Mittwoch, 31. März 2010

Wetterpapst - Leben verkachelt?


Heutzutage muss man als Prominenter aufpassen, mit wem man sich zusammentut. Selbst beim Stehpinkeln besteht bei Stars die Gefahr, dass der Nebenmann Stoff für Flickr oder YouTube sammelt.

Potz Blitz und Donnerwetter: was die Medien auf die Kurze so alles über das Liebesleben unseres Wetterpapstes ans Tageslicht gebracht haben.... alle Achtung. Sie hatten dafür gerade mal geschätzte 10 Tage Zeit. Der Mann war offenbar kein Kostverächter und hat, wie man liest, auch dafür gesorgt, dass hie und da ein paar seiner kostbaren Gene eine Generation weitergegeben werden konnten. Monogamie: ein Unzustand oder gar ein Fremdwort?

Seit mehr als einer Woche sitzt Jörg Kachelmann wegen einer Vergewaltigungsanzeige in U-Haft. Es soll sogar eine Messerattacke stattgefunden haben. Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass hier jemand gewaltig reingelegt wurde, sei dies aus enttäuschter "Liebe", Rache oder sogar aus weitergehenden Interessen. Man darf nicht vergessen, dass Meteomedia kein Tante Emma-Laden ist, sondern eine Riesenfirma.

Dass auf der einen Seite niemand im Umfeld des Beklagten die Anklägerin als dessen Freundin wahrgenommen hat, scheint mir doch eher seltsam. Und dass ein Charakter ala Kachelmann, konfrontiert mit dem Vorwurf, er habe eine andere, sich ein Küchenmesser greift und Geschlechtsverkehr erzwingt, ist vollkommen unlogisch. So würde - psychologisch gesehen - echt keiner handeln. Das eifersüchtige Gekeife umgehend würde "Mann" wohl eher die nächstgelegene Kneipe aufsuchen, dem Barmann was vorlabbern oder sich selber zuprosten und sich freuen, dass an der nächsten Ecke bereits ein weiteres Abenteuer auf ihn wartet.

Kachelmann ist einfach nicht der Typ für so ein gewaltsames Vorgehen. Er mag ein Doppelleben geführt haben, im wahrsten Sinne des Wortes, indem er liebestechnisch vermehrt zwei- bis mehrgleisig unterwegs war. Eine ehemalige Geliebte, Heike Nocker-Beyer, ihres Zeichens Moderatorin und Buchautorin, sagte diesbezüglich zu den Reportern von RTL, dass der Wetterfrosch ein eher schüchterner und feinfühliger Mann sei, etwas von oben herab vielleicht, aber keinesfalls brutal. Ein Vergewaltigungsakt sei vollkommen undenkbar und passe überhaupt nicht zu diesem Menschen.

Das tragische daran ist, dass sich der Wetterpapst von diesem Knockout wohl nur schwer erholen wird. Muss man mit der Zeit tatsächlich eine Rund-um-die-Uhr-Videoüberwachung anstreben, um über jede Minute Rechenschaft ablegen zu können? Wir Normalsterblichen wohl eher nicht, aber Jörg Kachelmann käme so ein Alibi in Bildern jetzt wohl sehr gelegen. Irgendwie hat er sich durch seine Geheimnistuerei sein Leben gründlich verkachelt.

Möge die Wahrheit ans Licht kommen und mögen alle Involvierten die Gelegenheit erhalten, die Konsequenzen ihres Vorgehens zu tragen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Rufmord ist in gewisser Weise schlimmer als Mord. Sollte also die Klägerin gelogen haben, sollte sie nicht einfach mit einem blauen Auge davonkommen.... der Angeklagte natürlich bei Schuldbeweis auch nicht!

Sonntag, 28. März 2010

Traumpaare 2010 - Gaddafi und Berlusconi


Gaddafi und Berlusconi, richtig dicke Freunde, die vieles verbindet.... ein echtes Traumpaar und die ersten in meiner Serie: Traumpaare 2010.

Beide sind eher fragwürdige machthungrige Politiker, wobei beim wüsten Sohn der Begriff Politiker eigentlich durch ein passenderes Wort ersetzt werden müsste, zum Beispiel Diktator oder gar Terrorist.

