Posts mit dem Label Umstritten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Umstritten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 14. November 2013

Beyeler-Museum: Kunst und ...... Maurizio Cattelan


Wo ist der Unterschied?

Kürzlich zeigte das Beyeler-Museum Riehen Werke von Alexander Calder aus den frühen 30er-Jahren. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen; die Ausstellung war jedoch mit geschätzten 6 Werken recht übersichtlich. Zeit sich sonst noch umzusehen. Da hatte es jede Menge Kunst, wenn meines Erachtens auch nicht jede bemalte oder bekritzelte Leinwand als solche bezeichnet werden kann. Zwischenzeitlich kämpfte ich immer mal wieder mit einem Lachanfall. Peinlich! Unnötig zu sagen, dass er gewann!

Besonders beeindruckt hat mich der wunderschöne Seerosenteich von Monet. Das Werk wirkt erst auf Distanz so richtig, der Maler stand jedoch vermutlich ganz nahe an der Leinwand. Bewundernswert, wie gekonnt und präzise er die Pinselstriche gesetzt hat. Diese Tiefenwirkung ist einfach fantastisch, ebenso wie die Farben. Könnt ich mir gut bei uns zuhause vorstellen ;-)

Ist es nicht immer wieder ein besonderes Gefühl vor dem Werk eines grossen Künstlers zu stehen, im Wissen, dass der Mann (berühmte Künstlerinnen gab es früher nur wenige) selber vor langer Zeit davor gestanden hat. Was würden einem all die Leinwände zu erzählen wissen, wenn sie denn sprechen könnten.

Auch Giacomettis Figuren allein wären die Reise nach Riehen wert gewesen - kraftvolle einzigartige Skulpturen. Im Gegensatz dazu seine Bilder eher düster.

Und dann stand ich plötzlich da und starrte völlig entgeistert an die Wand vor mir: 5 ausgewachsene Pferdekörper stecken da kopfvoran mitten drin. Man sah nur diese riesigen, (übrigens nicht vom Künstler) selber präparierten Körper. Das Ganze wirkt gespenstisch und dermassen pietätlos, dass es mir schier den Atem raubte. Kunst, Provokation oder doch reine Geschmacklosigkeit? Bin ich besonders empfindlich? Wie ich später im Internet lese, weiss ein Aussteller nie, auf was er sich bei Maurizio Cattelan einlässt. So vermiete der seine Ausstellungsfläche auch schon mal an eine PR-Firma oder überrasche sein Publikum mit leergeräumten Hallen.

Sucht man bei Google unter Cattelan und Werke stösst man auf lauter Absurditäten. Ich frage mich, ob der Mann irgendwie pervers ist: tote Tiere wohin das Auge blickt. Für mich ist das reine Geschmacklosigkeit. Wo bleibt da der Respekt diesen Lebewesen gegenüber. Bin ich so konservativ, dass mir der Pferdereigen Brechreiz und Magenkrämpfe verursacht.

Ich frage mich: würde Catellan z.B. seine eigene Grossmutter (postmortal natürlich!) ebenfalls präparieren lassen und dann öffentlich an einer Museumswand drapieren? Warum eigentlich nicht, würde er mir wohl antworten. Jetzt quält mich nur noch die Frage: Wer von uns beiden ist der Kunstbanause?

Montag, 25. April 2011

Transplantationsmedizin - No-Touch-Periode im Visier

un-dos-tres / one-two-three / go-go-go
Gottfried Keller hat einmal gesagt: "Man beurteilt Menschen ganz anders und allein richtig, wenn man nichts von ihnen haben will".

Das war lange vor unserer Zeit und von Transplantationsmedizin wusste man damals überhaupt nichts. Es ist eine weise Aussage, welche gerade im Zusammenhang mit der Entnahme von Organen nach einem Unfall oder einem Herzstillstand aktueller ist denn jeh.

Die Vorgehensweise ist nicht überall dieselbe, ebensowenig wie das Rekrutieren von Organspendern. So ist denn auch die Zahl der durchgeführten Transplantationen entsprechend unterschiedlich und steht in einem logischen Zusammenhang mit den gesetzlich geregelten, sprich: legalisierten Praktiken.

In Ländern wie Spanien und Portugal gilt die Widerspruchsregelung, wonach nach dem Tod jeder zum Organspender gemacht werden kann, der dies nicht zu Lebzeiten ausdrücklich verweigert hat. In Deutschland und der Schweiz gilt die erweiterte Zustimmungslösung, wonach eine Organentnahme nur dann möglich ist, wenn der Patient zu Lebzeiten einer Spende zugestimmt hat oder seine Angehörigen es nach dessen Tod tun. Spanien und Portugal sind denn auch führend, was die Organspenden anbelangt, die Schweiz ist ganz am Schluss zu finden; weniger Spenden gibt es nur noch in Polen.

Anders als in Deutschland und der Schweiz, wo erst der Hirntod eines Menschen grünes Licht zur Organentnahme gilt, genügt in Spanien ein Herzstillstand. Dies hat den Vorteil, dass die Organe bis zur Entnahme genügend durchblutet und in optimalem Zustand sind.

In GEO 05 / Mai 2011 (hier ein Kurzauszug) beschreibt Martina Keller unter dem Titel "Tatort Klinik Madrid" die unglaubliche Geschichte des in Spanien lebenden Rumänen Nicolae Dimutrescu (Name von der Redaktion geändert), welcher auf der Arbeit einen Herzstillstand erlitt. Um 12.18 Uhr wird er unter Code 0 in der Madrider Klinik San Carlos eingeliefert. Code 0 bedeutet, dass es sich um einen potenziellen Organspender handelt und das ruft das Transplantationsteam auf den Plan. Diese Leute stehen ganz besonders unter Druck, da die Zeit in solchen Fällen immer knapp ist. Warten sie zu lange, sind die Organe eventuell mangels Durchblutung unbrauchbar, warten sie zu kurz, ist der Patient womöglich noch nicht wirklich tot.

Obwohl der Tod des Patienten noch nicht festgestellt wurde, trifft man ohne Rücksprache mit den Angehörigen erste Vorbereitungen für die Organentnahme. Heparin wird aufgezogen, ein Medikament, das dazu dient, das Transplantationsgut vor Blutgerinseln zu schützen. Da es den Tod beschleunigen könnte, muss der Intensivmediziner den Patienten vor der Injektion für Tod erklären. Da stellt sich die Frage, ob er wirklich frei ist in seiner Einschätzung der Lage, umgeben von Kollegen, die nur darauf warten, endlich loslegen zu können.... schliesslich geht es um Menschenleben, vor allem aber um sehr viel Geld!

12.30, also gerade mal 12 Minuten nach Einlieferung ist es soweit, der Intensivmediziner unterschreibt das vorgedruckte Formular. Jetzt ist Nicolae Dimutrescu offiziell tot, obwohl er noch immer aussieht wie ein Bewusstloser, der auf Hilfe angewiesen wäre.

Beatmung und Herzdruckmassage werden nun fortgesetzt, um die Organe vor Sauerstoffmangel zu schützen. Aus dem Patienten Dimutrescu ist in den Augen der modernen Medizin offenbar ein (seelenloser?) Organspender geworden. Die gesetzlich vorgeschriebene "No-Touch-Periode" - in Spanien gerade mal 5 Minuten - wird in seinem Fall ganz klar nicht eingehalten, was zu einem unangenehmen Nachspiel führen wird. Die Maschinen arbeiteten durchgehend, bis auf einen kurzen Moment, als eine Röntgenaufnahme angefertigt wurde. Später wird behauptet, der ambulante Rettungsdienst habe die Wiederbelebung für 5 Minuten unterbrochen. Der Pressesprecher des Rettungsdienstes erklärte demgegenüber, Dimutrescu sei 60 Minuten lang non-stop reanimiert worden, so stehe es auch auf dem Papier zur Todesfeststellung.

Professor Núñez Peña zieht Herztote als Organspender den Hirntoten vor. Die seien durchschnittlich jünger und gesünder als letztere. Der Madrider Marathon liefere jedes Jahr mindestens einen Spender. Noch immer ohne Rücksprache mit Dimutrescus Familie wird die Organentnahme aktiv vorbereitet. Hier ein Schnitt, da ein Schnitt, Arterie und Vene freigelegt, den Körper an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, eine Kühlflüssigkeit in die Lunge gepumpt.... 13.20 Uhr sind die Vorbereitungen beendet. Nun erst wird die Zustimmung der Lebensgefährtin eingeholt. Die damit beauftragte Schwester hat eine spezielle Schulung durchlaufen, appelliert an Grosszügigkeit und Verbundenheit, stellt die Spende als einzige Lösung dar. 14.30 gibt auch die Freundin des Verstorbenen grünes Licht, 15.22, also nur 3 Stunden nach Eintreffen des Rettungswagens in der Klinik, beginnt die Entnahme, nachdem auch ein Richter seinen Segen gegeben hat.

Wann ist ein Sterbender tot? In den USA sei die Wartezeit zwischen Herzstillstand und Beginn der Entnahme so kurz wie sonst nirgendwo auf der Welt. In manchen Kliniken dauere die No-Touch-Periode nur 2 Minuten oder, wie 2008 im New England Journal of Medecine berichtet, im Falle von zwei Neugeborenen mit schweren Hirnschäden nur 75 Sekunden.

Bei so viel Geldintressen wird es für den Einzelnen gefährlich. Erst galt der Hirntod als Indiz für den Tod eines Menschen, jetzt der Herzstillstand. Wird bald einmal eine Schlafapnoe genügen, um zwischen zwei Atemzügen zum Organspender erklärt und ausgeweidet zu werden. Kann man sich bald weder einen kurzen Büroschlaf noch einen Sekundenschlaf leisten, ganz zu schweigen von geistiger Abwesenheit?

In manchen Kulturen wird nach dem Hinschied eines Menschen mindestens 4 Tage gewartet, um der Seele Zeit zu geben, sich vom Körper zu lösen. Vielerorts werden spezielle Zeremonien durchgeführt, voller Liebe und Respekt. Aus meiner langjährigen therapeutischen Erfahrung weiss ich: der Körper ist viel mehr als eine Maschine oder ein Organlager. Der Körper ist ein hochintelligentes, differenziertes Wesen, immer bereit, für uns den optimalen Zustand wieder herzustellen, sofern wir ihm die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen.

Es ist unsere Sicht der Dinge, die das Vorgehen bestimmt. Auch im Zusammenhang mit der Todesfeststellung gilt wohl Gottfried Kellers Aussage, eine Beurteilung sei nur dann richtig, wenn man frei ist von Begehren.

