Sonntag, 17. Oktober 2010

Steve Lee - "one life one soul"

one life - one soul
Er hatte eine super Stimme, eine, die unter die Haut geht und welche bei Bedarf auch mit "chli meh Dräck" aufwarten konnte. Seine Ausstrahlung war kraftvoll, sympathisch; ein Hauch von Freiheit haftete ihm an. Ob es an seiner Vorliebe für Motorradfahren im Allgemeinen oder dem Dahingleiten mit einer Harley im Besonderen lag? Man musste ihn einfach mögen....

Wie oft versagt man sich einen lange gehegten Traum, aus lauter Vorsicht oder Angst, um ja kein Risiko einzugehen oder weil es Erbtante Cordula nicht in den Kram passen will. Nicht so der Gotthardsänger, er hat gelebt wie er gesungen hat, aus voller Seele sozusagen: no risk no joy - go for it! So jedenfalls kam er für mich rüber.

Die Strecke, an welcher er am 5. Oktober 2010 noch an der Unfallstelle verstarb, gilt als gefährlich. Dass Lee genau an dem Tag, in der Sekunde seinen Regenschutz montieren wollte, als ein Lastwagenfahrer die Herrschaft über seinen Lastwagen verlor.... ist für mich Schicksal und kein Zufall.

Trotzdem bin ich traurig. Warum, frage auch ich mich immer wieder, sterben "die Guten" oft viel zu früh? Es gibt so viele Despoten auf dieser Welt, Unterdrücker, solche die vor nichts zurückschrecken, alles kaputtmachen und einen manchmal die Hoffnung und den Glauben an das Gute im Menschen verlieren lassen. Warum scheinen solche Kreaturen mit 99 Jahren erst die Hälfte ihrer Lebensstrecke absolviert zu haben? Sicher könnte jeder gleich ein paar Leute aufzählen, denen er sofort ein "one way ticket to the moon" schenken würde.

Dennoch denke ich, dass es im Leben - wie bei allem - nicht auf die Quantität ankommt sondern auf die Qualität, auf die Intensität, mit welcher man seine Stunden geniesst, sein Leben zelebriert und nicht auf die Anzahl Jahre, welche man schlechtestenfalls damit verbringt, seine Zeit vor dem Fernseher totzuschlagen. Und was im Zusammenhang mit Sterben zu früh oder zu spät ist, darüber zu befinden bin ich echt nicht kompetent genug. Das kann ich getrost anderen überlassen. Gottseidank!



One Life .... one soul.... was wir auf dieser Seite "Tod" nennen, heisst auf der anderen Seite des Schleiers "Geburt" und so wünsche ich Steve Lee für seinen weiteren Weg alles Gute.

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