Dass Gaddafi zwar vielleicht nicht ganz dicht ist, weiss mittlerweile jedes Kind. Ob er sich deshalb als Dichter versucht hat - therapeutisch sozusagen? Jedenfalls legte er anno 1995 ein belletristisches Erstlingswerk vor. Also doch mit Hilfe von Bastelkästen den Weltfrieden fördern (s. Blogeintrag)?

Berlusconi ist ein Tausendsassa. Man sieht ihn medial neuerdings zwar eher als Casanova, denn als Staatsmann: eine Hand am Po einer unbekannten Beauty, die andere ... eh...??? Obwohl: wo in Italien "Media" draufsteht, hat Silvio bestimmt seine Finger mit drin. Er stand übrigens auch mehrmals vor Gericht, wobei die Freisprüche grösstenteils wegen Verjährung oder aus Mangel an Beweisen erfolgten.

Während die Schweiz sich im Umgang mit dem lybischen ehm..... Staats.... ehm... also Gaddafi schwertut, nicht zuletzt aufgrund der klaren Haltung, die unsere Politiker schon fast chronisch vermissen lassen, wird Berlusconi anlässlich des Gipfeltreffens der arabischen Staaten von Gaddafi persönlich empfangen, sicher mit Küsschen links und rechts (hoffentlich nicht in die Mitte!!!) und als "lieber Freund" bezeichnet. Da haben sich ja die zwei richtigen gefunden.

DSDS: Aus für den Checker


Jetzt ziehen's dem Checker den Stecker. Sch...ade! Trotz wirklich überzeugender Leistung wurde Thomas Karaoglan gestern rausgewählt.

Wendepunkt könnte die wirklich völlig unpassende und distanzlose Bemerkung Marco Schreyls: "Hei, Du kriegst ja Brusthaare" gewesen sein. Das klingt jetzt vielleicht völlig abstrus, ist es aber möglicherweise nicht einmal. Der sonst so coole Checker war merklich irritiert und auf einmal nicht mehr ganz so cool und schlagfertig. Er hatte sein Rollenmuster verlassen. Wenn man jetzt einmal bedenkt, wieviele weibliche Fans zwischen 4 und 11 sich für diesen Kandidaten die Finger wundgetippt haben, und das dann in Zusammenhang setzt mit Brusthaaren (uääääääää), ist man wieder einmal um eine Weisheit reicher, und die lautet:

Es kommt bei Castingshows wie DSDS nicht wirklich aufs Talent an!!

Nun können wir alle bloss hoffen, dass der Gewinner Mehrzad Marashi (mein Favorit!!!) oder allenfalls Menowin Fröhlich heisst. Das sind die beiden letzten verbliebenen Gesamtpakete mit Entertainerqualitäten. Bling-Bling Debkowski ist einfach eine tolle Nummer, deren Talent jedoch nicht unbedingt im Singen liegt und Manuel Hoffmann passt trotz seiner stimmlichen Qualitäten nicht wirklich in den ganzen Medienzirkus. Es bleibt also weiterhin spannend.

Samstag, 27. März 2010

Schicksalslinien... was wäre wenn?


Was wäre, wenn seinerzeit Adam nicht auf Evas Äpfel reingefallen wäre? Würden wir uns wohl nägelkauend im Paradies langweilen und auf Wolke 35 Hallelujah singen?

Wie sähe mein Leben aus, hätte ich nicht vor 20 Jahren meinen Göttergatten getroffen? Ein- oder nur öde?

Jeder steht im Laufe der Jahre mehr als einmal an einer Weggabelung. Je nachdem, wie man sich jeweils entscheidet, entwickeln sich die Umstände. Gewisse Grundzüge sind vorhanden, manche Dinge vorgegeben. So macht es einen Unterschied, ob ich in der Schweiz, den USA oder Afrika geboren wurde, und das nicht nur bezüglich Arbeitseifer.

1907 und 1909 bewarb sich Adolf Hitler erfolglos um Aufnahme an der Wiener Kunstakademie. Dort hielt man ihn für eine talentfreie Zone und wies sein Ansinnen zurück. Tja, der Mann wurde einfach sauer.... kein Wunder konnte der sich nicht mehr einklinken.

