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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Genial und einfach - Sicherheit auf Zebrastreifen

was macht schlank: längs, quer oder kombiniert?
was meinen die Kessler-Drillinge?
Zebrastreifen de luxe!!!! Bern muss sparen ..... manchmal jedenfalls, wenn es denen am Ruder gerade mal so passt. Wenn es denn aber sein muss, dann können wir auch anders. So soll neu die Markierungsfarbe für Zebrastreifen mit Swarovski-Perlen aufgemischt werden, wegen verstärkter Signalwirkung. Zuviele tragische Unfälle haben sich in letzter Zeit ereignet.

Stephan Meyer vom Städtischen Tiefbauamt geht davon aus, dass Swarovski-Fussgängerstreifen reflektieren und somit viel besser sichtbar wären, vor allem auch bei Nacht, Nebel und Regen.

Wer sich jetzt schon einen Spezialkratzer anfertigen möchte, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen: die Perlen haben mit dem bekannten edlem Glitzerschmuck nur wenig gemein und werden gezielt für Strassenmarkierungen hergestellt.

Übrigens setzen andere Städte auf andere Massnahmen, zum Beispiel indem sie in Sachen Beleuchtung aufrüsten.

Den einzig wirklich sinnvollen und überzeugenden Ansatz habe ich im letzten Migros-Magazin gefunden. Architekturprofessor Justus Dahinden würde nicht sich selber, sondern Zebrastreifen quer stellen. Er beruft sich dabei auf den psychologischen Effekt von Längs- respektive Querstreifung. Fährt ein Wagen auf einen Zebrastreifen zu, ist für den Fahrer die Fahrtrichtung längsgestreift und lädt buchstäblich zum Durchrasen ein.

Längsstreifung lädt zum Durchrasen ein
Anders sieht es für die Fussgänger aus, welche von der Querstreifung ausgebremst und praktisch zum Trödeln gebracht werden. 

Querstreifung stoppt und lädt zum Trödeln ein
Idealer wäre eine Umkehrung, welche natürlich schon einiges kosten würde, aber auf Dauer billiger wäre als alles andere, was ich an Vorschlägen bis jetzt gelesen habe.

Dahinden, welcher 22 Jahre lang an der TU Wien über Raumgestaltung dozierte, kam irgendwann mit seinen Studenten auf das Thema Fussgängerstreifen und die Erkenntnis, dass die eigentlich gerade falsch herum liegen .... ein Gedankenblitz, der irgendwann wieder versandet ist, um durch die aktuellen Ereignisse wieder in Erinnerung gerufen zu werden.

Meines Erachtens wäre dieser Ansatz echt einen Versuch wert. Auf jeden Fall besser als Swarovski-Perlen, Beleuchtungskörper oder eine 6 Millionen Franken teure Informationskampagne, mit welcher der Bund für mehr Sicherheit auf Fussgängerstreifen sorgen möchte.

Genial Herr Dahinden - danke für diesen wertvollen Tipp. Jetzt müsste er nur noch umgesetzt werden, und sei es zuerst nur in Bern in einer Versuchsphase. Zebrastreifen also quer zur Fahrbahn, damit sie den Autofahrer ausbremsen und aus der Sicht des Fussgängers dem Überquerer Beine machen. Und damit letzterer nicht zum Überflieger wird, gilt ein wichtiger Grundsatz: Vortritt NIEMALS erzwingen und immer schön mitdenken. Viele Autofahrer WISSEN, dass sie anhalten MÜSSTEN und SEHEN den Zebrastreifen samt Fussgänger auch: sie haben nur keine Lust, anzuhalten ... und dagegen ist noch kein Kraut gewachsen.

ÜBRIGENS: machen eigentlich Längsstreifen oder Querstreifen schlank? Fragen wir doch einfach mal die Kesslerdrillinge oder tragen notfalls beides kombiniert =)

Mittwoch, 23. November 2011

Drogenhandel in der Schweiz - Schwarz trifft Grün

Heute wird alles öffentlich durchgezogen
und sei es nur durch die Nase
In unserer Multikulti-Gesellschaft sind wir, zumindest was die Hautfarbe anbelangt, ein wenig von den Extremen Schwarz, Weiss, Rot, Gelb abgewichen. Immer öfter treffen wir auf eine Mischung all dessen, obwohl dies in gewissen Kreisen nur ungern gesehen wird.

Eigentlich sind Schwarze ja nicht Schwarz, aber seit man das Unwort mit N nicht mehr sagen darf, nennen wir sie halt so. Wenn man es genau nimmt, sind wir Weissen auch nicht weiss, sondern etwas zwischen Rosa, Hellgelb und Beige.

Auf dem Weg in die Stadt kam ich gestern am Kornhauscafé vorbei. Aufgrund der Temperaturen wurde auf Aussenservice verzichtet und so fielen die beiden Männer natürlich sofort auf. Sie sassen Schulter an Schulter, wobei der eine eher in seinen Kleidern hing. Die waren sozusagen sein letzter Halt. Die Gesichtsfarbe - ein zartes grün - sprach von einem ungesunden Lebensstil und davon, dass gewisse Begegnungen schädlich, im Extremfall tödlich sein können.

Beim andern sah man, dass Armani und Versace zu den Lieblingsdesignern gehören und er sich das auch leisten kann. Ob er nebst seinen beachtlichen Einkünften aus dem lukrativen Nebenerwerb noch Fürsorgegelder bezieht, weiss ich nicht. Die Bürokratie ist ja manchmal blind. Ich bin es nicht und so schaue ich sehr direkt und genau hin. Der Schwarze wird nervös und steht auf, der Grüne sinkt noch mehr in sich zusammen. "Geh mal erst eine Runde schlafen" lautet der Rat des Lieferanten, der die Distanz zu meinem intensiven Blick nun laufend vergrössert. In 0,8 Sekunden von 0 auf 100 - Respekt, weltrekordverdächtig!

