Posts mit dem Label Schul-E-rziehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schul-E-rziehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Juli 2011

Lernen - apprendre = à prendre....

c'est à prendre (apprendre) ou à laisser
... ou à laisser!

Das französiche Lernen - apprendre - zeigt wieder einmal überdeutlich, wie intelligent Sprachen aufgebaut sind, und zwar ausnahmslos jede! Öffnet man sich nämlich der Worten innewohnenden Weisheit, erkennt man darin sogleich auch eine Art Gebrauchsanweisung.

Apprendre heisst lernen, aber auch begreifen, entdecken, erkennen, herausfinden und erfahren. Diese Begriffen sprechen von ganz viel Eigenarbeit. Lernen ist somit alles andere als ein Auswendiglernen irgendwelcher Fakten, sondern ein lebendiger Akt des Erahnens, gefolgt von einem freudigen Begreifen und Erkennen.

Wahres Wissen kann jederzeit angezapft werden, und damit ist für einmal nicht Google gemeint. Das einzige, was man tun muss, um an Wissen zu gelangen, ist: sich selber Fragen zu stellen resp. Fragen in den Raum zu stellen, am besten vor dem Einschlafen! "Klopfet an, so wird euch aufgetan", heisst es schon in der Bibel.

Wer Gurus, Professoren oder Büchern alles unverdaut glaubt, wird nicht selig.... allenfalls armselig und abhängig noch dazu. Wir verfügen selber über einen "24 hours Discovery Channel", den es zu nutzen gilt.

Lassen wir uns auf eine Art des Lernens ein, die den Gegebenheiten unserer Zeit entspricht. Das Wissen ist da, kostenfrei und für jeden stets zugänglich: C'est à prendre ou à laisser. Viel Spass beim Erkunden!

Montag, 18. Juli 2011

Kinderförderung.... oder doch eher Kinderarbeit?

angewandte Intelligenz
Man muss sich das Rüstzeug holen, um das Leben zu meistern, Ausruhen kann man sich auf dem Friedhof oder bestenfalls etwas früher, nach der Pensionierung, dann hat man Zeit! Etwa so empfand ich die Message meiner Grossmutter mütterlicherseits. Jahrelang habe ich mich denn auch in verschiedenen Bereichen versucht, schlau gemacht, aus- und weitergebildet.... ich habe geübt und geschuftet, bin immer tiefer in gewisse Gebiete eingetaucht, um jetzt plötzlich festzustellen: es ginge auch anders.

Eigentlich wurde mir dieses "anders" ja bereits in Kindertagen von einer meiner Cousinen vorgelebt. Sie war sowieso speziell. "Hast Du Esthers Aufgaben gemacht" wurde ihr Bruder Hans jeweils gefragt; sein "Nein" mit einem postwendenden "Warum nicht?" quittiert. Ich fasste es jeweils kaum und dachte, die Kleine müsste ihre Aufgaben doch selber machen oder halt gar nicht und dazu stehen; alles andere bringt doch nichts!

Obwohl sie es wohl schulisch nie auf eine Oberstufe geschafft hätte, verfügte sie durchaus über ganz viel praktische, angewandte Intelligenz. Wenn zum Beispiel Grosi väterlicherseits ihrem Powernapping frönte - nur echt mit Augenbinde und einem Hundertsiebenundzwanzigstel Kopfwehpülverchen - tauchte Klein-Esther nach einer kurzen Anstandspause auf, in der einen Hand Grosis Gebiss, in der andern das Märchenbuch: "Grosi, kannst Du uns noch ein wenig vorlesen?". Ja, denn ohne Zähne liest's sich schwer!

Als Esther dann schwanger wurde, hatte man allenthalben Bedenken. Sie gab ihrem Kind jedoch das Wichtigste, was es überhaupt gibt. Nein, ich spreche nicht von Essen, von Aufgabenhilfe, von blitzblank gebohnerten Böden oder Daueranweisungen, sondern von ganz viel LIEBE. Ihre Tochter war und ist ein wundervoller Mensch, der das Leben mit einer Leichtigkeit meistert, die auf Urvertrauen, Selbstwertgefühl und ganz viel Liebe beruht, einer Liebe, mit der sie nun ihrerseits alle, die ihr begegnen, beschenkt.

Klar bin ich heute froh, dass ich einige Sprachen spreche, über spezielle Fertigkeiten verfüge und gelernt habe, zu lernen. Wichtig war für mich aber auch, dass ich als Kind zwischendurch auch Zeit für mich selber hatte; um zu lesen, draussen zu spielen oder einfach zu sein. Wenn ich heute bei unseren Aikidokindern sehe, was alles in deren Agenden steht, wieviele Kurse sie nebst der Schule noch besuchen, dann wundert es mich nicht, dass beinahe jedesmal eines über unerträgliche Kopfschmerzen klagt - Spannungskopfschmerzen halt und zwar solche, bei denen ein Hundertsiebenundzwanzigstel Kopfwehpülverchen kaum etwas nützt und mit stärkerem Geschütz dagegen vorgegangen werden muss.

Ist es wirklich im Sinne unserer Steppkes, für alle Eventualitäten vorzubeugen resp. gerüstet zu sein und schon im zarten Alter von 10 Jahren über den Terminkalender eines Managers zu verfügen? Muss wirklich jedes Kind Frühenglisch büffeln, mindestens ein Instrument spielen und noch irgendetwas in Sachen Bewegung absolvieren? Wann bitteschön haben Kevin, Julia und Konsorten noch Zeit, eigenen Impulsen nachzugehen? Fördern ist gut, aber wo ist fängt die Überforderung an, oder gar die Kinderarbeit?

PS: Meine Cousine Esther ist leider gestorben, 4 Wochen nach der Geburt ihres ersten Enkelkindes. Das kann ich übrigens irgendwie immer noch nicht ganz begreifen! Es macht mich einfach traurig!

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Erziehung nach Apple-Art: von wegen Aufmerksamkeitsstörung...

Auch ein Eye-Pad macht glücklich .... manchmal
Gestern waren wir zu einem Geburtstagsbrunch eingeladen. Der Startschuss fiel um 10 Uhr; Dauer der Veranstaltung: über 5 Stunden!

Vor Ort waren auch gegen 20 Kinder verschiedenen Alters. Die besetzten gleich einen Tisch für sich und genossen es, für einmal ohne das gestrenge Auge ihrer Erzieher essen zu können, was und soviel sie wollten. Wer jetzt glaubt, dass es nach Pappsatt aus war mit der Seelenruhe für alle über 14, der hat sich getäuscht.

