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Dienstag, 31. März 2020

Haargate Schweiz — Auswüchse nicht absehbar

H E L P
00? — No Licence to Cut
Ausnahmezustand Schweiz, praktisch Stubenarrest seit über zwei Wochen, wie wirkt sich das auf unsere Psyche aus? Diverse Telefonate mit Freundinnen und Familie haben ergeben, dass vor allem ein Thema die Gemüter bewegt und uns richtig-richtig Angst macht. Nein, ich spreche nicht von einem Virus, das ist vergleichsweise harmlos; ich spreche von einer haarigen, haarsträubenden Angelegenheit: der Coiffeur hat geschlossen und keine OFF-Taste für meine Haare … sie wachsen ungehindert weiter!

Ein richtiges Haargate bahnt sich an. Und mein Starcoiffeur hat momentan keine "Licence to Cut".

Selbst die eifrigsten Verfechterinnen der vom Bundesrat angeordneten Schutzmassnahmen bekunden diesbezüglich Mühe und wähnen, die Bestimmungen eventuell individuell etwas zu lockern.

Studien haben ergeben, dass Frauen sich eher von ihrem Mann trennen als vom Frisör ihres Vertrauens. Letzterer weiss auch oft mehr von den Themen und Problemen, die seine Kundin bewegen, als deren bessere Hälfte, muss er (oder sie!) doch quasi von Berufs wegen zuhören oder zumindest so tun als ob. Ist wohl auch der Grund, warum wir Frauen fast doppelt soviel für einen Haarschnitt bezahlen wie unsere Männer. Die sitzen meist wortlos hinter ihrer Zeitung und schauen nicht einmal zu, was Figaro gerade aus ihrem mehr oder weniger dicken Haarschopf zaubert — Sie kennen ja den Witz mit den 4 Haaren.

Klamotten müssen für mich vor allem eins sein: bequem; Schuhe sowieso. Es würde mir auch nie einfallen, meine Mimik mit Botox zu lähmen, meine Lippen aufzuspritzen, ein Facelifting zu machen oder sonst etwas entstellend Verfremdliches. Ich sehe aus, wie ich halt aussehe und entfalten tue ich mich nicht in erster Linie im Gesicht.

Bei den Haaren hört der Spass für mich jedoch auf. Da bin ich ultrapingelig. Die müssen sitzen, mir den richtigen Rahmen verleihen und mir ein Gefühl von Schönsein vermitteln. Morgen hätte ich einen Termin gehabt!🧐

Klar, dass Bundesrat Berset meine Befürchtungen nicht teilt. Der ist gegen dieses Problem immun! Eher verstehen könnten mich die Damen (??) Keller-Suter, Sommaruga und Amherd. Von ihren männlichen Kollegen könnte es einzig für Herrn Cassis irgendwann eng werden.

Habe bereits unzählige Youtube-Videos intus von wegen "selber Haare schneiden". Oder soll ich doch den Modus "Tondeuse einfach" verwenden, ich meine Meret Oppenheim hat trotz ihrer raspelkurzen "Mähne" einen Gedenkbrunnen auf dem Waisenhausplatz, oder vielleicht gerade deswegen. Wie sähe wohl ein "Schwab-Brunnen" aus. Müsste etwas mit Bewegung sein.

Die Haupt-Probleme, die uns gemäss Telefonumfrage aktuell am meisten beschäftigen, und die hoffentlich nach dem 19. April gelöst sein werden:
  • Coiffeur (Haarschnitt, Farbe)
  • Podologin (Nägel schneiden, Hühneraugen, Hornhaut)
  • Kosmetikerin (Brauenzupfen)
  • Therapeutin (längst fällige Behandlung, Aufrichtung)
  • Restaurant (auswärts essen, nicht selber kochen)

Ja, wäre da nicht diese Bieridee mit dem Virus. Aber es gibt auch Vorteile:
  • Luft wie seit 30 Jahren nicht mehr
  • Endlos blauer Himmel
  • Klares Wasser in Venedig und anderswo
  • Fische in Flüssen und Seen
  • Delfine im Hafen von Triest
  • und und und …

Übrigens: sollten unsere "Landesmütter" nicht alsbald ebenfalls Zeichen von Haargate, Eigenschnitt oder Schönfärberei zeigen, dann müssten sie uns eigentlich die Adresse ihres Salons verraten, denn das wäre wohl schweizweit der einzige, der offen hat.

Machen Sie's gut und bleiben Sie gesund!😎

Sonntag, 13. März 2016

#Vegane Ernährung - fördert sie #Gewichtszunahme?

Gesund und leicht: Gerichte aus dem Dampfgarer
Anno 2009 habe ich mit Weight Watchers innerhalb von 5 Monaten 14 Kilogramm abgenommen, erhielt in der Folge als Belohnung Goldstatus und somit bis auf weiteres gratis Zugang zu allen WW-Treffen. Ganze 3 Jahre hielt ich problemlos mein Wunschgewicht, was eigentlich der schwierigere Teil des Gewicht-Managements ist.

2012 war ein ereignisreiches Jahr. Einiges erwischte mich tatsächlich auf dem falschen Fuss und führte gleich auf mehreren Ebenen zu einem Ungleich-Gewicht (!). Die Sorge um die Eltern und nach dem Umzug eine neue Umgebung im Botschaftsquartier Berns mit entsprechenden Schwierigkeiten im Umgang mit deren Sicherheits-Technologien (Kurzwellensender, Störsender etc.), sicher einige Punkte, die sich eher negativ auf mein Schlaf- und Essverhalten sowie meinen BMI auswirkten.

Anfangs 2013 stellte ich meine Ernährung um: erstmal auf vegetarisch, um mich dann kurz darauf voller Begeisterung durch Vegan-Papst Attila Hildmann in die vegane Kochkunst einführen zu lassen (s. Blogeintrag vom 23.5.2013).

Krass fand ich die Reaktion meines Körpers auf Tofu: innerhalb einer Woche waren meine vorher eher kleinen Brüste plötzlich reisengross - wie aufgeblasen. Was bei Männern zu akuten Stielaugen führen kann, war für mich eher nervig, vor allem beim Trainieren. Was viele nicht wissen: Soja ist ein Phytoöstrogen (pflanzliches weibliches Hormon) und wirkt entsprechend auf den Körper, vor allem bei Menschen, welche wie ich schon einmal wegen Hormonen Probleme mit der Schilddrüse gehabt haben. Trotzdem blieb ich eisern vegan und entwickelte viele eigene schmackhafte Rezepte, sehr zur Freude meines Göttergatten, der schon vorher sehr wenig Fleisch ass.

Nun muss so ein Essen ja auch schmecken, und gerade deshalb ist vegane Küche kein Garant für eine schlanke Linie. Viele Menschen nehmen damit eher zu als ab, wie das Internet gleich zuhauf berichtet. Fleischersatzprodukte haben oft viel mehr Kalorien (oder bei WW: Punkte) als Fisch und Fleisch. Dazu kommt, dass man dem Tofu zwar nicht Leben einhauchen kann, aber zumindest so etwas wie Geschmack verpassen muss. Dazu dient zum Beispiel Öl. Die diversen Bratlinge, welche an unsere traditionellen Ernährungsgewohnheiten anknüpfen sollen, sind auch nicht eben kalorienarm. Fett ist halt ein, wenn nicht DER Geschmacksträger! Also immer rein damit.

Trotz einigermassen Geschmack schien zumindest mir etwas zu fehlen. Ich fühlte mich müde und unausgeglichen. Noch NIEMALS hatte ich so viele Tablettenschachteln griffbereit in der Küche. Nebst Vitamin B12 war auch sonst das eine oder andere für mein Wohlgefühl notwenig, und trotzdem kompensierte ich enorm. Fehlt dem Körper etwas, dann versucht er respektive man selber, diese Leere auszufüllen. Sowas bleibt nicht ohne Folgen. Dank der vielen wöchentlichen Trainingseinheiten blieb das einigermassen im Rahmen (einer Kleidergrösse!), allerdings nur bis wir unsere Aikidoschule Ende Juni 2015 schlossen.

Nach einem für meinen Stoffwechsel nicht idealen Ausflug ins SchlankR-Land esse ich seit einiger Zeit nun wieder "normal". Ich entwickle Rezepte und koche Gerichte, die tatsächlich ein Geschmackserlebnis sind, ob vegetarisch, mit Fisch oder gar Fleisch. Lecker, ja KÖSTLICH sag ich Ihnen, vielleicht auch, weil ich zunächst die veganen Geschmacksveredler (Kokosöl, Olivenöl, Sesamöl) auch weiterhin grosszügig einsetzte.

Wie geht es überhaupt Attila Hildmann? Das interessierte mich einigermassen und da er aktuell bei "Let's Dance" mitmacht, konnte ich am Freitag einen ersten visuellen Eindruck erhaschen. Ich war TOTAL erstaunt. Was hat der Mann zugenommen, nämlich, wie er selber sagt: ganze 10 Kilos. Genau wie ich seit WW!

Da er mich schon vor längerer Zeit mit seinen zum Teil auch untenrum leider fast alles enthüllenden Muskel-Selfies und eigenartigen Reaktionen auf kritische Kommentare (lauter "Haters", wie er meint) auf Facebook dazu gebracht hat, auf "gefällt mir nicht mehr" zu klicken, war ich längst nicht mehr à-jour! Das letzte, was ich aktiv mitbekommen hatte war nach "Vegan for fit" sein "Vegan for Youth" und die Behauptung, man könne essenstechnisch die biologische Uhr zurücksetzen und das mittels Spezialgerät sogar beweisen.

