Sonntag, 15. Juni 2008

Traurig


Meine Lieben, ich bin grad sehr traurig. Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ereignete sich in der Schweiz ein tragischer Militärunfall.
Da fragt man sich natürlich, ob dies nicht verhindert werden könnte, indem gewisse Übungen, wie dieser Kaderanlass zur Teambildung, in einer grösseren Gruppe Verantwortlicher vorbesprochen werden müsste. Nicht jeder schätzt Gefahren gleich ein und ein Brainstorming könnte da eventuell hilfreich sein.

Durch die aktuellen Produktionen der Filmindustrie wird nicht nur Gewalt für uns alltäglicher, sondern auch Abenteuer und Gefahr verherrlicht. Als hätten sie mehrere Leben zur Verfügung, überstehen die Actionhelden die unglaublichsten Situationen mit ein-zwei blauen Flecken und gewinnen erst noch das Herz der Schönen. Gerade Riverrafting sorgte in einigen Hollywood-Schinken für eindrückliche Bilder. 
Anders als in Computerspielen können wir nicht mittels Punktesystem zusätzliche Leben erspielen nach dem Motto: alles zurück auf Anfang. Dennoch setzt sich dieses Gefühl der Unbesiegbarkeit in manchen Köpfen fest und sorgt für ein gewisses Mass an Selbstüberschätzung oder zumindest für eine Fehleinschätzung von Gefahrensituationen.
Wie sich Menschen von Actionszenen nachhaltig beeinflussen lassen zeigte auch kürzlich Spiegel TV auf. Anders als in James Bond-Streifen explodieren Fahrzeuge nach einem Crash offenbar nicht, das hat uns Günther Jauch mit Hilfe seines Teams bewiesen. Man hat mehr als genug Zeit, zu helfen. Da die Leute jedoch andere (TV)Bilder im Kopf haben, zögern sie aus Angst um ihr eigenes Leben.

Man kann ja immer alles hintersinnen und selbst mit all den "hätte, wäre, könnte" ist nichts mehr zu machen. Es ist geschehen. Wer hat nicht in seinem eigenen Leben gewisse Situationen mit Hilfe der Möglichkeitsform hinterfragt - hinterfragt - hinterfragt....
So ist das, was passiert ist, für die unmittelbar Verantwortlichen genauso furchtbar, wie für die Angehörigen der Opfer selbst, wenn nicht gar noch schlimmer. Ihr Leben hat sich von einem auf den anderen Moment verändert... es wird nie mehr dasselbe sein. 

So fühle ich denn mit allen Opfern - den Angehörigen wie den direkt Verantwortlichen.

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