Mein Schwager Edi hatte nämlich ein iPad in seine Jackentasche gequetscht, man weiss ja nie, wie so ein Tag noch läuft. Meine Schwägerin hatte davon irgendwie Kenntnis und war auch über die Spieleauswahl (Apps) bestens informiert. Da sie nun mal Geburtstag hatte, durfte sie denn einen virtuellen Sportwagen mehrmals über die Klippen ins Meer fallen oder in den nächsten Baum krachen lassen. Bald aber hatten die Kiddies das angebissene Apfelstück jedoch für sich gekapert und absolvierten ihre erste Fahrstunde. Zuerst nur einer, doch alsbald zogen und stiessen 4 Jungs konzentriert das Auto in die gewünschte Richtung..... stundenlang ohne Anzeichen einer Ermüdung. Aber auch die Erwachsenen scharten sich um die kleine Gruppe und versuchten sich schon nach einigen Minuten kurz an die Summe zu erinnern, die nach ihren Dezember-Einzahlungen von der Bank als Kontostand ermittelt worden war. Ob da wohl bald so ein moderner "Flachmann" drinliegen würde? Was heisst hier ob und würde: MUSS ICH HABEN, lautete die interne Diagnose.

Mittlerweile waren die fleissig-schweisigen Finger des hoffnungsfrohen Nachwuchses am Touchscreen festgewachsen. Letzterer sah aus, als ob man problemlos ein Spiegelei drauf braten könnte, und das ohne jede Fettzugabe. No problem, der gutmütige Edi - die Kiddies wussten übrigens bald einmal, wie Schwagerherz heisst; Kinder wissen immer sofort, wie die wichtigen Leute heissen - hatte die Art Pullover an, mit der man jeden Spiegel blank und jeden Bildschirm zum Glänzen bringt und anschliessend erst noch das Tafelsilber putzen kann. Er kam allerdings erst nach etwa 4 Stunden dazu, dem letzten Spieler das Teil praktisch per Skalpell aus der Hand zu schälen und das auch nur, weil dessen Vater sagte: Jason, wir müssen jetzt wirklich gehen! Das war der Startschuss für die Erwachsenen, welche nun ihrerseits eine Runde Rommé spielen wollten.

Kann sich ein Kind in der Schule 5 Stunden lang konzentrieren? Definitiv nein! Die meisten haben eine sogenannte Aufmerksamkeitsstörung. Ja man teilt uns Menschen nicht nach PS ein, sondern nach ADS oder ADHS. Ohne Ritalin geht da bei vielen schon längst nichts mehr!

Alles was es braucht ist ein iPad, und schon zeigen uns selbst die Jüngsten, was "Ausrichtung auf Eines" oder "Zielgerichtetheit" bedeutet! Könnte es sein, dass der Schulstoff inklusive Lehrmethoden über die Jahre nicht interessanter geworden sind? Könne es sein, dass Kinder auch heute Schule grösstenteils als langweilig wahrnehmen?

Interessant ist bei Apple-Geräten, dass man kein Verkaufsgenie zu sein braucht, um so ein technisches Meisterwerk an den Mann, die Frau UND sogar ans Kind zu bringen. So ein i-Ding verkauft sich von selbst! Ob es daran liegt, dass sich die Händler nur noch deshalb etwas ins Zeug legen müssen, damit die Leute nicht alles direkt im Apple Store bestellen?

Meine Nachforschungen haben ergeben, dass auch wir uns Ende Jahr nach Überweisung sämtlicher Krankenkassenprämien, Steuerraten, Versicherungsprämien, Telefonrechnungen, Mitgliederbeiträgen etc. doch noch ein Eye-Pad werden leisten können. Ist das nicht toll?

Dienstag, 25. Mai 2010

From Bearwatch to Bearwatsch...


Gestern in aller Hergottsfrühe haben wir uns aufgemacht zum Bearwatching. Die Kleinen sind wirklich mega süss und am Morgen richtig hyperaktiv. Wir haben in kürzester Zeit die ganze Palette ihrer bisher antrainierten Fähigkeiten geniessen dürfen: rennen, klettern, Steine verschieben, kämpfen und sogar etwas schwimmen. Fressen können sie auch, fast schon so viel wie Mama-Bär, welcher sie meist auf Schritt und Tritt folgen. Und der schien das urplötzlich auf den Wecker zu gehen... und Klatsch, kriegte das eine eine Watsche, dass es das Gleichgewicht verlor und Katja Saalfrank vor Schreck wohl in Ohnmacht gefallen wäre.

Ein typischer Fall von Bearwatsch! Ob sich das Jugendamt einschalten und Urs und Berna in eine Pflegefamilie geben wird, ist noch nicht ganz ausgefochten!

Man sieht es jedoch immer wieder. Tiererziehung ist alles andere als antiautoritär. Man fragt auch nicht für alles und jedes die Kleinen, was sie und wie sie es gerne hätten. Oft genügt es, wenn Mama Bär eine Braue anhebt, manchmal knurrt sie vielleicht und ab und setzt es halt auch eine Backpfeife. Sagt einer heutzutage öffentlich, ein Klaps auf den Hintern habe einem Kind noch nie geschadet, wird er gleichentags verhaftet.

Ob unsere Erziehungsmethoden besser sind als die von Björk? Jedenfalls hat der Kleine sofort munter weitergespielt und wird sicher das eine oder andere Mal wieder an Mutters Grenze gehen... oder eben darüber hinaus. Was diese auch mal bereit ist zu tun....

.... eindrücklich!! Wir bleiben an dem Fall dran ;-)

Freitag, 7. Mai 2010

Klasse(n)stimmung in der Palucca-Schule


Es gibt sie noch, die Klasse(n)räume, in welchen eine konzentrationsförderne Ruhe und Ordnung herrscht. Diese Schülerinnen und Schüler wissen ganz klar, für wen sie lernen und warum. Die Motivation ist für niemanden Problem, weil jeder sie für sich selber erzeugt und auch der Respekt, den sich Ausbildner und Auszubildene gegenseitig entgegenbringen, ist kein Thema.

Was, keiner der "ey Mann, voll konkret krass" seine Füsse auf den Tisch legt, ein Bierchen zwitschert und ne qualmende Selbstgedrehte zwischen den Imponierfingern hält? Keine verbalen oder physischen Attacken des Lehrkörpers? Von der ersten Minute an kann man sich den wichtigen Dingen einer Unterrichtsstunde widmen! Unglaublich!!!!!!

Wer jetzt sofort seine Kinder da einschreiben möchte, muss jedoch wissen: es ist kein Zuckerschlecken. Ja, denn Zucker steht nicht zuoberst auf dem Ernährungsplan angehender Tänzer.

An der weltbekannten Palucca-Schule in Dresden bietet der Lehrplan für jede Hirn- und Körperzelle etwas: sämtliche normalen Schulfächer wie Mathe, Sprachen etc., dazu intensive Auseinandersetzung mit der richtigen Ernährung - die Kinder kochen selber - und eben Tanzen, Tanzen Tanzen.

