Mittwoch, 19. Dezember 2012

Glückswörter sind Fremdsache

Schahatz willst Du meine Syphilis ;-)
Wie wahr! Da müssten viele zugeben, das sei nicht ganz ihr "Rechaud"! Manchmal muss ich auch zuerst ein wenig überlegen. Beispiel gefällig: "Bei der intendierten Realisierung der linguistischen Simplifizierung des regionalen Idioms resultiert die Evidenz der Opportunität extrem apparent, den elaborienten und quantitativ opulenten Usus nicht assimilierter Xenologien konsequent zu eliminieren" .... oder auf gut Deutsch: Zur Vereinfachung der Muttersprache sollte man nicht zu viele Fremdwörter benutzen.

Nebst solchen Monstersätzen gibt es noch diverse Bezeichnungen; Namen also, die wir für bestimmte Dinge benutzen, zum Beispiel für exotische Früchte. Ananas, Bananen und Datteln, Feigen und Granatäpfel kennen wir seit Jahrhunderten. Wer aber weiss, was eine Cherimoya, eine Curuba, eine Durian, eine Kiwano oder eine Loquat ist.

Meine Schwägerin kriegt Pickel, wenn sie uns umgangssprachlich ″Maracuja″ sagen hört .... so ganz anders eben als zum Beispiel in Brasilien, wo die Dinger unter anderem auch wachsen.

Die Pitahaya klingt zwar gefährlich, kann aber überhaupt nicht zubeissen und passt wie angegossen zu ″Think Pink mit Stracciatella″. Rambutan ist kein Fastenmonat ... und, nein, es heisst nicht Salak aleikum.

Nicht gerade Knigge-like oder besonders nett dem Partner gegenüber ist, wenn man im Restaurant ganz laut fragt: ″Schahatz, willst Du meine Syphilis?″, denn das wäre echt physalis (zu Deutsch: fies), vor allem, wenn man genau weiss, wie die Kapstachelbeere wirklich heisst!

Wussten Sie übrigens, dass die Hälfte dieser als Dessertdekoration verwendeten Frucht zurück in die Küche wandert, und das, obwohl sie keine Füsse hat? Damit konkurrieren kann ausschliesslich die als Wanderkirsche bezeichnete rote Beigabe, welche in unserer Gegend eine viel längere Tradition hat und auf einen Rücklauf von 98 Prozent stolz sein kann!
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