Früher trafen sich Dealer und Kunde am liebsten unterirdisch um ja nicht aufzufallen. Heute wird alles öffentlich durchgezogen - durch die Nase oder auch sonst. Ich will ja nicht dem Schubladendenken verfallen aber die meisten Händler, die ich sehe, tragen ihren Goldschmuck deshalb so gut, weil er sich von der stark gebräunten Haut so wunderschön abhebt.

"Out of Africa", sag ich da nur, obwohl ich vom Erlebten noch immer einigermassen sprachlos bin.

Sonntag, 9. Januar 2011

Eiskunstlauf EM 2011 in Bern ♡ vor dem Bundeshaus?

Eiskunslauf-EM 2011 vor dem Bundeshaus?
Erstmals in der Geschichte der eislaufenden Menschheit wird eine Europameisterschaft in unserer schönen Hauptstadt durchgeführt. Die Schweiz war zwar 1962 schon einmal Gastgeberin, da fand der Anlass jedoch in Genf statt. Bei den Damen gewann damals eine nicht sehr elegante, dafür umso Pflicht-erprobtere Niederländerin namens Sjoukje Dijkstra, bei den Herren der Franzose Alain Calmat, der heute nur noch auf der Politbühne seine Kurven dreht.

Vom 24. bis 30 Januar ist es soweit. Alles was Rang und Namen hat, wird sich um einen der vordersten Ränge bemühen, am besten Platz 1. Fans, welche sich die Austragung live sehen möchten, brauchen dafür nicht extra zu Unzeiten aufzustehen, da die übliche lästige Zeitverschiebung wegfällt.

Als wir kürzlich bei einem Stadtspaziergang am Bundeshaus vorbei gingen, fiel mir das Megaevent ein, eventuell angeregt durch ein entsprechendes Plakat. Da meinte Göttergatte: hier auf dem Bundesplatz, gäu!

Was für eine blendende Idee!!! Der Ort ist wie dafür gemacht! Unsere Bundesräte könnten teilweise die spannendsten Momente direkt von ihren Büros aus betrachten und wer weiss, vielleicht wissen bei der nächsten Miss-Schweiz-Wahl dann auch sämtliche Kandidatinnen, dass das Gebäude mit der Kuppel keine Kirche ist. So kann man das Angenehme mit dem Nützlichen ver☺kuppeln und gleichzeitig etwas Allgemeinbildung unter's Volk bringen - oder was meinen Sie?

Tschäppu läuft sich warm und zu Form auf
ÜBRIGENS: nein, unser Stapi gehört diesmal nicht zu den Anwärtern für Gold!

Mittwoch, 1. September 2010

Bern ent-sorgt (für) Sie


Entsorgen hat zweierlei Bedeutungen, und - wenn ich's genau bedenke - doch auch wieder nicht. Abfall entsorgen heisst, dass eine Stadt das Notwendige tut für den Anwohner, und das entsorgt diesen wirklich gewaltig. Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Ihrem Müll höchstpersönlich zum Verbrennungshof pilgern oder statt mit der alten Kaffeemaschine einfach zum Entsorgungshof zu fahren, müssten Sie alles selber in die Hand nehmen, sprich: rezyklieren.

Dass so ein Service nicht gratis sein kann, ist wohl jedem klar. Wir zahlen deshalb der Stadt Abfall- und Entsorgungsgebühren. Einen Teil davon zum Beispiel mit jedem Müllsack, früher mittels Vignetten.

Um Littering entgegenzuhalten lässt sich Bern immer wieder einiges einfallen. So stehen seit kurzem neue gelbe Plakate neben Abfalleimern, welche auf diverse Sachen aufmerksam machen. Eines ist mir besonders aufgefallen: ich habe 24 Stunden für Sie geöffnet, meint ein freundliches Männchen diensteifrig. Das muss wohl einer unserer immigrierten (noch nicht stimmberechtigten) Brüder aus Afrika oder Sri Lanka falsch verstanden haben. Zielstrebig und eiligen Schrittes nähert er sich der Busstation, stopft seinen übervollen Plastiksack in den Abfalleimer und zieht wieder von dannen. Auf mein Rufen hin verfällt er in ein Fliehtempo, ohne rechts und links zu schauen.

Hätte ich seinen Müllsack nun nehmen, ihm ins Cooprestaurant folgen, das Teil auf den Tisch knallen und den Mann auf Suaheli auf seine Verantwortung hinweisen sollen? Wie weit geht die Verantwortung eines Bürgers? Fehlt in manchen Sprachen ganz einfach das Wort Verantwortung?

Manchmal genügt es, jemanden kurz anzuschauen. Martin kann das besonders gut. Sein Blick wirkt wie eine Fernsteuerung, welche auch schon mal über eine etwas weitere Distanz wirkt. Wie macht der Mann das? Zum Beispiel neulich, als zwei junge Männer ihre Flaschen auf dem Rasen vor dem EWB-Gebäude entsorgten - oder eben eher sich selber. Ich blickte Martin an und fragte: "Willst Du etwas sagen" und der entgegnet: "Will ich etwas sagen"… und schwupp, nahmen die beiden ihren Müll wieder auf. Vermutlich haben sie ihn dann etwas später wieder reingeschmissen, vielleicht aber auch nicht. Ein anderes Mal "verlor" ein junger Mann etwas, bevor er sich an der Tramhaltestelle zum warten hinsetzte. Martin hob das Zigarettenpäckchen auf und brachte es dem für kurze Zeit Entsorgten freundlich zurück und sagte: Sie haben da was verloren. Verblüfft und verlegen steckte der Mann das Teil wieder ein.

Die Stadt hat noch ein paar lustige Plakate an Lager. Vielleicht sollten die Bürger des öftern einen Seh oder IQ-Test absolvieren.