Tanzen ist Schwerstarbeit, und wer nicht UNBEDINGT tanzen will, der sollte es von vornherein bleiben lassen. Auch ist die aktive Zeit auf der Bühne - von wenigen Ausnahmen mal abgesehen (Margot Fonteyn) - äusserst beschränkt. Man lernt intensivstens, um dann zwischen 20 und 30 allmählich seinen Zenit zu überschreiten respektive zu übertanzen.

"Vom Tanzen besessen" ist eine 6teilige Doku auf MDR (Donnerstag 19.50 bis 20.15). Die "Palucca-Kinder" träumen von der ganz grossen Tanzkarriere, doch der Weg dahin ist steinig und erst noch ohne jede Erfolgsgarantie. Einen kleinen Einblick in den Werdegang einer hoffentlich zukünftigen Solistin resp. eines künftigen Solisten bieten uns 4 Tanzeleven; die beiden Sechstklässler Nina und David sowie die Zehntklässler Pauline und Shirley, welche sich im letzten Jahr ihres Grundstudiums befinden.

Eines wird sofort klar: wer ein Ziel hat im Leben, lebt absolut fokussiert. Er kann es sich nicht leisten, seine Zeit totzuschlagen und Freizeit ist während der Ausbildung ein Fremdwort. Man lebt für einen Traum, der sich zudem nur in den allerseltesten Fällen erfüllt. Also nichts mit Gamen, Rumhängen, Rauchen, Rumtrödeln etc. Selbst die Liebe muss ein wenig warten. Dafür beschäftigt man sich tagaus-tagein mit etwas vom Faszinierendsten, was es überhaupt gibt: Bewegung mit all ihren Facetten!

Dass die Füsse einer 15jährigen Ballerina nach dem Spitzentanztraining alles andere als glücklich aussehen, gibt einem schon etwas zu denken. Die sahen übrigens schon vor der Lektion nicht mehr allzu gesund aus. Wie bei Spitzensportlern hinterlassen Extremansätze unverwischbare Spuren. Es soll Tänzerinnen geben, die ihre Schuhe mit Kalbfleisch, Schafwolle oder Toilettenpapier auspolstern, um den unerträglichen Druck besser zu ertragen. Ob es was hilft?

Schön ist jedoch, diese starken, zentrierten und begeisterungsfähigen jungen Menschen zu sehen, welche dem inneren Ruf folgen und sich voll und ganz ihrem eigenen, urpersönlichen Seelenausdruck widmen.

Ob es sich finanziell auszahlen wird, fragt sich hier übrigens keiner. Geld ist für einmal Nebensache, wenn auch nicht ganz unwichtig, denn es kann schon sein, dass eine Tänzerin während einer schwierigen Aufführung bis zu drei Paar Schuhe durchtanzt. Im normalen täglichen Trainingsalltag sind die Schuhe meist nach einer Woche schon "weich" und werden zunehmend unbrauchbar. Anders als Laien benötigen Profitänzerinnen zudem oft eine Massanfertigung, welche deutlich mehr kostet als ein 08:15-Modell. Ob die heutigen Banker und Manager bei einer solchen Einsatz-Ertragslage bereit wären, auch nur eine einzige Augenbraue hochzuziehen. Wohl doch eher nicht!!

Die Ausbildungszeit ist übrigens dennoch gut investiert. Noch heute profitiere ich mich von Dingen, welche ich einst in der Musical-Schule von Alain Bernard gelernt habe, der ersten Schweizerischen Musicalschule überhaupt. Und immer noch prägt Bewegung mein Leben, wenn ich mich auch heute noch subtiler und präziser bewegen und meine Energie gezielter einsetzen kann. Das Eintauchen in die Welt der Bewegungsanatomie ist tatsächlich erfüllend. Was für mich früher einen riesigen Kraftaufwand bedeutete, wird dank "paraphysischem" Bewegen mit Hilfe sämtlicher Energiekörper, zu einem wohltuenden Genuss. Wurde ich seinerzeit auch oft physisch und psychisch bis fast zum Geht-nicht-mehr gefordert, kann ich nur sagen: es hat sich mehr als gelohnt.

Michael Barischnikow meinte übrigens einst:
"I don't try to dance better than anyone else; I only try to dance better than myself"
"Ich versuche nicht, besser zu tanzen als alle andern, ich versuche lediglich, besser zu tanzen als ich selber". Ein super Ansatz, den es täglich neu auszuprobieren gilt!

Apropos Tanzen: Wie wäre es, wenn Sie wieder einmal das Tanzbein schwingen würden... heute, morgen oder spätestens übermorgen? Tanzen Sie's gut!

Montag, 14. September 2009

Jugendliche Straftäter und Samthandschuhe?


Mit Samthandschuhe solle man gerade diejenigen anfassen, welche ihre Mitmenschen im Extremfall zu Tode prügeln, wie dies tragischerweise letzten Samstag auf einem Münchner S-Bahnhof geschehen ist. Das ist glatter Mord... ein Mord aus purer Frustration!

Samthandschuhe gehören meines Wissens nicht ins Waffenarsenal gewaltwilliger Halbwüchsiger. Da finden sich vielmehr Eisenstangen, Schlagringe oder gar Schusswaffen.

Heute auf RTL sagte ein Prügeltäter ganz offen, Deutschland sei blöd. Er wisse, dass er selbst dann, wenn sein Opfer an den Folgen eines Übergriffs sterben sollte, maximal ein halbes Jahr hinter Gitter müsse. No problem. Und er sehe nicht ein, warum er für sein Geld schwitzen solle, wenn es bei andern so einfach zu holen sei.

Eins ist klar: ein wirklich selbstsicherer Mensch, ein angstfreier Mensch schlägt nicht zu. Ein solcher Mensch macht auch anderen keine Angst. Angst und Aggressivität gehören zusammen; Angst, gepaart mit Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühlen und fehlender Frustrationstoleranz löst aggressives Verhalten aus. Da genügt dann oft ein Blick, und die Gang schlägt zu. Ja, denn Alleintäter sind relativ selten, dazu sind sie zu feige. Nur in der Gruppe kommt genügend Unmut zusammen, um handlungsfähig zu sein.

Aggression macht in gewissen Situationen Sinn und kann lebensrettend sein. Ist es das einzige Gefühl, dessen ich noch fähig bin, dann ist es mehr als bedenklich.

Ich bin der Meinung, dass auch Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden MÜSSEN. Sie haben heute bereits in jüngsten Jahren schon fast alles erlebt. Viele haben in einem Alter Kinder, indem man sich früher noch kaum für das andere Geschlecht interessierte. Wer nicht mit 15 mindestens 3 gescheiterte Beziehungen hinter sich hat, ist eine alte Jungfer. In gewissen Lebensbereichen sind Jugendliche heute früher reif, in anderen leider um einiges später bis nie.

