Sonntag, 31. Mai 2009

Kartoffelsalat - Solanum tuberosum olé


Viele würden es nicht glauben, aber ich kann tatsächlich nicht schlecht kochen. Ich behaupte sogar: gut bis sehr gut. Es gibt welche, die steigern sich sogar in Superlative wie superlecker, mega, genial etc.

Seit Jahrmillio...eh.... -zehnten haben wir an Pfingsten ein Familientreffen. Toll mal wieder (hoffentlich!!) alle beieinander zu sehen, friedlich vereint bei "Tris de Buffetvariation" (Apéro-Hauptgang-Dessert), fröhlich plaudernd, Verdauungsspaziergänge unternehmend, sich eifrig austauschend und sich schon aufs nächste Mal freuend (fakultativ!!! :-).

Und jeder bringt etwas mit. Wird eine (!!) von uns in höhere Welten abberufen, erbt eine andere deren Gericht, wenn auch nicht unbedingt das dazugehörige Talent. So kamen wir zum Kartoffelsalat oder wohl doch eher auf den Hund?

Ich koche kreativ, NUR EINMAL IM JAHR KARTOFFELSALAT, nie nach Rezept, frei Schnauze und mit viel Bauchgefühl. Ist etwas einmal genial+++, kann ich es leider nicht noch einmal so hinkriegen, das ist der Nachteil. Nur an Pfingsten, wenn allen alles bekanntlich am ringsten geht, tue ich mich schwer.

Da meine Auslegung dieses Emmentaler-Klassikers nicht bei allen ankam - zuviel Knoblauch, falsches Öl etc. - habe ich mir vor allem schwesterlicherseits (Sterneköchin!!) Rat eingeholt. Ihre diesjährige Variante auf Notizzetteln entspricht nicht ganz der festgehaltenen vom letzten Jahr. Ob ich sie mal kurz anrufe???? Geht nicht, die Gute macht schon eine 5 Kilo-Züpfe, die beste Schokoladenmousse aller Zeiten sowie Reissalat. Viel sagen Sie? Ja schon, aber... ähm... Okay, ich habe verstanden.

Ich fühle mich jedoch mit meinem leidigen Erbe völlig unsicher, fast wie eine Anfängerin, die gerade heute entdeckt hat, dass das komische Ding in der Küche ein Herd ist, mit dessen Hilfe man zum Beispiel Urknollen weichmachen kann. Hätten die Spanischen Eroberer seinerzeit etwas anderes entdeckt, würde ich vielleicht heute etwas noch Exotischeres zubereiten, zum Beispiel Maniok-Raspel frittiert. Aber: es ist wie es isst und es isst gut so!

Es scheint ein wenig meinem Lebensmotto zu entsprechen, hauptsächlich Dinge zu tun, die ich nicht wirklich kann. So habe ich nach der Musicalschule statt Physiotherapie Arzthelferin gelernt, deshalb mache ICH unsere Buchhaltung, betätige mich im Haushalt als Putz- und Kochperle und hadere mit meinem Frauenschicksal. Nur manchmal, da kann ich meine wahren Seelenaspekte ausleben, und die haben mit Kartoffelsalat seeehr wenig zu tun!!!

Dank meinem Göttergatten hat sich heute das Blatt noch einmal zum Guten gewendet und so überlege ich mir denn, ob ich mein Erbe tatsächlich gegen den Teigwarensalat eintauschen werde oder ob wir uns nächstes Jahr nach dieser Zangengeburt wieder gegenseitig auf die Schultern klopfen und jubeln werden: "Congratulations, you did it"

Freitag, 29. Mai 2009

Farbwechsel mit Folgen


Als Kleinkind hatte ich eine Mönchsfrisur. Mein Schädel war sozusagen aalglatt, meine Manieren sicher (noch??) nicht. Nach meiner Schwester, die mit Haupthaar durchaus punkten konnte, war dies für meine Eltern wohl ziemlich... gewöhnungsbedürftig. Was dann allmählich zu spriessen begann, war hell... sehr hell; fast weiss. "Äs Finöggeli", noch dazu emfindlich auf alles und schüchtern bis zum Gehtnichtmehr. Am liebsten hätte ich mich hinter Mutters Rockschössen dauerversteckt und die Aussenwelt einfach ausgeblendet. Fotografiert werden mochte ich gar nicht, und so gab ich mich auch schon mal bedeckt, besser gesagt zugedeckt.... zum Beispiel ganz praktisch mit einem Mantel oder eine Decke.

Die Jahre vergingen und selbstverständlich dunkelte ich allmählich etwas nach; war nicht mehr ganz so hell auf, dafür umso heller im Kopf. Je nach Licht hatte mein Haar zudem einen leichten rötlichen Schimmer.

Als Blondine lebt es sich nicht immer leicht, vor allem, wenn man Reisen in Länder wie Marokko, Tunesien oder Kenia unternimmt. "Nein" verstehen die Männer vor Ort nicht und geben auch nach mehrmaligem Abwinken (Abschreien) nicht auf, obwohl man nicht allein angereist und definitiv nicht auf Kontaktsuche ist.

Wie es so ist mit uns Frauen: an einem Wendepunkt meines Lebens entschloss ich mich zu einer Veränderung... genauer gesagt zu Mêches. Eigentlich sollten die hellblond werden, da riet man mir beim "Coiffure 13" zu Kupfer. Eigentlich hätte ich die Unglückszahl beachten sollen, denn das Resultat war katastrophal, die Strähnchen dicke Striemen und der Farbton entpuppte sich bei Tageslicht als Orange. 4 Stunden gekonnte Färbetechnik bei Coiffeur Aerni und ich sah wieder einigermassen aus, wie ich selber. Dennoch entschloss ich mich kurz darauf, dem Rotanteil in und auf mir mittels Henna zum Durchbruch zu verhelfen und ab dato lief ich meist als halber Pumuckl durch die Gegend.