Mehr als 100 Jahre später kommen nun diverse seiner Werke unter den Hammer. Ich frage mich, ob der normale Kunstsammler wirklich daran interessiert sein kann, sich einen echten Hitler über den Kamin.... eh.... zu hängen?

Die wirklich interessante Frage, welche sich mir in obenstehendem Zusammenhang jedoch aufdrängt ist diejenige, was wohl geschehen wäre, hätte man dem ehrgeizigen jungen Mann damals eine Chance gegeben. Kein 2. Weltkrieg, kein geteiltes Deutschland, kein Staat Israel im Palästinensergebiet, lauter Friede, Freude, Eierkuchen? Tragen letztendlich die Össis eine gewisse Mitverantwortung an dem unendlichen Leid, das sich zwischen 1939 und 1945 über Europa ausgebreitet hat?

Vielleicht wäre heute alles anders; aber heisst das unbedingt, das es auch besser wäre? Eventuell hätte ein anderer seinen Namen für die Schandtaten gegeben und Adolf wäre lediglich berühmt für seinen "Reigen im Morgentau".

Das bringt mich auf eine Idee! Eventuell schlummern ganz versteckte Talente z.B. in unseren Bundesräten? Wie wäre es, wenn wir ein bundesrätliches Bastelset ins Kuppelgebäude liefern liessen, um da etwas Bewegung in den Zirkus zu bringen? Dass Michelline leidlich singen kann, hat sie schon bewiesen. Möglicherweise gibt es jedoch etwas, womit sie noch überzeugender wäre. Doris könnte sich mal im Modezeichnen oder mit Papierfalten versuchen, Moritz hat eher das Talent zum dramatischen Schauspieler, Hansruedi kann eventuell recht gut mit der Schere umgehen ohne sich ins eigene Fleisch zu schneiden, Ueli braucht ja nicht gleich Pächter zu werden..... wir finden schon was für ihn; Eveline fliegt mit selbst aufgeblasenen Ballons zum Mond und was Didier klebt, das hält bestimmt, bis es auseinander fällt.

Übrigens: Übung macht den Meister.... und in der Zwischenzeit können die 7 Unentwegten jedenfalls nichts Schlimmeres anzetteln.

Politiker dieser Welt sollten einfach mehr basteln - UNBEDINGT! Es gäbe mehr Friede auf Erden und dank diverser Exponate sicherlich auch ganz viel Wohlgefallen. Hallelujah!!!

Donnerstag, 25. März 2010

QUAV4 - alles klar wie Wurstsuppe




"Veloführung untere Thunstrasse", unter dieser Überschrift erlaubt uns Peter Blaser (pb) des Quartieranzeigers, Stadtteil IV, einen tiefen Einblick ins politische System der Schweiz.

So haben wir Schweizer bekanntlich stets eine klare Linie und der optimale Durchblick zieht sich wie ein roter Faden durch die Politlandschaft. Aber lesen Sie doch gleich selber:

"Nachdem sich ein Unfall ereignet hat, soll die vom Helvetiaplatz bis Mottastrasse auf das Trottoir gelegte Velospur wieder aufgehoben werden. Die Stadt möchte einen separaten Velostreifen neben dem Tram führen, was aber den Verlust von acht Parkplätzen zur Folge hätte.
Die QUAV4 ist der Ansicht, dass die heutige Situation - besonders im untersten Bereich entlang der Museumsmauer - entschärft werden muss.
Zukünftig wird im untersten Abschnitt entlang der Museumsmauer die Haupt-Velospur wieder auf die Strasse verlegt. Velos mit Anhängern und Langsamfahrer sind - mit gebührender Umsicht - auf dem Trottoir erlaubt. Diese Massnahme scheint sinnvoll; die Verlangsamung der Velofahrer auf dem Trottoir soll aber nach Auffassung der QUAV4 möglichst durch andere Massnahmen als mit weiteren Pfosten (davon hat es im Bereich Helvetiaplatz bereits mehr als genug!) erreicht werden.
Kritisch werden die Massnahmen im Abschnitt zwischen Helvetia- und Mottastrasse beurteilt. So begrüssenswert eine separate Velospur ist, wird der Verlust von acht Kurzzeitparkplätzen in unmittelbarer Nähe der beiden Restaurants, eines Cafés und verschiedener anderer Kleinbetriebe als schwierig beurteilt. Einsprachen sind absehbar. Das Projekt muss mit den Betroffenen diskutiert und auf ein verträgliches Minimum an Erschwernissen für die anliegenden Betriebe reduziert werden."
Alles klar? Das ist Blinde-Kuh-Spielen auf höchstem Niveau! Keiner weiss nun, ob er zu den Langsamfahrern gehört oder ob man als Warmduscher ausnahmsweise auch mal aufs Trottoir ausweichen kann. Wie steht es übrigens mit den Ü'Füs, den U'Hus, den U'Zehs? Nicht jeder kann das Tram in seinem Windschatten mitziehen! Und wer mit dem üblichen Tempo nicht mithält, gewinnt schon mal einen genervten Klingelton vom Bernmobil-Chauffeur.

Das Wort "Trottoir" kommt übrigens nicht von Trottel, das muss wieder einmal gesagt sein. Trottoir - Gehsteig - bezeichnet einen Bereich, der eigentlich!!! denjenigen vorbehalten ist, die zu Fuss unterwegs sind. Aufgrund von so klaren Aussagen und Vorgehensweisen, wie sie die Verantwortlichen immer wieder tätigen, bleibt es jedoch auch weiterhin eine Abenteuerzone. Das Motto lautet: "der Stärkere gewinnt".

Sonntag, 21. März 2010

Therapeutische Klingeltöne


Es gibt nichts, was es nicht gibt.... und wenn es etwas nicht gibt - noch nicht - dann erfindet es bestimmt jemand. Hauptsache man kann damit Kohle holen.

Die meisten Bierideen stammen nicht aus München sondern werden aus den USA importiert, oder neuerdings auch aus Asien.

Die therapeutischen Klingeltöne zum Beispiel sind ein Produkt aus Japan. So kann man unter anderem mit Hilfe von Alphawellen den Tonus der Haut zu verbessern suchen - eine interessante Alternative zu Botox. Aber nicht nur in Sachen Schönheit würden wir musikalisch bereichert, sondern auch, was lästige Erkältungskrankheiten anbelangt. Selbst Grippe soll man damit kurieren können und die allenthalben grassierende chronische Schlaflosigkeit samt damit einhergehendem Müdigkeitssyndrom gehören ab dato der Vergangenheit an. Stimmungsschwankungen.... was ist das? Burnout... wie bitte? Viagra.... wer braucht denn noch sowas!!!

Entstammen tun die akustischen unsichtbaren Helfer dem "Japan Ringing Tone Laboratory", einer seit 8 Jahren bestehende Tochterfirma des "Japan Acoustic Laboratory". Leiter ist ein gewisser Matsumi Suzuki, dessen Karriere im Nationalen Forschungsinstitut für Polizei-Wissenschaft begann, wo er sich mit Voiceprints die ersten Sporen abverdiente. Eine der bekanntesten Errungenschaften war die Entwicklung eines synthetischen Moskito-Sounds, welcher vor allem von Teenagern vernommen werden kann und darum in Parks abgespielt unerwünschte Versammlungen von Jugendlichen verhindern konnte. In England kam selbiger Ton aus gutem Grund vor vielen Geschäften zum Einsatz. In Tokio hat man mit einer speziellen Frequenz Krähen erfolgreich verscheucht. Viele Quartiere Berns versuchen dies mit anderen Hilfsmitteln seit Jahren vergeblich.

Der erste therapeutische Ton, welcher von den Damen Sendo und Wakabayashi für die "Times" getestet wurde, sollte angeblich faule Hausfrauen wieder in Schwung bringen. Die Testpersonen waren jedoch viel mehr beeindruckt von den schlaffördernden und schlafverhindernden Klängen.

