Montag, 30. November 2009

Abstimmungsergebnisse - Peeeinlich


Ein JA zum Minarettverbot?
Ein NEIN zum Verbot von Kriegsmaterialexporten?

Aber mal ehrlich: haben die wirklich gut ausgezählt? War das mit den Resultaten nicht vielleicht gerade umgekehrt?

Für mich ist dieses Abstimmungsergebnis mal wieder der typische Beweis dafür, dass fast ausschliesslich mit Angst politisiert wird, übrigens in beiden Fällen, wie mir scheint.

Muss ich jetzt als Schweizerin vor lauter Scham ein Kopftuch tragen, am besten verkehrt herum? Das ist ja momentan noch nicht verboten, oder?

Die SVP will sich nämlich nach ihrem gestrigen Erfolg künftig noch stärker dafür einsetzen, dass hier geltende, gängige Verhaltensregeln auch durch Muslime eingehalten werden. So soll z.B. das Kopftuchtragen am Arbeitsplatz ebenso verboten werden, wie das Dispensieren muslimischer Kinder vom Schwimmunterricht.

Eines ist sicher: man wird in nächster Zeit kaum jemanden finden, der JA gestimmt hat und auch noch dazu steht. Das habe ich schon mehr als einmal erlebt (EWR, Krankenkassenobligatorium etc.).

Was Toleranz und Religionsfreiheit anbelangt bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher, ob Andersgläubige in den islamischen Staaten gut sichtbar ihre Gotteshäuser resp. Tempel aufstellen könnten. Eines weiss ich jedoch ganz genau: wer als Frau in solche Länder reist, muss sich dem dort herrschenden Kopftuch- und Kleidungszwang beugen und die dort alltäglichen Frauenunterdrückungsmassnahmen klaglos dulden.

Donnerstag, 26. November 2009

Dumm-Dumm gelaufen


Irgendwie scheinen der Bärenpark und seine Insassen nicht wirklich unter einem guten Stern zu stehen. Dass die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind, ist ein Detail - ein etwas teures zwar, aber nichts wirklich Neues.

Offenbar scheinen Bären und Besucher so gut voreinander geschützt zu sein, dass es einem geistig Behinderten gelang, ins Revier der Petze einzudringen. Wie die Presse meldet, war ihm etwas ins Gehege gefallen. Klar ist, dass so etwas eigentlich!!! nicht passieren dürfte. Eine direkte Berührung sollte mittels baulichen Massnahmen ausgeschlossen sein. Auch wenn man es vielleicht gerne möchte, kann man nicht die Passanten in die Verantwortung nehmen!

Bereits früher, im alten Bärengraben, gab es Unfälle. Immer wieder fühlten sich betrunkene Studenten dazu berufen, Mut zu beweisen und gleichzeitig ihren Gleichgewichtssinn auszutesten, indem sie über die Abtrennung zwischen den zwei Hauptbereichen torkelten. Wenn ich mich recht entsinne, gab es auch schon mal Tote. Vor 11 Jahren gelang es dem damaligen Bärenwärter Emil Hänni Bärin Selma abzulenken, als ein sturzbesoffener Mediziner zu ihr runterkletterte.

Ja, ja, der Alkohol bringt manch einen dazu, etwas zu tun, das er lieber lassen sollte!! Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste und nicht der Schnapsflasche.

Was mir bei der ganzen Sache zu denken gibt, ist die Art des Geschosses, mit welchem Finn gestoppt wurde. Es handelte sich um ein Dumm-Dumm- resp. Dum-Dum-Geschoss (ein Teilmantelgeschoss, benannt nach der gleichnamigen indischen Stadt), welches, einmal in einen Körper eingedrungen quasi explodiert und in seine Einzelteile zersplittert. Die Verletzungen, welche eine solche Patrone hervorruft, sind um einiges schwerer als mit Normalmunition. Hätte man den Bären, der eigentlich nur sein Revier verteitigte, mit einem gezielten Streifschuss nicht ebenso vertreiben können? Wäre nicht auch ein Taser (Elektroschockpistole) eine Option gewesen?