Besser wäre allerdings, jeder würde sich bewusst, dass irgend jemand seinen Scheiss letztendlich dem richtigen Ort zukommen lassen muss und dass es eine Sauerei ist, immer die andern für etwas zu bemühen, das zu den eigenen Pflichten gehört. Bis es soweit ist, werden wohl auch weiterhin spezielle Sauberteams zusammengestellt - von der Stadt selber und auch von Bernmobil - welche sehr oft mit Immigranten aus Afrika oder Sri Lanka besetzt werden. Und so schliesst sich doch auch irgendwie der Kreis.

PS: Um Missverständnissen vorzubeugen: es gibt auch ganz viele Schweizer, welche die Abfallkübel der Stadt als gratis Entsorgungsstation missbrauchen. Gerade die ganz alten Semester sind hier besonder anfällig... weil halt eben oft die AHV hinten und vorne nicht reicht, buth that's another problem!!!

Samstag, 22. Mai 2010

Die Samurai von Bern - Escortservice mal anders



Nicht sieben, sondern gleich dreizehn Samurai sind bereit, notfalls für den Schutz von uns Frauen zu sterben. Waaahnsinn!

John Lash, Inhaber der Berner Tai-Chi-Schule «harmonischer Drachen» bringt es auf den Punkt: "Es dauert zwanzig Jahre, eine sanftmütige junge Frau zu erziehen; ein gewalttätiger Mann kann dies in einem Augenblick zerstören".

Es ist tatsächlich so, dass sich in einem einzigen Moment - dem Bruchteil einer Sekunde - ein Leben komplett ändern kann, z.B. wenn einem jemand Gewalt antut. Allerdings muss ich zugeben, dass ich in den letzten Jahren äusserst selten auf sanftmütige Frauen gestossen bin; eigentlich nie, um genau zu sein. Saufwütige kann schon mal vorkommen, übermütige vielleicht, aber sanftmütig? Gibt es das heutzutage überhaupt noch? Hat nicht die Emanzipation uns zu wehrhaften Geschöpfen mit genügend Haaren auf den Zähnen gemacht, zumindest verbal (hey Mann hesch du Problem?).

Der Eskort-Service durch echte Wu-Shi-Kriegern (Wu-Shi ist eine Richtung des Tai-Chi) ist für uns Frauen - im Taoismus als heilige Wesen verehrt - gratis. Männer müssen sich jedoch auch weiterhin allein nach Hause trauen, egal was sie da erwartet! Selbst Tipps, wie man ein Nudelholz wirksam abwehrt, gibt es für Exemplare des starken Geschlechts nicht.

Warum sich die edlen Ritter der Moderne als Arbeitsuniform eines japanischen Hakamas bedienen, ist mir nicht ganz klar, kommt ihre Kampfkunst doch eigentlich aus China. Aber egal, wer es laut eigenen Angaben mit bis zu sechs Angreifern aufnehmen kann und notfalls bereit wäre, sein Leben für jemanden zu opfern, darf schliesslich tragen, was er will.

Die Hakama hat übrigens vorne fünf und hinten zwei Falten, welche praktischerweise mit den sieben Tugenden der Samurai assoziiert werden, die da wären: Güte (Jin 仁), Gerechtigkeit oder rechte Entscheidung (Gi 義), Höflichkeit/Etikette (Rei 礼), Weisheit/Intelligenz (Chi 智), Aufrichtigkeit (Shin 信), Loyalität (Chūgi 忠義) und Ehre/Respekt (Meiyo 名誉). Vielleicht muss ich anfangen, meinen Falten auch Namen zu geben, statt sie einfach nur zu zählen!? ;-)

Wu-Shi, nicht Wischiwaschi... und Frau kommt wieder sicher nach Hause, und wenn sie schon mal einen sooo starken Mann an ihrer Seite hat, dann sind auch Torkeln oder Highheals kein Thema mehr! Also ab dato und bis auf weiteres keine gefallenen Mädchen mehr auf Berns Strassen!

Mittwoch, 28. April 2010

Bern liest....


... vom 22.4. bis 16.5.2010, und das gleich verbunden mit ganz viel Fitness im Sinne einer "literarischen Schnitzeljagd".

Wem jetzt beim letzten Wort schon das Wasser im Munde zusammenläuft, macht mal wieder eine falsche Verbindung. Da wird einem nichts paniert oder (über)gebraten!

16 Werke werden unterteilt vorgetragen. Regula Venskes "Tödliches Kirschblütenfest" gar in 8 gut verdaulichen Einzelportionen, beginnend in der Bollwerk-Apotheke, mit Teil 2 im Läckerlihuus, Teil 3 im Tibits .... und einem hoffentlich unerwarteten Ende im Press&Books in der Christoffelunterführung.

Das Programm ist jedenfalls phänomenal. Beim kurzen Überlesen kam mir dann ein Bild aus Kindertagen in den Sinn. Wir falteten jeweils ein Blatt dermassen, dass 3 bis 5 verschiedene Abschnitte entstanden. Der erste zeichnete den Kopf, ein anderer den Rumpf, einer Hüft und Beine und der letzte Künstler widmete sich den Füssen. Dabei war es völlig irrelevant, was für ein Lebewesen man mit Hilfe seiner Kreativität aufs Papier bannte. Wichtig war nur, dass man die Werke der Vorgänger erst am Schluss zu Gesicht bekam. Da entstanden dann Gurkofanten und andere Fantasiewesen.....

Sogleich kam mir der Gedanke, dass eventuell Gehbehinderte oder etwas ältere Semester Berns Schnitzeljagd auch ganz anders erleben könnten und sich zum Beispiel Teil eins aus Martin Suters "Bonus-Geheimnis" gönnen, um dann ein wenig von Eliette von Siebenthals so spannend geschilderten "Sexleben der Aare-Chempe" auf sich wirken und den Abend eventuell mit Teil 3 von Slesars "Flitterwochen erster Klasse" ausklingen zu lassen. Wer dann den Bus noch schafft, kann sich von Franz Hohler ganz kurz eröffnen lassen "Wo das Paradies liegt" (Küttel Tobacco, Neuengasse??) um dann zufrieden und gesättigt in einen traumlosen Schlaf zu sinken, in welchem "Das grüne Monster" von Haruki Murakami nun wirklich absolut nichts zu suchen hat.

