Freitag, 10. April 2009

Albige Träume....


Im Traum bin ich wieder einmal geflogen. Nicht allein, sondern in Begleitung meines Vaters. Unsere Destination: SPIEZ.

Warum wir dafür nicht ganz einfach ins Auto gestiegen sind, kann ich jetzt nicht so genau sagen, ebensowenig wie ich den Grund für unseren Ausflug nennen kann. Im Traumland ist alles etwas anders, und alles macht Sinn.

Jedenfalls begaben wir uns in die Schalterhalle, die jenen Hauch von Modernität, gefasst in Glas und Metall, vermissen liess. Der Schalter war mit altem Holz eingekleidet und liess kaum Sicht auf den Beamten frei. Misstrauisch äugte ich durch die kleine Lücke und sah einen jungen Mann, der schon recht müde wirkte und verschwitzt. Wir dürften uns das Flugzeug aussuchen, meinte er.

So so, die ganze Verantwortung also wieder bei uns. Nun ging es darum, die richtige Kiste zu finden..... und Schnitt! Wie in einem schlechten Film sass ich plötzlich auf dem Boden einer grossräumigen Maschine, kein Licht drang durch die nicht vorhandenen Fenster. Wieviele Menschen noch mit uns da drin sassen, war nicht zu erkennen. Umso mehr spürte man das Unwetter, das nun über und unter unserer Maschine zu toben schien. Gerade eben noch eitel Sonnenschein und jetzt solche Turbulenzen. Ich verwünschte mich dafür, dass ich mich mal wieder so unbedacht einer Technik und eventuell sogar menschlichem Versagen ausgeliefert hatte. Selbst der Hinweis auf die moderne Bordtechnik inklusive riesigen Fernsehschirmen mit gutem Programmangebot mochte mich nicht zu beruhigen. Nach einem kurzen Filmriss waren wir dann offenbar tatsächlich in Spiez gelandet. Jedenfalls streiften wir durch ein hübsches Städtchen mit lauter Rieghäusern, die ein wenig an Stein am Rhein erinnerten.

Es gäbe viele wunderbare und verlockende Reiseziele. Ich liebe es, Reisekataloge zu durchzublättern und Traumstrände zu bewundern, das unbeschreibliche Blau des Meeres in allen Nuancen auf mich wirken zu lassen, die üppige Vegetation, die exotische Tierwelt... kurz: die Schönheit einer Natur, wie sie für einen von der Zivilisation leicht verweichlichten Menschen gut zu geniessen ist.

Einziger Nachteil: die Distanz. Ich gehe am liebsten zu Fuss! Wenn wir jeweils längere Strecken fliegen mussten, durfte ich keinesfalls daran denken, dass wir keinen Boden unter den Rädern sondern bestenfalls Luftstrassen unter Bauch und Flügeln hatten. Das war ein Bild, das Martin mir vermittelt hatte, vorher war in meiner Vorstellung unter dem modernen Flugdrachen Leere.... nicht tragfähiges Nichts.

Mein Vertrauen in die Technik ist nicht zuletzt dank Microsoft leicht angeschlagen und so habe ich lieber selber das Steuer in der Hand, oder halt das Luftruder; virtuell gesehen, aber auch im richtigen Leben.

Keiner von uns schätzt Ausgeliefertsein und dennoch sitzen wir alle sozusagen im selben Boot oder unbekannten Flugobjekt. Die Piloten, das wären dann zum Beispiel unsere Politiker. Kaum einer wäre wohl auf eine Bruchlandung so gut vorbereitet wie Sully, also Captain Chesley Sullenberger, welcher auf dem Hudson River so gekonnt notwasserte. Und die klare Sicht nach draussen ist uns auch versperrt, wird uns doch in vielem genügend Sand in die Augen oder gar ins Getriebe gestreut, als dass wir wahrhaftig sehen könnten, was wirklich vor sich geht. Ab und zu kann man sich die Dummheit gewisser Staatsmänner ausrechnen, wenn man zum Beispiel hört, wie Berlusconi die Situation nach dem schlimmen Erdbeeben in Italien einschätzt. So vergleicht er denn die Zustände in den Notlagern mit Wochenend-Camping.

Ja, der gute zeigt uns wieder einmal, was man mit Geld - sein Vermögen beträgt laut Forbes gegen die 10 Milliarden US-Dollar - alles kaufen kann. Der heute 73jährige wurde am 2008 erneut - und dank diverser "Schönheitsanwendungen" auch erneuert - in das Amt des Ministerpräsidenten Italiens gewählt.... vom Volk. Es ist dies seine 4. Amtszeit.

Berlusconi ist kein Einzelfall. Politiker sind auch nur Menschen, kochen auch nur mit Wasser und reinstem Trüffelöl. Sicher wäre von Vorteil, wenn wir uns einen klaren Überblick verschaffen könnten, bevor wir das nächste Mal an die Urne gehen und als sogenannter Souverän unserer Bürgerpflicht nachkommen. Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die Medien modernste Manipulationsinstrumente sind, denen man sich kaum entziehen kann.

Wohin die Reise noch führen wird, weiss wirklich niemand, und dies ist durchaus global gemeint. Wichtig wäre, dass wir einmal unser Ziel genau definieren. Wenn ich eine Fahrkarte nach Spiez löse, kann ich nicht erwarten, beim Aussteigen den Eiffelturm zu sehen. Nehmen wir das Ruder notfalls selber in die Hand und lassen wir uns nicht länger mittels medialer Meldungsflut von den wirklich wichtigen Dingen ablenken...

...und was uns Schweizer anbelangt: seien wir als Volk doch einfach stolz darauf, mit den Indianern verglichen zu werden, auch wenn letztere das ein wenig anders sehen. So äusserte sich der Häuptling der Havasupai-Indianer, was Steinbrück sage sei eine Beleidigung mitten ins Gesicht der Ureinwohner Amerikas und fordert indirekt dessen Rück(t)ritt, dabei hatte der sich doch bezüglich des Stammes nicht festgelegt.

Hier übrigens noch eine hörenswerte Aufnahme zu selbigem Thema mit kleinem Ausschnitt als Glüschterli...

Ich habe gesprochen.... How!

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