Wenn's pressiert, sind solch tiefergreifenden Überlegungen nicht mehr zu machen, das ist klar. Das müsste vorher geschehen. Die Hauptfrage, die sich mir jedoch stellt, ist folgende: Ist unsere Polizei stets mit solcher Kriegsmunition ausgestattet, welche dann, je nach Situation, auch beim Menschen angewandt werden darf? Wie mir heute jemand erzählte, hat die Polizei ausschliesslich Dum-Dum-Geschosse, um sicherzustellen, dass ein Geschoss, einmal in den Körper eingedrungen, in diesem verbleibt und nicht austritt und noch weiterer Leute Leben gefährden kann. Hmm? Also wenn das wahr ist, dann bin ich doch tatsächlich für einmal sprachlos!!!!

Folgefrage: Wer schützt uns alle vor unserem Freund und Helfer?

Sonntag, 22. November 2009

Sicherheitsstufe Netz?


Bern ist wirklich ein paradiesisches Plätzchen, meinen jedenfalls die Touristen. Mir selber gefällt es eigentlich auch recht gut, wobei ich Rot-Grün-Mitte zunehmend als wirklich zermürbend erlebe.

Ob es an unserer Regierung liegt, an den leidlichen Zukunftsaussichten, am Elektrosmog, an der Volkskrankheit Angst oder an was auch immer: es gibt selbst in unserer gemütlichen Stadt Lebensmüde, welche mit einem waghalsigen Sprung freiwillig aus dem Leben scheiden, und das sind nicht wenige. Früher wurde dafür meist die Münsterplattform - Plafä - genutzt, was für die Anwohner der Badgasse mehr als unangenehm war. 1998 reagierte Bern mit der Anbringung von Auffangnetzen. Wie sich das auf die Zahl der Selbstmörder in unserer Stadt ausgewirkt hat, entzieht sich meinen Kenntnissen. Als logisch denkender Frau ist mir jedoch bewusst, dass es noch andere Sprungmöglichkeiten gibt, welche auch regelmässig und fleissig genutzt werden. Daran kann selbst die Anbringung von Plakaten mit der Nummer der helfenden Hand nichts ändern. Brücken sind da sehr beliebt, vor allem die Kornhausbrücke. Nun möchte man Bernerseits auch hier Auffangnetze installieren. Das ist ja wirklich liebt gemeint, aber da sind noch die Kirchenfeldbrücke, die Lorrainebrücke, die Nydeggbrücke, da gibt es das Inselspital und andere Hochhäuser.... Ich sehe unsere Stadt vor meinem geistigen Auge schon vollständig vernetzt und nach dem tragischen Unfall im Bärenpark gibt es wohl auch da Handlungsbedarf, aber wie?

Kann Lebensmüden die Lust auf Selbsttötung genommen werden?

Eine Variante wäre, wenn es uns gelingen könnte, den Menschen wieder Mut zu machen, Hoffnung zu geben, Zukunftsaussichten zu präsentieren. Wichtige Voraussetzung dafür wäre eine weniger negative Berichterstattung seitens unserer Medien. Also, nehmen wir sie in die Verantwortung, aber schnell bitte!

Freitag, 20. November 2009

Werbungsalarm: Massimo Rocchi....


.... oder: der grösste Komiker der Welt?

Geboren in Cesena, Italien, fand er über einen etwas längeren Umweg durch Frankreich endlich den Platz, an dem es sich aushalten lässt.... unsere schöne Schweiz.

Und wir haben ihn auch gleich adoptiert, denn mit seinem "ÄUÄ" eroberte er selbst die ausgetrocknetsten Herzen im Sturm. Mamma mia, wer könnte ihm schon widerstehen, wenn er auf unvergleichliche Weise die Sprachbarrieren niederreisst. Keine und Keiner!!!

Ab 18.11. spielt er übrigens im Bulimie-Theater (Théatre de Boulimie) in Lausanne, und keiner findet es zum k....., im Gegenteil: alle haben was zu lachen, juhuuu. In dieser humorlosen Zeit echt ein Glücksfall.