Schön, dass Bern eine so lebendige und kulturfreudige Stadt ist. Ich bin grad mal wieder so richtig stolz. ;-)

Dienstag, 19. Mai 2009

Ferien im Bärengraben?


Bern wird um eine Attraktion reicher. Nachdem nun auch noch der letzte Bär im alten Graben das Zeitliche gesegnet und sich damit die Chance auf einen Einzug in den neuen Bärenpark definitiv verbaut hat, wird sein einstiges Domizil für den Menschen zugänglich.

Leid taten mir Pedro und seine Kumpanen ja schon immer. Ein Leben in der Öffentlichkeit, als Ausstellungsobjekt also, ist einfach nicht artgerecht; BASTA. Oft hatten die Bären schlicht genug von Rummel und Rüebli, standen sich bei den Türen die Beine in den Bauch und warteten auf erlösenden Einlass. Tiere in Gefangenschaft können zwar mit regelmässigen, manchmal übermässigen Futtergaben rechnen. Ist das jedoch tatsächlich ein guter Tausch gegen ein Leben in der Freiheit. Sicher wurde der Lebensraum der Braunbären weltweit immer kleiner und der Gedanke, im Wald auf einen freilaufenden Bären zu stossen ist einem eher unsympathisch. Das wurde in den vergangenen Jahren deutlich, als Jagd auf zugewanderte Bären gemacht wurde. Seit Sommer 2005 verirren sich nämlich immer wieder Tiere in die Schweiz.

Wenn alles klappt sollte es ab Donnerstag soweit sein. Der Bärengraben steht Interessierten offen. Wer will kann sich vor Ort in ein Bärenleben einfühlen. Es wäre nicht schlecht, die Bettelhaltung schon etwas einzuüben. Der Grabenbesuch soll übrigens zur festen Institution in Bern werden. Ein entsprechendes Baugesuch wurde bereits eingereicht. Eventuell könnte man ja noch einen Schritt weitergehen. Wie wäre es mit "Ferien im Bärengraben". Doch um einiges attraktiver als ein Stehen im Stau, oder? "Probier's mal mit Ruhe und Gemütlichkeit...."

Sonntag, 19. Oktober 2008

Rätseln


2. Sohn Noahs im Alten Testament. Juhuu, ich weiss: HAM. HAM, ham.... konnten die damals schon Englisch? Jeder weiss es, der Schinken ist immer in der Mitte.

Was isch es Sändwich ohni Fleisch, s'isch nüt aus Brot, 
was isch es Sändwich ohni Brot s'isch nüt aus Fleisch , 
ersch we D' mit Fleisch dis Brot beleisch, 
ersch we D' mit Brot umgisch dis Fleisch, 
berchunsch äs Sändwich - Brot und Fleisch, 
lue das Du dämm gäng rächnig treisch.
Und zwar isch's wichtig das Du folgendes o weisch, 
s'gnüegt nid das Du ds Brot eifach unterleisch am Fleisch, 
s brucht eis Brot undefür versteisch, 
u eis wo D' obedrüber leisch, 
nume we D' so drahäre geisch, 
'berchunsch as Sandwitch, eis mit Fleisch.
D's Problem vom Anke chäm, das stimmt de no derzue, 
es gilt ne ja nid uf die lätzi Syte ds tue, 
Du gsesch Du issisch Du Barbar, 
und füllsch Dy Buch u wirsch nid gwahr, 
was im ne Sandwitsch uf Dym Tisch, 
für Dialektik drinne isch

Ja, der liebe Mani Matter. Das war ein unglaublicher Wortjongleur. Ich liebte seine Lieder schon als kleines Kind. Bern war nicht mehr dasselbe, als er sich an jenem 24. November des Jahres 1972 aufmachte, um fortan die Engel mit seinen Liedern zu erfreuen, zum Beispiel mit seinen "Hemmige":

"... und sieht man heute was der Menschheit droht, da sieht man wirklich schwarz und nicht nur rot, und was man hoffen kann das ist allein, dass sie Hemmungen haben werden." Da können wir uns doch auch im Jahre 2008 immer noch anschliessen, oder?

Aber nun jonglieren wir ein wenig.... Wasservogel: ENTE, Geländeform: _N_ (N von Ente).... TAL, und die Ente wird zur GANS richtigen Lösung. 

Mein Schatz und ich haben heute des Rätsels Lösung gesucht und uns über diverse Wissensgebiete ausgetauscht. Allerdings frage ich mich schon, ob jeder auf Anhieb weiss, wohin das Traumgespenst (ALB) eine Fahrkarte lösen müsste, wenn es über das Ende eines Hügelzuges (EGG) in eine Stadt nach Serbien (NIS) fahren möchte, um dort auf dem Geländekamm (KRETE) mit Kreti und Pleti über den neusten Modestil (LOOK) zu diskutieren. Wenn es dann nicht aufpasst, wird es nämlich vom männlichen Schwein (EBER) angegriffen oder auch einfach von irgendwelchem Glutgestein (MAGMA) überrollt. In medias einer lateinischen Sache (RES), also inmitten der Dinge, die da kommen mögen besorgt es sich für alle Fälle ein Grossbeil (AXT) um mangels einer Angel trotzdem den Fluss- und Speisefisch (ALET) zur Strecke zu bringen....

Machmal sind solche Rätsel echt langweilig, vor allem die Fragen sind doof. Da lob ich mir das "kryptische Rätsel", das jeweils gegen Ende Monat in unserem Anzeiger erscheint und etwas mehr Spass verspricht. Das geht so ähnlich zu wie bei dieser online-Ausgabe für Querdenker.

