Dienstag, 13. November 2012

Tatort Drehbuch

Weniger wäre mehr!
Krimis einst und jetzt ...... ein Riesenunterschied. Früher war der Ermittler in erster Linie Kriminalist. Er sammelte Fakten, liess sich von Harry herumchauffieren oder sinnierte in den eigenen vier Wänden über mögliche Tathergänge. Heute ist er zum Beispiel eine durchgeknallte Type, welche zwischen Genie und Wahnsinn switcht, wie gestern Oberkomissar Faber im Dortmunder Tatort. Oder Frau Kommissarin: eine alleinerziehende Mutter mit kiffendem Sohnemann, die als Stressbewältigung in der Mittagspause auf einen Quickie mit einem Callboy setzt. Der Zuschauer sieht weit mehr als nötig wäre, um einen Krimi spannend zu machen. Die Frage ist: will er oder sie das auch? Nööö; eigentlich will ich einfach unterhalten werden und keine Pseudo-Psycho-Sozial-Studie. Wäre ich darauf aus, dann würde ich irgend einem amerikanischen Format den Vorzug geben.

˝Früher war alles anders˝, wer damit anfängt, kommt wohl allmählich in die Jahre. Zugegeben, ich erinnere mich gerne an die alten Alten, am allerliebsten jedoch an den ersten Siska mit Peter Kremer. Auch hier setzt der Tod seiner Frau einen Ausgangspunkt, aber die subtile Art, wie Siska die Fälle mit seinen Kollegen Hahne und Wiegand angeht, war jeweils dermassen packend, dass man sich beim Abspann schon auf die nächste Folge freute.

Unsere Lieblinge in Sachen Tatort sind übrigens eindeutig Thiel und Boerne. Leider glänzen gerade die beiden dadurch, dass sie sich extrem rar machen und man den Eindruck erhält, sie seien längst aus der Serie ausgestiegen. Gespannt bin ich auf Til Schweiger und hoffe natürlich, dass die Drehbuchschreiber bald mal wieder etwas herunterschrauben, was all den zusätzlichen Schnickschnack anbelangt, und dem Zuschauer wieder mehr Raum zum Mitraten geben.

Weniger ist auch bei Scripts eindeutig mehr!
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