Attilas Sixpack ist wohl momentan einem Sixpack im Speckmantel gewichen. Ob es ihm einfach generell zu gut geht, ob er Mühe hat, mit dem öffentlichen Druck und dem Promi-Status fertigzuwerden oder ob es die vegane Küche ist? Sicher keine einfache Frage, möchte man sie tatsächlich beantworten.

Seit letzten Donnerstag setze ich persönlich auf einen Dampfgarer von Miele. Früher hätte ich mir nie vorstellen können, Weihnachts- und Geburtstagsgeld zusammenzusparen für Küchengeräte. Da mich Kochen jedoch fasziniert und ich kein Schuh-Typ bin (das Bild zeigt meine erstmalige Annäherung an High-Heels bei meiner Nichte; s. Blogeintrag vom 28.2.2011), fällt mir das überhaupt nicht schwer, im Gegenteil. Unser "Murphy-Richards", ein ganz anderes Preis- und Qualitätssegment, enthält leider schädliche Plastikanteile, die ich nicht in meinem Essen möchte.

Ob vegan, vegetarisch oder was auch immer: plötzlich merke ich wieder, wann ich satt bin. Auch brauche ich praktisch kein Salz mehr. Bis anhin habe ich immer und überall nachgesalzen. Dieser Impuls ist wie weggeblasen. Das Gemüse ist absolut köstlich, auch das Poulet kam gänzlich ohne Meersalz aus. Nur im Reis hatte es auf 1 ½ Tassen ½ Teelöffel drin. Ich denke, ich bin jetzt auf einem guten Weg, und das mit genügend Dampf und Schmackes, wobei: so dünn, wie anno 2011 möchte ich nicht mehr werden, und sei es nur meinem Gesicht zuliebe. Man gönnt sich ja sonst nichts ;-)

Montag, 18. Juli 2011

Kinderförderung.... oder doch eher Kinderarbeit?

angewandte Intelligenz
Man muss sich das Rüstzeug holen, um das Leben zu meistern, Ausruhen kann man sich auf dem Friedhof oder bestenfalls etwas früher, nach der Pensionierung, dann hat man Zeit! Etwa so empfand ich die Message meiner Grossmutter mütterlicherseits. Jahrelang habe ich mich denn auch in verschiedenen Bereichen versucht, schlau gemacht, aus- und weitergebildet.... ich habe geübt und geschuftet, bin immer tiefer in gewisse Gebiete eingetaucht, um jetzt plötzlich festzustellen: es ginge auch anders.

Eigentlich wurde mir dieses "anders" ja bereits in Kindertagen von einer meiner Cousinen vorgelebt. Sie war sowieso speziell. "Hast Du Esthers Aufgaben gemacht" wurde ihr Bruder Hans jeweils gefragt; sein "Nein" mit einem postwendenden "Warum nicht?" quittiert. Ich fasste es jeweils kaum und dachte, die Kleine müsste ihre Aufgaben doch selber machen oder halt gar nicht und dazu stehen; alles andere bringt doch nichts!

Obwohl sie es wohl schulisch nie auf eine Oberstufe geschafft hätte, verfügte sie durchaus über ganz viel praktische, angewandte Intelligenz. Wenn zum Beispiel Grosi väterlicherseits ihrem Powernapping frönte - nur echt mit Augenbinde und einem Hundertsiebenundzwanzigstel Kopfwehpülverchen - tauchte Klein-Esther nach einer kurzen Anstandspause auf, in der einen Hand Grosis Gebiss, in der andern das Märchenbuch: "Grosi, kannst Du uns noch ein wenig vorlesen?". Ja, denn ohne Zähne liest's sich schwer!

Als Esther dann schwanger wurde, hatte man allenthalben Bedenken. Sie gab ihrem Kind jedoch das Wichtigste, was es überhaupt gibt. Nein, ich spreche nicht von Essen, von Aufgabenhilfe, von blitzblank gebohnerten Böden oder Daueranweisungen, sondern von ganz viel LIEBE. Ihre Tochter war und ist ein wundervoller Mensch, der das Leben mit einer Leichtigkeit meistert, die auf Urvertrauen, Selbstwertgefühl und ganz viel Liebe beruht, einer Liebe, mit der sie nun ihrerseits alle, die ihr begegnen, beschenkt.

Klar bin ich heute froh, dass ich einige Sprachen spreche, über spezielle Fertigkeiten verfüge und gelernt habe, zu lernen. Wichtig war für mich aber auch, dass ich als Kind zwischendurch auch Zeit für mich selber hatte; um zu lesen, draussen zu spielen oder einfach zu sein. Wenn ich heute bei unseren Aikidokindern sehe, was alles in deren Agenden steht, wieviele Kurse sie nebst der Schule noch besuchen, dann wundert es mich nicht, dass beinahe jedesmal eines über unerträgliche Kopfschmerzen klagt - Spannungskopfschmerzen halt und zwar solche, bei denen ein Hundertsiebenundzwanzigstel Kopfwehpülverchen kaum etwas nützt und mit stärkerem Geschütz dagegen vorgegangen werden muss.

Ist es wirklich im Sinne unserer Steppkes, für alle Eventualitäten vorzubeugen resp. gerüstet zu sein und schon im zarten Alter von 10 Jahren über den Terminkalender eines Managers zu verfügen? Muss wirklich jedes Kind Frühenglisch büffeln, mindestens ein Instrument spielen und noch irgendetwas in Sachen Bewegung absolvieren? Wann bitteschön haben Kevin, Julia und Konsorten noch Zeit, eigenen Impulsen nachzugehen? Fördern ist gut, aber wo ist fängt die Überforderung an, oder gar die Kinderarbeit?

PS: Meine Cousine Esther ist leider gestorben, 4 Wochen nach der Geburt ihres ersten Enkelkindes. Das kann ich übrigens irgendwie immer noch nicht ganz begreifen! Es macht mich einfach traurig!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Samuel Koch - ich wünsche Dir Mut und Zuversicht...

.... Mut und Zuversicht
.....gepaart mit viel Kraft und Geduld!

Lieber Samuel

Seit Deinem Unfall vom Samstag bin ich in Gedanken immer wieder bei Dir. Ich fühle mit Dir; wie Du überlege ich immer wieder: was hätte anders gemacht werden können oder müssen. Hat der Helm, den Du sonst offenbar nicht getragen hast, Dein Flugverhalten geändert, die weiche Bodenauflage Deinen Absprung gedämpft? War das Risiko einfach zu gross?

Wie Du spüre ich, dass meine Gedanken nichts an dem, was geschehen ist, ändern können oder werden. Das Leben geht weiter - ob man es als Fluch oder Segen empfindet - man muss JETZT aus dem Status quo das Beste machen. Gut geschulte Ärzte sind aktuell daran, Deine Situation medizinisch zu verbessern, aber eine vollständige Wiederherstellung Deiner Bewegunsfähigkeit scheint zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich.

Ich kann Deine Verzweiflung nachempfinden, Deine Trauer, Deine Wut. Die Wut auf sich selber ist wohl am schwierigsten zu ertragen. Du machst Dir Vorwürfe und hintersinnst Dich... und doch bringt das alles nichts. Im Gegenteil, es entkräftet Dich. Du möchtest aufstehen und davonrennen, aber das geht leider nicht!

Seit Jahren bin ich Sponsor der Schweizerischen Paraplegiker-Stiftung. Dies nicht nur, weil ich deren Einsatz und langjährige Erfahrung bei der Rehabilitation Schwerstverletzter für kostbar und unersetzlich halte, sondern weil den Mitgliedern bei Querschnittslähmung nach einem Unfall auch finanziell geholfen wird. Im Magazin dieser Stiftung lese ich immer wieder Geschichten von Einzelschicksalen wie dem Deinen. Es sind dies Geschichten von starken respektive erstarkten Menschen, die ihr Schicksal gemeistert haben und ihren Alltag bewältigen, wie jeder andere auch. Ohne Ausnahme erzählen sie, wie sich von dem Moment an plötzlich alles zum Positiven wandte, als sie ihren Unfall und dessen Folgen akzeptieren konnten, als sie JA dazu sagten - JA zu ihrer Zukunft - und ihre Kräfte bündelten, um zu trainieren und in eine gewisse oder gar vollständige Selbständigkeit zurückzufinden. Die meisten erzählen ohne Verbitterung davon, dass ihr Leben zwar anders, aber nicht weniger lebenswert geworden ist und Lebensfreude kein Fremdwort für sie geworden sei.

Lieber Samuel, Du hast alle Voraussetzungen dazu, es ebenfalls zu schaffen. Du hast eine gute Konstitution und Mut und Herz eines Löwen. Ich wünsche Dir für Deinen weiteren Lebensweg von Herzen alles Gute.

Freitag, 29. Oktober 2010

Wolfgang Wiedergut - in Dankbarkeit 愛

Hyperbole, Lebensblume sowie: der Energiefluss bildet die Form
Es war am 20.5.1996, kein Tag wie jeder andere. Ich arbeitete damals in einer Organisation und musste unseren Referenten, Wolfgang Wiedergut, nach der Mittagspause abholen und dafür sorgen, dass das Seminar pünktlich weitergehen konnte. Als Blondine ohne eingebautes GPS war ich mir nicht ganz sicher, ob ich das Hotel auch finden und vor allem, wie lange ich für den Weg brauchen würde. Nach einigem hin und her entschloss ich mich deshalb, mein Mittagessen in besagtem Hotel einzunehmen und Herrn Wiedergut dann von der Receptionistin "ausrufen" zu lassen.