PS: Stirbt ein Tourist z.B. in Spanien, gilt dann lokales Recht oder die Rechtssprechung des Herkunftslandes? Wäre nicht unwichtig zu wissen, z.B. vor dem nächsten Mallorcaurlaub!

Montag, 25. Oktober 2010

Leben allein von Licht? ("Am Anfang war das Licht")

Im Fokus der Aufmerksamkeit.....











Es gibt Menschen, die nicht essen müssen. Glauben Sie das? Dieser Frage geht P.A. Straubinger auf eine sehr offene, feinfühlige Art nach, ohne den Zuschauer manipulieren zu wollen.

Kann man Licht direkt verstoffwechseln, ohne dies über den Umweg der Nahrungsaufnahme zu tun?

Interessant, wie die verschiedenen Protagonisten sich dazu stellen. "Ich brauch einfach kein' Stuhl mehr" erklärt ein Praktizierender, und da meint er nicht den zum Sitzen.



Prof.Dr. Wolfgang Marktl hält Lichtnahrung wörtlich für "denkunmöglich" und sorgt mit seiner rigiden Art immer wieder für eine gewisse Heiterkeit im Zuschauerraum. Man fragt sich bei ihm, wie weit seine Denkausflüge reichen.

Dr. Michael Werner isst seit Januar 2001 nicht mehr und hat sich bereits zweimal als Studienobjekt zur Verfügung gestellt. Im Lindenhofspital Bern hielt man ihn 10 Tage in einem abgeschlossenen Raum "gefangen" und kontrollierte diverse Parameter. Der Proband durfte dabei nur Wasser und ungesüssten Tee zu sich nehmen. Obwohl es sicher schwierig wurde, unter diesen Umständen - nicht einmal die Fenster liessen sich öffnen - ausreichend Prahna aufzunehmen, verblüffte das Resultat dermassen, dass die Studie erst 4 Jahre später und auf einen gewissen Druck hin wissenschaftlich veröffentlicht wurde. Die Resultate einer ähnlichen Untersuchung in Prag werden nach wie vor unter Verschluss gehalten. Was nicht sein darf, ist nicht, basta.

Das extremste Beispiel ist wohl der 83jährige Prahlad Jani, der seit über 70 Jahren weder gegessen noch getrunken hat. Wie schon anno 2003 wurde der Yogi auch dieses Jahr wieder untersucht (24-Stunden Videoüberwachung, Labor, Röntgen etc), mit dem Ergebnis, dass er tatsächlich unabhängig von äusseren lebenserhaltenden Gaben zu leben scheint. Zu behaupten, der Mann könnte aufgrund des Bartwuchses gar nicht essen, selbst wenn er möchte, geht am Ernst des Themas vorbei.



Unglaublich! Unfassbar auch die Tatsache, dass sich der heilige Mann für solche Untersuchungen zur Verfügung stellt!

Bei Ellen Greve - mit Künstlernamen Jasmuheen - welche Lichtnahrung in unseren Breitengraden bekannt machte und mehrere Bücher schrieb, habe nach wie vor grosse Bedenken. Mehrere Zeugen berichten übereinstimmend, dass Jasmuheen zwar Vegetarierin ist, aber isst.

1999 wurde bei ihr ein ärztlich begleiteter Test durchgeführt. No drinking no food... er musste abgebrochen werden, da die Probandin laut Dr. Beres Wenck lebensgefährlich dehydrierte und sehr viel an Gewicht verlor.



Der Versuch wurde zuerst in einem Hotelzimmer begonnen und dann an einem wirklich prahnaerfüllten, wundervollen Ort unter weniger belastenden Bedingungen weitergeführt, da Jasmuheen ihre Schwierigkeiten zunächst mit der schlechten Energie des Hotels in Zusammenhang brachte. Wie man sieht, wirkte sie nach 4 Tagen nicht nur schwach sondern auch einigermassen verwirrt. Offenbar scheint das jedoch niemand zu wissen oder keinen zu stören.

Sie kommt trotzdem in Straubingers Film mehrmals zu Wort und gibt sich souverän:



Man sieht den Unterschied zu Prahlad Jani, der auch nicht so viele Worte macht... und keine Bücher verkauft!

Martin und ich hatten einen Schüler, der den 21-Tage-Prozess durchgemacht hat, während welchem man die ersten 7 Tage weder isst noch trinkt... mit Erfolg. Er lebte einige Monate als Breatharian, also ohne feste Nahrung zu sich zu nehmen, begann aber aufgrund der sozialen Ausgrenzung wieder zu essen, wie dies ganz viele andere Lichtnahrungsanhänger vor und nach ihm auch getan haben.

Wussten Sie übrigens, dass Niklaus von der Flüe in seinen letzten Jahren auch zum Breatharian wurde und weder Essen noch Wasser zu sich nahm. In China nennt man das Leben von Licht übrigens Bugi (?), wobei der Meister ganz speziell darauf hinweist, dass es dafür Jahre der Vorbereitung braucht, und nicht bloss 21 Tage.

Dass es möglich ist, ohne Essen und Trinken zu leben und Licht direkt aufzunehmen, erstaunt mich nicht so sehr wie die Tatsache, dass die Besucher einer solchen Dokumentation es nicht schafften, 1½ Stunden ohne Essen und Trinken auszuharren ;-) ! Es raschelte vor uns.... es raschelte hinter uns... und ich hätte es wohl nicht ausgehalten ohne den Prosecco, den ich mir kurz vorher noch gegönnt habe. War übrigens nicht wirklich einer von der leckeren Sorte, leider!

Ich werde jedenfalls weiterhin meine Energie zumindest teilweise über Nahrungsmittel beziehen und mich auch nicht vom Trinken abhalten lassen, wobei mir schon ein paar Sachen bewusst geworden sind, welche mir wieder Möglichkeiten eröffnen....

PS: Dieses Interview ist ein MUSS für alle, die etwas mehr von Straubinger erfahren und sich zudem grenzwissenschaftlich weiterbilden möchten. Wussten Sie beispielsweise, dass es Menschen gibt, die ohne Gehirn (da ist nur Flüssigkeit drin) leben und normal intelligent sind? Wusste ich zum Beispiel auch nicht. Ich weiss nur dass es Leute mit Gehirn gibt, die sich für normal bis übermässig intelligent halten, hohe Ämter bekleiden und ... aber lassen wir das!

Übrigens: Wissenschaftler schaffen Wissen, und das ist gewissen Modeströmungen unterworfen. Warum setzen wir unsere Zeit nicht dafür ein, Wissen zu erkennen?

Sonntag, 26. September 2010

(F)Rohstoff Mensch - Handelsstandort Schweiz

Die Schweizer sind nicht eben spendefreudig, was die eigenen Organe anbelangt. Persönlich halte ich dies ja für ein Zeichen angewandter Intelligenz. Nicht so FDP-Ständerat Felix Gutzwiller, der vom Bund Massnahmen zur Erhöhung der Zahl der Organspender fordert.

In Frankreich, Italien, Österreich und Spanien ist die Bereitschaft zur Organspende wohl allein deshalb um einiges höher, weil in diesen Ländern sämtliche Verstorbenen potenzielle Organspender sind, sofern sie sich nicht explizit dagegen ausgesprochen haben. Und vermutlich wissen dies gerade mal 0,2 Prozent der Bevölkerung.

Unser System soll nun entsprechend angepasst werden von der heute geltenden Zustimmungs- hin zur Widerspruchsregelung. Kürzlich lag der Zeitung "Das Magazin" ein solcher Anti-Organspenderausweis bei, bereit zum herauslösen und ausfüllen. Interessanterweise handelte es sich dabei um eine zweiteilige Karte in Kreditkartenformat, welche in der Mitte perforiert war. Der eine Teil war den Personalien vorbehalten, auf den andern gehörte die Erklärung, dass man keine Organe zu spenden gedenke. Ein Leichtes, die Widerspruchsdeklaration abzutrennen, bevor man den Verblichenen ausweidet.

Sollte die bei uns geforderte Zustimmungsregelung durch eine solche Widerspruchsregelung ersetzt werden, vergreift sich der Staat sozusagen am letzten, was uns tatsächlich gehört und jeder von Geburt an sein eigen nennt: unser Körper. Es ist dies eine Aussage, welche auf gut Deusch lautet: unsere Bürger sind ökonomische Ressourcen, und das nicht nur mittels Steuereintreibung. Kommt ein Unfallopfer vom Physischen her gesehen (Alter, Gesundheitszustand, Blutgruppenübereinstimmung) als Spender in Frage, dann wird nicht lange gefackelt. Man wird ausgeweidet, um nicht zu sagen ausgeschlachtet. Nebst den Organen werden auch die Gewebe (Knochen, Haut, Sehnen, Knorpel, Gefässe) verwertet, zum Beispiel durch Schönheitschirurgen, welche Produkte aus menschlichen Leichen benötigen, um den Nasensattel aufzupolstern, Falten zu unterfüttern, Lippen aufzupeppen etc.

Reinkarnation? Nichts dagegen, aber gleich so? Ein klares Nein, und zwar definitiv und ohne Zusatzfragen. Ich bin diesbezüglich aber auch konsequent, das heisst ich bin nicht nur kein Organspender sondern auch kein Organempfänger.

Wenn man mal in Betracht zieht, was für ein Riesengeschäft der Organhandel ist und was in diesem Zusammenhang weltweit für unsagbare Verbrechen an unseren Mitmenschen geschehen. Der chinesische Vize-Gesundheitsdirektor Huang Jiefu hat zugegeben, dass die Organe Hingerichteter verkauft werden und dass 95 Prozent der chinesischen Transplantate von exekutierten Verbrechern stammen. Wenn man zudem bedenkt, für was man in China zum Tode verurteilt wird und wo in diesem Land die wahren Verbrecher sitzen, dann wird einem schlecht. Viele Menschen in armen Ländern verkaufen z.B. ihre Nieren, weil sie dafür für dortige Verhältnisse sehr viel Geld erhalten, zum Beispiel in Indien oder den Philippinen.



Die kleinen Dörfer Südindiens werden Nieren-Basare genannt, und das aufgrund der dort herrschenden bitteren Armut der Bevölkerung. Ausbezahlt werden jedoch vergleichsweise lächerliche Summen, wenn man bedenkt, wieviel andere daran noch mitverdienen werden... z.B. die Organmafia. Aber auch völlig legal durchgeführten Organtransplantationen sind, wenn man es genau nimmt, eine gut funktionierende Geschäftsidee. Im Organhandel zeigt sich die freie Marktwirtschaft von ihrer grausamsten Seite.

