Freitag, 9. Mai 2008

Bikini, Linguini, huch


Die Sonne scheint, es ist fantastisch. Die Lust, möglichst viel Zeit draussen zu verbringen, steigt. Bei manch einem ist jetzt schon Badesaison angesagt, andere machen erste Steh- und Gehversuche im Bikini... vor dem Spiegel.
Pünktlich zu besagter Saison zeigt mir mein Waagnis, dass ich seit LOGI-Zeiten wieder ordentlich zugelegt habe. LOGI ist etwas für fleischfressende Pflanzen und nichts für mehrheitlich pflanzenfressende Fleischlichkeit.
Als Fleischklops kann man mich allerdings bei weitem nicht bezeichnen, aber es bräuchte schon sehr viel mehr Disziplin, als ich sie aufwenden kann, um ohne Kanga den Strand entlang zu schlendern. Kangas sind diese tollen Kenianischen Hüfttücher, deren Farben und Muster einzigartig sind. Und was das tolle dran ist: Frau braucht Hüften, denn sonst sieht das nicht wirklich gut aus.
"Hara hachibu" lautet die Losung aus Japan. Ich glaube vor allem die Frauen aus Okinawa werden sehr alt, weil sie ihren Magen strikte nur zu 80% füllen.... oder acht von zehn Teilen zu verspeisen :-) ... der Rest ist zwar nicht Hunger, aber diese bohrende Lust, sich noch ein Stückchen Schokolade zu gönnen, oder zwei, oder drei.
Die Chinesen sagten früher: das Abendessen überlasse deinen Feinden. Dies wurde von diversen Ernährungscoaches übernommen und wird neu als "dinner cancelling" teuer verkauft.
FDH oder Friss die Hälfte, hiess es früher bei uns, und dabei wären wir fast wieder in Okinawa angelangt. So habe ich kürzlich gehört, die Stardiät der Superlative sei momentan genau dies, und die andere Hälfte werde weggeworfen. Halllooooo ??? !!!
Dann gibt es noch diesen innovativen Schauspieler, Jürgen Schilling, der sich schlank geschmaut hat. Er selber hatte vor einigen Jahren etwa 40 Kilo Übergewicht und sein vierbeiniger Freund war auch nicht ohne. Hundihund bettelte und sabberte, wenn Jürgen in der Küche stand, was diesen richtig nervte. Hundihund war aber auch ein Schlinger, der seinen Napf in Sekundenbruchteilen leerte. Bis zu dem Tag, an welchem ihm sein Herrchen ein Stück hartes Brot gab, um ihn von der ewigen Bettelei abzulenken. Ein Wunder geschah. Fiffi kaute hingebungsvoll, speichelte das Brot so richtig ein bis es zu Brei verkommen war und verkörperte von den Ohren bis zur Schwanzspitze reinen Genuss. Und so ging das ab dato weiter... Jürgen gab und Fiffi kaute... und nahm dabei ab. Irgendwann machte es klick und Jürgen Schilling überlegte: was für Fiffi gut ist, kann auch mir nicht schaden. Und so begann sein Schmauerleben, über das er sich auch in Büchern wie "Kau Dich gesund" ausgelassen hat. Schlingen und schnell noch etwas reinziehen, dazu ein Bier in den Hals stellen... damit sollten wir endgültig Schluss machen. Und dabei könnten wir unsere jedem innewohnende Gier gleich noch mit in den Griff kriegen.
Übrigens geht es beim Schmauen nicht darum, jeden Bissen 30 bis 40 Mal zu kauen, sondern auch darum, das genussvolle Verspeisen der Nahrung wieder in den Vordergrund zu rücken. Also bitte kein mechanisches, zähnelastiges Zerkleinern der Nahrung, sondern auch ein Saugen, ein mit der Zunge auf Geschmacksvarianten abtasten und vieles mehr. Essen erhält so wieder etwas Sinnliches und der Esser ein Stück Lebensqualität zurück. Und wer weiss, vielleicht können Sie das ja über längere Zeit durchhalten, dann brauchen Sie kein Waagnis mehr einzugehen.
Wie ein Zenmönch einst sagte: "ich habe keine Zeit, hastig zu sein."
Schmauen Sie gut.
Das heutige Foto habe ich einmal in der Stadt Freiburg geknipst. Da ist das Füttern der Bauarbeiter übrigens strengstens verboten. Ob das in Bern auch so ist ?? 
:-)

1 Kommentar:

Irina hat gesagt…

Hi Annemarie,

was aber das blöde ist, kenianischen Frauen stehen die Hüften........

LG
Irina