Seinen Spielplan findet man übrigens auf der Homepage des Künstlers, ebenso wie seine Gedanken zu Humor und anderen weltbewegenden Themen. Es lohnt sich durchaus, da mal etwas rumzustöbern.

Meine Frage nach Massimo's Komikerqualitäten bezog sich keinesfalls auf seine fachliche Kompetenz. Ich habe mich vielmehr gewundert, dass er ohne sich zu schämen oder gar Rot zu werden für Cablecom wirbt, dasjenige Unternehmen, welches für mangelnde Kompetenz, rezidivierenden "Vertragsbruch ad interim" sowie miserablen Kundenservice bekannt ist. Man könnte sogar sagen, dass miserabler Kundenservice einem Wort des Lobes gleichkommt, glänzt das künftig als UPC weiter (übel)tätige Unternehmen doch durch völlige Freiheit von Kundenservice; ja man kennt dieses Fremdwort dort nicht einmal.

Internet, Telefonie und Fernsehen - 3 zum Preis von 2.... wenn es denn funktioniert. Das Problem mit diesem Anbieter ist nur, dass es das nur ausnahmsweise, für eine ganz kurze Zeitspanne, z.B. zwischen 9 und 10.30 morgens tut, und auch das nicht jeden Tag. Ob 1000 oder 5000 kbits/s Download kommt auf's selbe raus, wenn die Leitung unterbrochen ist. Glauben Sie mir, meine Herzkranzgefässe hätten das keinen weiteren Tag mehr ausgehalten und seit wir mit Swisscom surfen, geniessen wir all das, wofür wir auch bezahlen; dazu eine Riesenportion Kundenservice!!!

Übrigens: wer meinen Blog mit dem Suchbegriff "Cablecom" überfordert, wird sicher mehr als einmal fündig ;-)

Dienstag, 17. November 2009

Von Bern zu Martinsville?


Gerade wenn man sich etwas erholungsbedürftig fühlt, fällt einem besonders auf, wie lärmig so eine Stadt sein kann. Gar nicht einfach, seinen eigenen Gedanken nachzuhängen oder sie gar in Reih und Glied zu bringen. Eigentlich möchte man die Fahrt von A nach B dazu nutzen, zu sich zu kommen. Das Rascheln von Papiertüten verrät, dass der Mann hinter einem ein gediegenes Essen im Tram einem Restaurantbesuch vorzieht. Kann man ja irgendwie verstehen bei den Preisen, wobei der Geruch dieser Chicken Nuggets nicht unbedingt auf Qualität schliessen lässt. Weiter hinten schreien drei Kinder mit ihren jeweiligen Erziehungsberechtigten um die Wette während die Quasselstrippe vor mir ein paar wichtige Anrufe tätigt: "Hallo, ja, ich bin ungefähr am Bärenplatz, ja, wir sehen uns in geschätzten 2 Minuten...". Bei der nächsten Haltestelle steigt ein mit einer Gitarre bewaffneter Möchtegernmusiker zu, welcher die Überzeugung hegt, alle müssten in ihrem Leben mindestens einmal seinen Künsten gelauscht und ein wenig zu seinem Lebensunterhalt beigetragen haben.

Aber auch jede Menge Aussenlärm findet unaufhaltsam seinen Weg zu unseren Ohren. Da wird gebaut, was das Zeug hält. Kein Wunder ziehen es die Jugendlichen vor, ihre Lauscherchen zuzustöpseln und sich mit 120 Dezibel die neusten Songs reinzuhauen. Da kann man sich den Soundtrack wenigstens aussuchen.

