netz ⥢ und adäquate Diplome. Wer nicht via Ausbildung über eine Seilschaft verfügt, wird sich schwertun. Der Verein HSG-Alumni zum Beispiel ist die professionellste universitäre Ehemaligen-Organisation der Schweiz. Jeder Absolvent wird am Ende des Studiums eingeladen, Clubmitglied zu werden. Das Netzwerk reicht bis hinauf in die Top-Etagen namhafter Firmen weltweit. Man hat offenbar erkannt, wie unerlässlich die globale Vernetzung Ehemaliger und vor allem Gleichgepolter ist. Ich gehe davon aus, dass auf den jeweiligen Jahrestreffen die Postordnung (Weltordnung) durchgegeben wird. Dieses Jahr findet die Konferenz übrigens in Interlaken statt (27. - 29.9.); Motto: „Geld und Geist. Wohlstand-Werte-Wachstum: was wirklich zählt“.

„Geld und Geist“ (ursprünglich ein Buch von Jeremias Gotthelf) heisst auf Berndeutsch „Gäud u Geischt“ und wird bei richtiger Betonung zu „gäu Du geisch“, was soviel heisst wie: „nicht wahr, Du gehst“. Aber wohin mit all den Leuten =)

Stellen Sie sich mal vor, wieviel Macht Sie haben, wenn Sie Studien respektive Aus- und Weiterbildungen anbieten, welche weltweit anerkannt sind. Und alle Absolventen werden mit dem selben Einheitsbrei gefüttert. Idee-ologie ersetzt Kreativität und eigenes Denken! BrainWashing für alle Farben, bei allen Temperaturen. Irgendwann verselbständigt sich das System und Ihre Ideen dringen bis in die tiefsten Tiefen und höchsten Höhen vor .... die ganze Welt ist durchdrungen .... es gibt kein Entrinnen. Hiiiilfe!

Ein wenig erinnern solche Karriereschmieden an Sekten. HSG und Konsorten - die Tempel der Moderne? Da scheint es vermutlich keinen zu stören, wenn gutgehende, seriöse Firmen aufgekauft werden, nur um sie kurz darauf zu schliessen und so einen weiteren Konkurrenten erfolgreich vom Markt zu fegen. Welcher Unternehmer kann sich das leisten?

Unter Networking lese ich übrigens folgenden Satz: ....... das methodische und systematische Knüpfen von Kontakten sowie das Pflegen und Gestalten von Beziehungen. Im Zentrum des Interesses stehen die gegenseitige Förderung, der Austausch und der persönliche Vorteil. Genau, denn alles andere ist Nebensache ... selbst wenn die Welt zugrunde geht! Sachen gibt‘s

(~_~) ....... (@_@)

Ich denke, irgendwann kommen wir andern nicht darum herum, uns ebenfalls zu vernetzen. Fangen wir doch gleich heute damit an auf dass es ein lebenswertes Morgen geben wird für unsere Kinder und Kindeskinder!

Dienstag, 8. Mai 2012

Gelebte Antonyme: Management und Kundennähe ...

I-Scream statt Ice-Cream
Flash Glow statt Cash Flow
???

:-@
Management und Kundennähe? Genau, ein Widerspruch in sich, denn was kümmert es die Sesself.... ehm ... die Leute in der Chefetage, was Herr und Frau Schweizer gerne kaufen und welche Produkte zu den Ladenhütern gehören.

Wie bereits mehrmals in meinen Blogeinträgen moniert, verschwinden meine Lieblingsprodukte meist nach einiger Zeit in der Versenkung. Meist gerade dann, wenn ich meine, nicht mehr ohne diese Spezialität leben zu können. Habe ich so einen schlechten Geschmack? Offenbar nein, sonst hätte ich mir nicht zum Beispiel mein Lieblingsbrot jeweils reservieren lassen müssen.