Wichtig wäre für Leute, die ihre Organe nicht spenden möchten, eine schriftliche Patientenverfügung zu verfassen, in welcher sie für den Notfall alles ganz genau regeln und beglaubigen lassen (lebenserhaltende Massnahmen, Schmerz- und Symptombehandlung, künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Dialyse, Antibiotika, Verabreichung von Blut, Organspende etc.). Es kann nämlich der Moment kommen, da man nicht mehr für sich sprechen, eintreten oder entscheiden kann. Im Falle von "Organspende ja oder nein" wäre ein Flächendeckendes Tattoo "ich bin kein Organspender" ein gangbarer Weg, wobei immer noch die Gefahr besteht, dass das K einfach "versehentlich" bei der Organentnahme rausgeschnitten wird!

Wer wie ich auf eine ganz intensive Art mit dem Körper arbeitet, dem eigenen und demjenigen anderer, der ist überwältigt von der Erkenntnis, mit was für einem intelligenten System, besser gesagt Wesen man es zu tun hat. Auf ganz einfache Weise mit subtilen Impulsen kann man in jedem Alter Dinge wiederherstellen, die wahrhaft an ein Wunder grenzen. Ich bin meinem Körper deshalb zu grossem Dank verpflichtet und wünsche nicht, dass er mittels Gesetzesänderung zu einem Selbstbedienungsladen für den Staat umgewandelt wird.

Merken wir uns das abstruse Ansinnen Gutzwillers.... für die nächsten Wahlen. Es ist nicht gut, wenn solche Leute zuviel Macht haben!

Lesen Sie zu diesem Thema auch meinen Eintrag vom 27. Februar 2008 (Transplantationsmedizin - ja oder nein?).

Dienstag, 13. Juli 2010

Stierkampf Adé statt Olé


Es gibt alte Zöpfe, die gehören eindeutig abgeschnitten. Der Stierkampf - für mich ein dunkelrotes Tuch - gehört meines Erachtens längst dazu.

Diskutieren Sie jedoch niemals mit einem Spanier über diese widerliche Art der Volksbelustigung. Vor Jahren schon habe ich versucht, zumindest zum Überdenken anzuregen; vergeblich. Zu sehr hat sich diese barbarische Überlieferung im Laufe der Jahrhunderte als traditionsgemässe Selbstverständlichkeit in unzähligen Köpfen sanktioniert. Da stösst man auf Beton resp. hormigón!

Dieses Jahr, wie auch schon in den Jahren zuvor, gab es bereits eine beachtliche Reihe von blutigen Zwischenfällen, bei welchen der Torero resp. Matador unschöne Bekanntschaft mit den Stierhörnern machen und die Szenerie wie auf Knopfdruck von weiter oben oder unten betrachten durfte, zum Teil sogar lebensgefährlich verletzt. Der Stier hat jedoch selbst dann, wenn er "gewinnt", keine Chance... er wird so oder so getötet.

Ganz anders in dem Witz über die "rognons blancs" resp. "criadillas", wo ein Tourist in einem Restaurant in Spanien einen Einheimischen fragt, was er da so geniesserisch in sich hineinschaufle.... natürlich nicht roh wie hier:



"Stierhoden, eine Delikatesse, müssten Sie unbedingt auch einmal probieren!" Der Spanier arrangiert sogleich mit dem Wirt, dass der Touri bei der nächstbietenden Gelegenheit seine Experimentierfreudigkeit unter Beweis stellen konnte. Das klappte auch hervorragend, nur dass die Portion diesmal etwas mickerig ausfiel. Darauf angesprochen entschuldigt sich der Wirt: "Tja, amigo, diesmal hat halt der Stier gewonnen!


Wenn einer nun statt in den Hosen- in den Hodenlupf genommen wird, wie "El Juli" vorgestern, kommt bei mir absolut kein Mitleid auf, höchstens dafür, dass man sich sowohl als Mensch wie auch als Volk in einer Art familiären Mustern bewegen MUSS und wirkliche Entscheidungs-Freiheit wohl eine Illusion bleiben wird.

Von einem Spanier weiss ich, dass kein Torero dieser Welt es mit den Kühen aufnehmen würde; die seien um einiges gefährlicher als ihre männlichen Kollegen. Lassen Stiere sich nämlich vom roten Tuch ablenken und an der Nase herumführen, wenden sich Kühe umgehend dem Zentrum der Störung zu... dem Bauch des Stierkämpfers. Eventuell haben sich die Stiere mittlerweile bei ihren Frauen einiges abgeschaut? Sagt man nicht: hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau?

Mittwoch, 23. Dezember 2009

"Schnibbeldi-schnibbelda-life goes on..."


Kürzlich wurde ich unmittelbar mit der Auswirkung von Dogmen konfrontiert, und zwar sowohl medizinisch-hygienischer als auch religiöser Art.

Was ich bis anhin nicht wusste: mehr und mehr werden Knaben in jüngsten Jahren und ohne spezifische medizinische Indikation (z.B. Phimose) zirkumzisiert. Moderne Beschneidungen gehören in den Bereich Hygiene/Vorsorge und stehen u.a. in Zusammenhang mit dem HPV-Virus, welches im Verdacht steht, Gebärmutterhalskrebs auszulösen.

Gemäss Wikipedia sind gegenwärtig an die 25 Prozent der männlichen Weltbevölkerung beschnitten. Die präventive Beschneidung bei Kindern und Neugeborenen ist jedoch umstritten. Wie bei allem gibt es schätzungsweise gleich viele Befürworter wie Gegner.

In vielen Ländern, in welchen die Zirkumzision einen religiösen Hintergrund hat, erfolgt die Beschneidung erst im späteren Kindesalter, ist eher ritueller Natur und wird mit einer grossen Familienfeier verbunden. Erfolgt sie jedoch präventiv, wird dies oft schon im Säuglingsalter gemacht, und erst noch, wie ich erfahren musste, ohne jegliche örtliche Betäubung, bis vor kurzem jedenfalls. Da sträuben sich einem allein bei der Vorstellung sämtliche Haare.

Früher ging man davon aus, dass das Schmerzempfinden bei Kleinstkinder noch kaum vorhanden sei. Daher wurden "Frühchen" noch bis in die 70er-Jahre ohne Narkose operiert.

Schlimm finde ich, dass der Bewohner respektive Eigentümer des Körpers - das Kind selber - nicht gefragt wird, nicht gefragt werden kann. Man schnibbelt an seinem Körper rum wie an einem Bonsai. Für mich, die ich mit dem Körper und dessen unendlicher Weisheit arbeite, ist der Körper heilig, sozusagen der Tempel unserer Seele. Oft habe ich in meiner Praxis mit den Folgen operativer Eingriffe im Kindesalter zu tun; Erlebnisse mit traumatischen Auswirkungen. Meist wurden die Kinder vorher nicht einmal informiert, damit sie nicht Angst haben mussten; sie kriegten je nach OP einfach kein Abendessen und wussten nicht warum.

Eltern müssten sich unbedingt einmal klar darüber werden, dass die Kinder in ihre Obhut gegeben wurden, aber keinesfalls ihr Eigentum sind. Man kann das selber nicht schöner ausdrücken, als dies Khalil Gibran getan hat (s.oben).

In Deutschland ist die rechtliche Situation offenbar nicht ganz klar. Es gibt jedoch Bestrebungen, wonach die Beschneidung als Körperverletzung nach § 223 StGB gilt und auch dann strafbar sein soll, wenn die Personensorgeberechtigten in die Beschneidung eingewilligt haben. Diese Einwilligung sei unwirksam, da der Eingriff gemäss deutscher Rechtsordnung nicht dem "Wohl des Kindes" entspreche, den Inhabern der Personensorge also die Dispositionsbefugnis über das Rechtsgut der körperlichen Integrität fehle. Von der Rechtssprechung wurde die Kriminalisierung bisher nicht aufgegriffen.

Wie dem so ist mit der Resonanz: da ich mich so intensiv mit dem Thema befasste, zappte ich gleichentags auf eine Sendung, welche sich mit der Genitalverstümmelung bei Mädchen, wie sie vor allem auf dem afrikanischen Kontinenten praktiziert wird, befasste. Selbstverständlich ist die Beschneidung von Knaben und Mädchen in keinster Weise vergleichbar, allein schon was die Folgen anbelangt.

Rüdiger Nehberg und seine Target e.v. kämpfen gegen das unsagbare Unrecht, besser gesagt Verbrechen an diesen zahllosen armen Mädchen und Frauen an. Wie ich der entsprechenden Homepage entnehmen durfte, wurde auch schon viel erreicht. Ob sich in diesem Zusammenhang ein kenianischer Vater für die körperliche Unversehrtheit seiner zwölfjährigen Tochter vehement eingesetzt hatte? Leider konnte er sie letztlich nicht schützen. Obwohl er die Genitalverstümmelung abgelehnt hatte, wurde die Kleine auf Anordnung des Dorfältesten hin trotzdem beschnitten. Aus Protest und um ein Zeichen zu setzen hat sich der siebenfache Vater daraufhin das Leben genommen (wie 20min vom 23.12. berichtete).

Wann werden wir lernen, aus den Gefängnissen unserer eingetrichterten, eingeimpften und mit der Muttermilch eingesogenen Ansichten und anerzogenen Muster zu entfliehen und frei (von Angst) zu leben und so unsere Entscheidungen zu treffen? Ob ich diesen grossen Tag der Menschheit noch miterleben werde? Schnibbeldi-schnibbelda-life goes on (?)....

Dienstag, 27. Oktober 2009

Nachtrag - Schweinegrippeimpfung


Hier noch ein Nachtrag zu meinem letzten Post "Impfwehen...". Ich entführe Sie kurz mal auf die NachDenkSeiten, welche einige interessante Fakten für uns alle bereithalten.

Ich will hier niemanden beeinflussen. Allerdings erscheint es mir unerlässlich, dass wir uns selber ein Bild machen und dann auch danach handeln können und DÜRFEN, denn sonst müssen wir tatsächlich wieder unseren A... hinhalten für Dinge, die direkt aus der Büchse der Pandora zu stammen scheinen. Big hug und trotzdem einen wunderschönen Herbsttag Ihnen allen.

Mittwoch, 22. April 2009

Biometrische Datenjagd und die "Chipendales"


Datenträger - Datenjäger.... eine symbiotische Paarung. Was hat das aber mit unserem biometrischen Pass zu tun? Möglicherweise weniger als nichts.

Chips gibt es schon längst nicht mehr nur als fettige Versuchungen aus der Tüte. Die immer kleiner werdenden Datenträger sind aus der Computertechnologie nicht mehr wegzudenken.

Kürzlich habe ich gelesen, dass ein Mann sich weigerte, seinem Hund den mittlerweile für Hunde vorgeschriebenen Datenchip einsetzen zu lassen, da für ihn klar ist, dass hier an Tieren getestet wird, was in nicht allzuferner Zukunft auch für uns Menschen Alltag sein wird. So wäre es durchaus denkbar, dass wir alle einmal einen solchen Chip vorschriftsmässig eingepflanzt erhalten, d.h. wenn wir dies zulassen.