Wenn man dann gerade das Gefühl hat, es nächstens nicht mehr auszuhalten, ertönt zum X-ten Mal mit nerviger Penetranz ein Martinshorn. Die haben es mal wieder eilig wie die Feuerwehr, wobei es sich, wie meistens, auch diesmal wieder um Ordnungshüter handelt. Man wähnt sich schon irgendwie im Ausland; im fernen Amerika, im gefährlichen Rio.... aber nein, wir befinden uns hier in Bern, der angeblich langsamsten Stadt diesseits der Aare. Ganz ehrlich, manchmal hege ich den Verdacht, die Jungs von der Polizei hätten etwas kurze Mittagspausen oder möchten vor Arbeitsbeginn noch mal schnell zum Bankomaten. Kann ja nicht sein, dass alle 5 Minuten ein Verbrecher verfolgt werden muss. Ich bin übrigens von Auswärtigen bereits mehrmals auf die Tätü-Tätä-Omnipräsenz angesprochen worden, das fällt denen offenbar mehr auf als uns selber. Wir haben uns fast daran gewöhnt.... wie gesagt: fast!

Wie wäre es, wenn wir Bern in Martinsville umtaufen würden? Käme sicher auch im Ausland gut an. Hmmm.... ich würde allerdings etwas mehr Ruhe vorziehen.

Donnerstag, 12. November 2009

Bärenpark bärenstark?









Meine Herren, das sieht aber mal wieder trostlos aus! Als 1994 gesammelt wurde, um den seit 1974 unveränderten Bärengraben etwas den Bedürfnissen seiner Bewohner anzupassen, habe ich gespendet, gerne und voller Freude. Als Resultat hatte ich mir ein Bärenparadies vorgestellt, damit sie sich wohlfühlen würden wie einst Balu im Dschungelbuch....



Entstanden ist dann eine Anhäufung von Betonklötzen, deren Anordnung willkürlich zu sein schien. Jemand hatte ein paar Steinquader fallen lassen und dann mochte sie wegen des Gewichts keiner mehr zurechtrücken; etwa so sah das aus. Die Bären fühlten sich vermutlich nicht wohler als vorher. Nix von Gemütlichkeit und Lebens(t)raumatmosphäre.

Offenbar war der Zustand der Anlage auch einigen Politikern ein Dorn im Auge - eine Schande für die Hauptstadt eines so wichtigen Landes wie der Schweiz - und so wurde 2001 erstmals die Idee eines Bärenparks einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft gemacht. 10'000 qm bärengerechte Umgebung mit der Möglichkeit, ausgiebigst zu plantschen. Klang schon mal nicht schlecht.

Bereits die Umbauphase brachte es an den Tag. Die meisten Menschen können sich nicht einfühlen. Was Männern schon bei Frauen nicht recht gelingen will, klappte in Bezug auf Meister Petz auch nicht besser. Als erstes wurden mal die Bäume gerodet. War ja auch irgendwie störend, dieses wunderschöne Waldstück. Danach wurde der Hang mit Betonklötzen in eine Art Terrassenlandschaft umgestaltet, welche sich vielleicht für den Reisanbau eignen könnte, sollte es Finn und Björk nicht gelingen, sich da einzuleben. Keiner hatte mit einem instabilen Hang gerechnet und so schlagen die ursprünglich auf 9,7 Millionen geschätzten Kosten schlussendlich mit total 24 Millionen zu Buche. Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld?



Das ist für mich nicht einmal die Hauptfrage bei dem Ganzen. Die viel brennendere wäre: wem gefällt dieses typische Beispiel von "Planung bei uns und anderswo", welche eine der besten Darstellungen davon ist, dass alles in den Köpfen und Computern funktioniert, eventuell auch irgendwie noch aussieht (bevor es doch noch zusammenfällt), aber garantiert ans Zielpublikum - in diesem Fall den Bären - nicht wirklich angepasst ist.

Unsere Stadt hat mal wieder den Vogel abgeschossen und das Geld gleich Kübelweise zum Fenster rausgeworfen. Nun versuchen die Verantwortlichen, unterstützt von unserem Stappi, däm Lappi, alles noch mit Superlativen wie "wunderschön, fantastisch" etc. schönzureden, bis wir es dann alle selber glauben.

Bern hat nicht nur einen Hang zu Bären sondern auch ausschliesslich einen Hang für die Bären, einen, der hoffentlich nicht doch noch ins Rutschen kommen wird.

