Sonntag, 13. März 2011

Japan - ..... und nichts ist mehr, wie es einmal war

Schutz- und Heilkreis für Japan
Die Welt schaut wie gebannt nach Japan. Seit dem schweren Beben, gefolgt von dem verheerenden Tsunami ist nichts mehr wie es einst war. Man kann sich das Ausmass der Katastrophe selbst dann nicht vorstellen, wenn man sich Bilder "vom Tag danach" ansieht, wohl ebensowenig wie die Tatsache, dass Japan sich um 2,4 Meter verschoben haben soll.

Was mich persönlich am meisten erstaunt ist die Disziplin der Menschen dort vor Ort, zumindest wenn man den Bildern der Fernsehstationen glaubt. Da scheint keine Panik zu herrschen, keine Plünderungen, kein Drängeln beim Anstehen, keine Gewalt. Ob es den Asiaten eigen ist, Dinge, die unabänderlich sind, hinzunehmen, sich zu fügen und zu versuchen, das Beste draus zu machen? Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind seither mit all diesen Menschen. Ich bin einfach unendlich traurig!

Wie versorgt man überhaupt eine Bevölkerung mit Wasser und Lebensmitteln, Medikamenten, Decken oder sonst dem Notwendigsten, wenn sämtliche Transportwege zugeschüttet sind? Wie mir die Glückskette heute auf meine Anfrage, warum sie noch nicht für das Erdbebengebiet sammle, mitteilt, hat Japan bisher auf Hilfe im grossen Umfang von aussen verzichtet. Nicht einmal das SRK wurde angefragt, allerdings ist die Rettungskette Schweiz mittlerweile vor Ort eingetroffen.

Das Hauptaugenmerk weltweit liegt momentan jedoch vor allem auf der radioaktiven Bedrohung, ohne die es schon genügend Probleme gegeben hätte. Erschütternd finde ich, dass es auf einer Insel, welche an der geologischen Bruchzone vierer tektonischer Platten liegt und wo Erdbeben praktisch zum Alltag gehören, 54 Kernkraftwerke gibt! Das sind meines Erachtens 54 zuviel. Dasjenige von Fukushima hätte Ende Monat vom Netzt genommen und durch zwei neue ersetzt werden sollen. Störfälle prägten die Geschichte dieses AKWs, oft in Zusammenhang mit Erdbeben, zuletzt anno 2008.

Interessant war wie immer die Rolle der Politiker. Der atomare Notstand wird zwar schon am Freitag ausgerufen, dennoch wird schöngeredet, beruhigt und eine Kernschmelze ausgeschlossen.... um dann allmählich einzuräumen, dass wohl eine nukleare Katastrophe der schlimmsten Art ins Haus stünde. Die Kontrolle, welche nie jemand überhaupt gehabt hat, scheint zu entgleiten.... aktuell wird der Notstand für das AKW Onagawa wird ausgerufen und auch der Vulkan Shinmoedake ist ausgebrochen, das Kühlsystem des ältesten AKWs Japans, Tokai, fällt ebenfalls aus.....

Kann es sein, dass der Mensch in seinem Fatalismus "the worst case" einfach in Kauf nimmt, weil der eben meist nicht eintritt..... wie gesagt: meistens!

Einer meiner Facebook-Kontakte postet am 11. März: "Die Japaner in der Nähe der brennenden AKWs wären jetzt wohl glücklich, würden sie im Notfall über Zivilschutzräume wie in der Schweiz verfügten". In seinem Blog geht er noch etwas mehr ins Detail und befürchtet, dass sich die Situation rund um die Sicherheit in der Schweiz ändern könnte. Schaut man sich allerdings die Halbwertszeiten radioaktiver Nuklide an, dann müsste man theoretisch gleich einige Leben eingebunkert verbringen, bevor man wieder einmal das Licht dieser Welt erblicken dürfte. Bei Uran 704 Millionen Jahre.... und wir sprechen von Halbwertszeit!. Wieviele Generationen sind das?

Bern sagte in der konsultativen Abstimmung vom 13. Februar 2011 JA zu Mühleberg II, wenn die Entscheidung auch knapp ausfiel. Die kantonale Abstimmung galt als Test, denn national wird erst anno 2013 abgestimmt. Man könnte sich ja nun vorstellen, dass die aktuellen Ereignisse einen Einfluss auf künftige Abstimmungen bei uns und auch in Europa haben werden. Der Mensch ist jedoch ein Meister im verdrängen und vergessen. "Gebt ihnen Brot und Spiele.....", also meine Hand würde ich diesbezüglich definitiv weder ins Feuer noch in die Kernschmelze legen.

Und wir können nurmehr warten, hoffen und beten, dass nicht noch Schlimmeres geschieht. Erinnerungen an Atlantis werden wach.... So lege ich denn für Japan einen Schutz- und Heilkreis im Wissen, dass viele andere Menschen an vielen Orten dieser Erde ebensolches tun.
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