Dass die Reaktionen auf einen Rotschopf anders sind als auf eine Blondine, merkte ich erst, als ich mich kürzlich wieder meinem Naturton zuwandte. Das ist tatsächlich irritierend. In der kurzen Zeit hatte ich bereits einige Erlebnisse, welche mir zu denken geben und auch irgendwie erklären, dass ich aufgrund meiner Schüchternheit oft Probleme hatte, solches aufzufangen. Heute, nach 25 Jahren Rotschub kann ich jedoch kontern.... und wie!!! Also denke ich jedenfalls, meine ich zu wissen, hoffe ich zu.... ehm... =D

Und vielleicht werde ich ja mal in Würde ergrauen oder wieder bei Weiss anfangen und so denn (Farb)kreis schliessen.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Bernmobil - Kurzgrounding


Gestern, 26.5. 2009, Tram Nummer 9, 13.40 Ortszeit: mein Magen murrte schon von wegen verspätetem Mittagessen, da lassen es die Gewitterwolken mal so richtig krachen. Blitze zucken scheinbar wahllos und treffen offenbar eine Leitung. Laaaangsaaam geht das Licht aus und das Gefährt bleibt wie ein mehr als begossener Pudel anfangs Kornhausbrücke stehen.

Gottseidank sind lauter gutgelaunte Leute an Bord, ausser vielleicht jener Geschäftsmann, der darauf besteht, so-fort aussteigen zu müssen; er habe eine Sitzung. Wir andern bleiben sitzen und rätseln. "Müssen wir jetzt schieben?" erkundige ich mich. Der Chauffeur entgegnet, er habe wohl gar keinen Strom mehr und könne allenfalls das Ding noch rückwärts rollen lassen. Meine Frage, ob Bernmobil wohl die Schulden beim EWB nicht beglichen habe, scheint berechtigt. Wir kennen das ja von der Swissair. Fast schon lassen wir eine Sammelbüchse kursieren, da wird die Leitung erneut und mit etwas mehr Power gespiesen. Jetzt aber - Licht an und los von Rom. Das Doping reicht jedoch nur bis kurz nach Station Kursaal, dann das zweite und für eine (Lange)Weile ziemlich endgültige Grounding.

Der Chauffeur schwitzt, fühlt er sich doch irgendwie verantwortlich. Wir grinsen. Der Aussteiger von vorhin geht schnellen Schrittes an uns vorbei, klitschnass bis auf Seidenhemd und Unterhose und sicher nicht sitzungstauglich. Dennoch halten es wieder ein paar Passagiere nicht mehr aus und stürzen sich in die Fluten. "Jetzt haben wir quasi Ballast abgeworfen, wie wäre es mit einem neuen Versuch", rege ich an. Es geht nicht und so sitze ich denn gemütlich mit ein paar andern Bernern und schaue dem Wasserspiel zu, bis die Lage sich etwas beruhigt hat. Für den Rest der Reise lasse ich Bern Inmobil links liegen und setze auf meine flinken Füsse.

Ein Blitz genügt, und die halbe Stadt übt sich in Musse und hat wieder einmal Zeit, bei sich selber anzukommen. =D

Dienstag, 26. Mai 2009

Finanzkrise - mit Lösungsansatz (?)


Wie sähe ein optimaler Finanzkreislauf aus? Ungefähr wie folgt:
Es ist August und die kleine Stadt an der Riviera hätte eigentlich Hauptsaison, aber es regnet in Strömen und die Touris bleiben aus. Die Einheimischen haben Schulden und leben auf Kredit. Glücklicherweise betritt ein reicher Russe eines der besten Hotels vor Ort. Er will ein Zimmer, legt 500 Euro bar auf den Tisch und macht sich auf, das Zimmer anzusehen.
Der Hotelchef nimmt das Geld, rennt zum Metzger und begleicht seine Schulden. Dieser nimmt die Noten und rennt zum Schweinezüchter, um seine Ausstände dort auszugleichen. Der Züchter nimmt die 500 Euro und eilt zu seinem Futterlieferanten, bei dem er seit langem in der Kreide steht. Dieser nimmt das Geld und gibt es der Prostituierten, von der er schon lange auf Kredit bedient wurde. Die Frau nimmt die Barschaft und rennt zum Hotelchef, um ihre Schulden für das Stundenzimmer zu begleichen..... und genau in diesem Moment kommt der Russe zurück und sagt, das Zimmer gefalle ihm nicht. Er nimmt seine 500 Euro und verlässt die Stadt. Niemand hat etwas verdient, jedoch hat keiner mehr Schulden und so schaut man in diesem idyllischen Ort wieder völlig optimistisch in eine hoffentlich glorreiche Zukunft.
Interessant in Zusammenhang mit dem leidigen Thema Finanzkrise war auch der Artikel "Meine liebste Bombe" in "Das Magazin" Nummer 19. Michael Osinski beschreibt darin höchstpersönlich, wie er durch Entwicklung einer Spezial-Software für Investment-Banker die Welt in die Finanzkrise hat schliddern helfen. Leider ist der Artikel online auf Deutsch nicht verfügbar. Wir müssen uns deshalb an die englische Variante in der New York Times halten.

Kleines aber interessantes Detail am Rande ist zum Beispiel die Geschichte, warum es in der Männertoilette des Handelsraumes so bestialisch stank. Die Männer hatten einen Wettstreit laufen. Um 08:00 fingen sie an zu arbeiten und verliessen ihre Schreibtische nicht mehr. Sie assen und tranken am Arbeitsplatz. Punkt 15 Uhr marschierten alle zur Toilette und stellten sich an der Wand gegenüber des Pissoirs auf. Sie wetteten um 100 Dollar, wer es am längsten schaffte, den Strahl zu halten und noch dazu das Ziel zu treffen. Osinski meint, das mache in etwa deutlich, was mit erwachsenen Männern passiert, wenn sie einen Zwei-Millionen-Bonus kriegen. Ich frage mich einfach, warum um alles in der Welt sie dann auf 100 die Dollar angewiesen waren. Das waren sie natürlich nicht, nein, es ging natürlich nicht ums Geld, sondern war wohl eher eine Frage der Ehre. Was für eine.... eh... ein grosses Wort!!!

Übrigens: Osinski hat umgesattelt und ist heute ambitionierter Austern-Farmer. Ob er seine Zöglinge in die Geheimnisse eines fragwürdigen Risikomanagements einweiht?