Sicher ist noch kaum jemand im Gefängnis zu einem besseren Menschen mutiert, ausser vielleicht Karl May. Das wäre ein Punkt, der gegen lange Haftstrafen spricht. Dennoch geht es meines Erachtens nicht, dass man fast ohne Konsequenzen andere in Angst und Schrecken versetzen, zum Behinderten oder gar zu Tode prügeln kann, und die Deutschschweizer Jugendheimleiter stellen fest, "dass sich die Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenenalter halt in einem Reifeprozess befänden und dass es Aufgabe der Gesellschaft und damit auch des Jugendstrafrechts sei, diesen Reifeprozess durch geeignete Massnahmen zu begleiten."

Jugendliche wollen ja selber als erwachsen wahr- und für voll genommen werden, und vielleicht ist es gerade dies, was wir auch in (straf)rechtlicher Hinsicht tun sollten. Vielleicht könnte das den einen oder andern zum Nachdenken bringen, zum Nachdenken darüber, was eine angemessene Reaktion auf Kleinigkeiten wäre. Zudem sollte schon Kleinkindern beigebracht werden, das nicht alles immer nach dem eigenen Kopf läuft.

Dominik B. hatte 4 Kindern helfen wollen, indem er ihnen anbot, mit ihnen auszusteigen und die Gefahrenzone zu verlassen. Er hat sein an sich korrektes und überlegtes Handeln mit seinem Leben bezahlt. Wie es jetzt den Anschein hat, kommen die 17- und 18jährigen Täter diesmal nicht so einfach davon, denn die Anklage lautet auf Mord. Vielleicht ein erster Schritt in eine neue Richtung?

Dienstag, 30. Juni 2009

Multikulti und die Rechtschreibung


Die Schweiz ist ein Multikultiland. Viele Einwanderer sprechen gar kein Deutsch oder nur grad ein paar Worte! Vom Schreiben wollen wir gar nicht sprechen, und auch die hier geborenen und aufgewachsenen Kinder tun sich schwer mit der Deutschen Sprache, Rechtschreibung und Grammatik. Das soll nun alles besser werden, d.h. wir kommen allen, die Mühe bekunden, ein wenig entgegen. Hier die vorgeschlagenen Massnahmen

Vereinfachung der deutschen Sprache in nur 5 Schritten:

Erster Schritt:
Wegfall der Grossschreibung:
einer sofortigen einführung steht nichts mehr im weg, zumal schon viele grafiker und werbeleute zur kleinschreibung übergegangen sind.

zweiter schritt:
wegfall der dehnungen und schärfungen:
diese masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonantenverdopelung hat onehin nimand kapirt.

driter schrit:
v und ph ersetzt durch f, z durch s und sch verkürtzt auf s:
das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, sreibmasinen und setsmasinen fereinfachen sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugefürt werden

firter srit:
g, c und ch ersetst durch k, j und y durch i:
ietst sind son seks bukstaben auskesaltet, die sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürtst werden, anstat aktsik prosent rektsreibunterikt könen nütslikere fäker wi fisik, kemi oder auk reknen mer kepflekt werden.

fünfter srit:
wekfal fon ä-, ö- und ü-seiken:
ales uberflusike ist ietst auskemertst, di ortokrafi wider slikt und einfak, naturlik benotikt es einike seit, bis dise fereinfakung uberal riktik ferdaut ist, fileikt ein bis swei iare. ansliesend durfte als nekstes sil di fereinfakung der nok swirikeren und unsinikeren kramatik anfisirt werden.

Das kommt Ihnen nun fast holländisch rüber? Mir auch. Möglicherweise waren die Niederländer ursprünglich Deutsche, welche sich einer neuen Rechtschreibung zu- und von der traditionellen Schreibweise abwandten. Ein Blick ins Jahr 3020 würde zeigen, wohin Anpassungen dieser Art uns führen. Unschwer festzustellen, dass ich mich immer noch an mittlerweile antiquierte Regeln halte. Wie man aber auch immer schreiben möchte, gegen eine anständige Buchstabensuppe hat doch wohl niemand etwas einzuwenden, oder?

Dienstag, 17. März 2009

Intelligenz im Test: DBDDHKP - UKKU








Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen - und keine kalten Umschläge.

Ich weiss, dass ich nicht dumm bin, und brauche mir dies eigentlich nicht zu beweisen. Wer jedoch schon mal Günther Jauchs "Wer wird Millionär" mitgespielt hat und dabei eventuell sogar die Millionenfrage lösen konnte, ist eindeutig auf den Geschmack gekommen. Nichts ist schöner als Antworten auf Fragen zu finden, denn genau das fällt uns oft sonst im Leben schwer. Nun könnte man natürlich ins "Wer wird Millionär"-Trainingslager einloggen und dort die aktuellen Fragen der letzten Sendungen nachspielen. Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn man diese NICHT gesehen hat, ansonsten bestätigt man sich allenfalls eine gute Gedächtnisleistung.

Um die auf Facebook oft angepriesenen Intelligenztest zu machen, bin ich zu intelligent, denn eine Auswertung der Antworten ist kostenpflichtig und bei gewissen handelt man sich ein Abonnement ein.

Auf 20Minuten nun gibt es ein Quiz mit Fragen zu Allgemeinwissen, Politik, Kultur etc. Da gibt es sehr interessante Fragen, zum Beispiel: In welcher Stadt steht der Zwinger? Dösköppe, in jeder Stadt steht ein Zwinger! Ich meine, wohin sonst mit den Hunden. Wenn sämtliche streunenden Viecher nach Erfurt, Dresden, Weimar oder Leipzig verfrachtet werden müssen, wird das echt mühsam.

Weitere Frage: Welche Sportmoderatorin leistete sich den Versprecher "Schalke 05"? Da sitz doch wem echt der Schalk im Nacken, was hat das mit Allgemeinwissen zu tun, weiss doch jedes Kind, dass es Carmen Thomas war, die eigentlich sagen wollte: Schalke 08:15.

Und weiter: Was ist ein Umami. Falsch, kein undeutlich ausgesprochener Tsunami; auch nicht klein Hänschen der meint: uh-Mami, ich habe Hunger, obwohl es schon etwas mit Essen zu tun haben scheint. Gemäss Wiki Pedia ist es die Feinschmecker-Bezeichnung für den Geschmack von Shiitake-Pilzen. Diese Antwort kommt nicht vor, sondern allenfals "japanische Bezeichnung für faulen Fisch". Ich sage ganz ur-schweizerisch: das ist alles fauler Zauber.

Aber hier etwas Geschichtliches: Wer verlor am 27. Mai 1905 die Seeschlacht bei Tsushima? Keine Ahnung, habe damals noch nicht gelebt, allerdings weist die Silbe "shima" (Insel) auf Japan hin und Wiki sagt, die Russen haben verloren.

Etwa in der Währung geht es weiter bei 20Minuten. Da will man wissen, wie viele Spieler des deutschen Fussball-WM-Kaders von 1954 vom 1. FC Kaiserslautern kamen. Ich frage Sie, was hat das mit Intelligenz zu tun? Mein Resultat war niederschmetternd: 65 Prozent der 20Minuten-Leser waren intelligenter als ich und seither trau ich mich kaum mehr auf die Strasse.