Mein Schatz ist ja der absolute Spezialist für schwierige Sudoku. Oft sind die als einfach betitelten die kompliziertesten und umgekehrt. Früher habe ich mich über Stunden und Tage mit einem befassen können, heute verliere ich nach einer halben Stunde die Geduld und gebe an Martin weiter. Wir sind halt eben in manchem ein Dreamteam, was auch bedeuten kann: Toll Ein Anderer Machts.

Raten Sie's gut.

Samstag, 27. September 2008

Gratis Umarmung

Wo gibt es heute noch etwas gratis, einfach so, ohne Einwände, ohne Bedingungen, ohne schriftliche Vereinbarung?

Eh............

Öh...........

Äh............

Gratiszeitungen, genau! Allerdings belasten die unsere Umwelt, vor allem dann, wenn sie einfach irgendwohin entsorgt werden, anstatt im Altpapier zu landen. Was nix kost' ist nix wert!

Aber stimmt das wirklich? Die Natur gibt uns doch laufend Dinge in Hülle und Fülle, ohne etwas dafür zu verlangen, jahraus-jahrein. Kostbare, unentbehrliche Sachen!! Eine grossartige Leistung, das muss mal wieder gesagt werden.

Ob es dieses Vorbild war, welches einen jungen Mann dazu inspirierte, im Zentrum Berns mit seiner "gratis Umarmung" ein Lächeln auf unzählige Gesichter zu zaubern? Okay, bei einigen wenigen hat er damit auch eine gewisse Irritation hervorgerufen. 
Seine Bedingung: gar keine. Das lassen sich die Leute offenbar nicht zweimal sagen. "Free Hugs", einige schmeissen sich dem Umarmer so vehement an den Hals, dass der um sein Gleichgewicht kämpfen muss. 

Eventuell wäre ja in solchen Fällen das berühmte Fallbett angebracht. Konstruiert für ältere Menschen, welche damit nach Lust und Laune umkippen können, ohne sich den Hinterkopf zu lädieren. 
Bild anklicken
Aber schauen und staunen Sie doch mal, wie offen Berner sind!! Das hätte ich wirklich nicht gedacht.
 
Hand aufs Herz: hätten Sie sich auch umarmen lassen? 

Freitag, 29. August 2008

Botellón - Schafe in Produktion

Botellón... ein Wort in (fast) aller Leute Munde. Botellón bewegt die Gemüter und lässt unsere Stadt auf altbewährte Methoden zurückgreifen: Zuwarten, sich Ergeben, keine Extra-Vorkehrungen treffen und ja keinen Widerstand hervorrufen, mit einem Wort: RGM antiautoritär.

Das Massenbesäufnis in Bern wird auf der grossen Schanze stattfinden. Man sei bereit, vor allem die Leute von der Müllabfuhr. Laut Gemeinderat Stephan Hügli freuen die sich schon, allfällige Abfallberge sofort wegzuräumen. Das ist aber schön, doch wer zahlt das? Habe ich Bock drauf, solche sich häufenden Extraeinsätze unseres Entsorgungsteams zu bezahlen? Nein und nochmals nein!!

Mein Vorschlag wäre, dass sich die diversen Räte (Bundes, Gemeinde, Stadt) einmal selber direkt diesem Problem widmen würden, indem sie sich der Sache, die sie zwar nicht selber eingebrockt, aber auch nicht abgeblockt haben, höchstpersönlich annehmen. Müllentsorgung auf höchstem Niveau, einmal nicht redegewandt sondern overall bekleidet selber Hand anlegen. Was glauben Sie wie schnell sich da mal etwas ändern würde, spätestens dann, wenn es sich um die ekligeren Spuren natürlicher menschlicher Bedürfnisse handelt. 

Politiker an die vorderste Front! In Zeiten des Krieges und in Zeiten solcher sich anbahnender Probleme! 

Warum schreitet man denn nun wirklich nicht ein, frage ich mich nicht erst in diesem Zusammenhang. Warum verärgert man zum Beispiel die harmlosen Fischer, indem ab 2009 eine Ausbildung samt Prüfung für Hobbyfischer Pflicht wird, während man die ungezügelte Jugend ihrem gesundheitswidrigen Hobby einfach überlässt? Ganz einfach, man hat Angst vor Ausschreitungen. Und Leute, die Angst machen, haben eine Art Narrenfreiheit. Man schaut zu und hofft, dass nicht allzuviel Schaden entsteht. Bei harmlosen Menschen wie mir oder Ihnen setzt man sofort Daumenschrauben an: hier noch eine Gebühr, da ein neues Gesetz und wehe, jemand hält sich nicht daran. Darum mein Rat: finster schauen und bedrohlich wirken... und die Parkzeitüberschreitung ist kein Thema mehr. Sie erhalten dann vielleicht den Grimmi-Preis, wenn es mit dem Grimme-Preis schon nicht klappt.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass man hofft, dass bei den Teilnehmern solcher Massenevents mit der Zeit dermassen viele Hirnregionen lahmgelegt werden, dass man in gewisser Weise Ruhe vor ihnen hat - Alkohol hat nämlich tatsächlich verheerende Auswirkungen auf unseren Zentralrechner. 
Ihr sollt werden wie die Schafe, leitbar und abhängig... damit wir machen können, was wir wollen... und keiner merkt etwas... hicks!


Der Schein trügt manchmal, aber wie genau?? Das herauszufinden ist (nicht) jedermanns Sache.

Freitag, 22. August 2008

Charmattacke zum Zweiten


Mamma mia, was für ein Tag. Ich bin immer noch ganz hibbelig!!!
Heute habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt: einmal am Elefantenapéro teilzunehmen. Nicht dass ich etwa die nötige Körperfülle hätte, um auf der Liste der geladenen Gäste zu stehen. Nein, jeder ist herzlich willkommen an diesem beeindruckenden Event.