Montag, 25. Mai 2009

Facebook für unsere Liebsten - tierisch gut


Was bisher nur dem Menschen vorbehalten war, soll nun auch eine Möglichkeit für unsere Liebsten werden. Die Rede ist von Hund, Katz und Co. Sie können sich seit kurzem auf www.petsite.com einloggen und neue Freunde finden, sich über ihre Wurmkuren unterhalten oder gar die Liebe ihres Lebens ins Bild setzen. Interessant sind sicher auch ihre Abhandlungen über Frauchen und Herrchen. Es ist bekanntlich nicht immer einfach, sich durchs Leben zu schlängeln, es sei denn, man ist zufällig eine Boa constrictor.

Wer hat's erfunden? Die Schweizer! Wer genau? Michel Lazecki aus Zürich. Innerhalb einer Woche haben sich bereits 400 Mitglieder zusammengefunden, und das aus allen Teilen der Welt. Täglich kommen weitere 50 dazu... und wer weiss, vielleicht wird schon bald Ihr kleiner Liebling Tier der Woche. Jööööööööö!

Ob Hausstaubmilben, Motten, Ameisen und Mücken auch willkommen sind, steht noch in der Schwebe, aber vielleicht gibt es ja bald eine FB-Variante für Kleinstlebewesen. Auch wenn es jetzt vielleicht etwas rassistisch anmutet: der H1N1 wäre dort sicher nicht erwünscht.

Adam mit den Scherenhänden - Saakstark


Nicht Adam sucks, sondern Adam Saaks. Saakstark!! Der Mann mit den Scherenhänden macht nicht lange Federlesens, wenn es um Mode geht und um T-Shirts, die sitzen wie angeschn... angegossen. Dass er dabei um einiges kreativer ist, als ich, sieht ein Blinder mit Krückstock.

Immer wieder nerve ich mich nämlich darüber, dass die gängigen Langarm-Shirts einfach nicht passen. Gleich wie ihre kurzärmligen Kollegen drücken sie einem oben beinahe den Kehlkopf ein und haben dazu noch eine Ärmellänge, welche es für Leute meines Formats schwierig macht, die Hände frei zu haben. Nach hinten schieben geht auch nicht, da die Ärmel nach 10minütigem Tragen schon ausgeleiert sind und immer wieder nach vorne rutschen.

Neulich war ich darüber soooo sauer, dass ich kurzerhand eine Schere packte und beide Ärmel ritsch-ratsch kürzte. Martin fielen beim Zuschauen beinahe die Augen raus; er konnte es nicht fassen. Gut, ich bin kein Adam Saaks und so machte ich kurz darauf einen auf reumütig und versuchte, das Ganze mit Hilfe von Nähzeug einigermassen zu nageln. Da ich seit der Schule nicht wirklich Fortschritte in Handarbeiten gemacht habe und mich das Fach auch niemals wirklich interessierte, ist das Resultat entsprechend. Furore kann ich damit nicht machen, aber mindestens passenn die Ärmel jetzt einigermassen.

Nicht so beim coolen Adam. Seine Ed-Hardy T-Shirts sehen nach Schnippel- und Knüpfattacken einfach Klasse aus. Vor allem bei Hitzewellen sind die Löcher eine willkommene Abwechslung, denn sie sorgen für Durchzug. Ich frage mich lediglich, wie so ein Shirt wohl nach dem Waschen aussieht, aber möglicherweise sind Origamishirts nur wirklich in, wenn sie auch richtig nach Schweiss riechen.





Für meinen unbeschnittenen Shirtbestand helfe ich mir nun anders. Ich trage zwei Ärmelgummis und bin am überlegen, ob das nicht eine Marktlücke wäre. Statt einfaches Weiss geknüpft könnte man mit Pink und Gold viel eher punkten und eine Aufschrift wäre auch nicht schlecht, zum Beispiel "keep cool". Wenn ich's mir allerdings recht überlege, gibt es das Konzept bereits und so bleibe ich meiner bisherigen Tätigkeit wohl auch weiterhin treu.

Sonntag, 24. Mai 2009

Facebook schwindelt - nice (?) try


WARNUNG! Facebook schwindelt sich zu Daten. Also eigentlich nicht FB selber, sondern die Hersteller irgendwelcher Applikationen. Plötzlich hat man Meldungen wie "X schickt Dir ein iSmile", obwohl dieser X seinen Computer nur einmal pro Jahr aufstartet und nicht sehr aktiv auf FB ist.

Aber da ist noch Y mit einer Geburtstagsanfrage, Z mit einer Green Patch Anwendung (gemeinsam machen wir die Welt zu einem lebenswerteren Ort) und jemand soll sogar einen japanischen Namen für mich kreiert haben. Das ist aber lieb.

Und drückt man den entsprechenden Link, will schon wieder jemand Zugang zu meinen Daten und Profilangaben haben... ohne das geht kein Intelligenz-Test, kein Quiz, keine Farbauswertung, keine Ausarbeitung "wer warst Du in Deinem früheren Leben" oder "wieviele Kids wirst Du haben".

Da ich schon lange den Verdacht hege, dass die Freunde, welche mir solch exquisiten Dinge schicken, selber gar keine Ahnung davon haben, erkundigte ich mich mehrmals direkt, ob die jeweilige FB-Meldung den Tatsachen entspricht. Nun habe ich endlich eine Bestätigung, und zwar von Freund Asinan. Er hat mir keinen japanischen Namen ausgesucht. Somit muss ich logischerweise davon ausgehen, dass auch mein Name im Zusammenhang mit FB-Anwendungen missbraucht wird, indem meine Freunde Pseudo-Einladungen von "mir" kriegen. Das finde ich eine absolute Schweinerei.

Also wenn das so weitergeht, muss ich echt in diesen Chorus mit einstimmen...



Sollten also meine Freunde irgendwelche abstrusen Aufforderungen von mir erhalten, dann können sie sicher sein, dass diese definitiv nicht von mir stammen.

Warum diese ganzen Apps einem die Nerven überstrapazieren? Dreimal dürfen Sie raten oder kurz im Archiv von 20Minuten blättern.

Facebook ist an sich eine ganz coole Sache, wenn man im richtigen Moment die Finger von der linken Maustaste nimmt. Für mich gilt ab dato noch viel mehr: vor dem Doppelklick Hirn einschalten.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Bernmobil appelliert...