Selbstverständlich würde man zu gegebener Zeit auch logische Argumente für ein PRO aus dem Ärmel schütteln: "Sie brauchen keine Kreditkarten mehr, ja nicht einmal ein Portemonnaie. Für eine Bezahlung reicht das Einscannen Ihrer Daten. Kein Anstehen an der Kasse mehr und auch im ÖV genügen Sensoren an der Tür, um Ihre Fahrt zu registrieren und vom Konto abzubuchen. Das gibt uns nie gekannte Möglichkeiten und Freiheiten....".



Ich meine, wenn es einmal brennt, muss man jetzt doch erst noch mühsam die wichtigsten Papiere zusammensuchen. Das würde mit solchen Massnahmen wegfallen.

In einigen Bereichen ist so etwas schon längst Wirklichkeit, ein RFID-Chip (Radio Frequency Identification) mit persönlichen Daten, welcher einmal eingespritzt für den Rest des Lebens im Körper verbleibt, es sei denn, das Ding wird operativ entfernt. Auch gäbe es die Möglichkeit, den Chip noch mit der GPS-Technologie zu koppeln, was im Falle einer Entführung wirklich Sinn machen könnte.

Überwachung rund um die Uhr in Kauf nehmen? Wie man in diesem Video über den Baja Beach Club in Rotterdam sieht, gibt es ganz viele Freiwillige, welche nur allzu gerne zum Club-VIP werden, um die entsprechenden Annehmlichkeiten zu geniessen.



Und wie der Clubbesitzer meint, ist es durchaus denkbar, dass in 20 Jahren jedes Neugeborene zu einem Everywhere-VIP werden könnte.

Der Chip kann auch in der Hand "untergebracht" werden, eine Prozedur, die nicht gerade zur Nachahmung empfohlen zu sein scheint. Aber sehen Sie selber:



Viele vor allem auch junge Menschen sind arglos und gehen viel zu Leichtfertig mit solchen Themen um, dabei sollten sie vielleicht besser noch mehr als ein paar Nächte darüber schlafen, bevor sie sich zu so einem verhängnisvollen Schritt entschliessen.

Die Firma Mondex produziert ja seit längerer Zeit SmartCards und soll gemäss diversen Berichen einen VeriChip herstellen, der im Bereich des Kopfes oder der rechten Hand implantiert werden kann. Die Vorteile sind tatsächlich bestechend, können doch persönliche Daten so nicht mehr verlorengehen; keine lästige Sucherei des Passes mehr, alles immer mit dabei. Jeder Mensch kann anhand seiner individuellen Identifikationsnummer problemlos identifiziert oder gar jederzeit geortet werden.

Geben Sie die Suchbegriffe Digital Angel, Applied Digital Solutions, Mondex oder VeriChip ein, können Sie sich selber ein Bild darüber verschaffen, ob es sich bei der Panikmache um Hoax handelt oder nicht. Bilden Sie sich IHRE EIGENE MEINUNG.

Ist es möglich, dass der biometrische Pass ein erster Schritt in diese Richtung ist, ein vorsichtiger halt, weil wir Schweizer allen Neuerungen gegenüber eher skeptisch sind? Die alteingesessene Salamitaktik also? Wir können ja bereits am 17. Mai darüber abstimmen und ich kann nur raten: lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen; informieren Sie sich selber und entgehen Sie unbedingt medialer Manipulation, wenn das heutzutage überhaupt noch möglich ist.

Wo und wieviele Menschen im Namen der Bequemlichkeit schon als "Chipendales" herumlaufen oder bald herumlaufen werden , weiss ich nicht....


... ebensowenig wie ich dieses "Persönlichkeitsergänzungsmittel" definitiv in Zusammenhang mit den Offenbarungen des Johannes bringen kann. ("Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Grossen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte, sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, dass niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens....")

Eines ist sicher; ich werde liebend gerne weiterhin zu meinem Schatz sagen: wo ist mein Pass, wo ist meine ID, wo ist mein Schlüssel, und ihn so ein wenig auf Trab halten, denn wie heisst es schon in der Bibel: "wer sucht der findet".

Donnerstag, 26. März 2009

Von BIO zu NANO


Da hatten einst Leute die Idee, dass mit Gift behandeltes Gemüse oder damit gespritzte Früchte giftig sein könnten. "Logisch", sagen wir heute, "gesund ist anders". Die Initiatoren der Biowelle, die Pioniere also, standen nicht nur allein auf weiter Flur sondern wurden bestenfalls milde belächelt. Sektierer sind das, hiess es oder man sagte ihnen gar nach, bei Nacht und Nebel dennoch auf bewährte Mittel zu setzen.

Doch der Kunde setzte ganz klare Zeichen und so kam man irgendwann nicht mehr an dieser Idee vorbei. So gibt es heute alles zwischen konventionellem Anbau, integrierter Produktion, Bio in jeder zertifizierten Abstufung sowie Demeter. Es gibt gar ein Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. Das wäre in den 50er und 60er-Jahren undenkbar gewesen.

Und was den Esswaren gut tut, und deren Konsumenten, das tut sich anderswo noch besser. Bio-Kosmetik, Bio-Kleidung, Bio-Putzmittel, Bio-Dosenöffner.... und der Kunde geniesst das Gefühl, sich etwas ganz Besonderes gegönnt zu haben.

Wo man immer noch einen Nahkampf ausficht ist im Bereich Medikamente. Obwohl viele Leute auf bioloisch-dynamische Phytopräparate setzen, verlässt sich ein Grossteil vor allem bei schweren Erkrankungen auf unsere Spitzenchemie. Obwohl ich selber ohne Antibiotika heute den biologischen Landbau von unten betrachten würde - ich hätte meine Lungenentzündung definitiv nicht überlebt - kann ich nicht nachvollziehen, dass 38 Chemotherapien mit zum Teil unglaublichen Giftmixturen zu einer besseren Gesundheit beitragen können.

Alkylanzien greifen die Moleküle der Erbsubstanz an, Antimetabolite werden als "falsche" Bausteine eingebaut und zerstören die Erbinformation, mittels Taxane wird die Zellteilung sozusagen eingefroren..... aber all das möchten wir eigentlich gar nicht wissen und schon gar nicht serviert bekommen. Eine haarsträubende Angelegenheit!! Ob einem vielleicht gerade deshalb bei den meisten solchen Massnahmen die Haare gleich büschelweise ausfallen, wie mir anno 1997 nach 3 Wochen Antibiotikakur?

Es ist immer eine Frage des Abwägens, des Pro und Kontras, denn man kann ja auch biologisch-dynamisch zugrunde gehen. Allerdings habe ich noch nie von einer biologischen Chemotherapie gehört, ausser vielleicht die Mistelinjektionen der Anthroposophen.

Nun wird BIO durch NANO abgelöst oder zumindest ergänzt. "Nanopartikel überall, tönt es durch die Luft mit frohem Schall". Praktisch sind sie ja schon, die Nano-Kuchenbleche, auf welchen das Backgut ohne das übliche Backpapier verwendet werden kann, zumindest bis zu dem fatalen Moment danach... nachdem es in der Spülmaschine war. Dort wird es nämlich im Knopfumdrehen zu einem handelsüblichen Blech.

Mittlerweile wird die Euphorie der Anwender von Nano-Sachen etwas dadurch gedämpft, dass warnende Stimmen immer lauter werden. So wurden Nanopartikel in Imprägnierungsmitteln zwar als funktionell positiv angesehen, allerdings können die winzigen Teilchen direkt über die Atemwege in unseren Körper gelangen, und frei nach Zauberlehrling weiss noch keiner so recht, was daraus noch werden könnte. Durch die "Wunderfaser" Asbest mussten einige am eigenen Leib erfahren, dass etwas gleichzeitig Segen und Fluch sein kann. Asbest wurde 1979 verboten und stellt heute ein riesiges Entsorgungsproblem dar.

Dennoch üben schmutzabweisende Hemden gerade auf uns Hausfrauen eine enorme Faszination aus und Sonnencrèmes, welche streifenfrei einziehen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Nanopartikel reflektieren das schädliche UV-Licht, schützen die Haut effektiv und gehen im Wasser auch nicht sofort ab. Selbst die Computertechnik greift gerne auf Nano zurück.

Zellbiologen der EMPA widmen sich jetzt der Erforschung der "Nanotoxikologie" innerhalb des Projektes "Nanorisk" mit dem bisherigen Ergebnis: Nanopartikel ist nicht gleich Nanopartikel, oder: "... nicht alle Nanopartikel sind gleich schädlich für die Zellen". Von nützlich oder gar gesundheitsfördernd steht da gar nichts.

Warum muss Ketchup Nanopartikel enthalten? Ging doch früher auch irgendwie ohne. Warum muss die Lagerfähigkeit von Bier mittels Nano-T verlängert werden, wenn eh immer alles sofort getrunken wird? Macht es Sinn, Nano-Chemie in Würste zu stecken, um deren Farbe appetitlicher zu gestalten, wenn es da doch eher um den Geschmack geht. Wieso müssen Nanopartikel in dadurch schmutzabweisenden Socken- und Unterhosen die Geruchsentwicklung hemmen, wenn Unterwäsche doch sowieso aus Hygienegründen regelmässig gewaschen werden sollte.

Interessant beim Menschen ist seine Fähigkeit, Dinge zu vernetzen, selbst dann, wenn sie unvernetzbar sind, und dadurch eine "Neuentdeckung" zweck Gewinnmaximierung in soviele Anwendungsbereiche wie möglich einfliessen zu lassen.

Diese Rechnung kann aufgehen, muss aber nicht unbedingt. Nehmen wir einmal ein praktisches Beispiel. Gisèle Bündchen, Top- und bestbezahltes Model der Welt ist mit 1,80 m und den Traummassen 91-60-89 eine Erfolgsgarantin. Dennoch wäre sie in einer Fussballmannschaft oder auf dem Tenniscourt wohl nicht sehr erfolgreich um nicht zu sagen fehl am Platz. Gut, bei 1,80 kann man nicht von Nano sprechen, aber es geht ums Prinzip.

Alles und jeder hat seine Stärken und Schwächen - und somit auch seinen Platz im Leben - eine Tatsache, welcher auch in der schulischen Erziehung unseres Nachwuchses mehr Beachtung geschenkt werden sollte. So gibt es diese wunderbare Geschichte, in welcher ein Elefant, ein Affe, ein paar esoterische Hühner und sagen wir mal ein Eichhörnchen auf einen Baum klettern müssen. Wer ist zuerst oben?