Auf einer Skala von 1 - 10 gibt das minus 30 Punkte.

Montag, 9. November 2009

Das Buchorakel....


Meine Lieben, Weihnachten schleicht schon mit leisen Sohlen um uns rum, ob wir das wollen oder nicht. Oft ist es nur die spontane Äusserung eines meist jungen Menschen: "nun dauert's nicht mehr lange", welche uns das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Was schenk ich wem? Und warum? Nicht zu vergessen: wo landet meine Gabe im Januar: a) im Brockenhaus, b) in der Kleidersammlung, c) im Estrich oder Keller, d) ganz zuhinters im Gruschkram-Schrank, e) auf E-Bay oder f) gar im Müll.....

Eine Variante wäre, Geschenke generell abzuschaffen. Sehr beliebt bei Gross und Klein sind Gutscheine, wenn sie auch allenthalben als fantasielos gelten. Aber seien wir mal ehrlich: ist es nicht toll, wenn ich mir nach Weihnachten in aller Ruhe etwas aussuchen kann, und erst noch preisreduziert, da im Januar meist Ausverkaufsstimmung herrscht?

Wer mit dem Kopf durch die Wand will und sich gerne inspirieren lässt, der sollte einmal das Buchorakel besuchen. Mit ein paar Klicks finden Sie garantiert den passenden Lesestoff und gelangen zu guter Letzt auf amazon.de, wo der Bestellknopf nur darauf wartet, gedrückt zu werden.

Ihr zu Beschenkender liest gar nicht? Macht nichts, tun Sie einfach so, als wüssten Sie das nicht. Notfalls und je nach Titel kann er oder sie die Gabe reizend verpackt am Valentinstag gleich weiterschenken. Nichtleser fühlen sich meist geehrt, wenn man ihnen den Hang zum Literarischen zutraut und generell herrscht wieder die Tendenz zum Zweitbuch - dem Pendant zum Telefonbuch!

"Oh Du Fröhliche...".

Freitag, 6. November 2009

Express-Vinifizierung...


.... oder der gefolterte Wein!

Heute gibt man nichts und niemandem mehr die nötige Zeit für eine Entwicklung. Kaum können sie selbständig stehen, werden unsere Kleinsten gefördert und überfordert, was das Zeug hält, angetrieben durch den Ehrgeiz der Eltern und natürlich auch, damit der Nachwuchs es einmal besser hat als man selber.

Mit der eigenen Person ist man jedoch auch nicht unbedingt rücksichtsvoller. Die zur Verfügung stehende Zeit wird genutzt, indem man meist zwei-drei Sachen gleichzeitig erledigt, zusätzlich angetrieben durch eine Art virtuelle Stecknadel, die wir regelmässig tief in unser Fleisch reinbohren - Autsch! Man fühlt sich wie unter Strom, und Ein- resp. Durchschlafen kann auch mal zum Problem werden, ausser vielleicht am Arbeitsplatz.

Unter Strom steht in China seit Neustem auch der Wein. Ganz gezielt wird er elektrischen Feldern ausgesetzt, um so die Reifung zu beschleunigen. Vater dieses Gedankens war der chinesische Chemiker Zeng Xinan von der Technologie-Universität Guangzhou. Die besten Resultate erzielt man übrigens mit einer Feldstärke von 600 Volt pro Zentimeter über einen Zeitraum von 3 Minuten. In diesen 3 Minuten wird aus einem unreifen, ungeniessbaren ein gehaltvoller Wein, den selbst Sommeliers als ausgewogen und harmonisch bezeichnen. Ganz risikolos ist die Sache jedoch nicht: eine geringfügig höhere Spannung macht das Ausgangsprodukt sofort ungeniessbar.

Die richtige Menge Strom bringt chemische Reaktionen zwischen Alkohol und Säuren in Gang, welche aromatische Verbindungen entstehen lassen. Zudem lässt sich mit dem Vorgehen die Konzentration von z.B. Butanol oder Propanol um bis zu einen Viertel reduzieren.