... an mein Gewissen. Das ist jedoch für einmal nicht nur sauber, sondern rein, denn ich habe nicht die Angewohnheit, meine dreckbeschuhten Füsse auf den Sitz gegenüber zu legen, meinen Mittagslunch in Tram oder Bus abzuhalten oder gar daselbst eine Bierlaune auszuleben, um das stinkige Gesöff zuletzt über den ganzen Boden zu verteilen. Mein 20Minuten kommt bei mir ins Altpapier, der Müll wird im Abfalleimer zuhause entsorgt.

Es kann durchaus auch vorkommen, dass ich mich mal einmische und verbal für Rauchfreiheit oder etwas mehr Sauberkeit im ÖV sorge. Wie ich letzten Sommer erleben durfte, tun die Chauffeure selbst wenn es brenzlig wird nichts, ausser chauffieren natürlich. Ihre Sicherheit geht nämlich vor; für alles andere sei das Infocenter mit beschränkten Bürozeiten aber hoffentlich nicht ebensolchem Personal zuständig.

Nun erhalte ich als zahlende Kundin einen zweiseitigen Brief von Bernmobil-Direktor René Schmied. Er schildert darin wortreich, wie er sich aktiv für das Wohlbefinden seiner Kunden einsetze. Erstens stehe das spezielle Reinigungsteam 12 Stunden täglich im Einsatz. Es würden pro Jahr über 200'000 Kilo Abfall gesammelt, und trotzdem reiche das nicht. Auch koste es zehnmal soviel, Abfall aufzusammeln als ihn aus den Abfalleimern zu entleeren.

Bei mir trifft es durchaus zu, dass ich eine druckfrische Gratiszeitung einer bereits gelesenen vorziehe, weiss ich doch nicht, wie sauber die Finger meines Vorgängers waren. Ich lese NIE liegengebliebene Zeitungen, lasse aber auch nie welche liegen. Auch mich stören Abfallberge und sonstiger Dreck im Tram. Den Geruch von Pommes oder Chicken nuggets finde ich auch nicht unbedingt anturnend und hätte deshalb nicht wirklich etwas gegen ein Ess- und Trinkverbot. Muss ich mir jedoch wirklich jeden Hut aufsetzen?

Herr Schmied appelliert jedenfalls an MEIN Verantwortungsgefühl, z.B. indem er uns allen mit gutem Beispiel vorangeht und auf seinem ÖV-Arbeitsweg aktiv Saubermann spielt. Er geht sogar noch weiter und bittet mich, Teil seines "Team Sauber" zu werden und zum Beispiel die Getränkedose auf dem Nachbarssitz doch gleich zu entsorgen, "meinem" Verkehrsmittel zuliebe. Er selber sei wegen solcher Aktionen noch niemals ausgelacht oder beschimpft worden, was ja irgendwie auch logisch ist.

Bernmobil gerät wortreich an seine nicht zu knapp zahlende Kundschaft, weil sie bei den meines Erachtens oftmals gratis fahrenden Abfallverursachern (wie Drogensüchtige, jugendliche Angeber etc.) auf taube Ohren stossen. Wir sollen Vorbilder schaffen, welche die Anzusprechenden eh nicht interessieren, indem wir selber Vorbild sind.

Der Brief geht an 28'000 Libero-Abonnenten und kostet Bernmobil sicher eine zusätzliche Stange Geld. Als Gegenleistung bietet man uns übrigens.... die saubersten Trams und Busse der Schweiz.

Martin und ich sind ganz putzige Wesen.... und momentan an vier Orten im Einsatz. Noch niemals ist es mir jedoch eingefallen, unsere zahlenden Kunden zu Reinigungsarbeiten anzuhalten. Unser Dojo ist kein Esstaurant und auch die Praxis nicht in erster Linie ein Ort der Verpflegung. Unsere Kunden suchen uns für ein Training oder eine Behandlung auf. Natürlich sollen sie sich wohlfühlen. Es ist und bleibt jedoch UNSERE Verantwortung, für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen... das wäre ja noch schöner.

Ich kann nur erneut sagen: Bernmobil (er)fahrbarer Humor.

Dienstag, 19. Mai 2009

Ferien im Bärengraben?


Bern wird um eine Attraktion reicher. Nachdem nun auch noch der letzte Bär im alten Graben das Zeitliche gesegnet und sich damit die Chance auf einen Einzug in den neuen Bärenpark definitiv verbaut hat, wird sein einstiges Domizil für den Menschen zugänglich.

Leid taten mir Pedro und seine Kumpanen ja schon immer. Ein Leben in der Öffentlichkeit, als Ausstellungsobjekt also, ist einfach nicht artgerecht; BASTA. Oft hatten die Bären schlicht genug von Rummel und Rüebli, standen sich bei den Türen die Beine in den Bauch und warteten auf erlösenden Einlass. Tiere in Gefangenschaft können zwar mit regelmässigen, manchmal übermässigen Futtergaben rechnen. Ist das jedoch tatsächlich ein guter Tausch gegen ein Leben in der Freiheit. Sicher wurde der Lebensraum der Braunbären weltweit immer kleiner und der Gedanke, im Wald auf einen freilaufenden Bären zu stossen ist einem eher unsympathisch. Das wurde in den vergangenen Jahren deutlich, als Jagd auf zugewanderte Bären gemacht wurde. Seit Sommer 2005 verirren sich nämlich immer wieder Tiere in die Schweiz.

Wenn alles klappt sollte es ab Donnerstag soweit sein. Der Bärengraben steht Interessierten offen. Wer will kann sich vor Ort in ein Bärenleben einfühlen. Es wäre nicht schlecht, die Bettelhaltung schon etwas einzuüben. Der Grabenbesuch soll übrigens zur festen Institution in Bern werden. Ein entsprechendes Baugesuch wurde bereits eingereicht. Eventuell könnte man ja noch einen Schritt weitergehen. Wie wäre es mit "Ferien im Bärengraben". Doch um einiges attraktiver als ein Stehen im Stau, oder? "Probier's mal mit Ruhe und Gemütlichkeit...."

Samstag, 16. Mai 2009

Krankenkassen noch kränker?


.... oder betrifft diese Aussage wohl eher die Politiker der SP.