Genau, der Elefant, und wie Peter Gaymann in einem seiner erfolgreichsten Bücher meint, ist dies allein eine Frage der Atemtechnik. Aber besuchen Sie doch einmal sein Huhniversum... eine Portion Humor könnte jetzt nicht schaden.

In diesem Sinne schauen wir doch mal den Herstellern von "Flutschi" einem Lutsch-Frucht-, oder besser gesagt, Frucht-Lutschbonbon einmal bei der Entwicklung von Marktstrategien über die Schulter:

"Es muss schmecken" =D

Samstag, 21. März 2009

Pelztragen ... oder des andern Leid


Heute lese ich im 20Minuten, dass sich die Fischereiministerin von Kanada, Gail Shea, enttäuscht zeigt über den Vorstoss im EU-Parlament, den Verkauf von Robben-Produkten in Europa zu verbieten, wurde doch die Fangquote für dieses Jahr auf 280'000 Tiere festgesetzt.

Was macht man mit all den Fellen, habe ich mich gefragt und einmal den Suchbegriff "Robbenfellprodukte" gegoogelt. Als erstes gelange ich auf die Seite "PeTA - stoppt tierquälerei" und auf eine Erfolgsstory: "Gucci stoppt Verkauf von Robbenfellprodukten". Unvorsichtigerweise, ich hatte die Jugendschutzwarnung nicht gesehen, wollte ich kurz in das Video hineinschauen. Nach ein paar Sekunden suche ich bereits verzweifelt den Stop-Knopf. Allein dieser unbeschreibliche Ton eines verzweifelten Tieres in Todesangst brennt sich wie unauslöschbar in mein Hirn ein und bricht mir buchstäblich das Herz.

Ich meine gelesen zu haben, dass man den Robben das Fell bei lebendigem Leib abzieht. Was ist mit uns Menschen geschehen, dass wir so etwas tun können oder auch einfach gedankenlos zulassen, dass es getan wird, Jahr für Jahr. Greenpeace unternimmt seit langer Zeit aktiv etwas dagegen, zum Beispiel 1976 haben sie die Tiere geschützt, indem sie deren Fell mit Farbe besprüht und es somit entwertet haben. Die Greenpeacer wurden daraufhin in Kanada verhaftet und wegen Tierquälerei angeklagt.

Auch die Fondation Franz Weber setzt sich für die Robben ein. So reiste dessen Tochter Vera anno 2008 nach Kanada. Hier ein Auszug ihres Berichts:
«Die kanadische Regierung verweigerte uns bis heute vormittag das uns zustehende Recht, die Massaker zu beobachten und zu dokumentieren », berichtet Vera Weber aus Charlottetown auf der Prince Edward Insel. « Erst jetzt, wo das umgeschlagene Wetter jegliche Helikopterflüge und Schlauchbootexpeditionen verunmöglicht, wurden meiner Equipe ein paar wenige Bewilligungen erteilt. Offensichtlich geht es der kanadischen Regierung darum», klagt Vera Weber an, «die unvermeidliche Grausamkeit der Robbenjagd mit allen Mitteln zu vertuschen!
275'000 Robben, zum grossen Teil noch schwimmunfähige Babies, sind dieses Jahr zur Jagd freigegegen. Die barbarische, in unvorstellbarer Hetze durchgeführte Schlächterei wehrloser Jungtiere dauert nur wenige Tage und soll so weitgehend wie möglich unter Ausschluss der Oeffentlichkeit stattfinden, damit die Fiktion, es handle sich um eine anständige, humane Jagd, vor der Weltmeinung, und namentlich vor der Europäischen Kommission, aufrechterhalten werden kann.


Die Aufgabe der Fondation Franz Weber liegt nun darin, durch konstante Information und Anprangerung dieses Verbrechens am universalen Erbe, dem längst fälligen Handelsverbot für Robbenprodukte in der EU zum Durchbruch zu verhelfen.
Es sei daran erinnert, das die EU Hauptabnehmer von Robbenfellen, Robbenölen, Robben- fetten und anderer Robbenerzeugnissen ist. Die kanadische Robbenjagd steht oder fällt mit dem Europäischen Markt !
Charlottetown und Montreux, 28. März 2008»
Der letzte Satz gibt einem zu denken: die kanadische Robbenjagd steht und fällt mit dem Europäischen Markt. Ja ist das denn die Möglichkeit. Gemäss Greenpeace Aachen sind die Hauptabnehmerländer offenbar Dänemark, Griechenland und Deutschland.

Warum ist es verdammt noch einmal nicht möglich, diesen Massenmord damit zu unterbinden, dass man die Nachfrage auf Null herunterfährt? Was brauchen wir Gesetze, wenn jeder doch ein fühlendes Herz hat, und ein Gewissen. Gemeinsam könnten wir es schaffen, oder ist für manch eine einfach die Versuchung zu gross? Fällt das Nachdenken in diese Richtung einfach einer Art körperinterner Zensur zum Opfer, als Selbstschutz sozusagen.

Mit den verschiedensten Tricks versucht die Pelzindustrie zudem diejenigen, welche keinen Pelz tragen möchten, zu überlisten. Da gab es in etwas pelzfeindlicheren Jahren sogar Schnürsenkel aus Pelz, dann kamen Krägen und Kapuzen, dann peu à peu das Mantelinnenfutter bis man es sich wieder ganz getraute.

Aber Pelz ist doch ein Naturprodukt und die Tiere werden eh geschlachtet, also wäre es doch schade, die Felle einfach wegzuwerfen, sagen die Befürworter. Ausserdem würden ganz viele Leute arbeitslos, ich meine, die sind dort auf den Pelzverkauf angewiesen. Humanitäres Wirken über die Mode also?

Nein, Mädels, alles Quatsch! Pelztragen ist eine Gewissensfrage... und wenn wir das einfach nicht mitmachen, wenn also kein Markt mehr vorhanden ist, dann braucht es kein Verbot, denn das Angebot regelt sich über die Nachfrage wie von selbst.

Ganz viele Stars setzen sich ein, zum Beispiel so:

oder auch einfach über Fotos nach dem Motto: lieber nackt als mit Pelz.

Darum: lieber unangezogen als Ungeheuer. Und wenn jemand unbedingt mit Haut angeben oder Furore machen muss, dann bitteschön mit der eigenen. Sollte sich nackt ein wenig unangenehm nackt anfühlen, dann gäbe es nebst adäquater, tierfreundlicher Kleidung noch Tattoos oder Bodypainting.

Dienstag, 17. Februar 2009

Impfobligatorium im Kanton Waadt?


Dass in den Steiner-Schulen Kreativität gross geschrieben wird und einen höheren Stellenwert hat als Impfungen, finde ich persönlich sehr positiv. Ich bin eh keine Freundin des Impfwahns und hätte ich selber Kinder, dann käme ich bezüglich Entscheidung - ja oder nein - echt in den Clinch.

In meinen Posts vom 2. April und 1. September 08 habe ich mich ja bereits zu dem umstrittenen Thema geäussert. So weise ich denn erneut auf das Buch von Joachim-F. Grätz "Sind Impfungen sinnvoll?" hin. Ich habe selber vor Jahren einen seiner Vorträge besucht und anhand des Gesagten und vor allem des Bildmaterials - Vergleichsaufnahmen vorher/nachher - selber (ein)gesehen, dass alles nicht so harmlos ist.

Nun stehen die Steiner-Schulen vor allem des Kantons Waadt unter Beschuss, weil eine Masernepidemie für leere Klassenzimmer sorgt und offenbar nicht geimpfte Jugendliche unter Quarantäne gestellt werden mussten.

Der Waadtländer Staatsrat Maillard lässt jetzt ein Impfobligatorium prüfen. Da frag ich mich, wie schon so lange, warum sich denn die Geimpften vor den Ungeimpften gar so zu fürchten scheinen, denn sollte die Impfung tatsächlich Sinn machen und wirken, dann bestünde für die Durchlöcherten doch allenfalls die Gefahr, dass irgendwann der Arm an der perforierten Stelle reisst. Auf der andern Seite weiss doch eigentlich mittlerweile jeder, dass die Stelle mit der Perforation die stabilste ist und sich garantiert NICHT aufreissen lässt, wie in meinem Post vom 13. Mai 08 bereits ausführlich erörtert.

Also, wozu der ganze Stress. Überlassen wir doch die Entscheidung "Impfen ja oder nein" weiterhin den Eltern der Kinder und hören wir endlich damit auf, den Staat über alles zu setzen, denn der Platz über allem ist doch schon besetzt, oder? Ja, irgendwo muss der alte Herr doch auch sein Refugium haben.....
Hallelujah.... lujah hab' i gsagt!

Samstag, 7. Februar 2009

Bottnischer Mehrbusen oder S(t)il-Ikone?


Sheyla Hershey kann es nicht lassen. Ihr Hunger nach Silikon ist unstillbar. Freiwillig trägt sie eine Zusatzlast von 3,5 Litern Silikon pro Seite. Dieser Pracht kann nur mit Körbchengrösse 38FFF Einhalt geboten werden, und auch das nur beinahe.

Auf Fotografen wirkt sie wie ein Planet, den es zu umkreisen gilt und wenn alles rund läuft, dann wird sie sich alsbald eine weitere und vor allem noch grössere Portion Kunststoff gönnen.

Gestern konnte man - TiWu sei dank - einen Meister der Schönheitschirurgenzunft bei der Arbeit und auch etwas privater erleben. Professor Mang liegt in den Charts seines Berufsstandes auf Platz eins; ein Mann, dem die Frauen vertrauen, ausser vielleicht die eigene, denn die Patientinnen ihres Gatten werden auch immer jünger. Nicht im Verhältnis (eh...) zu ihr oder ihm sondern tatsächlich. 14jährige mit Ansprüchen an ihr Äusseres sind an der Tagesordnung.

Wer bei Mang in die Mangel gerät, kommt geplättet und geglättet aus der berühmten Bodenseeklinik heraus, es sei denn, es geht direkt um die Lippen. Da heisst das Motto auch mal "Riverboat", wobei es für den Starchirurgen doch auch gewisse ästhetische Grenzen gibt, die es einzuhalten gilt. Wer eine überdicke Lippe riskieren will, ist bei ihm fehl am Platz.

Von Morgens bis Abends nur Schnibbeln und Botox spritzen und das jahraus jahrein. Da muss man den Nerv für haben, und den hat der Professor, und einen zweiten noch dazu: "Zum Frühstück habe ich am liebsten eine Nase". Also ich ziehe da Kaffee bei weitem vor, aber jedem das seine. Jedenfalls dauert so eine Nase zwanzig Minuten und die Finger kommen dabei erst richtig auf Touren. Der Meister macht es wie einst Tim Mälzer in "Schmeckt nicht, gibts nicht", er steht am OP-Tisch und erklärt seine Aktionen. Er ist die Ruhe selbst und sein Charisma ist beinahe umwerfend. Warum er sich die Tränensäcke nicht richten lässt, sieht man nicht so recht ein, denn er sitzt ja eigentlich an der Quelle. Vielleicht Vertrauenssache, wer weiss.