Herr Suziki's aktuellste Klingeltöne summen pünktlich zu Beginn der lästigen Heuschnupfensaison los. Angeblich fallen die schädlichen Pollen gleich haufenweise aus der Nase... wohin, das steht nicht im Beipackzettel, und wir fragen lieber gar nicht danach - igittigittigitt. Selbst die altgediente Bloody Mary hat ein klingendes Pendant gefunden, dem wir uns an dieser Stelle akustisch entziehen möchten ;-)

Die ständig steigende Zahl der Downloads zeugt davon, dass wir bis zu einem gewissen Grad auf einer Erfolgswelle mithören. Stellen Sie sich vor, Ihre Klingeltöne würden künftig von der Krankenkasse übernommen!! Immer noch billiger als die Chemiekeulen der Pharmaindustrie. Ob das die Pharma-Multis auf Dauer einfach so mitmachen?

Und hier der in Japan momentan populärste Klingelton fürs Handy; nur echt ohne Duftnote!! ;-)

Freitag, 19. März 2010

Druck von oben


Ich wohne nun schon eine ganze Weile im selben Haus in der selben Strasse. Unser Quartier ist fast wie ein Dorf; man kennt sich mit der Zeit und grüsst sich, fast so wie früher auf dem Land.

Einer unserer Briefträger ist mir seit jeher sympathisch. Stets hatte er ein Lächeln, ein freundliches Wort, war hilfsbereit und schien motiviert.

Über die Jahre wurde der Druck von oben offenbar auch bei der Post immer härter, stärker, fordernder. Früher wurden ja Pakete noch bis vor die Haustür gebracht. Der Postbote erhielt oft ein Schnäpschen oder liess sich gar auf ein Schwätzchen ein. Böse Zungen behaupten gar, dass es manchmal nicht dabei blieb und hie und da sogar ein sogenannter Bastard gezeugt wurde... übrigens ein Unwort für ein Kind.

Heute müssen sich selbst Leute über 80 die Treppen runterquälen, und zwar auch dann, wenn die Lieferung schwerer zu sein scheint, als die Empfängerin, der Empfänger selber. Wie das in etwa aussehen könnte, zeigt uns diese brave türkische Ehefrau (Cabuk-cabuk.... hopp-hopp!!):



Vermutlich haben unsere Pösteler stets einen Defi mit dabei... für alle Fälle.

Alles wurde im Laufe der Zeit neu organisiert. Die aktuell geplanten Sortieranlagen sollen zum Beispiel auch wieder ein paar Menschen ersetzen, sprich: zu Arbeitslosengeldbezügern machen. 3400 Pösteler bangen derzeit um ihren Job. Wie ein Brief nach der Passage durch die Sortieranlage auch aussehen kann, habe ich erst kürzlich gesehen. Beeindruckend zerschnibbelt!!! Die Post hat mir zwar die Marke ersetzt, Couvert und Neuausdruck ging jedoch zu meinen Lasten.

Wie es scheint ist die ehemalige PTT dabei, selbst die Ausliefernden allmählich wegzurationalisieren. Dass unser sympathischer Briefträger in letzter Zeit so bedrückt aussieht liegt wohl daran, dass er jetzt zwei Touren machen muss, statt nur einer, und das vermutlich in praktisch derselben Zeit. Da Herr M. eine neue Route nimmt, erhalten wir die Post nun wesentlich später als bisher. Manche Leute nehmen das nicht einfach so hin und reagieren ihren Ärger am Boten ab. Nebst dem üblichen Briefkram muss der jedoch seit geraumer Zeit auch noch diverse Zeitungen und Werbematerial in die Kästen legen, auch das ein Zeitfaktor.

Es ist ein wenig wie überall: doppelter Einsatz zum gleichen Lohn, jedenfalls für diejenigen ganz unten auf der Karriereleiter. Habe ich gerade Karriere geschrieben? Was für eine Karriere?

Diejenigen an der Basis werden zudem meist nicht gefragt, wenn es um Verbesserungsvorschläge geht. Sie werden jedoch gedrückt und gepiesackt, wo es nur geht, damit sich diejenigen an der Spitze beruhigt zurücklehnen und ihre Millionen zählen können. So hat der frühere Postchef Ulrich Gygi im Jahr 2008 angeblich stolze 829'387 Franken verdient. Ein beeindruckendes Sümmchen! Ob er es tatsächlich verdient hat, ist eine andere Frage.