Unsere beiden orangen Riesen sind auch in dieser Hinsicht starke Konkurrenten. So wurden die gesunden Brote der Linien Pain Artisanale (Pane Nostrano - Coop) und Pane Passione (Passione Nero - Migros) sowie kürzlich Pain Création Suisse (Holzofenbrot Dunkel - Migros) abge- und durch helle Brote ersetzt. Dass ich nun auch noch für meinen Lieblingsjoghurt (Hazal, stichfest, türkische Art) extra in die Stadt fahren muss !!!! Dabei bestätigen mir die beiden Angestellten der Migros Breitenrain, dass dieses Produkt ausnehmend gut gelaufen sei. Auf die etwas gewöhnungsbedürftige Vorgehensweise des Managements angesprochen meinten beide grinsend, der Soyadrink, von dem es nie genug haben konnte, da er äusserst beliebt war, sei ersatzlos gestrichen worden. Verkauft werde ab dato nur noch der Reisdrink, der schon immer im Regal liegengeblieben sei. Wo bleibt denn hier die Logik!

Seit ich selber bei einem grösseren Unternehmen angestellt war, hat sich offenbar nichts geändert. Oben wird entschieden, vermutlich nach dem Zufallsprinzip, während man tunlichst vermeidet, die Leute an der Basis zu fragen. Tja, die haben eben weder studiert noch eine renommierte Business-School besucht - die sehen doch eh alles viel zu praktisch, oder?

Kennen Sie diese Geschichte?
Ein junger Mann zieht in die Stadt und bewirbt sich bei einem grossen Kaufhaus.
Manager: "Haben Sie irgendwelche Erfahrungen als Verkäufer?"
Junger Mann: "Klar, da wo ich herkomme, war ich immer DER Top-Verkäufer!"
Der Manager findet den selbstbewussten jungen Mann sympathisch und stellt ihn ein. Der erste Arbeitstag ist hart, aber der Kerl meistert ihn.
Nach Ladenschluss kommt der Manager zu ihm. "Wie viele Kunden hatten Sie denn heute?"
Junger Mann: "Einen."
Manager: "Nur Einen? Unsere Verkäufer machen im Schnitt 20 bis 30 Verkäufe pro Tag! Wie hoch war denn die Verkaufssumme?"
Junger Mann: "210'525 €uro .... und 65 Cent, um genau zu sein!"
Manager: "Wasssss! Ehm .... was haben Sie denn verkauft?"
Junger Mann: "Zuerst habe ich dem Mann einen kleinen Angelhaken verkauft, dann habe ich ihm einen mittleren Angelhaken verkauft. Dann verkaufte ich ihm einen noch grösseren Angelhaken und schliesslich verkaufte ich ihm eine neue Angelrute. Dann fragte ich ihn, wo er denn eigentlich zum Angeln hinwollte, und er sagte 'hoch an die Küste'. Also sagte ich ihm, er würde wohl ein Boot brauchen. Wir gingen also in die Bootsabteilung, und ich verkaufte ihm diese doppelmotorige Seawind. Er bezweifelte, dass sein Honda Civic so ein Ding würde ziehen können, also ging ich mit ihm rüber in die Automobilabteilung und verkaufte ihm den Pajero mit Allradantrieb."
Manager: "Sie wollen damit sagen, ein Mann kam zu ihnen, um einen Angelhaken zu kaufen, und Sie haben ihm gleich mehrere Haken, eine neue Angelrute, ein Boot und einen Geländewagen verkauft?"
Junger Mann: "Nein, nein, er kam her und wollte eine Packung Tampons für seine Frau kaufen, also sagte ich zu ihm: 'Nun, da Ihr Wochenende eh schon im Arsch ist, könnten Sie genauso gut Angeln fahren.' "
Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser: lassen Sie sich nicht länger für blöd verkaufen!

Donnerstag, 26. April 2012

Groupon - unverschämte Ausbeutung oder noch schlimmer?

Groupon - die wollen unser Bestes?
Kriegen sie hoffentlich nicht!
"Geiz ist geil" - glauben Sie das noch immer? Dann schauen Sie sich folgende Geschichte mal an. Stellen Sie sich vorher am besten noch vor, Sie hätten eine Gesundheitspraxis, würden zudem nach Feierabend von einigen sehr guten Berner Hotels für deren Gäste in Sachen medizinische Massage gebucht, hätten daneben noch einen Freizeitjob als Hauswart ..... Genau, Sie sind pausenlos am Arbeiten!