Die haben nämlich in ihren Parteiaugen ein paar ganz geniale Ideen, was die mittlerweile schon fast überschwappenden Probleme mit den Kosten in unserem "Gesundheits"wesen anbelangt. Mit ihren Vorschlägen sollte es angeblich möglich sein, die definitiv anstehende Prämienerhöhung auf unter 5 Prozent zu drücken. Meldungen von Prämienerhöhungen 2010 von schlimmstenfalls bis zu 20 Prozent sind gemäss Felix Schneuwly, Sprecher der Santésuisse, nicht als Drohung zu verstehen. Auf jeden Fall plane man aktuell Erhöhungen im zweistelligen Bereich.

Die SP hält nicht viel von Couchepins bisherigen Lösungsansätzen und eine Praxisgebühr von 30 Franken für untauglich. Ihr Vierpunktesystem umfasst:
  • Senkung der Medikamentenpreise
  • Streichung der Wahlfranchisen
  • Verbot von Dumpingkassen
  • Tiefere Kassen-Mindestreserven
So, so, man will also wieder auf dem Buckel der Leute sparen, welche - wie wir - selber Verantwortung übernehmen, kaum je einen Arzt aufsuchen, sämtliche Medikamente und andere Krankheitskosten selber zahlen, aus Spargründen eine hohe Jahresfranchise gewählt haben und dazu noch mit einer gesunden Lebensweise in ihre Gesundheit investieren (gesunde Ernährung, genügend Bewegung, nicht Rauchen, wenig Alkohol, keine Drogen, genügend Schlaf etc.). Man geht also davon aus, dass, wenn man diese Leute noch mehr schröpfen könnte, wieder genug im grossen Topf liegen würde.

Meines Erachtens ist es nicht sinnvoll, die unhaltbaren Zustände im Gesundheitswesen zu sanktionieren, indem man dem grossen Pool immer mehr Geld zuführt. Seit Jahren steigen die Kassenprämien in einem Masse, welches man sich für andere Produkte nicht vorstellen könnte. Jedes Jahr Erhöhungen, manchmal sogar an die 30 Prozent, je nachdem in welcher Region man wohnt oder in was für einer speziellen Kasse man bisher versichert war.

Hätte eine gleiche Preisentwicklung bei den Milchprodukten stattgefunden, würde man wohl heute 100 Franken oder mehr für einen Liter Milch zahlen. So wundert es denn niemanden, dass es Leute gibt, die sich die gesetzlich vorgeschriebene Mitgliedschaft bei einer Kasse schlicht nicht mehr leisten können. Die Prämien müssen dann von der Allgemeinheit getragen werden. Auch gibt es Leute, welche nach Erhalt einer Arztrechnung zuerst den Anteil der Kasse einfordern, um dieses Geld dann beim nächsten Lebensmitteleinkauf zweckzuentfremden. Der Arzt geht in solchen Fällen leer aus, was total daneben ist.

Mein Vorschlag wäre, dass eine Versicherung im ambulanten Bereich fakultativ wäre und das Obligatorium sich auf den stationären Bereich beschränkt. So würden nämlich viele Leute ihre Grippen und Wehwehchen selber bezahlen, hätten aber eine sinnvolle Deckung und somit Sicherheit für die wirklich teuren Behandlungen. Leute mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes etc., welche auch ambulant viele Kosten zu tragen haben, könnten ihre Versicherungsdeckungen auf den ambulanten Bereich ausweiten. Daneben müsste man natürlich der Pharmalobby die Stirne bieten, und und und...

Ich weiss, es ist ein heikles und schwieriges Thema. Die Situation ist so verzwickelt-verzwackelt, dass sie kaum mehr zu lösen ist. Es muss wohl auch hier einmal alles zusammenfallen. Trotzdem kriegt die SP für ihre Vorschläge von mir den Kaktus der Woche. Wer mit meinem Vorschlag ebensowenig einverstanden ist, schicke mir das stachlige Teil doch einfach zurück.

Freitag, 15. Mai 2009

GNTM - Sara's simply the best









Meine persönliche Rangliste der verbliebenen GNTM-Kandidatinnen lautet wie folgt:

1. Sara
2. Mandy
3. Jessica
4. Marie

...wobei Jessica durchaus auch das Zeug zu einem zweiten Platz hätte.

Sara dagegen ist einzigartig. Sie hat eine umwerfende Ausstrahlung und blieb trotz teils harter Juryurteile ganz sie selbst. Dank ihrer Herkunft wird sie niemals farblos wirken, obwohl sie bei der gestrigen Challenge mit ihrem Badezimmerarrangement die Jury nicht überzeugen konnte. Wahrscheinlich hätte sie dazu mit einer Gummipuppe in die Wanne steigen und "I kissed a girl" singen müssen. Heute bist Du als braves Mädchen eben aussen vor.

Mandy dagegen konnte mit ihrem selbstgemachten Candy-Bikini mehr als nur punkten, wobei sie aufpassen musste, dass Heidi und Co. sich beim Naschen NUR an die herumliegenden Süssigkeiten hielten.

Jessica ist ein sehr spezieller Typ. Mit ihrer Zahnlücke und dem oft verschmitzten Lächeln ist sie genau der Typ Frau, mit dem sich viele identifizieren können. Seit sie auf sich allein gestellt ist und nicht mehr dauernd an Ira klebt, kommt sie auch ganz anders rüber. Beim Cover-Shooting hat sie mir nebst Sara am besten gefallen.

Und Marie? Ja, die liebe Marie. Da sie seit Wochen ausschliesslich versucht, sich zu verbiegen und den Juryurteilen optimal anzupassen, und zwar ohne genau zu wissen, was die genau erwarten, hat sie nicht nur ihre Natürlichkeit, sondern auch das Talent zu schauspielern gänzlich eingebüsst. Sie hat sich sozusagen selber verloren, ist nicht mehr sie selber, leider. Aber gerade in sich verankert "einfach zu sein" ist das einzige, das einem bei einer solchen Exponiertheit den nötigen Halt verleiht. Und wie gesagt, die Hamstibamsti-Bäckchen sind nicht einfach in Szene zu setzen. Wäre da nicht der Maybelline-Einspieler.....