Als ich den Speisesaal des ehemaligen Hotel Eden in Oberhofen (?) betrat, sass da nur ein einziger Gast: Wolfgang Wiedergut, und er hatte mich gesehen und natürlich erkannt. Was tun? Setze ich mich einfach zu ihm, kann das als aufdringlich gewertet werden; tue ich es nicht, wirkt es auch irgendwie komisch. So frage ich ihn denn einfach direkt, ob ich mich zu ihm setzen solle. Sein "gerne" leitet eines der interessantesten und nachhaltigsten Gespräche ein, die ich mit einem mir praktisch Fremden je geführt habe.

Ich befand mich damals in einer mir ziemlich ausweglos scheinenden Situation. Längst war mir klargeworden, dass ich mein Versprechen, unentgeltlich für diese sich zumindest teilweise für die Natur einsetzende Organisation zu arbeiten, wohl auf Dauer nicht würde halten können. Meine sämtlichen Energien waren blockiert, mein kreativer Geist gefangen, ebenso wie mein am Schreibtisch zur Unbeweglichkeit verdammter Körper. Würde ich da weiterarbeiten, blieben meine eigenen Visionen und Pläne im Reich der Sehnsüchte, das war mir klar.

Jeder Mensch hat meines Erachtens eine Mission, ist nicht nur hier, um zu essen und zu trinken. Helfe ich nun einem andern mit meiner ganzen Kraft, dessen Visionen in Tat umzusetzen, dann ist entweder gerade das meine Mission oder ich lebe an meinem Leben vorbei. Kann man jedoch ein einmal gegebenes Versprechen brechen. JA und nochmals JA, man kann nicht nur, man muss.

Wolfgang Wiedergut kleidete dies in Worte und setzte noch einen obendrauf. Wenn ich am falschen Platz die Zähne aufeinanderbeisse und weitermache, um mein Versprechen nicht zu brechen, sitzt eventuell irgendwo genau die Person, deren Aufgabe es wäre, meinen Platz einzunehmen... weil es ihr Platz ist. Klingt logisch.

Dieser Teil unseres Gesprächs führte dazu, dass ich etwas mehr als ein Jahr später sagen konnte: "Ich gehe!", nicht ohne vorher fast einen etwas anderen Ausgang zu benutzen. Im Januar 1997 bin ich beinahe an einer Lungenentzündung gestorben; es war echt mehr als knapp!

In der weiteren Folge eröffnete mir Wiedergut ganz viele Dinge über mich und ich fragte mich: woher weiss der Mann das! Mein äusserer Ausdruck ist Klang (Akasha), mein innerer Ausdruck Feuer. Mein Zeichen sei das Schwert, ich solle mal darüber nachdenken, weshalb. Seither ist mir auch kein Rätsel mehr, warum mir - sozusagen umgekehrt polar wie meine Zahlensituation - der ganze Weiber- und Hausfrauensch... immer mal wieder zum Hals raushängt und man mich weder mit High Heals noch Glitzerschmuck wirklich locken kann.

Was dieser weise Mann mir über meine Fähigkeiten und potentiellen Umsetzungsmöglichkeiten eröffnete, war dermassen sagenhaft, dass ich mir gleichentags alles aufgeschrieben habe, an das ich mich noch erinnern konnte. Und obendrüber steht eben auch das Datum: 20.5.1996. Ich habe dieses Blatt noch heute, denn es ist mir kostbar.

Da steht: Man muss sich auf seinem Weg von seinem Inneren leiten lassen. Was einem Freude macht, was man gerne machen möchte.... solche Fragen muss man sich stellen.

Und: Wenn man sich auf seinen Weg begeben hat und sich in seinem Bereich weiterentwickelt, wird man auch immer mehr Menschen anziehen, die ebenfalls in die Richtung gehen. So werden wir langsam unsere spirituelle Familie wiederfinden, welche wir verloren haben. Zunächst werden wir die weniger engen Verwandten treffen und uns dann zu den engsten Familienangehörigen weiterbewegen.

Oder ganz aktuell: Berufe sollten keinem Wertungssystem unterliegen. Werden Menschen gemäss ihrem Talent - verbunden mit der dazugehörigen Freude - eingesetzt, dann sollten Arbeitsstunden gleich gewertet werden, ob man nun drei Stunden lang putzt oder einen Computer programmiert.

Sowie: Unser Bildungssystem muss revidiert werden. Die Menschen müssen ihre Stärken ausbilden. Nicht jeder sollte die gleichen Sachen lernen. Arbeite ich an meinen Schwachpunkten, kann ich meine Stärken nicht weiterentwicken. Da ich aber in meinem Bereich, dank meiner Be-Gabung (man achte auf das Wort Gabe) über einen Schlüssel verfüge, mittels welchem ich in Tiefen vordringen kann, die anderen verwehrt sind, kann ich dem Ganzen dienen. Nur ich verfüge über diesen Schlüssel. Tue ich nichts, tut sich auch für die Menschheit nichts in meinem Bereich.

Wolfgang Wiedergut, geboren 1961, hat nicht nur an der Uni Physik studiert, sondern auch in Indien die Veden und vieles mehr. Sein einziges Handicap war, dass er ein etwas monotoner Referierer war; einer, bei welchem sich der Zuhörer aktiv - auf eine etwas anstrengende Art - konzentrieren musste. Er beschäftigte sich mit Technologien für ein neues Jahrtausend... eine neue Welt. Als Spezialist in Sachen Schauberger-Physik, Nicolas Tesla, Wilhelm Reich und teilweise Walter Russell war er im Bereich Freie Energie, Levitation, Implosion etc. zuhause. Er war Gründer der Forschungsgruppe Bindu (1990), einer Arbeitsgemeinschaft für freie Energie.



Was Martin und ich bis vorgestern nicht wussten: Wolfgang Wiedergut ist im September 2008 überraschend an einem Krebsleiden, offenbar einem rasch aufgetretenen Kehlkopfkrebs, verstorben. Es gibt einige Leute im Netz die behaupten, man habe ihn als unbequemen Zeitgenossen "deleted" und frühzeitig ins Jenseits geschickt, zum Beispiel mit Hilfe von Polonium als unfreiwillig eingenommenes Nahrungsergänzungsmittel. Durchaus möglich, denn er wäre nicht der erste, der so entsorg wird, zum Beispiel wegen seines von Anbietern unabhängigen "Biotelefons" respektive "Gravitationstelefons", absolut elektrosmogfrei und GRATIS. Das entsprechende YouTube-Video ist jedenfalls gelöscht worden, die Frage ist nur von wem. Ja, wer den Mächtigen, Gierigen dieser Welt in den Weg gerät, dem kann alles passieren.

Nach langem Forschen habe ich heute (4. November 2013) doch noch ein Video betreffend Gravitationstelefon auf Youtube gefunden. Ist absolut sehenswert und darf gerne auch geteilt werden, zum Beispiel auf Facebook:





Wolfgang Wiedergut... sein Name Programm oder ein Versprechen, das er leider hier nicht mehr einhalten konnte? Vielleicht wird trotzdem alles wieder gut!? Wir haben ja jetzt einen Verbündeten auf der anderen Seite....

Mittwoch, 8. September 2010

Weko aufgeweckt?


"Der Schutz des Wettbewerbs ist die wichtigste ordnungspolitische Aufgabe in einer Marktwirtschaft. In der Schweiz wird sie in erster Linie über das Instrumentarium des Kartellgesetzes erfüllt." So begrüsst uns die Wettbewerbskommission, eine unabhängige Bundesbehörde (gibt es das?), auf ihrer Homepage. Es geht um die Bekämpfung schädlicher Kartelle, die Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen, die Durchführung von Fusionskontrollen sowie die Verhinderung staatlicher Wettbewerbsbeschränkungen.

So untersagt die WEKO beispielsweise am 22.4.2010 den Zusammenschluss von Orange und Sunrise als Massnahme gegen eine marktbeherrschende Stellung durch die fusionäre "Range Ruine SOS" (=Anagramm Sunrise/Orange) und zur Verhinderung eines Ausscheidens des aktivsten Netztbetreibers aus dem Markt.

"Monopolistische Beherrschung des Marktes", kennen wir das nicht auch aus anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Lebensmitteln. So gibt es wohl kaum noch Milchprodukte, die nicht vom EMMI-Riesen stammen.

Vor etwa 10 Jahren haben Martin und ich an einem Treffen der Rütiabgänger (Käsermeister) teilgenommen. Göttergatte war damals der einzige, der nicht in einem EMMI-Betrieb arbeitete, ausser seinem Kollegen, der in den USA lebt und auch dort tätig ist.

Aber auch das ist Geschichte. Seit Juli diesen Jahres gehört selbst diese Firma unter bewährte Fittiche, hinauskatapultiert aus dem deutschen Hochland in eine ungewisse Zukunft; die WEKO sah hier keinen Handlungsbedarf.

Langsam sehe ich schwarz und frage ich mich, wo ich meinen Raclettekäse künftig beziehen kann, denn "Martins" Firma stellt einen absolut köstlichen der Superlative her, unvergleichlich in Geschmack und Konsistenz und durch keinen andern zu ersetzen..... schmelz!!! Auch das ist wohl bald Geschichte....