Mit der Zeit kennt man seine Nachbarn, und manch einer ist richtig nett. Herr K. ist so einer, sympathisch, hilfsbereit und stets mit einem Lächeln im Knopfloch. Er ist zudem Inhaber der besagten Gesundheitspraxis.

Als ich ihn vor ein paar Wochen traf, sprach er mich auf Groupon an. Ob ich das auch kennen würde? Ein Vertreter habe ihn aufgesucht und ihm das Konzept kurz vorgestellt. Nach über 20 Jahren mit eigener Praxis und einer guten Stammkundschaft habe er Aquirierung dieser Art zwar eigentlich nicht mehr nötig, aber er hätte jetzt mal zugesagt. Während 48 Stunden sei nun ein Angebot aufgeschaltet, mittels welchem Wellness-Interessierte bei ihm eine Massage statt für CHF 100 für CHF 29 erstehen könnten. Er nehme an, es würden sich wohl schon so 2 bis 3 Leute melden.

Denkste! Beim nächsten Treffen standen ihm bereits fast die Haare zu Berge. Unfassbar viele hätten zugeschlagen und einige sogar bis zu 5 Gutscheine erstanden - er arbeite stundenlang zu besagtem Schnäppchenpreis und sei über Wochen ausgebucht.

Heute ergänzte er diese Angaben mit der unfassbaren Neuigkeit, dass er selber von den CHF 29 gerade mal die Hälfte, sprich: CHF 14.50 erhalte; die andere Hälfte gehe an Groupon. Er habe das Kleinstgedruckte wohl übersehen und sei natürlich nicht extra mit der Nase drauf gestossen worden.

Für seine klassischen Massagen braucht Herr K. Öl und, da man nach der Behandlung noch Duschen kann, jede Menge Badetücher ---- pro 3 Kunden soviel, um eine Wäschetrommel zu füllen. Was nach Zeit und Materialeinsatz von CHF 14.50 dann noch übrigbleibt, ist wohl die eigene Erschöpfung und der Wunsch, seine Entscheidung bei einem erfrischenden Bier schönzusaufen.

Die 48 Stunden, in denen Herr K's Angebot aufgeschaltet waren, sind längst vorbei. Trotzdem finde ich gestern das Angebot nach wie vor auf der Groupon-Seite. Ich kann zwar nicht mehr direkt zuschlagen, aber per Mail einen Gutschein vorzubestellen ist nach wie vor möglich. Im weiteren zeigt mir Google an, dass K's Groupon-Angebot unter anderem noch bei 9deals.ch, meine-urlaubswelt.com und bei pfennigsucher.questler.de aufgeschaltet war. Sollte es sich bei diesem fragwürdigen Konzept nicht bloss um Ausbeutung handeln, sondern gar um mehr?

Geiz ist nicht geil und wird es niemals sein. Der Kunde mag zwar jubeln und für die Leute im Hintergrund wird sich das Ganze wohl mehr als lohnen, allerdings bestimmt nicht für all diejenigen, welche dieses fragwürdige Konzept mit ihrem vollen (!) Einsatz überhaupt möglich machen. 8 Stunden massieren à CHF 14.50, das ergibt einen Tageslohn von gerade mal CHF 116, d.h. abzüglich zusätzlichem Aufwand wenn's gut kommt gerade mal soviel, wie man sonst für eine einstündige Behandlung erhält.

Für mich kann es da nur heissen: GROUPE-OFF, und das so schnell wie möglich!

PS: Heute bekam ich über die Mailadresse, welche ich angeben musste, um überhaupt eine "Tour de Webpage" nehmen zu können, sage und schreibe drei Newsletter mit neusten Angeboten und dem Hinweis "Du erhältst diese E-Mail, weil Du Dich für den Groupon Newsletter für Shopping angemeldet hast." Habe ich natürlich nicht .... es sei denn ich habe das Grün-auf-Grün-Gedruckte übersehen!

PS vom 1.5.2012: Seit 5 Tagen versuche ich vergeblich, dass meine Newsletter-Abmeldung zur Kenntnis genommen und befolgt wird! Groupon spamt einfach unbeirrt weiter! Unseriöse Firma!

Montag, 16. Mai 2011

Goldene Unternehmerregeln: Geschäftspartner....