Mal sehen, wie es weitergeht. Pro7 hat es zumindest geschafft, die Staffel mit einer zusätzlichen Vorfinalsendung unnötig in die Länge zu ziehen. Es bleibt also spannend...

Liebe ist...









....wenn er am frühen Morgen ihr Handy repatriiert.

Gestern Abend 0:44 Ortszeit. Ich will mein Handy aufladen und... ein Kontrollanruf bringt es an den Tag resp. die Nacht: mein Geschäftshandy ist weg.

Wo-wo-wo... woh mein Gott!!! Ausflippen mit Schalldämpfer ist nicht einfach, doch es gelingt einigermassen. Meine Sorge: es ist beim Einkaufen aus der Tasche rausgefallen. Mein Hirn dreht Runden wie Hamstibamsti.


Alles hilft nichts ausser Martins beruhigendem: "es wird wohl in der Praxis sein". Dein Wort in Gottes Gehörgang, denke ich und schlafe erstmal eine Runde. Heute Morgen, irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr dann die Entwarnung. Der beste aller Ehemänner ist mal eben schnell in der Praxis vorbeigefahren und hat das Teil geholt und es sogar gleich noch an den Strom gehängt. Das war einfach unsagbar toll von Dir, Schätzel, Du bist und bleibst der Beste. DAAAAANKE!!

Agathe Bauer und die Songverhörer


Agathe Bauer, ein Welthit. Sicher kennen Sie den bestens...



... und so sind wir beinahe schnörkellos und ohne Umweg beim Thema Songverhörer angelangt.

Versteht jemand eine Sprache nicht, also beispielsweise kein Englisch, entnimmt er englischen Songs die interessantesten Zeilen. So wird denn "I'm under a heavy cloud" sehr schnell zu "der Mann der 'n Handy klaut". Hier eine super Auswahl, zum Beispiel der "Dickschädel Blues" (deep shade of blue), "Hau auf die Leberwurst" (hope of deliverance), "Oma fiel ins Klo" (all my feelings grow) oder gar etwas churchy "Oh Annelise popel nicht" (Cum angelis et pueris). So kann ich denn nur viel Spass wünschen bei dieser kleinen Auswahl.



Ging mir übrigens seinerzeit mit der "Mercy dispense" (Mercedes Benz) von Janis Joplin nicht anders:



Hier der Link zu der Webseite Songverhörer, die vermutlich laufend aktualisiert wird. Auf YouTube gibt es ebenfalls einen eigenen "Verhör"kanal. Also Ohren auf und immer schön mitsingen =D

Donnerstag, 14. Mai 2009

Wellnessoase Bundesplatz


Es ist wieder soweit. Die Temperaturen lassen zu, dass unser beliebtes Wasserspiel am Bundesplatz wieder in Betrieb genommen werden konnte. Täglich zwischen 11 und 23 Uhr sorgt es für viel Ausgelassenheit, Gekreische und vor allem klitschnasse Kinder.

Wer also Mühe hat, seinen Nachwuchs zur regelmässigen Körperpflege zu bewegen, setze auf die Wellnessoase am Bundesplatz und den allen innewohnenden Nachahmungstrieb. Duschgel, Seife und Bademäntel werden allerdings NICHT gratis abgegeben. Für Spass ist jedoch garantiert gesorgt, auch bei den mehr oder weniger unbeteiligten Zuschauern. See you.

Ach übrigens: der Bundesrat überlegt schon mal, ob zusätzlich eine Anlage für Blobbing installiert werden könnte. Das wäre eine gute Sache, nicht zuletzt zur Ausbildung unserer Rekruten. Die ersten Luftkissen wurden vom Militärdepartement bereits bewilligt. Allerdings hat man das Problem mit der harten Landung noch nicht zufriedenstellend lösen können.



E se non è vero è ben trovato =D

Dienstag, 12. Mai 2009

Töffgottesdienst?


Wir fahren über Land, denken an nichts Böses und nehmen die Impulse der Umgebung auf. Da fällt mein geschultes Auge auf ein Plakat: "Töffgottesdienst in Muhen".

Hallooooo???? Ökumenische Gottesdienste, Kindergottesdienste, ja selbst Tiergottesdienste sind mehr oder weniger bekannt. Nun werden also auch noch unsere Maschinen indoktriniert. Urbi et Orbi für die Harley-Davidson ebenso wie für das 08.15-Motorrad. Ob Custombike oder Enduro, Ratbike oder Sporttourer.... alles was zwei Räder und einen Motor hat ist willkommen.

Hallelujah sag ich da nur. Und die Aufsässigen werden automatisch von Hells Angels zu inspirierten himmlischen Boten. Sicher ist nur Fliegen schöner!!?

Wie man sieht, haben sich unsere Kirchen bezüglich leerer Kirchenbänke etwas einfallen lassen (müssen!!) und pfarrerseits nimmt man dabei gerne in Kauf, dass die Schäfchen während der Predig ihren Traum von der Route 66 weiterträumen.... eventuell etwas unterstützt von Sound àla Nat dem Grossen:



Real churchy, isn't it??

Schlechter Wechselkurs für Schweizer....


Dass wir Schweizer für Produkte generell mehr bezahlen, als in den uns umgebenden Ländern, ist bekannt. Bei den Medikamenten ist dies längst ein Thema, oder fast schon keines mehr. Auch das Buchen von Pauschalreisen über ein ausländisches Büro kann sich lohnen, und so nehmen viele noch so gern einen Abstecher über Frankfurt in Kauf, wenn sie dafür nur noch die Hälfte für ihren Djerba-Aufenthalt auslegen müssen.

Offenbar ist es mittlerweile zu einer schlechten Gewohnheit geworden, uns Schweizer abzuzocken, und so scheint der Wechselkurs "Euro-Schweizer Franken" lediglich noch als Empfehlung betrachtet zu werden.

Bei meinen Coiffeurbesuchen bin ich kürzlich auf den Geschmack von "Brigitte woman" gekommen. Sonst blätterte ich mich durch Stösse von VOGUE, Elle, Cosmopolitan etc. und sah lauter Mode, die mir nicht (mehr??) wirklich stehen würde.

Interessanterweise gibt es gerade in der neusten Ausgabe einen Artikel darüber, dass man wohl eher den Ehemann wechseln würde, als den Frisör seines Vertrauens. Ist man nämlich einmal fündig geworden und zufrieden, lohnen sich Experimente nicht mehr. Bei den Haaren hört der Spass für Frau auf.