Tja, vorbei sind die Zeiten der Schnäpschen, Schwätzchen oder gar Schäferstündchen. Modern Times halt .... wo führt das noch alles hin? Was meinst Du Charlie? ;-)

Sonntag, 14. März 2010

Sinn-ieren


Gestern hatte ich eine angeregte Unterhaltung mit einem guten Freund. Wir sinnierten gemeinsam darüber, welche Sinneseindrücke sich am stärksten in unser Bewusstsein eingraben: Klänge, Bilder oder Düfte.

Wir sind ja vordergründig mit 5 Sinnen ausgestattet, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, und Tasten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der 6. zentrale Sinn, den viele immer wieder vergessen, nämlich derjenige fürs Gleichgewicht, und natürlich ist da noch der 7. Sinn, unsere Intuition.

Die Aufnahmkapazität der Sinne unterscheidet sich. So kann der Gesichtssinn pro Sekunde am meisten Informationen aufnehmen resp. verarbeiten, gefolgt vom Tastsinn; praktisch gleichauf sind Gehör- und Geruchssinn, den Schluss bildet der Geschmackssinn, der übrigens auch bei denjenigen angelegt ist, von welchen wir behaupten, sie hätten gar keinen Geschmack!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, das merkt man, wenn man zum Beispiel Van Goghs Nachtcafé in Worten nachmalen möchte.

Klang hat meines Erachtens etwas mit unserer Entstehungsgeschichte zu tun, dies im Sinne von URKLANG nicht Urknall. "Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott", heisst es bei den Christen. Morihei Ueshiba, der Gründer des Aikidos, sieht den Ursprung des Universums in der Kotodama-Silbe "SU". Möglicherweise entspricht ihr Klang demjenigen der heiligen Silbe OM (Sanskrit Aum), dem erhabensten und umfassendsten Symbol der Hinuisten und Buddhisten.

Gerüche verbinden uns in sekundenschnelle mit Situationen und Emotionen aus Vergangenheit und Zukunft.

Was aber prägt sich zuerst ein, was am nachhaltigsten? Diese Frage auf die Schnelle und allgemeingültig zu beantworten, will mir einfach nicht gelingen. Bilder, die man einmal gesehen hat, kriegt man kaum mehr aus dem System raus, das praktisch gleiche gilt jedoch auch für Geruch und Klang. Befindet man sich in einem Ausnahmezustand, funktioniert man selektiv, reduziert auf das Notwendige oder gar Lebenserhaltende.

Schliessen wir zum Beispiel die Augen, können wir uns der Bilderüberflutung unmittelbar entziehen. Prasseln mehrere quälende Eindrücke auf uns ein, entscheiden wir instinktiv nach Priorität, welchen unserer Rezeptoren wir schützend ausschalten - wir haben ja schliesslich nur zwei Hände.

Im Alltag haben wir die verschiedensten technischen Regulations-Hilfsmittel. Ist die Musik zu laut, stellen wir sie leiser. Handelt es sich um diejenige des Nachbars, reicht es meist, kurz die Sicherung rauszuschrauben; er wird es Ihnen danken, vor allem dann, wenn er in der Folge sein Radiogerät neu programmieren muss. Beim Fernsehen bedienen wir uns des Zappomaten, Licht kann man dimmern. Das einzige, was man weder lauter noch leiser schalten kann, ist der Geruch; der ist und bleibt so intensiv, wie er auftritt, zumindest für eine gewisse Zeitspanne. Nicht immer handelt es sich dabei um unser Lieblingsparfum und leider ist es uns auch nicht vergönnt, notfalls einmal eine Stunde ohne zu atmen auszukommen, es sei denn, wir haben vor Schreck das Zeitliche gesegnet.

