Samstag, 21. August 2010

Volks(?)initiative Todesstrafe ⤵


Wer will unser Land erneut dermassen heftig diskreditieren, sprich: schwächen? Vergeblich suche ich nach dem "Volk", das eine solche Initiative in der Schweiz einzureichen wagt. Die Initianten sind offenbar noch nicht ins Netz gegangen, es sei denn, meine Suchbegriffe auf Google greifen nicht. Das einzige, was ich herausfinden konnte, ist, dass sich das Initiativkomitee dermassen bedeckt gibt, dass selbst eingefleischte Profis (Zeitungen etc.) im Trüben fischen und nicht an die Namen kommen; ein einziger taucht auf: Marcel Graf. Keiner kennt ihn - wen wundert's.

Wenn ich so ein Ansinnen lese, wird mir als erstes richtig schlecht. Selbstverständlich befürworte ich weder Mord noch sexuellen Missbrauch, aber müssen wir uns deswegen gleich ins finsterste Mittelalter zurückkatapultieren? Kommen die Initianten evtl. eher aus denjenigen Kreisen, welche seit langem eine Art Ausverkauf der Schweiz vorantreiben?

Wollen wir mal kurz einen Blick in die USA riskieren. Da wird einem nämlich vor Augen geführt, was für ein (menschen)unwürdiger alter Zopf seit Jahren darauf wartet, endlich abgeschnitten zu werden. Wieviele Unschuldige wurden hingerichtet, weil sie ihre Unschuld mit den damals zur Verfügung stehenden forensischen Ansätzen nicht beweisen konnten? Zahllose! Im Nachhinein fast heiliggesprochen zu werden, bringt den Opfern einer so fragwürdigen Justiz auch nichts mehr.

Aber was heisst hier schuldig oder unschuldig? Meines Erachtens gehört die Todesstrafe generell weltweit abgeschafft. Unser Verhalten wäre nämlich nicht wirklich viel zivilisierter als die drakonischen Strafen der Scharia (aktuell gerade die überall kritisierte Steinigung!).

Sollte die Initiative wider Erwarten angenommen werden, dann müsste direkt eine Initiative nachgereicht werden, die ausdrücklich verlangt, dass die Initiatoren dieses barbarischen Strafvollzugs zwingend auch diejenigen sein MÜSSEN, welche die Hinrichtungen nach dem Urteilsspruch persönlich ausführen. Es ist nämlich niemandem zuzumuten, von Staates wegen einen Mord zu begehen… weder im Krieg noch im Strafvollzug! Juristisch gesehen mag ein solcher Mord zwar zulasten des Auftraggebers gehen, moralisch gesehen belastet so eine Tat jedoch das Gewissen des Auftragsmörders nachhaltig.

Wenn wir Glück haben, wird uns diese Peinlichkeit nicht zugemutet und die Initiative dem (übrigen) Volk nicht vorgelegt, zum Beispiel weil die Menschenrechtskonvention die Todesstrafe verbietet oder weil die Initiative gegen zwingendes Völkerrecht verstösst. Ob wohl Beten hilft?

PS: mit einer Ablehnung rechnen wohl auch die Initianten; dafür spricht ihr feiges Verhalten, nicht öffentlich für ihr Ansinnen einzutreten. Mit sowas kann man sich nämlich ruckzuck ins politische Ausseits manöverieren. Schon interessant, was für Menschen offenbar unser Land regieren…. Huch, der Gedanke allein ein echtes Schreckmümpfeli!!!

1 Kommentar:

Annemarie Schwab hat gesagt…

Das Komitee ist bekannt:
Marcel Graf / Su Graf /You Hoat Taing-Pfister
Iris Taing-Pfister /Christoph Gurtner
Sou Leang Gurtner / Ursula Graf
Sie haben diese Initiative lanciert, um auf Misstände der Schweizer Rechtsordnung aufmerksam zu machen. Man stehe zu sehr auf der Seite des Täters. Die Aufgeführten hatten ein Familienmitglied unter tragischen Umständen verloren. Die Initiative wurde mittlerweile zurückgezogen, wie M. Graf auf seiner Webseite mitteilte.