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Mittwoch, 29. Mai 2013

Hochleistungskühe .... Zeugen von Respektlosigkeit und Ausbeutung

Zeugen von Herzlosigkeit, Respektlosigkeit und Ausbeutung
Auf einem Abendspaziergang auf weidende Kühe zu stossen ist hier in Bern nichts Aussergewöhnliches; man braucht dafür nicht stundenlang Richtung Peripherie zu wandern. "Wunderschön, diese verschiedenen Farben und so viele Jungtiere"; ich bleibe stehen und schwelge in Gedanken wie Natur und Paradies, da plötzlich sehe ich SIE: eine Dolly Parton auf vier Beinen. Offensichtlich eine Hochleistungskuh, ein mittels Kraftfutter auf Milchleistung überzüchtetes, bemittleidenswertes Tier. Die arme kann kaum gehen, hängt ihr Euter doch praktisch bis auf den Boden und verhindert zudem eine normale Beinstellung. Ist wohl ein paar Stunden nicht gemolken worden.

Teilweise bis zu 10'000 Liter Milch soll eine solche Kuh in der Schweiz pro Jahr im Schnitt geben; Rekordkühe in der EU sogar bis zu 20'000 Liter. Mit Heu und Gras geht sowas nicht. Wiesenmilch, ein Etikettenschwindel? Laut Angaben von IP-Suisse erhalten die Wiesenmilch-Kühe "..... weniger Kraftfutter und der Einsatz von Soja ist seit Januar 2013 verboten".

Kraftfuttereinsatz führt unter anderem zu mehr Fett in der Milch, welches ihr dann teilweise mühsam wieder entzogen werden muss (und unseren Butterberg ins Unermessliche steigen lässt). Übergewicht ist schliesslich Volksfeind Nummer 2!

Spitzenkühe: überdimensionierte Milchmaschinen, ausgenutzt und ausgebeutet, per Melkroboter ausgesaugt und dann erst noch als Klimakiller verschrien (s. Post vom 13.4.2009). Was uns nicht immer klar ist: wir sprechen hier von einem Lebewesen .... einem denkenden, fühlenden Teil der Schöpfung. Nutztiere - Haustiere - Versuchstiere ..... die existieren nur in unserem Schubladendenken.

Schauen Sie sich mal im Supermarkt Ihres Vertrauens (?) um. Die unendlich vielen Milchprodukte ... unfassbar .... und das weltweit, jedenfalls fast. Stellen Sie sich mal die wirtschaftliche Bedeutung vor! Wenn man sich zudem mal damit auseinandersetzt, wie gesund Milch wirklich ist respektive eben nicht, dann wird einem anders und das Leiden des unfreiwilligen Milchproduzenten Kuh noch tragischer. Es gibt nämlich keine glücklichen Milchkühe!!!

Sehen Sie zum Thema Milch diesen kurzen Zusammenschnitt:


oder eine etwas längere Version, eine von vielen:


Mir wurde übrigens erst vor kurzem wirklich bewusst, dass auch eine Kuh nicht Zeit ihres Leben Milch gibt, wenn nicht nachgeholfen wird. Ebenso wie bei menschlichen Mamis kommt die Babynahrung erst in Fluss, wenn Bedarf da ist, also postpartal, sprich: wenn eine Kuh gekalbt hat. Ihr Kind wird ihr dann gleich nach der Geburt weggenommen. Wie ich gehört habe, gibt es da herzzerreissende Abschiedsszenen! Und auch natürliche Zeugung gibt es allenfalls im Märchen (der violetten Milka-Kuh); der "Köfferlimuni" muss ja auch noch mitverdienen.

Jetzt mal ehrlich: vergeht einem da nicht die Lust ... vollständig oder zumindest partiell?

Ganz zum Schluss möchte ich noch auf den Bericht respektive das Buch von Frau Prof. Jane Plant hinweisen, einer Wissenschafterin, welche sich infolge ihrer schweren Krebserkrankung und angesichts des Todes intensiv mit der Frage beschäftigte: "Warum bekommen Frauen in China keinen Brustkrebs", so wie Japanerinnen übrigens auch nicht. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Mann, ebenfalls ein Wissenschaftler. Plötzlich fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen: "Asiatinnen essen keine Milchprodukte". Nach konsequentem Weglassen sämtlicher Milchprodukte verschwanden bei Prof. Plant die 5 Metastasen innerhalb von nur 6 Wochen. Ihr Buch "Dein Leben in deinen Händen" (Your Life in Your Hands) könnte nicht nur Betroffene brennend interessieren.