Als Synästhetin funktionieren bei mir sämtliche Sinne stets miteinander. So hat ein Ton gleichzeitig auch Form und Farbe. Energieflüsse sehe, höre und fühle ich. Auch habe ich unmittelbar komplexe Eindrücke, z.B. über familiäre Strukturen meiner Klienten. Ist beispielsweise jemand auf sich allein gestellt oder wohlbehütet etc. Man kann das irgendwie nicht erklären. Dennoch denke ich, dass bei allen Menschen die Sinne irgendwie gekoppelt sind und untrennbar verbunden miteinander funktionieren. Allein deshalb kann man die oben in den Raum gestellte Frage nicht zufriedenstellend beantworten, oder was meinen Sie?

Donnerstag, 11. März 2010

Kantonale Q-Wahlen


Es gibt nur ein Völkchen, das mir noch unsympathischer ist als Politiker, und das sind Politiker auf Stimmenfang. Allein das auf die Gesichtsmuskeln gequälte Dauerlächeln muss enorm anstrengend sein, ist aber die netteste Art, seinen Wählern die Zähne zu zeigen. Etwas Biss braucht es schon, das ist logisch, wenn man da zum Beispiel mal Richtung Lybien denkt. Der Eindruck, dass mit einer erfolgreichen Wahl die Hauptsache bereits erledigt ist, gilt jedoch auch für unsere kleine Schweiz. Man ist dann ein gemachter Mann, eine gemachte Frau.... besser gesagt bemachtet.

Lieber bemachtet als umnachtet, werden Sie jetzt sagen. Beunruhigenderweise schliesst das eine das andere nicht aus.

Ehrlich, ich mag mir all die leeren Versprechungen gar nicht ansehen. Oft bilden sie ja bereits Teil des Parteilogos, wie bei demjenigen der Evangelischen Volkspartei, in welchem ein Hahn die etwas höheren geflügelten Wesen vertrieben zu haben scheint, wohl weil kein solcher danach kräht, da überhaupt Mitglied zu werden. Das SP-Logo zeigt im Original da ein JA, wo wohl besser ein Fragezeichen oder ein JEIN stehen sollte, denn man muss ja flexibel bleiben. Beim Jungfreisinn vermeine ich zwei Degen zu erkennen, welche mich an freiwilligen Unsinn erinnern, zum Beispiel an Studentenverbindungen, deren Übermutsproben etc., was gemäss Parteiansagen jedoch nicht der Fall zu sein scheint. Die FDP kommt unterstrichen daher, was wohl Gradlinigkeit symbolisieren soll, wohl eine, wie sie uns Bundesrat Merz in der kürzlichen Vergangenheit mehrmals gezeigt hat. Bei der SVP erhält der Wähler das Gefühl, sozusagen auf der Rütliwiese zu stehen und erneut den Schwur zu leisten, was bei mir komischerweise trotzdem kein Gefühl der Euphorie aufkommen lässt. Die Farben der BDP sollen hoffentlich nicht an eine gewisse Sehschwäche erinnern, obwohl die Parteigenossen damit wohl in guter Gesellschaft wären.

Rot-Grün-Mitte hat in Bern über die Jahre den Verkehr stellenweise praktisch zum Erliegen gebracht, womit sie allenfalls bei der IG Velo und deren Anhänger punkten können. Wir warten nur noch auf eine flächendeckende Fussgängerzone samt Flaniermeile und "generell 20 innerorts" - auch für Kinderwagen! Mit mir haben sie's jedenfalls gründlichst verscherzt.

Nun steh ich da mit all den Wahlzetteln und habe doch mehr Qual statt Wahl. Soll ich mich für den Regen entscheiden oder gleich die Traufe nehmen? Wandert mein Couvert samt Listen ungenutzt in die Papiersammlung oder lasse ich mich kaufen? Bevor nämlich jemand meine Unterlagen im Altpapier entdeckt, könnte ich vielleicht direkt mit der einen oder dem andern einen Lumengo-Deal machen. Okay, auf eine Stimme mehr oder weniger kommt es meistens nicht an und momentan sind die Parteifreunde wohl eher in den Altersheimen unterwegs. Aber man weiss ja nie!!