一 四 五 七 九  ???
...Sozius, Compagnon?

Man lernt doch niemals aus. Heute hatte ich Gelegenheit, einem meiner Klienten - seines Zeichens Selfmademan und seit Jahrzehnten erfolgreicher Unternehmer - ein Geheimnis zu entlocken. Es ging dabei um jemanden in unserem Umfeld, der sich selbständig gemacht - bisher mit wenig Erfolg - und der nun auch noch Streit mit seinem Sozius hat.

Mein Klient meinte zu dem Thema schlicht: ein weiser Rat meines Vaters hat mich stets inspiriert: "Gegen Compagnons ist nichts einzuwenden. Allerdings sollte das Total der Geschäftsinhaber ungerade sein und zwei nicht übersteigen. Alles klar?

Ob das auch für Ehepaare gilt? Ich glaub, ich mache mal die Neunerprobe aufs Exempel! Schahatz, ist zwei eine Primzahl?

Montag, 18. April 2011

Edelweiss Shop Bern - CEO unbelehrbar!

Ei-Ei-Ei
Bellende Hunde beissen nicht.... meine Posts vom 1.3. und 4.3. sprechen für sich, aber nicht unbedingt für den Edelweiss Shop und dessen Inhaber/CEO Jean-Luc Bögli, der strahlende Kinderaugen nach wie vor über das Wohlergehen und die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu setzen scheint. Sein beissender Kommentar zeigt deutlich, wes Geistes Kind er ist.

Zunächst vermutete ich ja, dass er sich die Angelegenheit eventuell doch noch überlegen würde. Zumindest einmal hörte es sich fast danach an. Wie versprochen, blieb ich dran und will Ihnen jetzt einen direkten Eindruck der aktuellen Arbeitssituation in besagtem Shop geben.


Dieses nervtötende Gebell ertragen Böglis Leute klaglos morgens bis abends durchgehend, sprich: ununterbrochen, d.h. werktags Montag bis Mittwoch sowie Freitag 10 Stunden, Donnerstags deren 12 und am Samstag immerhin noch 9 Stunden. Nur am Sonntag herrscht Ruhe vor Ort.

Strahlende Kinderaugen sieht man kaum je. Ein einziges Mal habe ich dort kurz ein Mädchen stehen und in der Nase bohren sehen - ob vor Begeisterung oder aus was für Gründen auch immer.....



Ganz anders sieht es zur Zeit im LOEB-Schaufenster aus, wobei man sich schon fragen kann, ob die Hasen sich als Ausstellungsobjekte wohlfühlen. Allerdings sehe ich dort rund um die Uhr strahlende Kinderaugen, und zwar von Leuten zwischen 0 und 99 Jahren.



Die sind soooooooooo süss, auch wenn sie nicht aus Schokolade sind, und dazu noch so ruhig. Hunde gibt es übrigens auch, die bellen jedoch nicht, kommen aber aus dem Staunen fast nicht raus...

Freitag, 4. März 2011

Edelweis(?)er Schlagabtausch...

na denn Prost
Es soll Leute geben, die den Unterschied zwischen frustriert und engagiert noch nicht kennen! Wie Sie dem edelweis(?)en Kommentar auf meinen Eintrag vom 1. März und meiner Antwort darauf entnehmen können, hatte ich einen kurzen Schlagabtausch mit dem CEO respektive Inhaber des Edelweiss Shops, Filiale Bern. Herr Bögli hält mich für eine frustrierte Hausfrau mit zuviel Zeit und viel zuwenig Toleranz und Lebensfreude.

Sicher nerven mich manchmal Situationen, die andere kühl lassen. Als Macherin versuche ich stets, etwas zu ändern. Oft sind einem ja die Hände gebunden und man ist machtlos... und muss sich halt mit dem Status quo abfinden - zumindest vorübergehend! Dennoch habe ich versucht, mit meiner "Hunde die bellen-Aktion" etwas zu bewegen; nicht für mich selber, sondern für die Angestellten von Herrn Bögli. Mein Helfersyndrom lässt grüssen.

Meines Erachtens kann man strahlende Kinderaugen nicht über alles stellen und dafür z.B. die eigenen Angestellten an den Marterpfahl binden (Sortiment, Artikel 524, inklusive Axt, Pfeil und Bogen). Das wäre keine echte Win-Win(Winnetou)-Situation!