Also nach Glykol, Schwefelung und anderen Wein"veredlungs"massnahmen gibt es für den überforderten Kunden einen weiteren Entscheidungspunkt zu beachten: Expresswein oder nicht!

Dass die Weinqualität auch ganz anders beeinflusst werden kann, habe ich erstmals nach meiner Reikiausbildung festgestellt. Ich war mit meiner Schwester essen und wir hatten offenen Chianti bestellt. Der war wohl für alles offen ausser dafür, getrunken zu werden. Man hätte ihn allenfalls unter "Essigsaures" verkaufen können. Anstelle einer Reklamation entschloss ich mich zu einem Experiment. Mit blossen Händen behandelte ich den Inhalt meines Glases und nahm einen Probierschluck. Wow!!! Sanfter, offener, fruchtiger, lebendiger.... wirklich lecker. "Lass mal probieren", meinte Schwesterherz, um mir daraufhin wortlos ihr Glas sowie die Karaffe zur Nachreifung zu übergeben.

Es braucht ein wenig Zeit, etwas Geduld, das richtige Gespür und man kann wieder einmal ein kleines Alltagswunder erleben. Wer die Reikisymbole kennt, kann auch mit diesen arbeiten und wer nicht wirklich über allzuviel Zeit verfügt, kann sich auch mit dem Grander Energiestab helfen.

Ein mit elektrischem Strom behandelter Wein mag ja eventuell für den Moment gut schmecken. Wie lange und nachhaltig er dies tut, dafür fehlen momentan noch die Erfahrungswerte. Für mich ist Wein etwas Lebendiges. Ich liebe es, zu schmecken, wieviel Liebe und Inbrunst andere in dieses Naturprodukt gesteckt haben. Selbst wenn ich den Unterschied von konventionell zur Reife gelangtem und Starkstromwein rein geschmacklich nicht unterscheiden könnte, ist mir die Slow-Food/Drink-Variante viiiiiel sympathischer. Folterwein kommt mir nicht in die Tüte.

By the way: wir sollten nicht nur dem Wein etwas mehr Zeit lassen, sondern regelmässig auch uns selber! Geniessen Sie's gut!

Mittwoch, 4. November 2009

Schweinsatz im Labor


Dem Berner Bär vom 3. November entnehme ich, dass Schweine neu vom Stall in die Forschung wechseln. Was für ein Aufstieg!!?? ;-@

Wissenschaftlern ist es nämlich offenbar gelungen, das Erbgut unseres Hausschweins zu entschlüsseln! (?????) Ob das nach ähnlicher Manier ging, wie beim Menschen, bei dem ja gemäss Lehrmeinung ein Grossteil des genetischen Bausatzes als "genetischer Müll" bezeichnet wird (.... der Mensch braucht nur 1,5 Prozent...).

Da offenbar Schweine und Menschen einander ähnlich sind, zumindest was Grösse und Erbgut (sowie eventuell Essverhalten) anbelangt, werden wohl die grunzenden Glücksbotschafter bald vermehrt in den Versuchslabors der Pharmaindustrie anzutreffen sein.... die armen Schweine!!!!

"Das Schwein ist das ideale Tier, wenn es um Lebensweise und Gesundheitsthemen in den USA geht", meint Prof Larry Schook (Schock?) von der Universität Illinois, welcher massgeblich an der Entschlüsselung des Schweine-Genoms beteiligt war. Wusste gar nicht, dass Schweine bei McDonalds ein und ausgehen!!

Ich bin hier mehr als skeptisch und nach wie vor vehemente Gegnerin von Tierversuchen! Nötigenfalls, d.h. wenn einmal unliebsame Nebenwirkungen bei einem Medikament auftreten sollten, heisst es dann nämlich sowieso mit einer Portion Wissenschaftlerlogik: "Ja man kann halt von einem Schwein nicht auf den Menschen schliessen."

Dasselbe gilt meines Erachtens auch für die so beliebten Beagles, Affen, Kaninchen etc. Die Frage, warum man dann überhaupt Tiere im Namen der Wissenschaft quält und tötet, ist deshalb nach wie vor mehr als berechtigt.