Dienstag, 26. Mai 2009

Finanzkrise - mit Lösungsansatz (?)


Wie sähe ein optimaler Finanzkreislauf aus? Ungefähr wie folgt:
Es ist August und die kleine Stadt an der Riviera hätte eigentlich Hauptsaison, aber es regnet in Strömen und die Touris bleiben aus. Die Einheimischen haben Schulden und leben auf Kredit. Glücklicherweise betritt ein reicher Russe eines der besten Hotels vor Ort. Er will ein Zimmer, legt 500 Euro bar auf den Tisch und macht sich auf, das Zimmer anzusehen.
Der Hotelchef nimmt das Geld, rennt zum Metzger und begleicht seine Schulden. Dieser nimmt die Noten und rennt zum Schweinezüchter, um seine Ausstände dort auszugleichen. Der Züchter nimmt die 500 Euro und eilt zu seinem Futterlieferanten, bei dem er seit langem in der Kreide steht. Dieser nimmt das Geld und gibt es der Prostituierten, von der er schon lange auf Kredit bedient wurde. Die Frau nimmt die Barschaft und rennt zum Hotelchef, um ihre Schulden für das Stundenzimmer zu begleichen..... und genau in diesem Moment kommt der Russe zurück und sagt, das Zimmer gefalle ihm nicht. Er nimmt seine 500 Euro und verlässt die Stadt. Niemand hat etwas verdient, jedoch hat keiner mehr Schulden und so schaut man in diesem idyllischen Ort wieder völlig optimistisch in eine hoffentlich glorreiche Zukunft.
Interessant in Zusammenhang mit dem leidigen Thema Finanzkrise war auch der Artikel "Meine liebste Bombe" in "Das Magazin" Nummer 19. Michael Osinski beschreibt darin höchstpersönlich, wie er durch Entwicklung einer Spezial-Software für Investment-Banker die Welt in die Finanzkrise hat schliddern helfen. Leider ist der Artikel online auf Deutsch nicht verfügbar. Wir müssen uns deshalb an die englische Variante in der New York Times halten.

Kleines aber interessantes Detail am Rande ist zum Beispiel die Geschichte, warum es in der Männertoilette des Handelsraumes so bestialisch stank. Die Männer hatten einen Wettstreit laufen. Um 08:00 fingen sie an zu arbeiten und verliessen ihre Schreibtische nicht mehr. Sie assen und tranken am Arbeitsplatz. Punkt 15 Uhr marschierten alle zur Toilette und stellten sich an der Wand gegenüber des Pissoirs auf. Sie wetteten um 100 Dollar, wer es am längsten schaffte, den Strahl zu halten und noch dazu das Ziel zu treffen. Osinski meint, das mache in etwa deutlich, was mit erwachsenen Männern passiert, wenn sie einen Zwei-Millionen-Bonus kriegen. Ich frage mich einfach, warum um alles in der Welt sie dann auf 100 die Dollar angewiesen waren. Das waren sie natürlich nicht, nein, es ging natürlich nicht ums Geld, sondern war wohl eher eine Frage der Ehre. Was für eine.... eh... ein grosses Wort!!!

Übrigens: Osinski hat umgesattelt und ist heute ambitionierter Austern-Farmer. Ob er seine Zöglinge in die Geheimnisse eines fragwürdigen Risikomanagements einweiht?

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