Ob sich meine Hoffnung, jemanden zum Nachdenken gebracht und etwas bewirkt zu haben, erfüllen wird, wissen die Götter, allen voran Manitu! Jedenfalls war heute Mittag gegen 12 Uhr nur ein Plüschhund aktiv... und erst noch mit etwa einem Viertel der üblichen Lautstärke. Zufall oder nur falsche Batterie? Time will tell und ich sag's Ihnen weiter!

Dienstag, 1. März 2011

Edelweiss Shop Bern oder ....

einmal Klappse und kein zurück
... Hunde die bellen beissen nicht.

Mag ja stimmen, aber sie nerven!!!!!

Seit einiger Zeit gibt es bei der Haltestelle (Tram 9) am Zytglogge einen Edelweiss Shop. Edelweisse sind friedliche Erdenbürger, still und bescheiden. Als Alpenbewohner bevorzugen sie felsige Höhenlagen resp. die Ruhe und Erhabenheit, die im Gebirge herrscht. Das hat so gar nichts mit besagtem Souvenirshop zu tun.

  • Ob es sich bei der verkauften Ware um Schweizer Sujets "made in China" handelt oder ob einige Artikel tatsächlich aus Schweizer Produktion mit ebensolchem Qualitätsstandard handelt ist für mich nicht relevant.
  • Dass aus dem Eingangsbereich bei offener Tür jahraus-jahrein zwei rund um die Uhr kläffende Plüschköter meine Nerven in Anspannung versetzen, mag auch noch angehen, da die maximale Wartezeit vor Geschäftsschluss 15 Minuten beträgt.
  • Dass allerdings ein Geschäft sein Verkaufspersonal dieser nervtötenden Dauerbelastung aussetzt, finde ich unfassbar. Ob das arbeitsmedizinisch zulässig ist? Jedenfalls geht das nur, weil sich die eigentliche Geschäftsleitung wie es aussieht in Bülach befindet, also ausser Hörweite.

    Heute habe ich die Verkäuferin darauf angesprochen und sie meint auf die Frage, ob das nicht nerve: "Ja natürlich, aber was soll ich tun. Wir verkaufen die Dinger dermassen gut!" Das nenne ich Loyalität, echt. Ich würde es dort als Angestellte nicht eine Stunde aushalten, schon gar nicht ohne Oropax oder Valium, vor allem bei DEN Öffnungszeiten!

    Apropos "made in China": an der Nydeggasse 17 gibt es ein Geschäft, dass läuft erst wirklich gut, seit die Inhaberin, selber gebürtige Chinesin, sogenannte "Schweizer Souvenirs" - allesamt made in China - fast ausschliesslich ihren eigenen Landsleuten verkauft. Das nennt man "Wasser in die Aare getragen" und erst noch über lange Umwege. Es lebe der Tourismus!!

    Freitag, 8. Oktober 2010

    Management und die beschissene Hierarchie

    Heisst das nun Cashflow?
    Ich scheiss drauf, könnte man bei vielem leichtfertig sagen, auch bei der allerorts bestehenden Hierarchie. Da sich die meisten jedoch unten an derselben befinden, muss man sich der Konsequenzen mal bewusst werden. Von unten nach oben scheisst es sich nämlich nicht so einfach, wie umgekehrt. Mit der Schwerkraft oder der Trägheit tropft alles wie von selbst... auf die Tröpfe, die es nicht geschafft haben, sich von ihren Positionen zu erheben, wie Phönix aus der Asche oder zumindest wie ein Kamel aus dem Wüstenstaub....

    Pazienza, was uns nicht umbringt, macht uns stark und wegen dem bisschen Kacke, das man über sich ergehen lassen muss, braucht sich keiner wirklich aufzuregen! Also Leute, einfach ruhig bleiben und die Stellung halten. Für diejenigen ganz unten lohnt sich zusätzlich, vor allem den Schnabel zu halten!

    PS: das geniale Bild stammt übrigens nicht von mir, es ist mir per Mail zugeflogen!

    Mittwoch, 8. September 2010

    Weko aufgeweckt?