Ob Uncle Bens oder Tante Emmi, was solls: so oder so wird es ein Morgen geben... und ein Übermorgen und irgendwann wird die Aera der Nicht-Unternehmer ein mehr oder weniger jähes Ende finden. Irgendwie kann es ja nicht ewig so weitergehen, oder?

ÜBRIGENS: Was ist der Untschied zwischen monopolistischer Beherrschung des Marktes?

Mittwoch, 19. Mai 2010

Multifunktionalität als Kunstkiller


Ich bin mir ganz sicher, dass Picasso seine grössten Werke gemalt hat, während er zwischen Staffelei und Küche hin- und herrannte, um nichts anbrennen zu lassen und gleichzeitig seiner Kreativität bildhaft Ausdruck zu verleihen.

Das war jedoch wohl eher nach seiner blauen Phase... eh... Periode. Kein Wunder sehen die Gesichter oft so verkorkst aus. Kunststück, vielleicht wusste er jeweils einfach nicht mehr, wo er verblieben war. Ich dagegen möchte nicht wissen, wie sich seine kulinarischen Werke dem Betrachter präsentiert haben. Wohl wie von Lastwagen überfahren!?

Gedanken einer kreativ-überforderten Hausfrau ;-)

Freitag, 7. Mai 2010

Klasse(n)stimmung in der Palucca-Schule


Es gibt sie noch, die Klasse(n)räume, in welchen eine konzentrationsförderne Ruhe und Ordnung herrscht. Diese Schülerinnen und Schüler wissen ganz klar, für wen sie lernen und warum. Die Motivation ist für niemanden Problem, weil jeder sie für sich selber erzeugt und auch der Respekt, den sich Ausbildner und Auszubildene gegenseitig entgegenbringen, ist kein Thema.

Was, keiner der "ey Mann, voll konkret krass" seine Füsse auf den Tisch legt, ein Bierchen zwitschert und ne qualmende Selbstgedrehte zwischen den Imponierfingern hält? Keine verbalen oder physischen Attacken des Lehrkörpers? Von der ersten Minute an kann man sich den wichtigen Dingen einer Unterrichtsstunde widmen! Unglaublich!!!!!!

Wer jetzt sofort seine Kinder da einschreiben möchte, muss jedoch wissen: es ist kein Zuckerschlecken. Ja, denn Zucker steht nicht zuoberst auf dem Ernährungsplan angehender Tänzer.

An der weltbekannten Palucca-Schule in Dresden bietet der Lehrplan für jede Hirn- und Körperzelle etwas: sämtliche normalen Schulfächer wie Mathe, Sprachen etc., dazu intensive Auseinandersetzung mit der richtigen Ernährung - die Kinder kochen selber - und eben Tanzen, Tanzen Tanzen.

Tanzen ist Schwerstarbeit, und wer nicht UNBEDINGT tanzen will, der sollte es von vornherein bleiben lassen. Auch ist die aktive Zeit auf der Bühne - von wenigen Ausnahmen mal abgesehen (Margot Fonteyn) - äusserst beschränkt. Man lernt intensivstens, um dann zwischen 20 und 30 allmählich seinen Zenit zu überschreiten respektive zu übertanzen.

"Vom Tanzen besessen" ist eine 6teilige Doku auf MDR (Donnerstag 19.50 bis 20.15). Die "Palucca-Kinder" träumen von der ganz grossen Tanzkarriere, doch der Weg dahin ist steinig und erst noch ohne jede Erfolgsgarantie. Einen kleinen Einblick in den Werdegang einer hoffentlich zukünftigen Solistin resp. eines künftigen Solisten bieten uns 4 Tanzeleven; die beiden Sechstklässler Nina und David sowie die Zehntklässler Pauline und Shirley, welche sich im letzten Jahr ihres Grundstudiums befinden.

Eines wird sofort klar: wer ein Ziel hat im Leben, lebt absolut fokussiert. Er kann es sich nicht leisten, seine Zeit totzuschlagen und Freizeit ist während der Ausbildung ein Fremdwort. Man lebt für einen Traum, der sich zudem nur in den allerseltesten Fällen erfüllt. Also nichts mit Gamen, Rumhängen, Rauchen, Rumtrödeln etc. Selbst die Liebe muss ein wenig warten. Dafür beschäftigt man sich tagaus-tagein mit etwas vom Faszinierendsten, was es überhaupt gibt: Bewegung mit all ihren Facetten!

Dass die Füsse einer 15jährigen Ballerina nach dem Spitzentanztraining alles andere als glücklich aussehen, gibt einem schon etwas zu denken. Die sahen übrigens schon vor der Lektion nicht mehr allzu gesund aus. Wie bei Spitzensportlern hinterlassen Extremansätze unverwischbare Spuren. Es soll Tänzerinnen geben, die ihre Schuhe mit Kalbfleisch, Schafwolle oder Toilettenpapier auspolstern, um den unerträglichen Druck besser zu ertragen. Ob es was hilft?

Schön ist jedoch, diese starken, zentrierten und begeisterungsfähigen jungen Menschen zu sehen, welche dem inneren Ruf folgen und sich voll und ganz ihrem eigenen, urpersönlichen Seelenausdruck widmen.

Ob es sich finanziell auszahlen wird, fragt sich hier übrigens keiner. Geld ist für einmal Nebensache, wenn auch nicht ganz unwichtig, denn es kann schon sein, dass eine Tänzerin während einer schwierigen Aufführung bis zu drei Paar Schuhe durchtanzt. Im normalen täglichen Trainingsalltag sind die Schuhe meist nach einer Woche schon "weich" und werden zunehmend unbrauchbar. Anders als Laien benötigen Profitänzerinnen zudem oft eine Massanfertigung, welche deutlich mehr kostet als ein 08:15-Modell. Ob die heutigen Banker und Manager bei einer solchen Einsatz-Ertragslage bereit wären, auch nur eine einzige Augenbraue hochzuziehen. Wohl doch eher nicht!!

Die Ausbildungszeit ist übrigens dennoch gut investiert. Noch heute profitiere ich mich von Dingen, welche ich einst in der Musical-Schule von Alain Bernard gelernt habe, der ersten Schweizerischen Musicalschule überhaupt. Und immer noch prägt Bewegung mein Leben, wenn ich mich auch heute noch subtiler und präziser bewegen und meine Energie gezielter einsetzen kann. Das Eintauchen in die Welt der Bewegungsanatomie ist tatsächlich erfüllend. Was für mich früher einen riesigen Kraftaufwand bedeutete, wird dank "paraphysischem" Bewegen mit Hilfe sämtlicher Energiekörper, zu einem wohltuenden Genuss. Wurde ich seinerzeit auch oft physisch und psychisch bis fast zum Geht-nicht-mehr gefordert, kann ich nur sagen: es hat sich mehr als gelohnt.

Michael Barischnikow meinte übrigens einst:
"I don't try to dance better than anyone else; I only try to dance better than myself"
"Ich versuche nicht, besser zu tanzen als alle andern, ich versuche lediglich, besser zu tanzen als ich selber". Ein super Ansatz, den es täglich neu auszuprobieren gilt!

Apropos Tanzen: Wie wäre es, wenn Sie wieder einmal das Tanzbein schwingen würden... heute, morgen oder spätestens übermorgen? Tanzen Sie's gut!

Freitag, 29. Januar 2010

Küchenmeister Schmalhans


Eine alte Frau mit Rollator steht vor mir an der Kasse. Umständlich kramt sie in ihrem Portemonnaie. Plötzlich bittet sie die Kassierin, die zwei Paar Schweinswürste (Fr. 5.-) zu stornieren. Ich bin schockiert, nicht wegen des Ansinnens, sondern wegen der Situation. "Dann gibt es halt ein Mittagessen ohne Würste, wenn ich nicht rechnen kann", meint sie fast entschuldigend.

In mir beginnt es zu arbeiten. Ein Gefühl der Trauer beschleicht mich. Kann es denn sein, dass man sich nach einem arbeitsamen Leben nicht einmal mehr ein Paar Würste leisten kann? Muss man tatsächlich in unserem Land hungrig vom Tisch? Am liebsten würde ich der Frau die karge Fleischration schenken, aber ich will sie damit nicht überfahren, will sie nicht beschämen. Wenn etwas in so einer Situation wichtig ist, dann dieses Gefühl von Würde; man darf es ihr nicht auch noch nehmen.

Der junge Mann hinter mir hat plötzlich nebst den 4 Büchsen Bier die zwei Paar Schweinswürste auf dem Band liegen. Er bezahlt sie und - sein Innenleben ist wohl etwas praktischer veranlagt, als das meine - schenkt der Frau die Würste. Ob sie sie annehmen konnte, weiss ich nicht, denn als ich mich Richtung Tür bewege, sind die beiden noch am diskutieren. Immer noch mit diesem Gefühl der Trauer gehe ich aus dem Laden.

Wir spenden Millionen... ja Milliarden für Auslandhilfe und vergessen dabei oft, dass es direkt vor unserer Nase Bedürftige gibt; Leute, welche nicht einfach essen können, worauf sie Lust haben, sondern was die Brieftasche noch hergibt. Das meiste ist wohl beim Bezahlen der Krankenkassenprämien draufgegangen! Da kann doch etwas nicht stimmen, oder?