Dass man bei der Auswertung von Fragen auch ganz kreative Ansätze haben kann, zeigen uns diverse Schüler (s. Fotos). Das ist der absolute Oberhammer, dafür verdienen die Kiddies einen Ehrenorden!!

Übrigens: Risiken und Nebenwirkungen sogenannter Intelligenztests sind noch nicht mittels Langzeitstudien untersucht worden; die tragen wir momentan noch vollumfänglich selber.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Kinder? Gerne - aber zum doppelten Tarif

Wir kennen es ja. Unsere lieben Kleinen geniessen das Vorrecht, u.a. in ÖV und SBB zum halben Preis zu reisen. Da wäre eigentlich auch nichts dagegen einzuwenden, wenn sie sich auch halbwegs wie Erwachsene aufführen könnten.

Säuglinge melden sich gewöhnlich mit lautstarkem "Uää-uäää" zu Wort, wenn man dem so sagen kann. Da ist man jeweils heilfroh, dass man sich relativ einfach der Verantwortung entziehen und weghören kann. Donna nobis oro pacem - im Zweifelsfalle Oropax!!

Die etwas grösseren sind ja eigentlich ganz süss. Wie sie ihre Mütter mit Fragen löchern und mit was für welchen!!! Versucht man seinerseits, sich mit diesen Ansätzen auseinanderzusetzen, lernt man das Leben spielerisch neu erfahren. Etwas mit Kinderaugen zu betrachten ist ein Segen.

Weniger in diesen himmlischen Bereich gehört, dass sich der Nachwuchs gerne Blick nach aussen verschafft oder dem Chauffeur beim Fahren zuschauen möchte. Da die Knirpse noch so klein sind, stehen sie dazu auf die gepolsterten Sitze, egal wie dreckig ihre Schuhe sind. Im immer noch (oder wieder) antiautoritären Zeitalter, mit Eltern, welchen die Lust auf Diskussionen mit ihren Kleinen längst vergangen ist, muss man sich da jeweils entweder aufregen oder einmischen. Meist entscheide ich mich für letzteres. Oft genügt ein "nein", und Papas Liebling weiss haargenau, wo dieses einzuordnen ist.

Sehr beliebt bei unseren Kindern ist auch die Dauerverpflegung. Man will ja nicht zwischen Bahnhof und Breitenrain verhungern, wäre doch schade um ein so vielversprechendes Potential. Aus diesem Grund wird oft der ÖV zum Picknickplatz und die kleinen Gourmets und Gourmands zu Krümelmonstern.

Am liebsten sind mir ja die Schulklassen. Jeder überschreit jeden und versucht zu gewährleisten, dass auch ja jeder Traminsasse die "Bonmots" mitkriegt. Und wenn jeder noch seinen Scooter dabei hat, dann wird so ein "Schlitten" proppevoll.

In meinem näheren und weiteren Umfeld sehe ich mehr und mehr überforderte Eltern. Sie haben sich das mit dem Weitergeben ihrer hochkarätigen Gene etwas anders vorgestellt. "Erziehung ist Erpressung", sagen die einen, "ich muss den ganzen Tag nur reden" die anderen. Ich denke, dass auch der zeitliche Aspekt eine grosse Rolle spielt. Die meisten Eltern haben die gar nicht mehr und viele mögen nicht ihre ganze Lebenskraft in den Nachwuchs investieren. 

Die Zeiten haben sich geändert und natürlich auch die kleinen Leute. Erziehung ist jedoch auch heutzutage idealerweise keine Diskussionsrunde. Dass es damit nicht einfacher wird, zeigen uns Fernsehformate wie der "Club" oder die "Arena". Wie im Tierreich muss es ein "Leittier" geben, das sagt, was jetzt (nicht) läuft.

Kinder sind nicht Erwachsene mit halber Körpergrösse, und Kinder müssen und dürfen Kinder sein. Dennoch sollte das Ge-horchen, das Zuhören, das Aufnehmen und Umsetzen von Impulsen aus der Erwachsenenwelt auch heute noch dazugehören, und natürlich der nötige Respekt gegenüber dem "Alphamännchen und Alphaweibchen". Heisst es nicht: "wer zahlt befiehlt"?

Kinder? Überall gerne und immer wieder.... aber bitte zum doppelten Tarif, dann ist die Reinigung von Strassenbahn und Zug bestimmt nur noch halb so defizitär.

Was übrigens passieren kann, wenn man sich allzu flegelhaft aufführt, zeigen uns gerne die "stupid birds".... immer wieder ein Highlight:

Freitag, 7. November 2008

Schule gestern und heute :-(

Was muss ich heute den (Er)Schlagzeilen entnehmen: 10jähriger stirbt im Turnunterricht. Das ist einfach unglaublich traurig!!!

Man gehe zunächst von einem medizinischen Problem aus. Dem wird wohl auch so sein, denn allein der etwas strenge Geruch, der von Turnhallen meist ausgeht, kann es wohl kaum gewesen sein.

Offenbar gab es schon zwei solche "Fälle" in den Jahren 2006 und 2007 an Schweizer Schulen. Klar, wenn man sich einmal die Schülerzahlen in unserem Land vor Augen führt, dann ist ein Todesfall pro Jahr..... immer noch ganz genau einer zuviel.

Ich frage mich, ob Schulturnen wirklich Sinn noch macht. Meine Nichte hatte sich vor ein paar Jahren beim Turnunterricht an beiden Füssen eine Fraktur des Sprungbeins (Talus) eingehandelt. Der Talus ist eine sehr zentrale Stelle. Sie war denn auch für einige Zeit im Rollstuhl unterwegs. Auf eine Entschuldigung ihrer Lehrerin, welche soviel ich weiss ihre Aufsichtspflicht verletzte, wartet sie bis heute vergeblich. Auch bei unseren Aikidoschülern gab es schon gravierende Verletzungen während des Schulturnens, zum Beispiel beim Einsatz von grossen Trampolinen. Nein, nicht Trampelinen, obwohl man Turnlehrerinnen manchmal als solche bezeichnen könnte. So hatte ich anno domini eine, welche nicht verstehen konnte, dass ich nicht gerade scharf auf Pferdesprung war. Ich hatte nämlich Angst. "Doch, doch, Du musst springen, kann nix passieren, notfalls halte ich Dich", argumentierte sie. Als ich dann wirklich sprang, war sie gerade in eine wichtige Diskussion verstrickt und ich fiel voll auf den Rücken. Auch an die unerträglichen Sportnachmittage bei 30 Grad am Schatten - am Austragungsort war kein solcher in Sicht - erinnere ich mich mit Grauen. Da ich Hitze schlecht vertrage, hatte ich jeweils fast einen Hitzschlag, vom Sonnenbrand ganz zu schweigen. Kein Wunder versuchen Mädchen noch heute, ihre Menstruation ins Feld zu führen, um solchen Unannehmlichkeiten auszuweichen. Soviel Menstruation gibt es aber bekanntlich nicht, als dass man eine wöchentliche Ausrede in petto gehabt hätte.