    "Der Schutz des Wettbewerbs ist die wichtigste ordnungspolitische Aufgabe in einer Marktwirtschaft. In der Schweiz wird sie in erster Linie über das Instrumentarium des Kartellgesetzes erfüllt." So begrüsst uns die Wettbewerbskommission, eine unabhängige Bundesbehörde (gibt es das?), auf ihrer Homepage. Es geht um die Bekämpfung schädlicher Kartelle, die Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen, die Durchführung von Fusionskontrollen sowie die Verhinderung staatlicher Wettbewerbsbeschränkungen.

    So untersagt die WEKO beispielsweise am 22.4.2010 den Zusammenschluss von Orange und Sunrise als Massnahme gegen eine marktbeherrschende Stellung durch die fusionäre "Range Ruine SOS" (=Anagramm Sunrise/Orange) und zur Verhinderung eines Ausscheidens des aktivsten Netztbetreibers aus dem Markt.

    "Monopolistische Beherrschung des Marktes", kennen wir das nicht auch aus anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Lebensmitteln. So gibt es wohl kaum noch Milchprodukte, die nicht vom EMMI-Riesen stammen.

    Vor etwa 10 Jahren haben Martin und ich an einem Treffen der Rütiabgänger (Käsermeister) teilgenommen. Göttergatte war damals der einzige, der nicht in einem EMMI-Betrieb arbeitete, ausser seinem Kollegen, der in den USA lebt und auch dort tätig ist.

    Aber auch das ist Geschichte. Seit Juli diesen Jahres gehört selbst diese Firma unter bewährte Fittiche, hinauskatapultiert aus dem deutschen Hochland in eine ungewisse Zukunft; die WEKO sah hier keinen Handlungsbedarf.

    Langsam sehe ich schwarz und frage ich mich, wo ich meinen Raclettekäse künftig beziehen kann, denn "Martins" Firma stellt einen absolut köstlichen der Superlative her, unvergleichlich in Geschmack und Konsistenz und durch keinen andern zu ersetzen..... schmelz!!! Auch das ist wohl bald Geschichte....

    Ob Uncle Bens oder Tante Emmi, was solls: so oder so wird es ein Morgen geben... und ein Übermorgen und irgendwann wird die Aera der Nicht-Unternehmer ein mehr oder weniger jähes Ende finden. Irgendwie kann es ja nicht ewig so weitergehen, oder?

    ÜBRIGENS: Was ist der Untschied zwischen monopolistischer Beherrschung des Marktes?

    Donnerstag, 12. August 2010

    Grübel unterqualifiziert?


    Oswald Grübel kann man mögen oder nicht; er hat es jedenfalls geschafft, in der UBS für eine gewisse Ruhe zu sorgen. Die Schweizer Grossbank scheint wieder auf Erfolgskurs. Eigentlich hätte ihm das ja nicht gelingen dürfen, denn dazu fehlt dem Mann doch wohl einiges!

    Gemäss eFinancialTimes hätte Grübel nämlich bei dem Curiculum - mit "nur" einer Lehre zum Bankkaufmann und fehlendem Studium - heute überhaupt keine Chance, Karriere zu machen. Er wäre unterqualifiziert und nicht vermittelbar.

    Was zeigt uns das?
    Karriere machen und Erfolg haben ist offenbar zweierlei!
    Ein Studiumsabschluss ist keine Garantie für Erfolg, aber vielleicht für einen Karriereschub!

    Jemand, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat ist jedoch meines Erachtens den überstudierten Theoretikern bei weitem vorzuziehen. Wenn erstere was sagen, wissen sie wovon sie sprechen, und sie können auch mal zupacken. Auf dem Papier und im Computer geht nämlich fast alles, erst wenn man die Dinge dann 1:1 praktisch umsetzen möchte, wird man oft seiner Illusionen beraubt, und der Aktionär seiner Dividenden.

    Der heutzutage grassierenden Diplomanie ist wohl auch mit dieser aufschlussreichen Geschichte kaum beizukommen. Weiterhin werden Leute rein aufgrund eines Studiums eingesetzt, obwohl sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Geht dann das Ganze schief und die Firma den Bach runter, kriegen sie eine Abgangsentschädigung oder ergattern sich den nächsten gutbezahlten Job, um auf der Karriereleiter weiter hinaufsteigen zu können.