Letzten Freitag hatte ich noch etwas Zeit zwischen zwei Terminen, und beschloss, mir eine Ausgabe der Brigitte für Erwachsene zu leisten. Brigitte normal hat mich über Jahre inspiriert, mit der weltbekannten Brigitte-Diät, mit viel Mode und Geschichten rund um Pubertät, Pickel, Beziehungsprobleme und Liebeskummer. Heute geht es bei mir langsam wohl eher Richtung Wechseljahre, Hautstraffung, Slipeinlagen, Kamphersalbe und Ruhestand.

Dass "Brigitte woman" in Deutschland 3.50 € kostet, geht ja noch. Nach dem aktuellen Wechselkurs wären das CHF 5.30. So finde ich es denn eine absolute Unverschämtheit, dass ich dafür ganze CH 7.20 auslegen musste, also fast 2 Franken über dem Wert. Eine seltsame Preispolitik, muss ich schon sagen. Im Abonnement kostet "Brigitte woman" übrigens genauso viel. Die Normalausgabe für die Jungen kommt im Vergleich dazu nur auf CHF 4.40 zu stehen.

Dennoch ist es wohltuend, mal ein Magazin durchzublättern, das in der Thematik tiefer geht als nur bis zu den aktuellen Stylingfragen. Ich wusste übrigens nicht, dass in Amerika mit "Menopause - the Musical" die Wechseljahre ganz in den Vordergrund gerückt werden mit Songs wie "Staying Awake" (statt Alive) und natürlich Ch-ch-ch-changes....



...ebensowenig wie ich den Hit von Sibylle Aeberli "Everlasting Menopause" kenne. Allerdings gab es zu meiner Zeit auch keinen Liebeskummer-Überlebenskoffer, kurz LÜK genannt, und so gilt wohl heutzutage: es git nüt, wo's nid git.

Montag, 11. Mai 2009

Die gelben Engel...


Für mich müssen Autos einfach fahren, wenn ich den Zündschlüssel im Schloss umdrehe und Gas gebe. Leise gleiten sie dahin, bringen mich von Tür zu Tür, kühlen im Sommer, wärmen im Winter und alles läuft rund.

Ich brauche nicht zu wissen, was eine Nockenwelle ist und wo der Bremsschlauch reisst. Auch will ich keinen Kurs in Räderwechseln oder Motorausbauen belegen, denn Karrensalbe ist nicht mein Ding. Das wussten meine Garagisten schon immer und so starteten sie denn niemals einen Erklärungsversuch, wenn es um technische Einzelheiten ging.

Eines weiss ich aber bestimmt: wenn was mit Leo ist, dann spüre ich, höre ich und weiss ich das. Es ist dieses innere Wissen, das man auch Intuition nennt. Oft schon konnten wir grössere Reparaturen abwenden, weil wir Probleme im Nanoformat abfangen konnten.

Seit Wochen lag ich meiner besseren Hälfte in den Ohren, nun doch endlich den Wagen zum Service anzumelden, da das Fahren sich nicht mehr gleich anfühlte. Es brauchte jedoch mehr als meine engelhafte Stimme, um ihn dazu zu bewegen. Ein Loch im Auspuff röhrte von zusätzlichen Ausgaben und versprach reichlich Ärger. Am Freitag abend klangen wir wie ein umfunktionierter Ferrari und laut mir konnten wir so nicht mehr weite Strecken fahren. "Ach was, X und Y fahren seit Monaten so herum, kein Problem" hiess es von rechts und links sehr überzeugend und so liess ich mich denn umstimmen.

Gestern abend um 21.30 dann ein Anruf bei der TCS-Pannenhilfe. Standort Migrosparkplatz Murgenthal. Die diversen Auspuffteile hatten sich entzweit und an ein Weiterfahren war nicht mehr zu denken. 50 Minuten Wartezeit klingt des nachts nicht allzu verlockend und so waren wir denn mehr als glücklich, dass die helfende Hand nach 40 Minuten bereits eintraf. Der Mann hatte uns zuliebe seine Pause ausfallen lassen. Das Wort "die gelben Engel" hat für mich eine ganz neue Bedeutung, und innerlich jubelte ich Hallelujah. Bereits nach 15 Minuten konnten wir uns auf den Rückweg begeben und unsere glücklichen Gesichter wurden unterwegs erst noch von einem blechernen Polizisten für die Ewigkeit festgehalten. War halt ein richtiges Abenteuer und wie das Wort schon sagt, wird da der Abend teuer.

Sonntag, 10. Mai 2009

Der Titanic-Effekt


Huch, Huch, Huch... ruhig durchatmen Annemarie. Nicht aufregen, nicht Haare raufen oder Nägel kauen!!!!!!!

Der Titanic-Effekt hat zugeschlagen. Wer meint, das ich auf den vielerseits per Ende 2012 angekündigten Weltuntergang anspiele, auf die Finanzkrise oder auch einfach die aktuelle Lage in der Politlandschaft, den muss ich enttäuschen.

Als Titanic-Effekt bezeichne ich, wenn das Unerwartete, das Undenkbare, das Unfassbare, Unmögliche... plötzlich eintrifft. Die Titanic, das einstmals grösste Schiff der Welt, galt als unsinkbar; der Rest ist Geschichte.

Apple-Technologie steht bei mir für einfache, selbsterklärende Bedienbarkeit und volle Funktionsfähigkeit rund um die Uhr. Mein MAC ist einfach eine Klasse für sich und mir heilig. Zwischenspeichern braucht man nicht... Zuverlässigkeit ist Trumpf, nebst einem unvergleichlichen Design.

Seit Freitag ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Dem Gerät meines Vertrauens stellt es zunehmend ab. Ob es mein Parfum nicht mag, meine manchmal etwas gestressten Finger oder was auch immer... ich schreibe und Paff: es ist aus... abgestellt in einem Bruchteil einer Sekunde.

Der einzige Grund, warum ich NOCH nicht ausflippe: ich zähle auf den Superhelden an meiner Seite. Martin ist nämlich ein begabter MAC-Flüsterer. Mit seinen unvergleichlich geschickten Händen und einem sicheren Instinkt für Störungsquellen wird er das Ding schon schaukeln, hoffentlich.

