Dienstag, 15. Januar 2013

Krankenkassen-Prämiendebakel oder: verkehrte Welt der Statistik


aus Minus mach Plus
aus Plus mach Minus
es lebe die Statistik
:-(
Hiiiiilfe! Bern zahlt MIT ABSTAND die meisten Prämien pro Monat, und demgemäss natürlich auch pro Jahr. Man könnte für diese Summe locker Ende Jahr einen Kleinwagen erstehen, würde man sich „entsichern“, was natürlich seit dem Obligatorium nicht mehr möglich ist.

Eine neue Berechnung des Bundes zieht andere Schlüsse. Da werden in der Grundversicherung „Nettozahler plötzlich zu Nettobvezügern“ und folglich zu potentiell mit einer Rückerstattung Gesegneten.

So haben angeblich die Kantone Waadt, Zürich, Genf, Tessin, Thurgau, Freiburg, Neuenburg, Zug und Appenzell Innerrhoden seit 1996 zuviel KVG-Prämien bezahlt, das heisst weniger Leistungen bezogen als sie gezahlt haben. Im Vergleich dazu ist der grösste „Defizitsünder“ der Kanton Bern. Ganze 831 Millionen haben die Prämienzahler zuwenig bezahlt respektive zuviel bezogen.

Nach alter Rechnungsart standen die Zuger noch mit 37 Millionen in der Kreide, ebenso Freiburg mit 17 Millionen. Neu gehören letztere zu den Gewinnern mit einem Prämienüberschuss von fast 23 Millionen. In Basel-Stadt läufts gerade umgekehrt. Nach alter Berechnung hatten sie einen Prämienüberschuss von 51 Millionen. Der hat sich praktisch über Nacht in ein Defizit von 73 Millionen gewandelt.

Warum die ganze Rechnerei? Die Politik möchte die „falschen“ Prämien der Vergangenheit korrigieren und man streitet sich jetzt, wer im Kanton Bern die fehlenden 831 Millionen auf den Tisch blättern muss.

Schaut man sich einmal den Prämienvergleich auf Bonus.ch an, dann ist die preiswerteste Prämie im Kanton Bern von allen Kantonen die teuerste. 


Bern hat weitaus die grösste Prämienbelastung
Die Berner zahlen also bereits jetzt viel mehr Prämien monatlich als jeder andere Schweizer Bürger. Das kann doch nicht rechtens sein. Ein Blick in die Prämienzukunft macht einem echt Angst und man fragt sich langsam, ob man nicht mit Sack und Pack nach Murten ziehen sollte .... auch ein nettes Fleckchen Erde, das sympathischerweise zum Kanton Freiburg gehört. Könnte sich nicht nur prämien- sondern auch steuertechnisch lohnen. Blöd nur, dass ich meine Wohnung nicht mitnehmen kann, und die gefällt mir eben wirklich unbeschreiblich.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich Alt-Bundesrat Bündnerfleisch Merz mehrmals hintereinander massiv verrechnet hat. Ein gewisses Misstrauen der Bürgers und Prämienzahlers ist also durchaus angebracht!
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