Armut in der Schweiz? Und Mut braucht es tatsächlich, so zu Leben und den stetig steigernden Aderlass von Väterchen Staat klag- und illusionslos über sich ergehen zu lassen. Die Schere klafft immer weiter auseinander und macht schon fast den Spagat.

Ich gehe einmal davon aus, dass die Herren Ospel und Vasella mit solchen Problem niemals konfrontiert sein werden, es sei denn.......

Samstag, 29. August 2009

Lauter Fragezeichen


Ich gehe durch die Strasse und sehe plötzlich ganz bewusst: entgegen kommen mir lauter Fragezeichen!!! Es ist unglaublich!!!!! Keiner macht eine klare Aussage: "ich bin so, basta". Da ist Unsicherheit, Fremdbestimmtheit, Schüchternheit, Angepasstheit, Angst sogar... und in meinen Augen suchen sie Zustimmung. All das erinnert ein wenig an einen Maskenball. Pokerface ist Realität, jahrelang geübt und eingefroren. Und einmal Bewährtes traut man sich kaum mehr abzulegen; bewahre nein, denn was könnte darunter hervortreten!!

Stelle ich Lächeln über Trauer, Stärke über Schwäche, Härte über Verletzlichkeit, und das jahraus-jahrein? Warum? Wäre es nicht viel leichter, einfach zu sein.... sich selbst zu sein?

Bin ich auch so ein Fragezeichen? Lebe ich nur für die andern und dafür, nicht aufzufallen? Lebe ich davon, dass andere mich gut finden, sympathisch und intelligent? Hänge ich meine Fahne in den Wind? Opfere ich mein Kostbarstes um zu gefallen oder gar geliebt zu werden? Verbiege ich mich auf eine Weise, die nichts mit Yoga zu tun hat.

Wer bin ich? Eine Frage, die ich mir vollumfänglich vielleicht niemals werde beantworten können; eine, die jedoch nur für mich wirklich relevant ist.

Seien wir doch einfach wieder mehr wir selber, eher im Sinne eines Ausrufezeichens. Klettert zum Beispiel ein Gefühl der Wut den Gallenblasenmeridian empor, dann tun wir nicht so, als wäre nichts und knirschen mit den Zähnen. Manchmal beschert uns das Kaleidoskop der Emotionen ja auch etwas Wohltuendes, zum Beispiel Freude und Begeisterung. Juhuuuu! Es gibt doch einfach nichts Schöneres als authentisch zu sein. Und ist der Ruf mal ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert. Leben Sie auf... und leben Sie wohl!!

Dienstag, 18. August 2009

Moderne Zahnheilkunst - Prädikat "elegant"

"Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel", meinte einst Mahatma Gandhi. Das ist eigentlich auch bei mir in der Praxis die Philosophie. Sanft helfe ich meinen Klienten auf die Sprünge und so fühlt sich denn manch einer wie das berühmte junge Reh!.... oder wie heisst doch gleich das graue Tier mit dem Rüssel?

Dass das auch ganz anders geht, davon kann ich ein Liedchen singen. Im Sommer 2003 war die Praxis eines bekannten Zahnklempners Ausgangspunkt einer beispiellosen "Leidensgeschichte". Bei meinem 6er links wurde die Krone ersetzt, und zwar durch eine völlig unpassende. Von der Form her wie eine quadratische Pyramide, damit ja keine Essenreste in die nicht mehr vorhandenen Zahnlücken gelangen konnten. Der Medicus war jedoch nicht bereit, sich meinem subjektiven Eindruck zu beugen. Er meinte, ich würde mich an die Schmerzen und sonstigen unangenehmen Nebenerscheinungen mit der Zeit gewöhnen. In der Folge verschoben sich mehr als nur Zähne und Kieferknochen, aber ich will hier niemanden langweilen.

Rein zahntechnisch gesehen folgten eine Wurzelbehandlung, diverse Abschleiforgien, ein Zahnarztwechsel, weiteres Einschleifen, eine total neue Krone und so etwas wie ein neues, gutes Körpergefühl... bis ich eben kürzlich in ein Doppelsehen verfiel, und das in nüchternem Zustand. Ein Röntgenbild brachte es an den Tag, Granulome im Bereich der behandelten Wurzeln und ein Grund zu sofortigem Handeln.

Heute war es dann soweit, der Zahn wurde gezogen. Allein die Vorstellung war grauenhaft; sie wurde nur durch die Realität noch getoppt. Ernst - Schulkollege und neu verantwortlich für mein strahlendes Lächeln - entfernte zunächst die Porzellankrone und dann den vermeintlich kläglichen Rest in drei Teilen. Gott, so ein Zahn hält sich im Kiefer fest, das hätt' ich so nicht gedacht. Mein Wimmern ungeachtet sprach Ernst von einer eleganten Lösung und brachte mich wider Erwarten zum Lachen. Ich empfahl ihm, sich einmal eine Behandlung bei mir zu gönnen, um dem Ausdruck "elegante Lösung" ein anderes Gesicht zu geben.

Auch bei mir hat sich einiges getan. Neu klafft eine riesige Lücke in meinem sonst so makellosen Gebiss. Ich habe mir jetzt überlegt, eine Anzeige aufzugeben mit dem Text "Parkplatz zu vermieten".

Mittwoch, 12. August 2009

Haarsträubendes ....


Sollten Sie mir in den nächsten Tagen begegnen... auf der Strasse, im Tram oder im Dojo, vermeiden Sie das Wort Haare. N-ein, jetzt haben Sie's doch ausgesprochen, ich sagte doch explizit... !!! Nun müssen Sie mit den Folgen leben. Das kann ein Schreikrampf sein oder ein Wutanfall der sich ausweiten kann bis hin zum Feitztanz!

Ich war gestern bei meinem allerbesten Starfrisör. Er ist absolute Spitzenklasse und hat mein Haar wieder einmal super gebändigt. Allerdings hatte er das Gefühl, dass meine Strähnchen langsam etwas zu hell geworden waren und dadurch billig wirkten. Einige Zellen in mir stimmten ihm zu, denn irgendwie sah es so aus, als hätte da jemand sich im Supermarkt in der Tube vergriffen. "Ich dunkle Dir das mit einer Tönung ein wenig ab, der hellsten überhaupt."

Okay, kein Problem, nur locker vom Hocker meinen Tee geschlürft. In meinen dunkelsten Träumen hätte ich mir kein negatives Resultat vorstellen können. Nachdem die Tücher vom Kopf waren von mir die schüchterne Frage: "sag mal, ist das jetzt nicht grad etwas dunkel?", denn meine schönen Strähnchen waren... verschwunden!!
:-o :-@
"Nein, das hellt Dir sofort wieder auf, das sieht doch gut aus.", meinte der beste aller Coiffeure.

Bei "Yves Fashion for Hair" haben sie Tageslampen, und das getrocknete Haar sah eigentlich gut aus, und die Frau darunter eigentlich auch. Da ich aber eher einem Maulwurf gleiche und meine Höhle nur verlasse, um in Nachbarshöhlen - sprich Praxis und Dojo - aktiv zu werden, fehlt diese Art Licht.... und mir fehlen meine Lichteffekte. Sie fehlen mir so sehr, dass ich richtig leide. Das einzig helle in meinem Leben!!!!!! Heul-schluchz.

Seitdem nerve ich Pepe mit SMS, Telefonanrufen und Salonbesuchen. Vielleicht haben die in der Psychi ein Doppelzimmer für uns frei. Jedenfalls kann ich es kaum erwarten, dass die Sonne das ihrige tut. Mittels häufigem Waschen gedenke ich etwas nachzu-hell-fen. Aufheller wie Zitronensaft oder Kamille getraue ich mich nicht einzusetzen, da sonst die "Chose" sich möglicherweise grün verfärbt. Mir scheint schon jetzt, dass mein Haar an gewissem Licht grünlich wirkt. Oder sind dies die Reflexe meiner Gallenblasenenergie?

Oh, wie gut kann ich alle Germany's Next Topmodels verstehen, die beim Umstylen immer so ein Theater machen, mit Tränen und regelrechten Heulkrämpfen. Mädels, Euer Theater ist im Gegensatz zu dem, was ich hier aufführe, eine Ouvertüre.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Amazone trifft ... Amazonas




Man muss nur frech genug sein, zu fragen. Im Kemmeribodenbad ist nicht nur lecker Essen ein Thema, sondern offenbar auch die Kunst des Bogenschiessens. Und da sowohl der Chef als auch das gesamte Team die Kunst des Gastgebertums bestens beherrscht, haben sie mein Ansinnen, eine Auszeit als Amazone zu nehmen, tatkräftigst unterstützt.

Die Bogen wurden neu bespannt und auch eine kurze Einweisung inklusive Hinweis, dass es sich hier ganz klar um eine Waffe handle, lag drin, dann konnte es losgehen. Als Frau mit Oberweite aber ohne Brustschutz hat man die Schwierigkeit, den Busen vor der zurückschnellenden Sehne zu schützen. Aus diesem Grund habe ich meine Abgabeposition leicht angepasst, zulasten einer gewissen Treffsicherheit.

Es hat trotzdem ganz toll Spass gemacht bis zu dem Moment, als der Styroporwürfel mit der Zielscheibe vom Wind erfasst und zu Boden geworfen wurde. Leider ging dabei ein Pfeil zu Bruch. Hoffentlich ein gutes Omen!!!