Würde man mir persönlich ein Kleinkind in die Hand drücken und sagen: geh mal mit Pappas Liebling auf Stippvisite in die Stadt, wäre ich wohl endlos überfordert. Ich meine, das ist eine Riesenverantwortung!!! Dies darf es nicht, das muss es unbedingt, und ja nichts Süsses vor dem Mittagessen. Und mit der Anzahl Kinder nimmt die Verantwortung nicht ab. Würde man mir gar einen Elefanten in Verwahrung geben.... geschweige denn sieben (??!) Stück.

Die Leute vom Zirkus Knie nehmen es jedoch zur Freude der Berner Bevölkerung Jahr für Jahr auf sich, mit ihren Elefanten vom Wankdorf bis Mitte Stadt zu ziehen, ohne dass die Strassen speziell gesperrt wären.

Gegen 9 Uhr 40 erwartete ich sie an der Papiermühlestrasse. Es dauerte eine ganze Weile, doch urplötzlich begann mein Herz zu klopfen. Noch in kaum sichtbarer Ferne sah ich schemenhaft diese beeindruckenden Wesen die Strasse überqueren. Dann kamen sie direkt auf mich zu, schritten neben dem Trottoir einher, auf Tuchfühlung. Es war unbeschreiblich. Das ist ein Gefühl, sag ich Ihnen.

Ruhig und gemächlich gehen diese Riesen ihres Weges, und man geht direkt daneben!!!! Knips hier und knips da und... Achtung: Kinderwagen mit Tempo 30 von Links, Grossmutter samt Enkel von rechts... 

....und immer wieder die Ermahnungen des einen Begleiters, welcher mit "Achtung aufpassen" versucht, den Begleittross - alles zirzensische Laien - daran zu hindern, direkt unter die Zartbefussten zu geraten. Der hinterste in der Reihe wurde nämlich zwischenzeitlich etwas nervös, wenn man seinen Rückenraum nicht achtete. Er zeigte dies an, indem er mit dem rechten Hinterbein ganz leicht nach hinten kickte, um sich Platz zu verschaffen.

Aufgrund ihrer vermeintlichen Gemütlichkeit hatte ich mich auf ein Schneckentempo eingerichtet, aber die hatten ganz schön einen drauf und so kam ich denn nebst Schwärmen auch ein wenig ins Schwitzen. Schon ungewöhnlich, wenn die Zeit samt Bernmobil ein wenig stillsteht und sich ein Zug Wüstentiere die Altstadt raufbewegt. 

Beim LOEB angekommen habe ich mich dann schleunigst verabschiedet. Da waren dermassen viele Leute und ein Geschrei. Die feiererprobten Elefanten (einige davon sind seit 12 Jahren mit dabei) gingen zwar im Gewühl fast unter, aber ich gehe davon aus, dass sie ihren Apéro dennoch genossen haben.

Und im Vergleich mit dem gestrigen Elite Modelcontest konnten die Tiere bei mir echt punkten. Da war jede Menge Charme, hie und da ein Lächeln, Traummasse der Grösse XXL und Natürlichkeit. Elefanten gehören zu meinen Lieblingstieren, nicht nur deshalb, weil ich neben ihnen so zierlich wirke.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Bern-weh


Ja, Bern ist schon eine spezielle Stadt, das wissen die Holländer seit dieser Euro ganz bestimmt, auch wenn man bei uns immer noch mit Schweizer Fränkli bezahlt. Da wurde gemeinsam gefeiert und man konnte sich gegenseitig ein wenig beschnuppern.

Gestern haben mir die Rumänen etwas leid getan. Irgendwie verloren unter all dem Orange gelang es ihnen nicht so recht, ihre Landesfarben präsent zu machen. Ehrlich gesagt weiss ich nur, dass gelb dabei ist. In der einen Bäckerei zeigten die Verkäuferinnen, wo die Daumendrücksymphathie fürs gestrige Spiel lag... ihr Herz klopfte orange, darum direkt darüber ein oranges T-Shirt.

Laut war es allenthalben, oder ist dies das Alter - mein Alter? Diese speziellen neuen (?) Hupen sind so eingestellt, dass man bis in den Weltraum kundtun kann: hallo, hier bin ich. Das wäre mal etwas für E.T. gewesen.

Insgesamt ist wohl die Bilanz so, dass die ganze Feierei für alle ein wenig anstrengend war. Sogar dieser prächtige orangene Löwe liegt ganz schön geschafft auf der Strechlimousine.
Gestern Nachmittag war für mich Verschönerungstaktik angesagt... ich musste zu meinem Starcoiffeur, dem Pepe. Der war ganz schön in Feierlaune, obwohl Italien es erst am Abend endlich allen doch noch zeigen und sich einen Platz in den Viertelsfinals sichern konnte. Jedenfalls bekam ich bei der sonst so entspannenden Haarwäsche unerwartet eine kalte Dusche, welche mich eigentlich um 15 Uhr doch noch aus dem Halbschlaf hätte holen sollen. Das hat dann nicht ganz geklappt, und so habe ich denn immer noch leicht vor mich hindämmernd um 17 Uhr den Weg Richtung Wankdorf unter die Füsse genommen. Das war ein Erlebnis, sage ich Ihnen, in so vielen Leuten gibt es manchmal kaum ein Durchkommen. Zwischen Bratwurst, Pommes und Bier mich durchzwängend schaffte ich es doch einigermassen.

An dieser Stelle muss ich mal all den fleissigen Helfern ein Riesenkompliment machen, den eigentlichen Helden dieser Euro08. Gestern sah Strasse aus wie Sau. Ketchup, Bierdosen, Erbroch.... eh... also Sie können es sich vorstellen. Heute morgen um 8 war die Welt wieder in Ordnung. Überall ein Hauch von Sauberkeit, dank Feuchtreinigung.
Habe mich erkundigt, wann die Leute aufgestanden sind, um so etwas zustande zu bringen: um sage und schreibe 1 Uhr morgens, wobei da die letzten vermutlich noch am Feiern waren. Denn zu feiern gab es ein 2:0 für künftigen Fernweh-Berner aus Holland. Die nennen das vermutlich bald einmal Bern-weh.