    Also das bringt einem schon ein wenig ins Grübeln, oder?

    Mittwoch, 21. Juli 2010

    Peter Brabeck - Mr. Brabbabel?


    Peter Brabeck äussert sich in einem Interview mit dem Migros-Magazin, dass das Wasserproblem viel vordergründiger sei als das Klimaproblem. Da mag er ja durchaus recht haben, prophezeiten doch seinerzeit schon Viktor und Walter Schauberger, dass Wasser irgendwann teuerer sein würde als Wein. Aus Brabecks Worten spricht jedoch meines Erachtens nicht unbedingt Sorge, sondern vielmehr die Gier nach klingelnder Kasse.

    • Wasser ist ein kostbar' Gut und darf keinesfalls verschwendet werden
    • Es dürfte eigentlich!! auch nicht von all den Ölteppichproduzenten dieser Welt verschmutzt werden (Golf von Mexico, Nordsee, Nigeria etc.)
    • Sicher ist es auch nicht in unbegrenzten Mengen erhältlich, aber...

    ...und jetzt kommen wir zum wichtigsten Punkt: die Nicht-Unternehmer unserer Zeit, die Manager, die Spezies der gierigsten Nagetiere der Moderne, sind längst der Meinung, dass Dinge nicht einfach gratis bezogen werden dürften. Könnten Sie die Luft einfangen, würden sie auch die nur portionenweise gegen Bares abgeben.

    Im Schönreden und Brabbabeln sind die Leute jedoch spitzenmässig geschult, so auch der Verwaltungsratspräsident von Nestlé. Deshalb klingen seine Worte auch noch irgendwie nachvollziehbar... ausser vielleicht in der Praxis, denn der Normalverdiener ist dank überteuerten Krankenkassenprämien, hohen Mieten, Klimarappen, Wasserrappen - den haben wir im Kanton Bern nämlich seit 2008 (s. Kurzum-Blog) - und all den übrigen Abgaben längst an einem Punkt angelangt, an welchem es mit Einsparungen schwierig wird.

    Nun sollte der Mensch bekanntlich 1,5 bis 2 Liter Wasser zu sich nehmen, pro Tag versteht sich. Auch wäre eine gewisse Körperpflege wünschenswert. Wie schon in meinem Eintrag vom Dezember 2008 vorgeschlagen, könnte man jedes zweite Glas Wasser durch ein alkoholfreies Freibier aus dem Hause Apple ersetzen...



    ...und wer weiss, eventuell gibt es ja bald ein entsprechendes Wasser-App, oder aber es wird nebst der Münzsparlampe bald auch ein Wassersparhahn produziert, der für ein leichtes Aufgeld noch auf dem Mist, der von den Brabbabels dieser Welt erzählt wird, zur Freude aller kräht.

    Donnerstag, 8. April 2010

    Management und tote Pferde


    "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab" - eine alte Weisheit der Dakota-Indianer.

    Es geht im Internet das Gerücht, dass wir modernste Management-Strategien einsetzen, um trotzdem im Sattel zu bleiben und die Nase vorne zu behalten:
    • Wir setzen auf eine stärkere Peitsche.
    • Wir verpflichten einen anderen Reiter.
    • Wir versuchen, das Pferd wiederzubeleben.
    • Wir gründen einen Arbeitskreis, um das tote Pferd zu analysieren.
    • Wir bieten Weiterbildungskurse, um die Professionalität der Reiter zu erhöhen.
    • Wir ändern die Kriterien, die besagen, ab wann ein Pferd als tot bezeichnet werden kann.
    • Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen.
    • Wir analysieren die optimale Ernährung für tote Pferde.
    • Wir gehen mit der Erklärung an die Öffentlichkeit, dass unser totes Pferd schneller und besser ist als andere tote Pferde.
    • Wir lassen den Stall renovieren.
    • Wir stellen das tote Pferd in einen fremden Stall und behaupten, es gehöre jemand anderem.
    • Da unser totes Pferd qualitätszertifiziert ist, machen wir uns vorläufig keine Sorgen.
    Aber mal kurz eine Frage in die Runde: Wer reitet schon lebendige Pferde? Die sind gross, die sind wild - das ist viel zu gefährlich! Allein das Aufsteigen ist bei toten Pferden um einiges einfacher. Also, nichts wie rauf und allez hopp - geben wir ihm die Sporen!!!!