Unnötig zu sagen, wer letztendlich besser geschossen hat. Obwohl ich recht gut war und sich meine Pfeile meist in die Zielscheibe bohrten, konnte man die Geschosse meines Freizeit-Tells kaum mehr aus dem Styropor entfernen. Der Mann hatte sich ja auch nicht um einen Busen zu kümmern, wenn er sicher auch da nicht nein gesagt hätte. Gegen den Amazonas kann eine Amazone höchstens mit Verbalattacken punkten.... oder eben mit einem schönen Busen!!

Freitag, 29. Mai 2009

Farbwechsel mit Folgen


Als Kleinkind hatte ich eine Mönchsfrisur. Mein Schädel war sozusagen aalglatt, meine Manieren sicher (noch??) nicht. Nach meiner Schwester, die mit Haupthaar durchaus punkten konnte, war dies für meine Eltern wohl ziemlich... gewöhnungsbedürftig. Was dann allmählich zu spriessen begann, war hell... sehr hell; fast weiss. "Äs Finöggeli", noch dazu emfindlich auf alles und schüchtern bis zum Gehtnichtmehr. Am liebsten hätte ich mich hinter Mutters Rockschössen dauerversteckt und die Aussenwelt einfach ausgeblendet. Fotografiert werden mochte ich gar nicht, und so gab ich mich auch schon mal bedeckt, besser gesagt zugedeckt.... zum Beispiel ganz praktisch mit einem Mantel oder eine Decke.

Die Jahre vergingen und selbstverständlich dunkelte ich allmählich etwas nach; war nicht mehr ganz so hell auf, dafür umso heller im Kopf. Je nach Licht hatte mein Haar zudem einen leichten rötlichen Schimmer.

Als Blondine lebt es sich nicht immer leicht, vor allem, wenn man Reisen in Länder wie Marokko, Tunesien oder Kenia unternimmt. "Nein" verstehen die Männer vor Ort nicht und geben auch nach mehrmaligem Abwinken (Abschreien) nicht auf, obwohl man nicht allein angereist und definitiv nicht auf Kontaktsuche ist.

Wie es so ist mit uns Frauen: an einem Wendepunkt meines Lebens entschloss ich mich zu einer Veränderung... genauer gesagt zu Mêches. Eigentlich sollten die hellblond werden, da riet man mir beim "Coiffure 13" zu Kupfer. Eigentlich hätte ich die Unglückszahl beachten sollen, denn das Resultat war katastrophal, die Strähnchen dicke Striemen und der Farbton entpuppte sich bei Tageslicht als Orange. 4 Stunden gekonnte Färbetechnik bei Coiffeur Aerni und ich sah wieder einigermassen aus, wie ich selber. Dennoch entschloss ich mich kurz darauf, dem Rotanteil in und auf mir mittels Henna zum Durchbruch zu verhelfen und ab dato lief ich meist als halber Pumuckl durch die Gegend.

Dass die Reaktionen auf einen Rotschopf anders sind als auf eine Blondine, merkte ich erst, als ich mich kürzlich wieder meinem Naturton zuwandte. Das ist tatsächlich irritierend. In der kurzen Zeit hatte ich bereits einige Erlebnisse, welche mir zu denken geben und auch irgendwie erklären, dass ich aufgrund meiner Schüchternheit oft Probleme hatte, solches aufzufangen. Heute, nach 25 Jahren Rotschub kann ich jedoch kontern.... und wie!!! Also denke ich jedenfalls, meine ich zu wissen, hoffe ich zu.... ehm... =D

Und vielleicht werde ich ja mal in Würde ergrauen oder wieder bei Weiss anfangen und so denn (Farb)kreis schliessen.

Freitag, 15. Mai 2009

Liebe ist...









....wenn er am frühen Morgen ihr Handy repatriiert.

Gestern Abend 0:44 Ortszeit. Ich will mein Handy aufladen und... ein Kontrollanruf bringt es an den Tag resp. die Nacht: mein Geschäftshandy ist weg.

Wo-wo-wo... woh mein Gott!!! Ausflippen mit Schalldämpfer ist nicht einfach, doch es gelingt einigermassen. Meine Sorge: es ist beim Einkaufen aus der Tasche rausgefallen. Mein Hirn dreht Runden wie Hamstibamsti.


Alles hilft nichts ausser Martins beruhigendem: "es wird wohl in der Praxis sein". Dein Wort in Gottes Gehörgang, denke ich und schlafe erstmal eine Runde. Heute Morgen, irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr dann die Entwarnung. Der beste aller Ehemänner ist mal eben schnell in der Praxis vorbeigefahren und hat das Teil geholt und es sogar gleich noch an den Strom gehängt. Das war einfach unsagbar toll von Dir, Schätzel, Du bist und bleibst der Beste. DAAAAANKE!!

Samstag, 18. April 2009

Mit Schirm, Charme und Melone


Mrs. Peel, wir werden gebraucht, sagt John Steed mit absoluter Zuverlässigkeit, wohlwissend, dass ihm ab dato nichts, wirklich absolut nichts passieren kann. An seiner Seite die wohl coolste Frau des letzten Jahrhunderts, ihrer Zeit weit voraus: charmant, schön, witzig, überlegt und überlegen, intelligent und vor allem schlagkräftig. Weh dem, der ihr ans Leder wollte, der hatte nicht mehr viel zu lachen. Im Gegenteil; Flugstunden waren angesagt. Es war das Ende einer langen Aera hilfloser, schreiender und in Ohmacht fallender Frauen.

In jungen Jahren war ich ein absoluter Fan nicht nur dieser Krimiserie, sondern vor allem eben von einem solchen Vorbild für viele Aspekte des Lebens. Was hätte ich darum gegeben, in Leder gepellt ebensogut auszusehen, wie Emma. Leider standen schon damals ein paar Pölsterchen zwischen mir und meinem Idealbild. Wie oft wünschte ich mir, so angstfrei zu sein und die Ruhe weg zu haben wie Mrs. Peel. Lag sie gefesselt bereit, gevierteilt oder zumindest halbiert zu werden, schrie und bettelte sie nicht um ihr Leben! Nein, sie äusserte einzig den Satz, dass sie nun wohl bald eine gespaltene Persönlichkeit haben würde.


Darauf muss man einmal kommen. So eine Reaktion wäre für mich undenkbar gewesen.

Auch Schäferhunde waren ganz scharf darauf, Emma zu Füssen zu liegen oder sie zumindest an den Knöcheln zu packen und ein wenig mit ihren wohlgeformten Knochen zu spielen... und dennoch wirkt die Frau noch immer überlegen.


Und bevor mit dem Revolver scharf geschossen wird, werden noch kurz die Haare zurückgestrichen mit jener unvergleichlichen Eleganz. Keine Hektik, keine Panik, allenfalls ein Glas Schampus... einfach cool, wie man der berühmten Intro entnehmen kann.


Dass ich heute auf 30 Jahre Aikido zurückschauen kann (ups) hat wohl auch mit der schlagkräftigen Amateur-Agentin zu tun. Mich hat es seinerzeit mehr als beeindruckt, dass man mit zwei scharfen Handkanten und ebenso vielen hochfliegenden Beinen immer alles Notwendige dabei hat, um dem Leben mit beiden Füssen ins Gesicht zu springen. Wenn ich mir allerdings die Kampfszenen unter den Aspekten Wirksamkeit der Techniken, optimaler Abwehr und überhaupt der Effizienz ansehe, dann ist mehr als klar, dass Emma Peel wohl nicht einmal gegen einen Schlafwandler im Nanoformat angekommen wäre. So ist es zum Beispiel eher ungünstig, seinen blossen Hals so völlig offen seinem Kontrahenten zum Würgegriff preiszugeben...


....und auch dieser Festhalter mit den Füssen wäre ganz leicht zu knacken.

Spielt aber alles keine Rolle. Ich liebe "Mit Schirm, Charme und Melone" - im Original the Avengers - noch immer und geniesse es, dass momentan die Kultserie auf Arte gezeigt wird. Allerdings sind die Folgen mit Diana Rigg leider schon ersetzt worden durch diejenigen mit Linda Thorson als Tara King, und das ist leider gar nicht mehr dasselbe.

The Avengers (die Rächer) hiess die Sendung ursprünglich, weil John Steed damals einen männlichen Partner mit Filmnamen Dr. David Keel hatte, welcher den Tod an seiner Verlobten rächen wollte. Er blieb danach der Serie erhalten und löste gemeinsam mit Steed noch einige Fälle. Nach einem Flop mit einem weiteren männlichen Partner wurde John dann ab der 2. Staffel jeweils eine Frau zur Seite gestellt. Die erste in der Reihe war Honor Blackman - vielen bekannt durch ihre Rolle der Pussy Galore in Goldfinger - welche nach 2 Staffeln das Zepter an Diana Rigg übergab. Mit resp. nach diesem Wechsel wurde die Serie erst international so richtig bekannt und eben Kult.

Seit April diesen Jahres gibt es übrigens eine DVD der 4. Staffel in deutscher Sprache; Juhuuuu. Eine Edition 2 ist für August 2009 angekündigt. Kleiner Tipp am Rande: über amazon.de wird man in Windeseile und zur vollsten Zufriedenheit bedient.... Taaaa-Tatatata!

Montag, 23. Februar 2009

Desperate Houswife oder...




Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?
Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?
Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?
Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?
Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?
Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse....?