Hallooooo, Ihr da draussen; würde mich interessieren, was Ihr mir so zu bieten habt für meine Stimme. Eventuell legt mein Göttergatte noch eine dazu, dann sind es schon zwei. Aber ich warne Euch, wir haben einen seeeehr teuren Geschmack!!!! ;-)

Sonntag, 7. März 2010

DSDS - da waren's nur noch 7


Da waren's nur noch 7. Gestern Abend wurde Nelson Sangaré bei DSDS vom Publikum abgewählt. Er trat bei diesem Entscheid gegen Manuel Hoffmann an. Beide hatten bei der telefonischen Geldmache am wenigsten Kohle anhäufen helfen. Nelsons Gesichtsausdruck bei Bekanntgabe des Resultats verriet, dass er auf Hundert damit gerechnet hatte, weiterzukommen. Basses Erstaunen bis hin zu Entsetzen.

Meines Erachtens haben die Leute jedoch bisher erstaunlich gut gevotet. Manuel ist zwar ein schüchterner, eher introvertierter Bursche, verfügt aber über eine wunderschöne Stimme, und dabei kommt es bei Musik halt immer noch an, wenn auch manchmal nur am Rande.

Für mich ergibt sich folgende Reihenfolge:

1. Mehrzad Marashi
2. Menowin Fröhlich

Der Abstand zwischen beiden liegt im Mü-Bereich, nach meinem Geschmack ganz klar zugunsten von Mehrzad.

3. Thomas Karaoglan; der Checker

Ein selbstverliebter, selbstüberzeugter Strahler mit Unterhaltungswert. Wäre er nicht so lustig und sympathisch, würde man ihn landläufig wohl als A.... bezeichnen.

Wenn alles normal läuft, dann werden diese drei wohl das Finale bestreiten.

Dahinter liegen Manuel Hoffmann und Helmut Orosz, wobei mir Manuels Stimme besser gefällt und Helmut etwas lockerer performt.

Die beiden Ladies bilden ganz klar die Schlusslichter. Sie liegen ziemlich gleich auf. Ines Radjeb steigert sich zwar gesanglich von Sendung zu Sendung, Kim Debkowski ist jetzt schon eine eigene Marke: "Kim Gloss". Welche nun das rechte und welche das Linke Rücklicht sein wird, kann ich nicht sagen. Beide haben optisch was zu bieten, aber Kim ist wohl eher ein Gesamtpaket mit genügend Ecken und Kanten.

Ob ich mit meiner Voraussage richtig liege, wird sich weisen. Wir dürfen gespannt bleiben. Gemäss meinem Eintrag vom 14. Februar bleibe ich beim Motto:

Nimmersatt.... Nim-mehrzad.... Nehmt Mehrzad ;-)

Montag, 1. März 2010

Kindersicherung


Endlich weiss ich, warum Kindersicherung Kindersicherung heisst. Ich habe nämlich immer Mühe, die verdammten Drehverschlüsse aufzukriegen, wenn bei deren Herstellung an unsere kostbaren Stöppkes gedacht wurde.

RTL hat einen Test mit 6 Kindergartenkindern durchgeführt. Die Erzieherin erklärte den Kleinen kurz, worum es ging und dass sie solche Flaschen, wie sie z.B. für Haushaltreiniger hergestellt werden, keinesfalls zuhause selber aufmachen dürften.

Flasche 1 wurde nach genau 2 Sekunden vom ersten Mini-Probanden geknackt, zwei weitere brauchten gerade mal 5 Sekunden.

Flasche 2, bei der man gleichzeitig seitlich reindrücken und zudem noch drehen musste, widerstand 2 Probanden gerade mal 2 Sekunden und einer brauchte 5. Nur 50% der Probanden gelang es nicht, zumindest nicht auf Anhieb, die Flaschen zu öffnen.

Offenbar ist das Öffnen für Kinder dermassen leicht, dass man sich bei diesen Drehverschlüssen auf den Namen "Kindersicherung" geeinigt hat. Ich habe jedenfalls nach wie vor Mühe, vor allem bei denjenigen, bei welchen man gleichzeitig von zwei Seiten reindrücken und noch schrauben muss. Zeitlich kann ich es mir leider nicht leisten, mir jedesmal im Kindergarten Hilfe zu holen. Das Problem wird für mich wohl auch weiterhin bestehen bleiben.