Hier noch ein interessantes Beispiel, wie man nicht nur Menschen gleichschalten kann. Diese Metronome sind zuerst Individualisten.... jeder hört ausschliesslich auf seinen eigenen Takt. Es braucht nur ganz wenig, und alle sind sich einig. Ein Brett - NICHT vor dem Kopf - und zwei Bierdosen. Na denn Prost =D

Samstag, 14. Juni 2008

Wildes Bern


Das war ja eine Sache gestern in unserer sonst eher ruhigen Hauptstadt.  Zuerst wurde auf dem Bundesplatz gefeiert was das Zeug hält, und das im "intimen" Rahmen. Schätzungsweise 110 000 Leute brachten sich in die richtige Stimmung für dieses sehenswerte Spiel, das die Orangen am Abend dann mit sage und schreibe 4:1 für sich entschieden. 

Die Stadt Bern stosse langsam an die Grenzen dessen, was eine Stadt dieser Grösse verkraften könne, meinte gestern unser Stapi Alex Tschäppät. Stolz sind die Berner auch auf drei attraktive Public-Viewing-Zonen mit einer Kapazität von rund 40 000 Personen.

Public Viewing im Zusammenhang mit Sportanlässen, welche auf Grossleinwänden öffentlich und gemeinsam genossen werden können ist ein neudeutscher Begriff... ein Pseudoanglizismus. 
Im englischsprachigen Raum bezieht sich Public viewing auf die Aufbahrung eines Toten, welcher in der Aufbahrungshalle ein letztes Mal geschaut werden kann... "exposed to the public" halt. Hab ich bis letzten Dienstag auch nicht gewusst; finde ich aber total erheiternd.

Bern ist fest in der Hand der Holländer. Das war offenbar schon immer so. Wie der Stadtpräsident erklärte, hat dies bereits eine 700jährige Tradition, was der bekannte Holländerturm ja beweist. Dieser wurde 1256 eigentlich als Wehrturm erbaut. Zu seinem Namen kam er dann, weil bernische Offiziere in holländischem Dienst sich dort trafen, um dem Tabakgenuss zu frönen. Sie taten dies, um vor ungebetenen Zuschauern sicher zu sein, denn damals war Tabakrauchen in Bern noch verboten - wie es dies in öffentlichen Räumen hoffentlich bald auch wieder sein wird. Zunächst hiess der Turm denn auch Raucherturm. Erst 1896 taucht die Bezeichnung Holländerturm erstmals auf.

Obwohl die Schweizer sonst als langsam gelten, sind sie relativ rasch ausgeschieden. So bleibt uns denn nur noch, für andere und mit andern zu "fänen". Die Holländer sind bei uns sehr beliebt und so kann sich jeder irgendwie begeistern. Zum Einsatz kommt nicht Tabak, sondern vor allem sehr viel Gerstensaft und ich weiss nicht, ob der nicht bald einmal ausgehen wird. 

So viele Leute fasst unsere kleine Stadt, und das nicht nur im Zentrum. Und wenn die Holländer dann eine Welle der Begeisterung zeigen, dann ist unsere Polizei doch glatt mit dabei...

aber sehen Sie selber. Cool =D
Wir sind jedenfalls echt froh und dankbar, das die Oranjes bei uns stationiert sind, jedenfalls noch bis Dienstag. Des passt scho!

Von den Fussballfans her gesehen kann man sich echt sicher fühlen hier. Allesdings gibt es da schon ein paar seltsame Dinge, welche ich in letzter Zeit gefunden habe und welche irgendwie an Sci-fi, Aliens oder prähistorische Monster erinnern. Huääää....
Grusel... Da ist zuerst dieses nicht versteinerte aber getrocknete Spermium oben rechts, welches sich kürzlich im übertragenen Sinn an meinen Rockzipfel klebte. Wo es herstammt.... keine Ahnung. Eventuell hat es ja das Potential zu einem Tyrannosaurus rex. Wäre doch etwas für die Klon-Forschergemeinde. Links dann eine Echse, welche zu der Ausstellung "Flossen Füsse Flügel - der Werdegang der Wirbeltiere" einlädt. In dieser Ausstellung werden Fossilien zu neuem Leben erweckt. Ob wohl da dem obenerwähnte Tyrannosaurus rex auch neuer Atem eingehaucht wird? Jedenfalls fand ich dann heute noch den abgerissenen Schwanz eines orangen Tigers (Panthera tigris naranjina), welcher zu den gefährlichsten Raubkatzen überhaupt gehören soll. Also ich glaub' ich bleibe heute lieber zuhause.