Desperate Houswifes... ich muss gleich zugeben, ich habe diese Serie noch niemals gesehen; keine einzige Folge. Ich mag keine amerikanischen Soaps. Was dem Fernsehzuschauer in Programmhinweisen jedoch aufgetischt wird, hat wohl wenig mit der Realität eines Hausfrauendaseins zu tun. Als Hausfrau kann man auch keinen Oscar gewinnen sondern allenfalls einen Fruscar.

Nein, eigentlich!!! bin ich keine Hausfrau, sondern berufstätige Therapeutin und Aikidolehrerin, allerdings beides nicht zu 100 Prozent. So habe ich denn auch keine geeignete Ausrede dafür, Eimer und Lappen links liegen zu lassen und kulinarisch gesehen auf Fertiggerichte zu setzen. Da ich gerne gut esse, kann ich auf letztere sowieso verzichten. Das einzige Büchsenfutter, das bei uns im Regal steht, sind Maiskörner oder allenfalls Marzano-Tomaten im Glas. Alles andere wird höchstpersönlich eingekauft und frisch zubereitet.

Höchstpersönlich kochen... höchstperstöhnlich putzen.... ein Fitnessprogramm mit Gewöhnungsbedarf. Die meisten Frauen würden den Ironman vorziehen. Nein, das ist nicht ein Liebhaber sondern DER Triathlon schlechthin. Unsere Zukunftsaussichten sind jedenfalls dürftig, wird doch Staub und Dreck auch im laufenden Jahr nicht abgeschafft.

Von FLP erhalte ich gerade eine interessante Anweisung betreffend Ziele:

"Unsere Ziele bestimmen unser Wachstum. Viele von uns wählen ein viel zu kleines Ziel. Wenn wir uns vom Leben einen Franken wünschen, dann werden wir auch nicht mehr bekommen. 

Wir alle wissen, wie man Ziele setzt. Wie sonst wären Sie zu Ihrem heutigen Beruf, Ihrer Wohnung, Ihrem Auto gekommen?

Jonathan Swift sagte einmal: «Selig sind die, die nichts erwarten, denn sie sollen nicht enttäuscht werden.»

Wichtig ist, dass wir ein Ziel nicht ablehnen, nur weil wir glauben, es nicht erreichen zu können. Orientieren Sie sich nicht an dem, was realistisch ist, sondern an dem, was Sie wirklich wollen. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Ziel aber genau definieren. Haben Sie Ihr Ziel erreicht, merken Sie, dass es noch weitere Ziele gibt. Ziele sind dafür da, Ihrem Leben eine Richtung zu geben, sie sind eine Orientierungshilfe und die Motivation zu starten. Sie werden merken, dass sich Ihre Persönlichkeit im Laufe des Prozesses zur Zielerreichung erweitern wird. Erst wenn wir von unserem Leben das Beste erwarten, werden wir daran wachsen."


Ist ja interessant und stimmt vermutlich alles auch ganz genau. Selbstverständlich gibt es Tätigkeiten, die ich nicht nur besonders gut sondern auch voller Freude erledigen kann. In meinem momentanen Lebensabschnitt machen die, wenn es gut kommt, 10 bis maximal 15 Prozent aus. Meine übrigen Aktivitäten gehören zu den Dingen, die ich nicht besonders gut kann und bestenfalls verabscheue. Dazu gehört die leidige Buchhaltung, die bei einem Geschäft nicht ausgelassen werden können, vor allem aber der Haushalt.



"Reg Dich doch über den Schmutz nicht auf, es geht doch im Leben einfach darum, glücklich zu sein" mein Männiglich philosophisch, und hat damit ja sicher nicht ganz unrecht. Dass mit einem allfälligen Zustand von Glückseligkeit der Hausputz noch nicht gemacht ist, fällt den Herr(lichen) der Schöpfung nicht auf.

Herr - Herrlich, Dame - Dämlich.... und dämlich sind wir wohl schon ein wenig, würde ich meinen. Das war übrigens schon immer so, und so sind wir Frauen es, die erkennen, dass wohl leider trotzdem Hand angelegt werden muss, und zwar regelmässig.

Was macht mich zu einem Menschen zweiter Klasse? Warum kann ich nicht einfach meinem Seelenklang oder meinen Träumen folgen, meine Kreativität zum Ausdruck bringen und meine Zeit in Ziele investieren, die es zu avisieren lohnt?

Momentan putze ich an vier Orten zwischen 7 und 8 Stunden wöchentlich, obwohl ich nicht von der Putzfraueninsel geflohen bin. Warum kann ich mich nicht einfach futieren? Mich einfach des Lebens freuen? Ich kann es Ihnen sagen: an der Erziehung liegt's.

So erkennt selbst der Laie auf Anhieb, warum es keine weiblichen Pendants zu Mozart, Haydn, Beethoven, Bach, Vivaldi oder eben Rubens, Picasso, Monin, Manin, van Gogh etc. gibt. Allerdings bin ich mir bei den Werken Rodins nicht sicher, ob nicht einige nur unter seinem Namen laufen, aber eigentlich von seiner Geliebten Camille Claudel stammen.

Frauen hatten es in der Vergangenheit noch viel schwieriger als heute. So zum Beispiel die deutsche Physikerin Lise Meitner, welche die erste theoretische Erklärung für die von Otto Hahn entdeckte Kernspaltung lieferte und damit eigentlich das Fundament für den Bau der Atombombe legte. Sie erhielt keine spezielle Auszeichnung dafür. Otto Hahn dagegen erhielt für die Entdeckung der Kernspaltung einen Nobelpreis für Chemie.

Mit Chemie und natürlich deren optimalen Einsatz hat natürlich auch das Putzen entfernt zu tun. Einen Nobelpreis für Chemie gibt es dafür jedoch kaum.

Ob mir bei meinem Problem der Kauf eines Headshirts helfen könnte. Durch Aufdruck einen völlig neuen (Lebens)Ausdruck. Sich selber ausdrücken zu können, ist doch das Ziel eines jeden, oder? Und ich meine, vom mächtigsten Mann der Welt erwartet doch niemand wirklich, dass er nebenberuflich noch den Haushalt schmeisst, oder?

Sonntag, 1. Februar 2009

Unbändige Lebensfreude und Lebenslust...


....eine Frage des Alters, der Unbeschwertheit, der Verantwortungsfreiheit oder ganz einfach des nicht Informiertseins - wer weiss das so genau.

Tatsache ist, dass ich in jungen Jahren dermassen Lachen konnte, ja musste, dass es manch einem sicher auf die Nerven ging. Lachkrämpfe und Lachattacken häuften sich nämlich gerade dann, wenn ich nicht lachen durfte. Die Aufforderung: "lach nicht" wurde sofort und ganz automatisch mit anhaltendem Lachen beantwortet, was nichts mit meinem gut ausgebildeten Widerspruchsgeist zu tun hatte. Ich konnte einfach nicht anders. Wollte ich mein Lachen geheimhalten, zum Beispiel am Sonntag in der Predigt - wir Konfirmanden mussten noch jeden Sonntag in der ersten Reihe sitzen, unter den strengen Blicken des Pfarrers - führte das zu überdeutlich hörbarem Einziehen der Luft oder andernfalls zu bedenklichem Lufthunger. Es war einfach grauenhaft.

Schlimm waren auch die Lachverhältnisse im Theater. Die sind nämlich nicht heimlich, sondern unheimlich. Dein Text schreibt Dir vor, genau jetzt Deinem Partner etwas zu sagen, den Schlüsselsatz.... Du schaust ihn an und.... (wie in den Proben) stammelst bestenfalls ein paar Worte, und das mit bebender Stimme. Nichts ist erschreckender als von einer Lachsalve überrollt dem Künstlerleben hilflos ausgeliefert zu sein. So passierte es uns einmal, dass das ganze Ensemble aus kleinstem Anlass dermassen aus der Fassung geriet, dass wir uns alle mit zuckenden Schultern zum Publikum den staundenden Blicken minutenlang entzogen. Sich dann wieder aufzufangen!!!

Es ist ein wenig wie mit dem Erröten. Willst Du es nicht, weil doch soooooo cool, dann sorgt eine warme Welle sofort für einen mehr als rosigen Teint.

"Der Hansdampf im Schneckenloch hat alles, was er will. Und was er will das hat er nicht und was er hat das will er nicht..."

Mein Geburtstag jährt sich morgen zum 27sten Mal. Ich werde seit Jahren immer 27. Geheimnisumhüllt ist nur, wie lange schon. Mit dem Alter habe ich kein Problem und möchte keinesfalls zurück, auch nicht drei Stunden!! Ich bin froh für alle Erfahrungen, die hinter mir liegen, vor allem dann, wenn ich daraus noch die für mich notwenige - weil Not wendende - Essenz extrahieren konnte.

Eines ist mir jedoch zwischen Erschlagzeilen, Verantwortunsbewusstsein, Perfektionismus und Bernmobil abhanden gekommen... die Unbeschwertheit und manchmal auch Leichtigkeit des Seins. Diese zurückzugewinnen grenzt dann nämlich schon wieder an intensive (Selbst)Arbeit oder allenfalls an ein Wunder. Älter werden wir automatisch, dagegen helfen weder Hyaluronsäure noch die Schönheitschirurgen. Letztere planen allenfalls einen Angriff auf Ihre letzten Lachfältchen, welche noch an Ihre einstige Ausgelassenheit erinnern könnten.