Sportlich ist er allemal Und wenn sein orangenfarbener Lamborghini vorfährt, dann steht das Team stramm. Dank seines Fluglehrers kann es sich Mang leisten, auch ohne negative Konsequenzen mal in die Luft zu gehen und sogar per Helikopter zur Arbeit zu erscheinen. Ich eile ich fliege....

Sind Schönheitschirurgen Mang-elware? Nein, leider nicht. Das Gegenteil ist der Fall und mein Schatz meint, man müsste von Gesetzes wegen Grenzen setzen oder dem Tun Einhalt gebieten. Aber wie der Fall von Sheily Hershey zeigt, bringt das nichts. Da ein Gesetz in Texas grössere Silikonimplantate verbietet, ist die gebürtige Brasilianerin ihr Geld in Brasilien losgeworden.

Apropos Geld: billig kommen Sie in der Bodenseeklinik nicht davon. Da werden Sie nebst ihren Fettzellen auch jede Menge Euros los.

Professor Mang meint dazu, dass der Mensch eben immer älter würde. Aus diesem Grund könne er den Drang zur Verschönerung verstehen. Man wolle doch schliesslich in Würde älter werden!! Ehm.... genau, das finde ich auch. Wie "in Würde altern" aussieht, das ist allerdings auch wieder nur eine Frage der Definition.

Für alle, die sich jetzt an ihre Schwachpunkte erinnert fühlen, hier noch die Mang'schen 10 Gebote... eh 5:
  1. Operationen sollten nicht schaden.
  2. Es darf möglichst nichts passieren. Nur durch langjährige Erfahrung mit geschultem Personal und mit modernsten Operationstechniken lassen sich die Risiken minimieren bzw. ausschalten.
  3. Qualitätssicherung des Operateurs durch Spezialausbildung und ständige Fortbildung.
  4. Warnung vor übertriebenen Erwartungen, seriöse Aufklärung und Nachsorge.
  5. Aussondierung von Querulanten und Psychopathen.

Freitag, 21. November 2008

1. Säule....3. Säule.... Folsäule.... und E-Nummern


Vorgefertigte Nahrungsmittel sind voller Zusatzstoffe, welche soviel ich weiss zum Teil nicht einmal vollständig aufgeführt werden müssen. Wenn man da allein an die vielen E-Nummern denkt!!

Hinter diesem Begriff verbergen sich Zusatzstoffe für Lebensmittel gemäss europäischer Vorschrift, welche angeblich für den menschlichen Organismus nicht toxisch sein sollen. Allergische Reaktionen seien jedoch immer möglich. Unterteilt sind sie u.a. in Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Antioxydantien, Emulgatoren, Stabilisatoren, Säuerungsmittel, Gelier- und Verdickungsmittel... und eventuell gar Verdummungsmittel. Bestimmt sogar!!!

Die E-Nummern sind, wie der Name sagt, mittels Nummer gekennzeichnet und idealerweise auf den Packungen aufgeführt.

Was aber sagt uns "E 100". So gesehen eigentlich!!! nichts, ausser: Brille auf die Nase, E-Nummern-Liste vor die Augen halten und such-such....

Bei "E 100" handelt es sich übrigens um Kurkumin, den natürlichen Farbstoff der Gelbwurzel und Bestandteil eines jeden Currys. Fazit: unbedenklich.

Nicht jeder Farbstoff kann das von sich behaupten. So ist "E 127", eigentlich Erythrosin, ein synthetischer Farbstoff, welcher als Ursache für Hyperaktivität bei Kindern angegeben wird und erst noch im Verdacht steht, Schilddrüsenkrebs zu verursachen. "E 154" sollte man dagegen völlig meiden, denn diese gelblich-braune Farbmixtur aus diversen färbenden Azoverbindungen ist nichts, was der Onkel Doktor uns verordnen würde, es sei denn "E154" färbt zufällig meine Medikamentenkapseln.

Warum nennt man jedoch die Dinge nicht einfach bei ihrem ursprünglichen Namen. Warum all die E's. Weil seit dem Turmbau zu Babel nicht alle die gleiche Sprache sprechen. So heisst denn Kohle nicht überall gleich, sondern auch mal "Coal" oder "Charbon", es sei denn, man nimmt gleich den lateinischen Namen: "Carbo medicinalis vegetabilis" zum Beispiel, also Pflanzenkohle oder medizinische Kohle. Sehr gesund!

Was nun aus dubiosesten und sicher nicht ganz uneigennützigen Gründen seit dem Jahr 1996 krampfhaft versucht wird, ist: unser Mehl mit einem weiteren Zusatzstoff zu versehen, nämlich der Folsäure (s. auch 20Minuten vom 21.11.08). Da in der Schweiz 20 Kinder pro Jahr mit WS-Veränderungen (z.B. Spina bifida, einer Spaltbildung der Wirbelsäule), zur Welt kommen, müssten nach Ansicht des BAG 7 Millionen Schweizer ihr Brot mit diesem Zusatzstoff essen, profilaktisch. Ja, man weiss ja als Frau nie, wann man schwanger wird und so braucht man dann nicht mehr gezielt Folsäure einzunehmen.

"Unser täglich Brot gib uns heute" also bald nur noch mit...

...Folsäule... Ja, da gibt es die 1. Säule, die 2. Säule, die 3. und die Folsäule! Wie lukrativ! Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum man der ganzen Bevölkerung etwas vorsetzt, was nur für einen kleinen Prozentsatz wirklich Sinn machen könnte; frei nach dem Motto: "nützt's nüt, so schad'ts nüt!"

Zusatzstoffallergiker und all jene, welche keine Folsäure im Brot mögen und wollen, müssen dann wohl ihr Mehl selber erzeugen.

Folsäure gehört übrigens zum Vitamin B-Komplex und wäre u.a. in Orangen, Bananen, Spargel oder Brokkoli enthalten. 

Und zum Thema Vitaminzufuhr habe ich noch folgenden interessanten Link für Sie! Lesen Sie's gut und: think twice!!

Mittwoch, 19. November 2008

Endlich wieder Raucherin...

Die Tabakindustrie schafft tatsächlich Anreize. So überzeugt die Marke Parisienne mit einer umweltbewussten Zigarettenpackung. Darauf hat die Welt doch tatsächlich gewartet.

"Hopp Kompost" heisst die Kampagne, in welcher mit Schnecken, Würmern und anderen Kompostbewohnern die Kompostierbarkeit der Packung vor Augen geführt wird. Ob es damit jedoch auch auf Trottoir und Strasse klappt? Ist es nämlich nicht meist der Asphaltdschungel, welcher den Müll unserer zivilisierten Gesellschaft zu spüren, oder wie hier: zu verdauen bekommt?

Wie dem auch sei, Parisienne will damit die Jugendlichen zwischen 20 und 30 Jahren ansprechen. Ich bin zwar schon etwas älter und habe vor einigen Jahrzehnten das Rauchen aufgegeben. Aufgrund der Zögerlichkeit unserer Politiker, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen - vor allem Restaurants - zu verhängen, mache ich wohl jetzt die Flucht nach vorne.

Endlich wieder Raucherin, mit einer Angewöhnungszeit von schätzungsweise 3 bis 4 Wochen. Da ich sowieso momentan den Husten pflege, habe ich dann wenigstens einen legitimen Grund, weiterzuhusten. Selbstverständlich werde ich dabei auf die erst noch 40 Rappen billigeren "Kompostzigaretten" setzen und so aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Übrigens, wer die Homepage von Parisienne besuchen will, muss neu klingeln und sich einloggen. Da bin ich aber Paff-Paff-Paff....
Bild anklicken

Dienstag, 10. Juni 2008

Teletext...


Teletext ist eine praktische Einrichtung, die es erlaubt, sich ganz kurz einen Überblick über die brennendsten, spannendsten, ätzendsten, provozierendsten und neusten News zu verschaffen. Praktisch auch, dass man gleichzeitig fernsehen und sozusagen Zeitung lesen kann.

Manches will man eigentlich nicht wirklich wissen, so zum Beispiel die Meldung heute, dass Atel ein Gesuch zwecks Erstellung eines neuen Kernkraftwerkes zwischen Solothurn, Olten und Aarau eingereicht hat. Laut eigenen Angaben möchte Atel damit "einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der Schweizer Stromversorgung leisten". 
Atel - ein neues Wort für "Wohltäter"?

Ich meine, seien wir ehrlich, die Mär von der sauberen Energie ist uns lange genug vorgebetet worden... es glaubt sie kein Mensch mehr, ausser vielleicht diejenigen, die es glauben wollen oder müssen.
Wir wissen immer noch nicht, wohin mit den Kernkraftabfällen (von denen es laufend mehr gibt).... keiner will in seiner Wohngegend ein Endlager haben. Der Widerstand ist eine schwierige Hürde, welche sich als unnehmbar entpuppen könnte. Selbst wenn wir keine neuen AKWs mehr bauen würden, müssen die Kernkraftabfälle weiterhin sicher bewahrt werden. Die Halbwertszeiten radioaktiver Elemente sind enorm. Ich meine, wer kann sich eine Halbwertszeit von 7 Quadrillonen Jahre vorstellen (Tellur). 
Eine Halbwertszeit bezeichnet in der Kernphysik die Zeit, die es braucht, damit die Menge eines bestimmten radioaktiven Nukleids um die Hälfte gesunken ist, sich also in andere Atome umgewandelt hat. Uran ist mit 4,468 Milliarden Jahren richtig schnell.
Aber ehrlich, wer hat so lange Zeit.... wer mag so lange warten? Eventuell ja unser Aubrey de Grey (s. Blog vom 9.6.) samt seiner Anhängerschaft.
1972 wurde nach längerem hin und her die Nagra gegründet mit der klaren Absicht, einen geologischen Endlagerungsstandort in der Schweiz zu suchen. In den 80er-Jahren führte diese etliche Probebohrungen durch und erbrachte den Nachweis, dass eine geologische Tiefenlagerung in der Schweiz grundsätzlich möglich wäre. Ein mögliches Endlager für radioaktive Abfälle bei Schaffhausen, rund 100 Kilometer von der östrreichischen Grenze entfernt, stiess 2005 selbst in Vorarlberg auf Widerstand.
Auch nach Tschernobyl hat es gemäss internationalen Wissenschaftlern weit mehr Unfälle in AKWs gegeben, als öffentlich bekannt. Der Leiter des Instituts für Risikoforschung der Uni Wien sagt, wir hätten es mit einer alarmierenden Situation zu tun. Die Wahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden Unfalls nehme zu.
Menschliches Versagen ist da sicher ein Punkt, eine Bedrohung durch Terrorismus ein weiterer. Im Zusammenhang mit den starken Erdbeben in China wurde kürzlich gemeldet, dass 50 gefährliche Quellen, die radioaktive Strahlung aussenden, registriert und teilweise geborgen worden seien. Im Südwesten des Katastrophengebietes seien zwar keine KKWs, aber es gebe dort das grösste Forschungszentrum für Atomwaffen in Mianyang sowie mehrere geheime Atomanlagen. Sehr beruhigend!
Saubere Energie, saubere Argumente.... und ein unsauberes Ausnutzen einer allgemeinen Verunsicherung durch eine massive Steigung des Öl-, Benzin und Gaspreises sowie der sich anbahnenden Probleme bezüglich Biotreibstoffe (Anstieg der Preise für Nahrungsmittel). 
Biotreibstoffe, das klingt so harmlos und unweltfreundlich. Es geht jedoch um viel mehr. Menschen geraten buchstäblich in Notlagen. Hunger ist ein unangenehmes, nagendes Gefühl, welches sich nicht nur körperlich äussert, sondern auch den Seelenfrieden stört. In Mexico sind die Preise für Mais mittlerweile ins Unermessliche gestiegen und so kann sich die Bevölkerung eines ihrer Grundnahrungsmittel kaum mehr leisten. 
Im Zusammenhang mit der Verknappung natürlicher Ressourcen werden immer wieder China und Indien genannt. Man muss sich allerdings wieder einmal vor Augen halten, dass die USA mit einem Anteil von 5% der Weltbevölkerung nach wie vor 25 % der Energieressourcen verbraucht. Da liegen China mit 9% und Indien mit 7% doch eher im Mittelfeld.