Ist Turnunterricht überhaupt noch sinnvoll, und sind die dafür verantwortlichen Lehrer überhaupt vorbereitet und in der Lage, auf individuelle Anlagen einzugehen? Schön, dass es heute an gewissen Schulen möglich ist, im Bereich Bewegung Freifächer zu wählen, zum Beispiel Aikido oder Judo, bei welchem die Kinder gleich noch lernen, wie sie sich allenfalls wehren können, wenn sie es denn müssen.

Dass dies alles andere als unnötig ist, zeigt mir das Beispiel meiner noch nicht einmal 7jährigen Nichte, welche von drei 10jährigen Jungs der gleichen Schule regelmässig verhauen wird und wo man meines Erachtens allmählich schauen muss, dass nicht noch was Schlimmeres passiert. Es kann nicht angehen, dass ein Kind diesen Alters vor lauter Angst und Stress Migräneanfälle hat und den Schulweg nachträglich buchstäblich zum Kotzen findet.

Die Kontaktaufnahme mit der Lehrbeauftragten entpuppte sich als Flop, sagte sie doch der Mutter, die Tochter müsse sich direkt bei ihr melden. Als meine Nichte dies dann tat, erklärte sie ihr, der Schulweg falle in den Verantwortungsbereich der Eltern.

Ja, ja, Schule und andere Katastrophen. Wie schon in meinem Eintrag vom 3. Juni ausgeführt, gibt es da wohl nur noch eins:

Mittwoch, 17. September 2008

Machtwechsel....

Bahnt sich da, von uns allen unbemerkt, ein Machtwechsel an; langsam, schrittweise aber erfolgreich? Ich spreche nicht von Grossbanken wie der UBS oder der CS, welche immer tiefer in den Schlamassel einer weltweiten Finanzkrise hineingeraten und alles mitzuziehen drohen in ihre (Börsen)Talfahrt. Es geht auch nicht um die Wahlen in den USA, welche ebenfalls einen Einfluss haben werden auf das instabile Gleichgewicht der Kräfte.

Unsere Welt ist eingeteilt in Industriestaaten, also Erstweltländer, und Drittweltländer, auch Entwicklungsländer genannt. In welches Land sind übrigens die Zweitweltländer entschwunden? Keiner weiss es so recht, oder haben Sie den Überblick? Zu welcher Gruppe gehören z.B. die Schweiz und Deutschland? Österreich, Italien, Spanien?

Wir vermeinen, den Ton anzugeben, modern zu sein, intelligent, strategisch, wichtig, unentbehrlich etc. Und während wir uns um die serbelnden Banken kümmern und ein wenig auch um die Entwicklungsländer, bahnt sich in unseren Schulzimmern so etwas an wie der Untergang einer vermeintlichen Hochkultur? 

Ich meine, man ist sich ja heute noch nicht einig, woran das Römische Reich genau erkrankte. Und was ist mit all den anderen Hochkulturen, z.B. den alten Ägyptern, den Assyrern, den Babyloniern, den antiken Griechen....

Eventuell sollten wir wirklich mal wieder einen Blick in unsere Schulzimmer riskieren. Der Beruf des Lehrers hat sich im Laufe der Zeit total gewandelt. Früher gab es Facts, nebst einigen Ermahnungen und ab und zu Strafaufgaben. Hauptaspekt der Lehrtätigkeit war Information. Die Kinder hatten bereits eine Erziehung genossen und freuten sich gar auf manche Unterrichtsstunden. Der Lehrkörper erhielt einen Lohn.

Heute erhalten Lehrer allenfalls Schmerzensgeld, welches sie sich hart verdienen und erschreien müssen. Die Kids machen keinen grossen Unterschied zwischen Bar, Sofa zuhause oder Schulungsraum und erwarten ihre Lehrer wie einen Feind, Füsse auf dem Tisch, Bierdose in der Hand, manchmal gar bewaffnet, aber ganz sicher strategisch eingefuchst mit dem Ziel, einen Sieg über den Hampelmann oder die Hampelfrau da vorne zu erringen und sich in Faulheit (weiter) zu üben, obwohl sie das eigentlich gar nicht mehr nötig hätten.

Unsere Kinder wehren sich gegen das Lernen. Sie wollen ganz einfach nicht. Können würden sie ja schon, eventuell, wie sie selber sagen. Dasselbe erlebt man sogar als Kampfsporttrainer, wobei es sich dabei eigentlich um ein Freifach handelt. Keiner müsste müssen, und trotzdem kommen sie. Warum eigentlich? Die bekannte Taktik nach einem alteingesessenen, auf Schulbänken abgesessenen Mustern: der vorne möchte lehren, und das muss mit allen Mitteln unterbunden werden. Okay, es sind gottseidank nicht alle so!!!

Was wird passieren: unsere geistige Elite... eh... tja??? Da wird der Geist wohl in der Flasche bleiben, der Bierflasche, und die einzige Laufbahn wird eine "no future" sein. Halloooo Leute, möchtet Ihr nichts lernen? Wie wäre es mit einer Lehrstelle? Nein?

So wird wohl die akzeptierteste Lehrerin der Welt Wikipedia bleiben, die arbeitet schnell, verlinkt und erst noch kostenlos.

Irgendwo aber, in der sogenannten dritten Welt, gibt es Projekte für die armen Kinder, welche nicht zur Schule gehen dürfen, es aber sooo gerne möchten. World Vision, Terre des Hommes, Unicef und viele mehr kümmern sich darum, dass die Kinder Afrikas und Asiens zur Schule gehen können, ihren Hunger nach Wissen stillen dürfen, denn Wissen ist Macht. Man kann jemandem alles wegnehmen, aber das, was er gelernt hat, dass bleibt ihm und bildet die Grundlage für ein hoffentlich erfülltes Leben.

Wenn unsere Kids längst nur noch wissen werden, wo sie das rechteckige Flimmerding einschalten können und wo Chips und RedBull stehen, da werden junge Afrikaner und Asiaten sich aufgrund des erfahrenen Wissens etwas aufbauen können, etwas erschaffen, und wer weiss, vielleicht gibt es dann tatsächlich wieder einmal einen Machtwechsel.

Meines Erachtens sollte sich Lehrtätigkeit vor allem dadurch auszeichnen, dass sie Wissen vermittelt und Hilfestellungen gibt, für die Erziehung wären eigentlich!!!!!!!! die Eltern zuständig. Wir haben heute Kurspflicht für zukünftige Hundehalter, welche lernen, wie sie mit ihren vierbeinigen Freunden umgehen sollen. Vielleicht haben wir in einigen Jahren Kurspflicht für zukünftige Eltern, welche dann die Erziehung nicht mehr Freund Zufall oder der Schule überlassen müssen. Eine Erziehung, welche erst ab dem 7. Lebensjahr einsetzt, hat die erste und wichtigste Zeit vergeben.

