Dienstag, 1. Februar 2011

Transglutaminase - es (k)lebe geklebtes Frischfleisch :@

ich klebe - also lebe ich
Transglutaminasen (TGn) sind Enzyme, welche, als Biokatalysatoren genutzt, an Reaktionen in unteschiedlichsten Lebewesen beteiligt sind. Sie bieten die Möglichkeit der Veränderung physischer Eigenschaften von eiweissreichen Lebensmitteln. In Japan wurden TGn schon Ende der 80er-Jahre endeckt und werden seither als technischer Hilfsstoff bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln genutzt. TGn katalysieren chemische Reaktionen ohne dabei selber strukturell verändert zu werden.

Die japanische Firma Ajinomoto produziert TG in Frankreich, ein Hilfsstoff, mit welchem man aus Fleischresten in Nullkommanichts ein saftiges Steak herstellt, das sich rein optisch nicht von einem wirklichen Steak unterscheidet. Warum jedoch ausgerechnet in Frankreich? Weil da, anders als in anderen europäischen Staaten, Transglutaminase als Verarbeitungshilfsstoff in vielen Lebensmittelkategorien zugelassen ist. In den USA gilt das Enzym gar als GRAS (Generally Recognized As Safe).

Gepriesen wird auf ajinomoto.de die milchallergenfreie Bindung für Schweinefleischprodukte, die hohe Stabilität während weiterer Bearbeitungsschritte wie Slicen, Marinieren, Erhitzen und Verpacken und die Verbesserung der Produktivität durch eine Standardisierung von Produkten, also h.B. durch die Herstellung verlängerter Rohschinken-Rohlinge zur Reduzierung von Slicingverlusten. Mmmmmmmh - einfach toll???! Auf dieser Seite finden Sie auch diverse Loblieder auf ACTIVA® GS, dem Markennamen für Transglutaminasepräparationen von Ajinomoto, zum Beispiel in Zusammenhang mit Fisch!

Ich habe kürzlich den Chef der Metzgereiabteilung unserer Coop-Filiale auf TG und die falschen Steaks angesprochen. Der hat noch nie davon gehört und zweifelt auch daran, dass es so etwas gibt, je geben wird oder dass jemals etwas solches in der Schweiz zugelassen oder zum Einsatz kommen wird! Seltsam nur, dass zum Beispiel bei Konkurrent Migros Truthahnschnitzel verkauft werden, welche aufgrund ihrer kreisrunden Form und überhaupt vom Aussehen her auf einen Einsatz von TGn schliessen lassen. In Deutschland scheint die Information selbst der zuständigen Stellen ebenso schlecht zu sein. Nachforschungen von ZDF haben jedoch ergeben, dass die Gastronomie ganz oft und gerne beliefert wird. So kann eine Perlhuhnbrust mit einer Pouletbrust veredelt werden... oder umgekehrt. Aber sehen Sie doch dazu den Beitrag der ZDFmediathek! Was kann man anderes erwarten, wenn man Ingenieure an unsere Lebensmittel ranlässt!? Das würde mal wieder für eine vegetarische oder gar vegane Lebensweise sprechen!!

Also wir müssen echt aufpassen, sonst fliegen uns bald die Nashörner um die Ohren... und dann kann's unangenehm werden.

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