    Dienstag, 6. April 2010

    Management-Weisheiten: Lektion 4



    Ein kleiner Junge ritt auf einem Esel, während sein Grossvater gemächlich und zufrieden nebenherging. Das schien nun einigen Leuten so gar nicht zu passen: "Was für eine Schande; der Alte muss gehen und der Jüngling sitzt hoch zu Ross. "Da könnte etwas Wahres dransein", dachten die beiden und tauschten Plätze. Doch wieder gab es Stänkerer: Was ist das denn; dieser unmögliche Alte lässt das arme Kind nebenher eilen. So gingen die beiden denn fortan gemeinsam neben dem Grautier her, was wiederum kritische Stimmen aufkommen liess: "Wie dumm sind die denn; da haben sie einen Esel und gehen trotzdem zu Fuss." Da ritten halt eben beide gemeinsam, was nun wirklich überhaupt nicht ankam: "Wie furchtbar, die sitzen ja zu zweit auf diesem armen Esel; echt ein Fall für den Tierschutz!". "Okay, das war wirklich etwas kurzsichtig von uns", meinten Grossvater und Enkel einhellig, und so trugen sie den Esel mit viel Ächz und Murks. Als sie eine Brücke überqueren wollten, rutschte ihnen das Tier irgendwie aus den Händen, fiel in den reissenden Fluss und ertrank!

    Erkenntnis:
    Wenn Du versuchst, es jedem recht zu machen, kannst Du nur verlieren.... nicht zuletzt Dich selbst.

    Montag, 5. April 2010

    Management Weisheiten - Lektion 3


    Ein kleiner Vogel war unterwegs Richtung Süden. Mittlerweile war es so kalt geworden, dass das Tier irgendwann in einem Feld erschöpft zu Boden ging. Während es da frierend und bibbernd lag kam eine Kuh vorbei und deckte das winzige Etwas mit einer Portion dampfendem Kot ein respektive zu. "Das ist ja richtig angenehm warm" vermerkte das Vögelchen dankbar und begann nach einer gewissen Zeit voller Freude und Begeisterung zu singen an. Dies vernahm eine vorbeischleichende Katze welche die potentielle Beute anpeilte, in einem dampfenden Haufen Kot schliesslich entdeckte und sofort verschlang.

    Erkenntnis:
    1. Nicht jeder, der auf Dich scheisst, ist Dein Feind.
    2. Nicht jeder, der Dich aus der Scheisse rausholt, ist Dein Freund.
    3. Wenn Du ganz tief in der Scheisse steckst, halte besser Deinen Mund.

    Sonntag, 4. April 2010

    Management Weisheiten - Lektion 2


    Ein Truthahn unterhielt sich mit einem Stier. "Was würde ich darum geben, um auf die Spitze jenes Baums da drüben zu fliegen", seufzte das Tier sehnsüchtig, "aber mir fehlt dazu die nötige Kraft". "Hei, warum bedienst Du Dich nicht meiner Exkremente", fragte der Stier, "die sind vollgepackt mit wertvollen Nährstoffen".
    Der Truthahn überwand seine Widerstände, pickte vorsichtig ein wenig von dem dampfenden Haufen und vermeinte bereits eine kräftigende Wirkung zu spüren, genug, um sich auf den tiefsten Ast des Baumes hochzuschuften. So ass er am nächsten Tag wieder vom Dung, mit dem Resultat, dass er bereits den zweituntersten Ast erreichte. Nach gerade mal 4 Tagen schaffte er es auf die Baumspitze, wo er zufrieden und glücklich ein paar befreiende Atemzüge nahm.
    Und genau in dem Moment entdeckte ihn ein Bauer, der den Truthahn mit einem gezielten Schuss aus seiner Flinte niederstreckte.

    Erkenntnis: Bullshit, auf gut Deutsch: Scheisse, kann Dich ganz nach oben bringen, aber Du wirst Dich damit dort auf Dauer nicht halten können.