Ich vermisse sie, meine Lachattacken und die Fähigkeit, einfach in den Tag hineinzuleben und mir keine Sorgen zu machen über Chemtrails, HAARP oder dessen kleinen Bruder LOIS (Text etwas mühsam!!) in Schweden, da wo nun offenbar jeder seine Mind-Control-Box unter fadenscheinigem Vorwand direkt im Hause installieren muss.

Und gerade, wenn man über all diesen Gedanken ins Grübeln zu kommen droht, wieder ein Lichtblick und Kraft für die Seelenfünkchen, ein Text von Paul Coelho:

DANKE

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich verwirrt haben;
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Freitag, 31. Oktober 2008

I FASs das alles nicht - moderner Zeh(e)nkampf


Gestern stand mal wieder etwas Abwechslung auf dem Jahresprogramm: eine Reise mit Schwesterherz nach Zürich an die IFAS. IFAS ist die Schweizerische (nicht internationale!) Fachmesse für Arzt- und Spitalbedarf. Woher das I kommt, habe ich auf die Schnelle nicht rausgefunden. In 7 Hallen kommt jeder auf seine Kosten, da geht es von A wie Administration bis V wie Verwaltung.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist es ja schon, wenn da der zukünftige Mr. Schweiz an der Nadel hängt und fürchterlich mit den Augenlidern klappert, während Miss Schweiz die neusten Kreationen aus dem Hause COSANUM - Schutzbekleidung Medizin - vorführt, derweil Herr Jedermann mit verrenkten Gliedmassen dekorativ in der Gegend rumliegt und auf meine kläglichen Rettungsversuche wartet.

Bei mir liegt ja die Messe-latte stets etwas zu hoch, denn ich stosse bei Ausstellungen aller Art jeweils an meine physischen und geistigen Grenzen; sei dies an der BEA oder im Louvre Paris, ich schaffe meist nur einen Bruchteil.
Vor Jahren, als ich gerade meine urpersönliche Fitnesswelle durchlief mit 14 Wochentrainings und einem sportgestählten Body, besuchte ich gemeinsam mit Muttern und Schwesterherz die BEA. Nach geschätzten 30 Minuten setzte ich mich hin und hielt Ausschau nach einem hübschen Arzt mit Defibrilatoren. Letztere gab es damals noch nicht und so japste ich denn nach Luft und trank in langsamen Schlückchen DAS Heilmittel schlechthin - eine ganz normale Cola.

Gestern gab es jede Menge Defibrilatoren, aber auch einen besonders eilfertigen Herrn, der mich daran zu hindern suchte, meine Balancierfähigkeiten auf dem SYPOBA zu testen (s. KURZUM-BLOG vom 10.12.2007). Ich stelle mich spontan und ganz harmlos drauf, gut antrainiert durch meinen Rola Bola, da packt mich jemand von hinten und behauptet, ohne ihn wäre ich jetzt umgefallen. Dass ich vor Schreck beinahe einen Herzinfarkt erlitt, nahm der muskelbepackte Adonis nicht wahr. Er bestand darauf, dass ich mich am "Laufgitter" festhielt, und so war an einen Gerätetest nach meinem Geschmack nicht wirklich zu denken.

Es gab jedoch jede Menge Spass und noch mehr "Kunden"geschenke: Kugelschreiber, Papierblöckli, Schlüsselanhänger, nochmals ein paar Kugelschreiber, ein zweiter Schlüsselanhänger, ein Kalender 2009, steriles Gesichtswasser für die gepflegte Frau, ein Regenschirm gegen den Schneematsch etc. etc. Meine Schwester empfand es zunächst als völlig unverschämt, was es doch für raffgierige Leute gab, die einfach ohne zu fragen Kugelschreiber en masse einpackten, bis sie dann entdeckte, dass man sich einfach bedienen MUSSTE, wenn man zu Potte kommen wollte. Wir sind ja lernfähig! Dass wir dennoch eher zu den bescheidenen Leuten gehören, sah man daran, dass unser Krims-Krams in einer Tasche Platz fand. Da gab es Damen... Frauen... eh.... die brachen unter der Last diverser Riesentaschen beinahe zusammen. Tztztztz.... Leute gibt's!
Man hätte sich die Sachen auch per Post zustellen lassen können, wenn man es früh genug eingefädelt hätte. Ich hatte nicht und dadurch wurde mir erst bewusst, was es heisst, mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein, oder eben nicht.

I FASs das alles nicht!!! Je mehr ich nämlich raffgiere oder gierraffe... und meinen Giraffenhals nicht vollkriege, umso schwerer schleppe ich. Das nächste Mal nehme ich einen Sherpa mit, oder zwei, denn wir gehen in 2 Jahren bestimmt wieder. In der Zwischenzeit besuche ich noch den Migros-Kurz "Messe besuchen leicht gemacht - moderner Zeh(e)nkampf praxisorientiert", damit ich alle Hallen schaffe... und nicht sie mich. Am Hürdenlauf beim Ausgang habe ich mich diesmal noch nicht versucht (s. Bild).

Sonntag, 19. Oktober 2008

An die Kinder des Sysiphos


Tja, was ist ein sinnvolles und erfüllendes Leben? Wenn die Migros 24 Stunden im Tag ihre Waren anbietet? Wenn meine Lieblingsserie im Fernsehen nicht gestrichen wird? Wenn mein Schatz mich mit einem 2 Karäter überrascht? Wenn ich mich fit fühle, gesund bin?

Ja, sicher, von allem ein bisschen und von manchem ein wenig mehr. Zufriedenheit und Freude wären gute Zutaten, daneben viel Spass und jede Menge Lächeln. Aber woher kriegt man das?

Bringt Sinnieren den Kern der Wahrheit wirklich an den Tag? Was wäre, wenn das Leben gar keinen Sinn hätte? Viele befänden sich dann auf einer Suche nach etwas, das es gar nicht gibt. Wie, wenn unser tägliches Streben nur ein Produkt von etwas Chemie gepaart mit Nervenaktivität wäre, so wie unsere Träume auch.

Neulich habe ich wieder einmal Beda Stadler in einer Diskussionsrunde überstanden, diesmal im "Nachtcafé". Es ging um Glaube und Religion. Purer Unsinn ist dies für den Immunologen, und er ist gegen Religiosität nicht nur immun sondern sozusagen allergisch. Er hält das ganze Geschwafel für gefährlich und ist der Ansicht, dass der Glaube an Gott mit einer Wahnvorstellung gleichzusetzen sei. "Wenn der Glaube Berge versetzen kann, warum wird er nicht im Bergwerk eingesetzt", fragt er.

Humanismus, Wissenschaft und Philosophie sind seiner Ansicht nach eine gute Basis, DIE Basis überhaupt, um als Mensch, und als solcher etwas entspannter zu leben. Irgendwo hat er wahrscheinlich recht, und zwar insofern als dass man immer tiefer ins Scheitern zu geraten droht, je mehr man sich bemüht.

Mir geht das in vielen Bereichen immer wieder so. Mein Drittberuf ist momentan Putzfrau. Etwas besser klingt da schon "Chefin Reinheit und Hygiene". Früher, als ich noch Mühe bekundete, mein Wohn-Schlaf-Koch-Klosett clean zu halten, hätte ich mir kaum vorstellen können, soviel Besen, Staubsauger und Putzlappen spazieren zu führen, und vor allem so oft. Aber ich bin ja noch am Lernen. Je mehr ich mich jedoch bemühe, die Arbeit ruhig und mit einem seeligmachenden Lied samt Lächeln auf den Lippen zu erledigen, umso mehr schlage ich hier den Kopf an, klemme dort den Finger ein... Bis es mich letztendlich verjagt und ich es wieder mal satt habe, Meister Sysiphus auch weiterhin zu dienen.

Ich frage mich dann jeweils: was lerne ich hier und wozu? Damit ich die Grabpflege gleich selber übernehmen kann, wenn ich mal auf dem Friedhof liege? Ich meine, ich habe keinen Nachwuchs und somit diesbezüglich etwas mehr Verantwortung.

Es ist einfach so: einiges liegt einem und geht leicht von der Hand; da ist der Lernprozess auch bald mal abgeschlossen, es sei denn, man möchte es wirklich zur Meisterschaft bringen. Andere Sachen geht man jedesmal von neuem mit der Hoffnung an, die Übung möge diesmal gelingen. Hoffnungen und Erwartungen sind dazu da, enttäuscht zu werden, darauf ist nun mal Verlass.

Darum, liebe Kinder des Sysiphos, wäre es eventuell an der Zeit, sich etwas weniger zu bemühen und vor allem keine Erwartungen zu hegen. Die Überraschung über all das, was trotzdem oder gerade deswegen gelingt, ist dann umso grösser und erfreulicher. Und was kann es im Leben nicht genug geben. Genau, die Freude!!

Mein Lieblingspilger Mu ist stets und immer noch am Lernen. Oft meint er, den Zustand des Nirvana in all seinen Zellen zu verspüren, dieses Gefühl der All-Einheit, bis.... er sich eines Besseren belehren lässt und... einfach weiterpilgert.

Und dieses Video möchte ich Ihnen in Anlehnung an meinen Eintrag vom 16.10. nicht vorenthalten:
Wenn er schon mal bei Sinnen bleibt, dann... könnte die Hochzeit trotzdem noch ins Wasser Fallen. Das ist jedoch nicht Sysiphos' sondern Murphys law!! Ich wünsche allen einen sinnvollen sonnigen Tag =D