Montag, 26. Dezember 2011

Andreas Vollenweider - sanfter Revolutionär nach Noten

♡ Love is in the "AIR"
Der einzige Schweizer Musiker, der je einen Grammy gewonnen hat, ist ein Mann, der in seinem Leben ausschliesslich das gemacht hat, was mit seinem Innersten in Einklang stand. Nicht Kommerz oder Mainstream haben ihn getrieben, sondern eine tiefe Liebe zur Musik, mit deren Hilfe er es schafft, Menschen aus allen Ländern und Bevölkerungsschichten zu berühren. Musik: nicht Beruf - BERUFUNG!

"Ich hatte das grosse Glück, in einer sehr inspirierenden Umgebung aufzuwachsen. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar. Früh in meinem Leben durfte ich erfahren, dass Musik nicht auf ihren unterhaltenden Aspekt reduziert werden kann, nicht einfach akustische Dekoration ist, sondern vielmehr die Möglichkeit einer tiefgreifenden Kommunikation zwischen Menschen bietet." sagt Andreas Vollenweider selber dazu. Man hört ihm gerne zu, wenn er aus seinem Leben erzählt in der Sendung "STARS - Andreas Vollenweider - Der sanfte Widerstand" vom 25.12. auf SF1.

Sehr berührend war für mich, zu sehen, wie dieser gestandene Künstler noch heute fast ein wenig Hemmungen hat, sich an die Orgel des Grossmünsters Zürich zu setzen, da dies für ihn noch immer der Platz seines Vaters und ebenfalls bekannten Musikers Hans Vollenweider († 1993) zu sein scheint.

Autodidakt, wie Andreas Vollenweider nun einmal war, begab er sich in frühen Jahren auf die Suche nach "seinem" Instrument, was dazu führte, dass er sich zum Multiinstrumentalisten entwickelte. So soll er mindestens 12 Instrumente virtuos beherrschen. Erst 1975 entdeckte er die Harfe für sich, bastelte gezielt daran herum und entwickelte zudem eine ureigene Spieltechnik. Als Synästhetikerin konnte ich Andreas' Ausführungen bestens verstehen, was das Einswerden mit der Harfe anbelangt.

Allmählich wurde Vollenweider bekannt und bekannter und schaffte anno 1984 sogar den Srpung über den grossen Teich. "White Winds" schaffte es in die US-Charts und zwar in drei verschiedenen Kategorien: Pop, Klassik und Jazz. Später ordnete man seinen Stil eher auch der Kategorie New-Age zu. Der Mann passt eben in keine Schublade, dafür ist er viel zu offen und lebt zu sehr im Jetzt und Hier.

1986, auf dem damaligen Höhepunkt seiner Karriere, entschied er sich, mit seiner Frau eine Familie zu gründen und treu seinem Motto "ganz oder gar nicht" als Vater tatsächlich auch präsent zu sein und sich einzubringen. So passte er denn seinen Musikeralltag den neuen Bedürfnissen und Gegebenheiten an und arbeitete vorwiegend in der Schweiz. Allerdings konnte er es sich auch leisten, andere Künstler zwecks Zusammenarbeit in die Schweiz kommen zu lassen, was seiner Experimentierfreudigkeit sehr entgegen kam.

Andreas Vollenweider ist auch in Südafrika ein Star, eigentlich mehr als bei uns in der Schweiz. Sein Erfolg dort begann in den politisch turbulenten 80er-Jahren, wie diese Sequenz aus "10vor10" vom 5.10.2009 zeigt.

10vor10 vom 05.10.2009

Wenn ich sehe, wie diese Menschen strahlen, wie sie ihre Gefühle unmittelbar ausdrücken und Freude leben können, dann weiss ich, was wahrer Reichtum ist. UNGLAUBLICH - I ♡ IT!

Ja-Ja, der Prophet im eigenen Land: wäre Vollenweider Südafrikaner oder Amerikaner; man würde ihm hier wohl die Füsse küssen. So aber .......

Wer möchte, kann sich die interessante Dokumentation (57:32) auch ganz ansehen.

Stars vom 25.12.2011

Übrigens: Als ich noch Vollenwyder hiess, taten sich die Leute mit der Schreibweise meines Namens immer schwer. War ich mit Buchstabieren endlich in die Vollen gegangen, war der Rest schon falsch geschrieben. Stets musste ich erklären, dass Andreas Vollenweider sein Talent nicht von mir hat!

Wenn Sie wieder mal Musik zum Entspannen brauchen, Musik, die ihren Gefühlskörper spielt und sich von tiefster Melancholie zu höchster Freude aufschwingen und erheben kann, denken sie an Vollenweider und unterstützen Sie diesen einheimischen, nicht-gecasteten Ausnahmekünstler.
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