Falls Sie etwas abzustimmen haben bezüglich AKWs im allgemeinen oder neuer AKWs im besonderen, dann lassen Sie sich den mit den Halbwertszeiten noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen.
Und falls es mal wirklich einen Supergau in Ihrer Nähe geben sollte: vergessen Sie den mit dem Schutzraum, denn wer will schon 7 Quadrillonen Jahre unter Tag verbringen, da kann ich mich ja gleich für einen Sarkophagen entscheiden.... Sparen Sie das Geld für den Schutzraum... investieren Sie es besser in einen anständigen Weinkeller. Alkohol ist übrigens ein bewährtes Konservierungsmittel!
Schatz, Du strahlst so, warst Du im Solarium? Nein, auf Besichtigungstour in Würenlingen. 
Ich war übrigens während meiner Ausbildung zur MPA tatsächlich einmal da und muss gestehen: es war faszinierend. Da wurde uns unter anderem mit einem winzigkleinen Teilchen vor Augen geführt, wie durchdringend Strahlung sein kann. 


Strahlen tut auch dieser kleine Meteorit, der sich schon auf seinen Einsatz auf der Erde freut..... allerdings nur so lange, bis ihn das Wasser eines besseren belehrt. Viel Spass

Samstag, 31. Mai 2008

Forscherdrang - Forschertrank



Forsch, forscher, noch forscher... Forschung.
Nicht zum ersten Mal stellte ich mir die Frage, ob man wirklich alles machen sollte, was machbar ist. Manchmal wage ich kaum, mir vorzustellen, was so alles in den Gruselkabinetten von Herrn und Frau Prof.Dr.Dr. hergestellt und umforscht wird. Allein die ganzen genetischen Versuche lassen da doch einen riesen Spielraum. 
Man stelle sich mal vor, man klont einen Dinosaurier... und der wird noch ganz schnell hochgezüchtet, z.B. zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wie praktisch, denken Sie jetzt vielleicht, denn wird es ein Flugsaurier, dann spart man doch jede Menge Reisekosten; und wie auch immer, den Bush vermisst nun wirklich keiner. 
Nicht auszudenken jedoch, was ein paar Elefanten- oder Dinosauriergene sagen wir mal in einer Spinne alles anrichten könnten. In den letzten 150 Jahren wurden ja bereits 87 neue Spinnenarten aus aller Herren Länder unbeabsichtigt in Europa eingeführt. Schuld daran war der globale Handel. 
Was, wenn neu ein hochrangig-hochgradig Überstudierter einen auf Gott macht und selber bei der Erschaffung einer hochgiftigen neuen Species Hand anlegt. Und angenommen, diese Riesenmonster könnten dann auch noch fliegen. Die Fantasien eines Steven Spielbergs wären ja ein Klacks dagegen.
Kürzlich kam England im Zusammenhang mit forschen Forschern in die Schlagzeilen. In Grossbritanien dürfen nämlich jetzt Mischembryonen - sozusagen Vorstufen zu Chimären - geschaffen werden, also Embryonen aus Eizellen von Mensch und Tier. Das Unterhaus sprach sich klar gegen ein Verbot aus (mit 336 zu 176 Stimmen). Die Kritiker sprachen zwar von "monströsen Auswüchsen der Stammzellenforschung und Herumpfuschen an der Natur", kamen aber nicht gegen die Befürworter an, welche eine Attacke auf die Tränendrüsen starteten und mit den üblichen Argumenten wie "gezielterer Behandlung von Alzheimer, Parkinson und anderen Schrecknissen" antraten. Ob der eine oder andere selber bereits an beginnender Demenz leidet, stand nicht explizit.
Was lob ich mir da die Natur und Natürlichkeit pur. Ich meine, wir leben ja ganz oder zumindest teilweise in oder von unseren Vorstellungen. Dies wird in der Werbung voll ausgenutzt. So kaufen wir doch lieber Freiland- oder Bodenhaltungseier, bevorzugen Fleisch von glücklichen Tieren, wohlahnend aber nicht wissen wollend, dass diese über ihre Schlachtung ebensowenig glücklich waren wie über die kurze Zeit, welche ihnen hier auf Erden vergegönnt war. Aber es fühlt sich halt einfach besser an, anders. Und bestimmt angenehmer, als wenn ich selber für meine Fleischversorgung verantwortlich wäre und um 17.30 Uhr noch schnell eine Treibjagd einschieben müsste.
Hier haben sich ein paar Leute einmal Gedanken gemacht über den Unterschied von Menschen aus Boden- und Bürohaltung. Sieht man ja schon an der Haltung, gell?
Ist schon krass, wenn man das mal so sieht. Machbar? Alles eine Frage der Ethik! Ethik... nie gehört! Leider wohl nicht Unterrichtsfach bei der Verbildung vom Bodenhaltungsmenschen zum Universitätsabgänger.

Mittwoch, 2. April 2008

Schulausschluss für Impfverweigerer



Dies stand kürzlich auf dem Titelblatt des Blicks. Wie ich sehe, sind wir mittlerweile so weit, wie es Italien vor zirka 13 Jahren schon war. Ich habe damals für eine Organisation gearbeitet, welche wissenschaftliche Referenten zu den verschiedensten Themen einlud, so auch den Homöopathen Joachim-F. Grätz, der u.a. im Hirthammer-Verlag ein Buch mit dem Titel "Sind Impfungen sinnvoll?" herausgegeben hatte.
Seine Ausführungen waren äusserst interessant und einleuchtend, und das Bildmaterial mit vorher-nachher Fotos z.B. von Säuglingen war schockierend. Noch gut kann ich mich an die Aufnahme eines strahlenden, vitalen Mädchens erinnern, das nach einer Impfung geistig behindert war und vollkommen abgelöscht wirkte.
Grätz zeigt den Zusammenhang auf von Impfungen und sogenannten "Entwicklungsstörungen", angefangen bei der Dyslexie über die Hyperaktivität, Identitätsstörungen und vielem mehr. Angeblich leiden 20% der amerikanischen Kinder an solchen "Entwicklungsstörungen", welche fast immer durch eine Enzephalitis (Hirnentzündung) verursacht werden.
Problematisch sind ja auch die Kombinationsimpfungen, bei welchen neuerdings bis zu acht Krankheiten gleichzeitig geimpft werden. So gab es in Deutschland einen Fall, in welchem ein Mann des Mordes an seiner Tochter bezichtigt wurde, da er mit den Kindern alleine zuhause gewesen und das eine Kind erstickt war. 5 Jahre sass der Mann unschuldig im Gefängnis und durfte nicht einmal an der Beerdigung seines Kindes teilnehmen. Seine Frau war jedoch von der Unschuld ihres Gatten von Anfang an überzeugt und hat sich dann plötzlich erinnert, dass der Kinderarzt ihr doch damals vorgeschlagen hatte, dem Mädchen eine 8fach-Impfung zu geben. Die Mutter hatte ihr Einverständnis nicht gegeben und hatte dann plötzlich eine Ahnung resp. den Verdacht, der Arzt habe eventuell eigenmächtig das Präparat doch noch gespritzt. Die Leiche wurde daraufhin exhumiert und obduziert, wobei Reste dieses speziellen Impfstoffes nachgewiesen und der Vater endlich entlassen werden konnte.
Meine Cousine hatte nach einer Tetanus-Impfung eine so starke Reaktion (die Pupille des einen Auges weitete sich und sie sah kaum noch; ein Zustand, der über Tage anhielt), dass sie wohl nie wieder eine solche Impfung wird machen dürfen.
Nun sind ja da auf der einen Seite die Bedürfnisse des Menschen. Wie medizinische Fachleute berichten, halten sich die Impfschäden und die teils ebenfalls irreparablen Folgen durchgemachter Kinderkrankheiten in etwa die Waage. 
Auf der anderen Seite sind da die Ansprüche der grossen Pharmakonzerne, welche enormen Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Sie üben dementsprechend Druck aus, denn es kann ja nicht angehen, dass sich eine gewisse Impfmüdigkeit breitmacht und sich auf die Erfolgsrechnung der Konzerne negativ auswirkt.
So kommt denn jede Masernepidemie gerade gelegen, um wieder einmal mit Hilfe vom Argument "Angst und Verunsicherung" Druck auf eine verantwortungsbewusste Elternschaft auszuüben. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie ich mich entscheiden sollte, wenn ich ein Kind hätte, in dessen Interesse ich handeln müsste.
Anno 1995 sagte eine Frau aus Italien im Anschluss an den Vortrag von Herrn Grätz ganz verzweifelt, zwei ihrer Kinder seien nach einer Impfung behindert gewesen und so wolle sie ihren dritten Sohn ungeimpft lassen. Da er mit diesem Entscheid das Recht auf Schuldbildung in Italien verwirke, müsse die Familie wohl in Erwägung ziehen, umzuziehen.
Was ich mich bei all dem immer frage: warum zum Teufel müssen Impfverweigerer vom regulären Schulbesuch oder gar von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wenn Impfen doch einen so wirksamen Schutz vor einer Krankheit bietet. Logisch wäre doch, dass die Impfverweigerer zwar selber eine Krankheit riskieren, dass es aber unmöglich ist, einen Geimpften erfolgreich anzustecken.
Übrigens: Auszubildende in medizinischen Berufen müssen sich gegen Hepatitis impfen lassen - das ist Vorschrift und ohne eine solche Impfung dürfen sie keine Ausbildung absolvieren. Das Interessante in diesem Zusammenhang: oft sind noch nach viermaligem Nachimpfen keine Antikörper im Blut eruierbar. Wozu also das Ganze? :-@

Mittwoch, 27. Februar 2008

Transplantationsmedizin - ja oder nein?