Ziehen wir uns schon jetzt warm an, mit oder ohne Bankenkrise, denn woher wissen wir, ob die Afrikaner und Asiaten auch ein Netzwerk ins Leben rufen werden, um die neu entstandenen Drittweltländer Europas tatkräftig zu unterstützen, denn vielleicht sehen unsere Ambulanzen auch bald mal so aus:

Tätüüü-tädüüü-tädüüü

Oder die Beraterbank in Ihrer Nähe:

Donnerstag, 5. Juni 2008

Denken verkürzt die Lebensdauer...


Eine gute Nachricht für alle, die keinen Bock mehr haben auf Schule, Lernen, Lehrer und andere Katastrophen: Denken verkürzt die Lebensdauer!
Wie, was, ist das denn die Möglichkeit. Ja, meine Lieben, ist es tatsächlich. Forscher der Universität Lausanne haben bei Studien über die Gehirntätigkeit von Insekten (eh..., öh...??) festgestellt, dass Fliegen, die ihre Lernfähigkeit verbesserten, weniger lange lebten. Die Wissenschafter glauben, dass ein aktives Gehirn die Fliegen schneller altern lässt. Grund dafür sei vermutlich der Energieverbrauch.
Man stelle sich das mal bei einer Eintagsfliege vor? Ist ja grauenhaft!! Allerdings habe ich gerade etwas Mühe, mir vorzustellen, wie man eine Verbesserung der Lernfähigkeit bei einer Fliege testen kann. Mit der Hand? Tja, ich meine zuerst warten die Dinger, bis ich zuschlage, dann warten sie nur noch, bis ich mein Hand gegen sie erhebe und am Schluss verlassen sie bei meinem Anblick (schreiend) den Raum.
Ej, was sind doch Forscher bloss für lustige Kerlchen. Hätte ich mich wohl in die Forschung begeben sollen. Da nennt sich dann Arbeit, was für andere allenfalls eine Freizeit-Nebenbeschäftigung darstellt.

Also, wir wissen es jetzt... die Dummen haben bessere Überlebenschancen. 
"Die dümmsten Bauern haben die grössten Kartoffeln"
das weiss man ja seit langem. Anders ausgedrückt könnte man sagen: 
"die morphologische Struktur subterrarer Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität des Produzenten" 
Mit diesem intellektuell angehauchten Satz jedoch verringert sich die Lebensdauer um genau 3 Minuten 45 Sekungen. Ich meine, dass bedeutet, dass Sie eines fernen morgens nicht einmal mehr Zeit haben, den Kaffee herunterzustürzen, bevor Sie sich auf die angeblich längste Reise Ihres Lebens begeben.
Wie aber passen die eben erhalten und erst leicht angedauten Informationen zu den unter Braintraining laufenden modernen Denksportaufgaben wie Sudoku, Kreuzworträtsel etc., die uns in nahezu jeder Zeitung massenweise zur Lösung einladen. Seien wir mal ehrlich, nichts macht einen so nervös, wie ein ungelöstes Sudoku. Eigentlich nur ein unlösbares Sudoku... unlösbar, weil man irgendwo einen Fehler gemacht hat oder weil es ganz einfach zu kompliziert ist. In der Zwischenzeit ist mir die Geduld ein wenig abhanden gekommen, denn wenn ich nach 15 Minuten nicht die letzte Zahl einsetzen kann, dann rät mir mein Überlebensinstinkt, die Sache abzubrechen.
Also, wir brauchen uns von nun an nicht mehr zu stressen.... "Ich will so bleiben wie ich bin...", "Du Darfst..." gilt ab dato nicht mehr ausschliesslich Figürlichem. Wer keinen Bock hat auf Lernen, möchte vielleicht einfach etwas länger leben und setzt somit klar auf Quantität vor Qualität.
Die Sommerferien nahen, und nachdem man sich einigermassen in seiner Muttersprache ein- oder gar ausgelebt hat, möchte man eventuell etwas (Lebens)Zeit investieren, um sich in seinem Urlaubsland zumindest um die Basics kümmern zu können. Dass das nicht immer so einfach ist, zeigt folgendes Video.

Trotzdem rate ich.... nicht aufgeben und weiter an der Aussprache arbeiten =D

Mittwoch, 4. Juni 2008

Erziehung

Wir hatten es grad im letzten Post über Erziehung.....

Erziehung ist manchmal eher blühender oder unverblümter Handel: "wenn Du mir dies, dann ich Dir das"; "wenn Du dies nicht, dann gibt es kein Eis"; das funktioniert übrigens in beiden Richtungen.

Erziehung grenzt oft an Erpressung....

Erziehung ist Umgang mit Macht....
Erziehung ist Umgang mit Ohnmacht....

Erziehung geht an die Substanz, an die Toleranz, über Grenzen hinaus, zu neuen Ufern hin.

Selbsterziehung im Erwachsenenalter ist entweder hinderlich oder aber sie wird zur Königsdisziplin. Im einen Fall übernehm ich alle Muster und führe meine Erziehung weiter, nachdem ich dem Elternhaus längst entwachsen bin, oder aber ich durchschaue die Muster und befreie mich und lebe, wie es mir entspricht, werde immer mehr ich selbst.

Verkehrserziehung ist.... so eine Sache. Heutzutage in der Schweiz schon ein JEKAMI. So sind die Gehsteige heute eher Roll- bzw. Fahrsteige. Velofahrer , Inlinskater, Rollbrettfahrer geben sich ein Stelldichein, zum Leidwesen der Trottel... eh Trottoirbenutzer, die zu Fuss unterwegs sind.

