Mittwoch, 31. Juli 2013

Kambly & Co. - Stopp der Ausbeutung

Jeder von uns hat sie zuhause, die scharfe Waffe, mit der man unendlich viel bewegen kann!
B O Y K O T T 
Biskuithersteller Kambly: ein traditioneller Schweizer Familienbetrieb; bisher eher für die süssen Seiten des Lebens berühmt, und das mittlerweile weltweit. Die zahlreichen Verführungen: seit 1910 zunehmend in (fast) aller Leute Munde.

Und jetzt? Die bittere Pille, vor allem für die Angestellten. Gemäss Generalsekretär Rudolf Winzenried wird ab August und vorerst (?!) bis Dezember auf Vierschichtenbetrieb umgestellt. Dies bedeutet für die Betroffenen eine 7-Tage-Woche, gefolgt von 72 Stunden Freizeit, wohl als Prävention gegen Burnout und Herzinfarkt.

Was bedeutet das genau? Für Herrn Winzenried ändert sich (wie immer für die Geschäftsleidung) gar nichts, weder in Sachen Lohn noch bezüglich Einsatz! Für die eingeplanten 10 Prozend der Mitarbeitenden dagegen ist an ein geregeltes Familienleben nicht zu denken, vor allem bei diejenigen, bei welchen beide Eltern bei Kambly angestellt sind. Zwar wird nach Aussagen von Winzenried niemand gezwungen werden, Zahnrädchen dieses Vierschichtmodells zu werden, aber auf die Frage, was denn passiere, wenn jemand sich verweigere, bleibt er die Antwort schuldig. Na ja, irgendwie geht es ja immer.

Oder auch nicht! Die Integration des Standortes Lyss in der Trubschachener Fabrik 2012 lief jedenfalls nicht ganz wunschgemäss. Die neue Verpackungsanlage läuft nicht wie sie sollte und als Folge davon sind Engpässe an der Tagesordnung. Irgendwie kommt mir solches bekannt vor, habe ich doch von anderer Seite her schon Ähnliches gehört.

Mir stösst es langsam sauer auf, wie Angestellte solcher Firmen gehalten werden. Arbeitsdrohnen, Sklaven ohne Ketten oder wie man auf Neudeutsch sagt: "Eitsch Aar", also "HR" oder "Human Resources". Was im medizinischen Bereich das Latein, ist im Geschäftsleben Englisch. Die vielen Abkürzungen versteht keiner so wirklich, aber was der Mensch im Allgemeinen und Ma-Nager (bekanntlich die gierigsten Nager der Moderne) im Besonderen mit Ressourcen zu machen pflegen, ist kein Geheimnis. Wie gut für sie, dass wir in der Schule beigebracht kriegen, uns zu fügen und zu gehorchen. Das System geht so lange gut, bis .... ja Biss ....

Übrigens: wussten sie, was Schichtarbeit für den Arbeitnehmer bedeutet? Aufstehen zu Unzeiten sowie das Erbringen von Leistung zu einer Zeit, in welcher der Organismus auf Erholung eingestellt ist. Geschlafen wird am Tag (oder auch nicht) also dann, wenn Menschen normalerweise aktiv sind und viele beim besten Willen nicht schlafen können. Laut Fachkreisen ist so mit erhöhten Fehlerquoten, ebensolcher Unfallgefahr sowie gesundheitlichen Problemen zu rechnen. Für einen Morgenmuffel grenzt es an Qual, sich um 03:00 aus den Federn zu schälen, für den Abendmuffel ist ein Schichtbeginn ab 22 Uhr schlicht unzumutbar!

Was kann jedoch der einzelne tun? SIE und ICH! Sich darauf besinnen, dass jeder von uns eine scharfe Waffe zuhause hat, mit der man unendlich viel bewegen kann: den Geldbeutel. Als Konsument entscheiden WIR, was für Produkte wir kaufen, und bei wem wir sie kaufen? Gehen wir etwas bewusster mit unserem Geld um, können wir die Welt entscheidend verändern und verbessern. Unser Konsum ist Macht. Nutzen wir sie gekonnt und zielsicher! Zum Beispiel mit einem Boykott der Produkte von Kambly!


Hannes Jaenicke hat übrigens ein Buch geschrieben über den ganzen Zirkus: "Die grosse Volksverarsche - Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten". Na, das wäre doch mal eine Investition, oder. Und jetzt, wo wir auf Kambly-Seite ordentlich Geld sparen, brauchen wir dazu nicht einmal bis Weihnachten zu warten.
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