Im Zusammenhang mit der Transplantationsmedizin gibt es die verschiedensten Stichworte und Schlagzeilen. Eines ist sicher, das Thema lässt keinen kalt und geht uns alle an.
Da gibt es einmal die medizinische Seite, die Sicht des Arztes, der ganz einfach seinem Patienten helfen will. Daneben geht es jedoch auch um Geld... um sehr viel Geld... und so ist denn auch die menschliche Gier nicht weit. Da wird ganz schön abgesahnt und nicht immer geht alles mit rechten Dingen zu... ist legal.
Meist wird im Fernsehen ja die Empfängerseite gezeigt mit den entsprechenden herzergreifenden (das Wort hat hier fast Doppelsinn) Geschichten. Auf diese Weise versucht man uns Menschen zu animieren, potentielle Organspender zu werden.  Mit der Seite der Spender verbunden sind jedoch ebenfalls Schicksale, die ganz schön an die Nieren gehen oder einem auf den Magen schlagen.
Ich bin seit Jahren eine Gegnerin dieser Art von "Heillösungen" und ich würde konsequenterweise auch keine Organe annehmen. Bei gewissen Dingen weiss man ja nicht,  wie man tatsächlich reagieren würde, sollte man sich in einer ganz ausweglosen Situation befinden, noch dazu in Todesangst, und eine Entscheidung treffen müssen. Hier bin ich mir jedoch ziemlich sicher.
Vor kurzem habe ich im GEO eine Reportage über die allererste Herztransplantation gelesen. Sie fand am 3.12.1967 statt. Empfänger war ein totkranker Mann, der dann auch 18 Tage nach erfolgter OP starb, weil Barnard dessen Lungenentzündung mit einer Abstossungsreaktion verwechselt hatte.  Die Überlebenschance von Louis Washkansky wäre jedoch aufgrund seines Allgemeinszustandes auch ohne diese Fehlinterpretation nicht sehr gross gewesen. Kürzlich erst hat der Bruder von Professor Barnard zugegeben, dass das Herz der "Spenderin" Deenise Ann Darvall durch eine Injektion von Kalium (?) kurz zum Stillstand gebracht und dann reanimiert wurde, damit das Organ überhaupt entnommen und verpflanzt werden konnte resp. durfte. Diese Aktion war nötig, weil man bemerkt hatte, dass die Organe nicht mehr verpflanzbar sind, sobald ein Herz vor der Entnahme zu schlagen aufgehört hat.
So hat also alles angefangen. Dr. Barnard hat sich übrigens ganz besonders beeilt, um wirklich der erste Chirurg zu sein, der so ein Wagnis riskierte. Da ging es ganz eindeutig um Prestige, Ruhm und Ehre. Er hatte nämlich nicht halb so viel Erfahrung wie ein anderer Kollege mit etwas mehr Verantwortungsgefühl, der nicht so forsch ans Werk gehen wollte und zuerst genügend Probe-OPs an Tieren durchzuführen gedachte. Wie hiess der doch bloss?? Tja, und dann war der fesche Christian halt der Gewinner und machte bald darauf fast ausschliesslich Schlagzeilen durch seine Frauengeschichten und sein Jetset-Leben.
Aber zurück zum Thema. In der Sendung Nachtcafé vom 22. Februar wurde zum Thema "Kopfentscheidung - Bauchentscheidung - Leben mit den Konsequenzen" diskutiert. Geladen war unter anderem Renate Focke, deren Sohn einen Verkehrsunfall hatte. Er war in einem sehr schlechten Zustand. Die Ärzte drängten die Frau in der Folge zu einer Entscheidung, welche sie bis zum heutigen Tag bereut. Da ihr Sohn selber vorgängig keine diesbezügliche Verfügung gemacht hatte, stand hier eine "informierte Zustimmungslösung" an. Wie Frau Focke ausführte, war von informiert jedoch keine Rede. Informationen wurden ihr ganz klar vorenthalten, wichtige Informationen. Wird man nicht vollumfänglich informiert, wird man eigentlich manipuliert und kann gegebenenfalls keine stimmige Entscheidung treffen, schon gar nicht in einer so schwierigen Situation, in welcher allein der emotionale Zustand keine Entscheidung zulässt. Genau so eine ist jedoch gefordert, dazu noch schnell. So hat diese Mutter denn gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter schweren Herzens zugestimmt.
Was sie jedoch damals nicht wusste, ist, dass das Herz des Spenders am Schlagen gehalten wird und die Organe ohne Narkose entnommen werden in der Annahme, der Mensch spüre ja nichts mehr. Allerdings würde ein Muskelrelaxans gespritzt, da der Körper sich noch mit Abwehrbewegungen gegen eine Entnahme wehre. 
Wie wir alle wissen, bilden Körper, Geist und Seele eine Gemeinschaft. Nach Eintritt des Todes gilt es für diese "Dreieinigkeit", voneinander Abschied zu nehmen, sich zu trennen. Es handelt sich um einen Loslösungsprozess. Nach dem sogenannten Tode geht da noch eine ganze Menge. Man spricht sogar von bis zu vier Tagen, in denen ein solcher Ablösungsprozess stattfindet. Ein Freund von mir hat mir erzählt, dass er erst etwa zwei Stunden nach dem plötzlichen Hinschied seines Vaters vor Ort eingetroffen sei. Er habe dann ganz vorsichtig seine Hand über das Herzzentrum gelegt und eine unglaubliche Energie wahrgenommen. Es sei völlig erstaunt gewesen. Danach habe er seine Hände noch über das Gesicht gelegt und auf ganz spezielle Art Abschied genommen.
Frau Focke leidet bis heute darunter, dass ihr Sohn nicht in Ruhe und Frieden sterben konnte, in einer friedlichen Atmosphäre und sich von seinem Erdenkleid gebührend verabschieden durfte, in Dankbarkeit und mit Respekt. Auch die Familie habe ihn nicht begleiten, ihm nicht beistehen und gebührend Abschied nehmen können. Bis in ihre Träumen verfolgt sie dieses traumatische Erlebnis, auch heute noch, 10 Jahre danach. "Es ist diejenige Entscheidung, die ich am meisten bereue. Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen." sagt Frau Focke.
Drum: hören Sie auf Ihre Intuition. Lassen Sie sich niemals zu einer Entscheidung drängen... nichts eilt so, als dass Sie sich nicht in aller Ruhe das Pro und Kontra anhören und vor allem auch Ihr Herz konsultieren können.
Diejenigen, die schon wissen, dass ihre Organe nicht zum Verkauf freistehen, sollten am besten gross auf den Bauch tätowieren lassen
ICH BIN KEIN ORGANSPENDER
in der Hoffnung, dass das K nicht weggelasert wird ;-)

Freitag, 22. Februar 2008

Beda - allein gegen die Schöpfung


Kampfansage an die Schöpfung. Die muss sich langsam warm anziehen. Unser Verbalgenie, Beda Stadler der Erste, hat wieder einmal zugeschlagen. Diesmal geht es ausnahmsweise nicht um seine Lieblingsthemen wie Gentechnologie, Bioware oder Alternativmedizin. Diesmal geht er aufs Ganze. Zuweit sagen Sie?
"Gott und die Schöpfung streichen", so die erschlagende Zeile in der gestrigen BZ.
Nein, nicht einfach aus dem Gedächtnis oder dem Duden. Stadler ist einfach dagegen, dass nebst der Evolutionstheorie an Schulen die Schöpfung als gleichberechtigte Alternative gelehrt wird. Auf Dauer könne man nicht so tun, als hätten die Schöpfungslehre und die Evolutionstheorie nebeneinander Platz. Ist ja auch ziemlich eng, so ein Lehrplan, das sehe ich ja ein.
Lehre trifft Theorie. Dieses Wort ist übrigens interessant. Ist denn nicht jede Theorie irgendwie  praxisabgewandt, ein Konstrukt sozusagen? Also auch die momentan geltende wissenschaftliche Lehrmeinung?
Beda kritisiert ja vor allem, dass die Kirche nicht klar genug signalisiere, dass Humanismus und die Gesetze des Staates Vorrang haben vor den Gesetzen der jeweiligen Glaubensrichtung. Ich gehe ja insofern mit ihm einig, dass gewisse fragwürdige Praktiken wie z.B. die Beschneidung von Frauen nicht toleriert werden dürfen und wir hier sicher keine Zugeständnisse machen können. Ich hoffe sowieso, dass es so etwas bald einmal nicht mehr geben wird, wenn wir Menschen ENDLICH soweit sind, aber muss deswegen Gott von der Bildfläche verschwinden und die ganze Schöpfung gleich mitnehmen?
Stadler fürchtet, "dass wir sonst nämlich streng genommen an Satanisten, Uriella-Anhänger, Alternativmediziner und andere Sekten dieselben Zugeständnisse machen müssten." Aus diesem Grund ist er dafür, dass wir "Gott und die Schöpfung" gleich ganz aus unserer Verfassung streichen.
Auch solle Religionsunterricht an Schulen nicht von Anhängern einer Religion erteilt werden, sondern sollte nüchterne Informationen liefern. Und dazu bitte ein Glas Wasser!!
Interessant ist ja, dass es in der von Stadler so hoch geschätzte Wissenschaft ein wenig zugeht wie in der Modewelt: was heute als absolut modern gilt, ist morgen überholt und wird spätestens übermorgen durch irgendwelche neue Studien widerlegt. Jahrzehntelang wurden z.B.  Kleinkinder mit Spinat buchstäblich gequält, und dies nur wegen eines Kommafehlers bezüglich Eisengehalt. Und solche Beispiele gibt es unzählige.
In 25 Jahren wird über unsere heutige Spitzenmedizin (Schulmedizin) nur noch milde gelächelt werden. Vielleicht sogar von Beda Stadler höchstpersönlich.
Aber ernsthaft, der hat doch manchmal wirklich einen Urknall, oder :-@