Dienstag, 5. November 2013

Krafft Basel - Umgangsformen unter jeder Kritik

Sorry, wollte keinen (Pinguin) beleidigen!
In meinem Post vom 5. Oktober habe ich ja das Essen im Krafft bereits ein wenig verbal verarbeitet, wenn auch nicht völlig verdaut. Enttäuschung on the rocks gepaart mit marktfrischer Einfalt. Tags darauf nahm ich mir dann noch die Zeit, der Direktion einen Brief zu schreiben (A-Post), so wie man das früher tat, mit Kopie zur Kenntnis per Mail an die zuständigen Ressortleiter. Meine Schwester hatte dann die Idee, man könnte ihr doch das zuviel verlangte Geld einfachheitshalber auf ihre Kreditkarte zurückbuchen und schrieb deshalb gleichentags ein separates Mail.

Offenbar wurde die Sache dann in die Hand von Tim Peters (Service) gelegt, welcher sich daraufhin per Mail mit meiner Schwester (!!!) austauschte. Man nehme die Kritik sehr ernst und habe den Punkt intern thematisiert und besprochen. Direkt hörte ich von niemandem etwas, als hätte ich mich selber gar nicht gemeldet.

Das fand und finde ich unmöglich. So rief ich am 24. Oktober an und verlangte den Chef, Herrn Franz-Xaver Leonhardt, persönlich zu sprechen. Der war gerade nicht vor Ort, rief jedoch tags darauf zurück. Ich war gerade am Unterrichten (habe selber 2 Geschäfte) und konnte nicht antworten, worauf er auf dem Anrufbeantworter ankündigte, es am drauffolgenden Donnerstag (31.10.) erneut zu probieren. Auf diesen Anruf warte ich bis heute vergebens.

Man könnte fast denken, das Mail einer Normalesserin ist viel mehr wert als der Brief einer Veganerin. Natürlich gehöre ich auch nicht zum berühmten "Basler Daig", heisse Schwab und nicht Sarasin, aber kann man deshalb einfäch sämtliche Umgangsformen in den Wind schiessen?

Im Beyeler-Museum hatte ich übrigens zufällig gerade Gelegenheit gehabt, einigen der Basler Crème de la Crème zu begegnen, welche offenbar zu einer "und alle andern müssen draussen bleiben" Vernissage eingeladen worden waren. Ganz ehrlich, mit keinem von ihnen hätte ich einen Abend verbringen wollen. Die taten mir beinahe leid, sahen sie doch alles andere als freudvoll und von der Muse geküsst aus. Sie wirkten auf mich eher traurig und verkrampft. Muss anstrengend sein, sich vom Rest der Welt abzuschotten und dadurch jemand Besonderes zu sein. Da bin ich lieber Irgendjemand und habe meinen Spass.

Im Krafft Basel sind die besten Zeiten wohl definitiv vorbei, ebenso wie die Äera der Familienunternehmen. Sie wissen schon, das moderne Management lässt grüssen.
Kommentar veröffentlichen