Nach ein paar Monaten, in welchen ich fast zu 99,9 Prozent vegan gelebt habe, darf ich berichten: es geht auch ohne Milchprodukte! Ich habe noch niemals in meinem ganzen Leben täglich so lecker gegessen. Vegan schmeckt einfach besser!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Zu verkaufen: Lebensgrundlage





Mont sur Rolle... allen Anhängern von Weinseligem ein Begriff.


Gemäss meiner Freundin Wiki handelt es sich dabei um ein Weinbauerndorf oberhalb von Rolle, 12 km nordöstlich von Nyon: "Am gesamten Hang der Côte unterhalb einer Höhe von 550 bis 600 m.ü.M. wird Weinbau betrieben, auf dem Hochplateau Milchwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau....."


Erschreckendes berichtet der "Beobachter" unter "Es wird eng im Paradies": 1980 war Rolle noch ein verschlafenes Städtchen mit 3500 Einwohnern. An den Hängen wurde Wein angebaut und wer im Dorf wohnte, arbeitete auch dort. Alles andere als eine pulsierende Wirtschaftsregion. Dann geschah etwas von tiefgreifender Bedeutung: Waadt wurde als "wirtschaftlich bedrohte Region" eingestuft und somit kam der sogenannte Bonny-Beschluss zum Zug. Dank Bundesgeldern konnte man fortan Firmen mit der Aussicht auf Steuererleichterungen in die Region locken. Ein Bauboom setzte ein. Die Nachbargemeinden (z.B. Gland) wuchsen schnell, Einkaufszentren entstanden und die Superreichen sicherten sich die besten Bauplätze der Côte für ihre Villen.

Da in Rolle Bauland und erschlossenes Industrieland knapp war, zeigte die Entwicklung daselbst vorerst kaum Spuren. Erst als die Gemeinde eine grosse Parzelle direkt an der Autobahn verkaufen konnte, zog das Wirtschaftswunder mit dem "A-One-Business-Center" resp. klingenden Namen wie Yahoo, Chiquita, Nissan etc. ein. Wie die Erfahrung mittlerweile zeigt, profitieren Einheimische von den entstandenen Arbeitsplätzen jedoch kaum. Im Gegenteil! Die Arbeitslosigkeit im Distrikt Nyon hat sich seit September 2008 praktisch verdoppelt. Die Firmen im "A-One" bieten vor allem Arbeit für sogenannte Business-Nomaden (Expats), eine Art Wohnnomaden, welche nirgends heimisch werden wollen; Geschäftssprache: Englisch.

"Dank" der zugezogenen Firmen nahm die Einwohnerzahl in Mont sur Rolle beständig zu und die Wohnbautötigkeit gehört zur intensivsten im Land. "In Rolle rollt der Rubel", könnte man jetzt meinen. Die Gemeinde selbst merkt davon jedoch nicht viel. Die Angestellten des "A-One Business Centers" verpflegen sich im Personalrestaurant und eingekauft wird in den grossen Zentren der Umgebung. Der vermeintliche Wirtschaftsboom in der Gemeinde hatte bisher vor allem Auswirkungen auf die Mietzinsen. Die stiegen nämlich seit den 80er-Jahren um mehr als das Dreifache.... für Einheimische kaum mehr zu bezahlen!


Philippe Rosse, ein gebürtiger Rollois, seines Zeichens Weinbauer in der vierten Generation, hat vor zwei Jahren bereits eine Hektare Land aus Familienbesitz zugunsten von sieben grossen Mehrfamilienhäusern mit 52 Wohnungen geopfert, sprich: gerodet. Wohnungen zu vermieten bringe eben deutlich mehr als Wein anzubauen und die Lage sei nun mal geeigneter für Bauen als zur Landwirtschaft, meint er dazu.

Was wird jedoch aus all diesen Wohnungen, wenn die zeitlich begrenzten Steuererleichterungen nicht mehr greifen und die Firmen andere Standorte suchen?

Geld bringt uns die Möglichkeit, Voraussetzungen zu schaffen. Sein Wert ist alles andere als beständig, das zeigen uns die kürzlichen Entwicklungen auf dem Finanzmarkt. Sich seiner Lebensgrundlage zu berauben, indem man relativ krisenfeste und risikolose Möglichkeiten gegen Geld eintauscht, halte ich für eher kurzfristiges Denken, denn wenn das Geld nicht einmal mehr das Papier wert sein wird, auf dem es gedruckt wurde, könnten uns die Reben immer noch helfen, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn da dann nicht leerstehende Wohnruinen an unsere kurzfristige Planung erinnern würden!