Das mit den Videos ist recht schwierig auf blogger.com. Wenn es nicht funktioniert, und das tut es meist, dann können Sie über den obigen Link die ganze Geschichte geniessen. Viel Spass :-)

Dienstag, 3. Juni 2008

SCHULE


Tja, meine Lieben, ich kann mich noch ganz gut an meine Schulzeit erinnern. Es war nicht immer eitel Freude.... eigentlich eher selten..... um genau zu sein: NIE.
Wenn ich ab und zu mit Leuten über Reinkarnation spreche, also darüber, ob wir schon mal diesen Erdenball durch unser Dasein respektive Sosein verschönert haben oder darüber, was wir im nächsten Leben noch so alles ausprobieren könnten, dann sagen die meist als erstes: Oh Gott, dann muss ich ja wieder die Schulbank drücken.
Nicht unbedingt, entgegne ich dann jeweils, Ihr reinkarniert vielleicht in der dritten Welt, wo es keine Schule gibt und keinen Lehrer weit und breit..... nur diese unstillbare Sehnsucht nach Wissen, nach Lernen, nach Möglichkeiten.... nach einer Patin oder einem Paten von World Vision. Dann könntet Ihr nämlich ENDLICH in die Schule und was Anständiges lernen. Der Mensch funktioniert halt schon nach dem Motto: was er hat, das will er nicht und was er will, das hat er nicht.
Da fragte doch neulich Dubbel-iu Bush seine Frau: was sagst Du zu den Problemen in der dritten Welt, antwortet sie doch tatsächlich: ich wusste nicht einmal, dass es eine zweite gibt.
Nee, ist natürlich Quatsch, aber das mit der Lernphobie in von unserem Staat unterstützten Institutionen ist keine Ente. Man stelle sich jedoch einmal vor, was es für einen Menschen bedeutet, wenn er zum Beispiel nicht lesen kann. Wie findet so jemand z.B. die Adresse eines Arztes, bei dem er sich zu einem ersten Termin angemeldet hat. Er fragt sich durch, nimmt ein Taxi... alles gut, aber wie findet er den richtigen Klingenknopf.
Okay, ich bin da auch nicht sehr begabt. Als ich das erste Mal zu meiner ehemaligen Polarity-Therapeutin musste, schickte sie mir eine Strassenkarte. Ich konnte zwar die Strassennamen lesen, schaffte es aber irgendwie nicht, mich resp. sie so zu positionieren, dass ich mich in die richtige Richtung hätte bewegen können... ich hielt nämlich die Karte verkehrt herum, wie schon so oft.
Es dauert bei vielen das halbe Leben, bis sie endlich merken, dass sie nicht für die Eltern und schon gar nicht für den Lehrer lernen, sondern für sich selbst. Da wird ihnen in der Schule mehr geboten, als sie für ihre 85 Jahre Durchschnittsalter brauchen würden, und sie tun alles, um ja nichts mitzukriegen. Sogar in unserer Aikidoschule merke ich, dass gewisse Kiddies das Muster haben: da vorne... erwachsene Person... macht blabla.... zeigt uns etwas.... also müssen wir sie reizen, ärgern und dabei unser Möglichstes tun, um am Begreifen vorbeizukommen. Oft habe ich den Jungs - es sind halt eben meistens diese - sagen müssen: ich habe keinen von Euch abgeholt und mit Gewalt hierhergeschleppt; ihr seid selber gekommen, also wird jetzt geschwitzt. 
Das leidige Muster findet sich übrigens auch bei manch einem Erwachsenen noch bis zur Pensionierung....
Gewisse Gymis in der Schweiz haben jetzt andere Unterrichtsformen gefunden, welche die veralteten offenbar mit Erfolg ersetzen. So zum Beispiel in der Kanti Wil (SG), wo schweizweit das erste Schulzimmer ohne Sitzgelegenheiten steht. Stehen tun da vor allem auch Lehrer und Schüler, und zwar an mobilen Stehpulten auf weichen Matten (ohne Schuhe). Ein Vorteil ist die variable Stehordnung. Die Schüler finden die Stehlektionen zwar körperlich anstrengend, aber erfrischend.
Unterricht ohne Lehrer wird in der Kanti Wetzikon (ZH) realisiert. Fünf Fächer werden nicht unterrichtet; die Schüler lernen selbstverantwortlich zu Hause und können den Lehrer allenfalls um Input bitten.
Online lernen die Schüler der Kantonsschule Birch (ZH). Im Internet suchen sie Lerninhalte zusammen, welche von den Lehrern dort für sie aufbereitet und deponiert wurde. Auch hier geht es darum, die Eigenverantwortung zu fördern.
Lernen am Projekt in der Kanti Zürcher Unterland setzt intensiv auf Gruppenarbeiten, interdisziplinäres Denken, Teamarbeit und die selbständige Wahl der Arbeitsmethoden und -abläufe.
Die Erfahrungen sei in allen Fällen durchwegs positiv und es zeigt sich der Trend: raus aus verstaubten Lehrmethoden hinein ins freudvolle Lernen.... hoffentlich.

Was manch einem schon im Vorfeld die Schule verleidet, ist die Angst, die sich breitmacht... Angst vor den Vorgängen auf dem Schulhof, während der Pausen und vor Schulbeginn. Stress in der Schule beschränkt sich nicht länger auf Proben, Prüfungen, Arbeiten, Büffeln, sondern je länger desto mehr auch auf den Umgang mit "Gangs", deren Spezialität die Angstverbreitung ist.
So kommt es denn, dass 3.-Klässler meiner Nichte, welche noch in den Kindergarten geht, schon jetzt die Lust auf Schule austreiben. Das kann und darf es doch nicht wirklich sein, oder?
Wenn ich solche Dinge jeweils sehe, dann greife ich notfalls auch schon mal ein, was nicht wirklich hilft. Es wäre hier wichtig, das Selbstbewusstsein des Kindes zu fördern.
Gefordert sind hier Eltern und Lehrer gleichermassen. Wie mein Vater sagt, haben sie schon früher die Mädels an ihren Zöpfen gezogen, aber im Vergleich zu heute war das eher harmlos. Wenn wir auch weiterhin wollen, dass unsere Kids etwas lernen WOLLEN und sich in der Schule auch wohl fühlen können, dann wäre jetzt Handlungsbedarf. Ein regelmässiges Entwaffnen bringt es ebensowenig wie das Dulden unhaltbarer Zustände aus was für Gründen auch immer.
Interessanterweise gibt es immer mehr Eltern, welche ihre Kinder zuhause selber unterrichten möchten. Das nennt man dann auf Neudeutsch "Homeschooling". Moritz und Thomas zum Beispiel werden seit über zwei Jahren von ihren Eltern Dagmar und Tilmann Neubronner unterrichtet und schnitten in Schultests überdurchschnittlich gut ab. Leider ist Heimunterricht in Deutschland laut Reichsschulpflichtgesetz von 1938 verboten. Die Neubronners stritten für ihre Überzeugungen vor Gericht und nahmen selbst Bussgelder in vierstelliger Höhe in Kauf. Schlussendlich verliessen sie Deutschland aus Angst vor Sorgerechtsentzug (Focus und Spiegel TV berichteten).
Warum ist Homeschooling für Promis oder Zirkuskinder kein Problem, für Normalos aber nicht vorgesehen? Wir sind eben alle gleich, nur einige sind etwas gleicher, oder?
Allerdings muss ich sagen, dass ich selber es mir nicht unbedingt zutrauen würde, meine Kinder selber zu unterrichten, wenn ich denn welche hätte. Also in Mathe und Geographie müsste ich von vornherein schon mal passen.... aber sicher nicht gleich so:

Das ist übrigens nicht Martin. Der kann zwar einiges, vieles und noch viel mehr. Das entsprechende Video habe ich auf YouTube gefunden. Wer es sich direkt dort ansehen möchte... bitte.