Freitag, 13. Juni 2008

Ordnungshüter - Nachbarschaft



Meine Lieben, das ist ja vielleicht so eine Sache mit der Euro 08; zumindest zu gewissen Zeiten. Die orangen Fans belagern zwar Berns Innenstadt, Aussenquartiere und sämtliche Campingplätze, aber den Sieg Hollands am Montag feierten sie.... gediegen, halt königlich. Man hörte absolut nichts, obwohl wir praktisch neben dem Wankdorf wohnen. Wie anders hätte das wohl geklungen in meinen lärmempfindlichen Ohren, hätte Italien gewonnen.
Auch in Sachen Abfallentsorgung auf Berns Strassen war alles paletti, es sei denn, unsere Jungs von der Strassenreinigung waren früher aufgestanden als ich, was noch leicht möglich ist.
Am Dienstag abend siegte dann Spanien. - Olé.... ole-ole-ole - Das war zu hören. Hup-hup-hup-hup.
Sie kennen das ja von griechischen, spanischen, türkischen etc. Hochzeiten. Ganz Bern weiss jeweils, wenn da wieder eine junge Frau - früher Jungfrau - unter die Haube kam.
Am Mittwoch dann Portugal. Was die Fans da veranstalteten, war für mich einfach unter aller S.... Obwohl Benzin mittlerweile relativ teuer ist, ist es wohl noch nicht teuer genug. Die portugiesische Nationalflagge wurde laut und anhaltend hupend durch ganz Bern gefahren, und das von schätzungsweise hundert Fahrzeugen. Am Bahnhof gab es für Autofahrer kaum ein Durchkommen. Selbst eine Ambulanz steckte fest. Die Fans stürzten sich auf die stehenden Wagen und testeten die Federung. Es sah wirklich aus, als wollten sie die Autos umstossen. Der Lärm war ohrenbetäubend. Hei Jungs, ihr habt gerade mal zwei Spiele gewonnen, wie würdet ihr erst ausrasten, wenn ihr Europameister würdet. 
Unsere Polizei fiel durch Tatenlosigkeit auf. Ein Mann von Bernmobil erklärte mir, die Fans hätten nach den Spielen jeweils eine Stunde Zeit, ihre Freude zur Schau zu stellen.
Da hoffen wir doch, dass eher der kühle Norden als der feurige Süden diesen Pokal nach Hause holt. Ich drücke die Daumen.
Leider hat Deutschland gestern verloren. Ballack, Poldi, Schweini und Konsorte, sagt mal geht's noch? Ej, das gibt's ja nicht! Ihr könnt uns doch jetzt nicht hängen lassen, Jungs!

Frage, was ist ein Ordnungshüter? Sagt ja schon das Wort: er hütet die Ordnung. Wo aber nur Chaos herrscht, hat ein Ordnungshüter frei oder genügend Zeit, Parkbussen zu verteilen oder in ordentlicheren Quartieren Patrouille zu schieben, stimmt's?
Ist ja logisch, Nathalies Babysitter sittet schliesslich auch Nathalie und nicht Louise :-)

Frage, was ist Nachbarschaft und wie äussert sie sich? Meist ganz positiv, gottseidank. Was ich allerdings auf den Tod nicht ausstehen kann, ist, wenn unser Vorgarten resp. Eingangsbereich als Müllhalde genutzt wird. Ist ja wohl nur zu praktisch, wenn man seinen Eisbecher schnell irgendwo reinwerfen oder seine Bierdose loswerden kann. Die schauen ja dann schon. Ja aber gerne doch, vor allem halten wir Ausschau nach den lieben Leuten, welche ihren Hund regelmässig im Briefkastenbereich Exkremente plazieren und sonstige Duftmarken setzen lassen. Wenn ich den oder die erwische! Ich hab da schon so meine Fantasien..... und wie es so ist mit Fantasien, sie bleiben im Reich derselben und erwischt man dann tatsächlich mal jemanden in flagranti, dann ist man sprach- und tatenlos ob so viel Frechheit. 
Andere haben sich da schon viel Kreativeres einfallen lassen als wir; das ahmen wir bald nach: Kein Hunte Wese, bitte! Aber das kratzt wohl keinen Hund, und lesen können sie bekanntlich auch nicht... aber süss können sie sein!!!

Dienstag, 29. April 2008

Das Wunder von Bern reloaded


Wow, staun, unglaublich. Aus Schwänen wurden Pelikane. Ist das nicht eine zoologische resp. zoo-unlogische Sensation. Eventuell gehört das Thema ja auch mehr in den Bereich der Biologie.
Am Sonntag waren wir spazieren. Wie Sie sicher alle bemerkt haben, wurde am Wochenende der Frühling losgelassen respektive abgehalten. Also wer da noch drinnen blieb, dem war nun wirklich nicht zu helfen. Ich meine, Regen gibts genug, zuviel manchmal. Dennoch bin ich echt froh, dass bei uns das Wasser nicht nur mit einem einfachen Handgriff aus der Reserve gelockt werden kann, sondern dass es buchstäblich vom Himmel fällt. Ist nicht selbstverständlich, dass sich manch einer täglich ein mehrstündiges Duschvergnügen gönnen kann. Andere müssen da bis zu 20 km weit gehen um die tägliche Trinkration zu ergattern, von waschen ist da keine Rede. Wasser ist ein kostbares Gut und ich bin jeden Tag dankbar dafür.
Wie mit allem ist es jedoch auch mit dieser Kostbarkeit eine Frage des Masses. Und wenn dann eben das Fass respektive ein Fluss zum Überlaufen gelangt, dann kann das ganz schön unangenehm werden. 
Aber alles hat immer zwei Seiten und so gibt es eben auch von Wundern zu berichten. Es erstaunt ja schon ein wenig, zu lesen, dass die Aare als Landschaftsarchitektin im Tierpark Dählhölzli Bern eine solche Meisterleistung vollbracht haben soll. Wie hat sie das bloss gemacht.
Aus Schwänen werden Pelikane?? Hmmm??? Manchmal wird im besten Fall aus einem hässlichen Entchen ein schöner Schwan.... aber ein Pelikan??
Sollten nun weitere solche Wunder hier in Bern gesichtet werden, dann wäre das ja auch eine Möglichkeit mehr, diesen schönen Flecken Erde etwas bekannter zu machen. Wenn man einmal bedenkt, wer so alles nach Lourdes pilgert; da wäre für manch einen die Hauptstadt der Schweiz doch viel günstiger gelegen. Und wenn unser heimischer Fluss es schaffen kann, aus einem Vogel einen anderen Vogel zu machen, dann könnte er durchaus auch andere alchemistische Meisterleistungen vollbringen. Wie wäre es, wenn unsere diversen Manager oder Politiker für einmal kein Bad in der Menge nähmen, sondern wahrhaftig in die Fluten eintauchen würden um geläutert wieder aufzutauchen. Hallelujah. Und plötzlich sind wir DER Pilgerort für gefallene Politiker, z.B. für solche, welche auch nach 8 Jahren weder gefallen noch zu überzeugen vermögen. Eben zum Beispiel grad der Bush, und sei es auch ganz kurz vor seiner Abwahl. Es ist nie zu spät für ein Wunder in Bern ;-)