Erst dachten wir ja, die Kondensatoren seien durchgebrannt, aber ich wüsste nicht mit wem! Ein Test mit einer Ersatz-HD zeigte, dass es auch an der Harddisk nicht liegen konnte. Mit ge-resetteten Parameter-RAM schien mal wieder Ruhe zu sein... aber das war wohl eher diejenige vor dem Sturm, denn soeben hat er es wieder gemacht. "Ups he did it again". Ich flippe aus und wünsche allen einen schönen Muttertag.

Donnerstag, 7. Mai 2009

BMI für Katzen ????


Wie mir gestern eine Kundin verriet, werden jetzt auch Hunden und Katzen Opfer unseres Durchschnittsdenkens. Der berühmte Garfield bekam vor Jahren schon einen Vorgeschmack darauf: Herrchen Jon besitzt nämlich eine sprechende Waage, welche gerne Verbalattacken auf die Waagemutigen startet. Zum Beispiel fragt sie ihr Opfer mal ganz lakonisch "wie viele seid ihr" als Garfield eigentlich was ganz anderes hören wollte. Aber wie das so ist, für Komplimente sind wohl eher andere zuständig.


Neu regelt der FBMI® (Feline Body Mass Index®) den Grenzbereich zwischen "knuffig" und "übergewichtig". So wiegt eine normale Hauskatze 2,5 bis 4,5 Kilo, während einer Perser oder Siam schon mal über 5 Kilo zugestanden werden. Und nein, ob Tigerli oder Karthäuser um die Häuser ziehen, spielt keine Rolle, solange sie über genügend Bewegung verfügen und vor allem nicht vor meine Haustüre scheissen.... Hauskatze ist Hauskatze, auch wenn sie sich im Garten aufhält.

Wann es die ersten Magersüchtigen oder Bulemiker geben wird, steht in den Sternen; Schönheitswettbewerbe gibt es ja schon seit Jahren.

Und wenn das ganze Getue mit FBMI® auch für die Katze ist, so können wir uns in gewisser Weise selber an der Nase nehmen.

Übrigens: gemeinsam abspecken macht stark!! Yes we can!! Move.....

Dienstag, 5. Mai 2009

André Reihtebuch... und ein uneinig Volk


"Wir wollen sein ein ein(z)ig Volk von Brüdern", hiess es schon bei Wilhelm Tell, dem Urschweizer schlechthin. Tell war eigentlich der erste Mister Schweiz. Seinen Namen kennt heute noch jeder Mann, jede Frau und jedes Kind.

Mit der Einigkeit scheint es nicht mehr so weit her zu sein. Nachdem wir Schweizer am Samstag ausgiebigst Gelegenheit hatten, unser schönstes männlich(st)es Exemplar für ein Jahr auszuwählen, scheint der Durchschnittsgusto des Durchschnittschweizers nun doch nicht mit dem letztendlichen Ergebnis übereinzustimmen. Wir hätten aus 16 Kandidaten den einzigen Unschönen gewählt, heisst es.

Wie jetzt? Also doch Stefan Müller mit dem einprägsamen Namen und den grünen Augen. Wo waren all die Anrufe der Ausrufer, als es um die Wurst... eh... ging? Wollten wir Stefan (Lang)Weiler tatsächlich durch einen sympathischen Zimmermann aus dem Kanton Glarus ersetzen?

Das Voting sagte eindeutig JA. Wir wollen mal nicht darauf herumreithebuchen, sondern haben nun ein ganzes Jahr Zeit, uns mit dem Gedanken oder noch besser mit eh.... wie hiess er doch gleich André anzufreunden und ihm zumindest eine Chance zu geben, der erfolgreichste Mister Schweiz aller Zeiten zu werden. Das dürfte neben Renzo Blumenthal allerdings nicht ganz einfach werden, aber wir lassen uns gerne überraschen, oder soll der neue Mister Schweiz für unsere müden Wählfinger seinen Kopf hinhalten?

Sonntag, 3. Mai 2009

Mister Schweiz 2009


Also wenn ich in allem so vorausschauend wäre, wie bei meiner Voraussage betreffend der Plätze 1 bis 3 bei der Mr. Schweiz Wahl, dann könnte ich meine Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Am Samstag Morgen sah ich mir die Energiefelder der 16 Kandidaten etwas genauer an und stellte schriftlich folgende Rangliste zusammen:

1. Stefan Müller
2. Delmarque Vilela Gomes de Barros
3. Giovanni Romeo

Dass der Sieger nicht Müller Stefan sondern Reithebuch André heisst, ist ein Detail, das allein deshalb fatal sein könnte, weil man sich Reite... eh... Müller einfach besser merken kann. Die Plätze 2 und 3 habe ich jedoch korrekt vorausgesehen. Meine Trefferquote beträgt .... eh..... 66,6%?

Das ist mehr, als manche Börsianer sich erträumen können, eventuell auch mehr als Elisabeth Tissier, Madame Etoile und Mike Shiva gemeinsam schaffen. Ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden. Angebote zwecks Umsetzung meines Talentes werden gerne entgegengenommen.

Für mich on top und ewig die Nummer 1 ist ein gewisser Martin Schwab mit den wohl schönsten Augen diesseits der Aare. Darum gibt es demnächst die MS-Sondermarke. Schatz, Du bist und bleibst der Beste!!

Samstag, 2. Mai 2009

Liebesgeschichten....


.... aus einer völlig anderen Zeit, erzählt am Schweizer Fernsehen von Kurt Aeschbacher. Faszinierend zu sehen, wie einstige Liebespaare sich erinnern, wie ihre Augen zu leuchten beginnen, Tränen aufblitzen, Hoffnungen aus dem Dornröschenschlaf aufwachen, die innere Verbindung teilweise nach all den Jahren noch immer ganz stark ist...

In der Sendung vom 27.4. besonders berührend fand ich die Geschichte von Ueli und Maya, Uelis Engel, wie er sie nennt, und ihrer Liebe auf den ersten Blick. Sie hatten sich in Genf resp. Morges kennengelernt und verliebt, in Basel das erste Mal geküsst und daselbst dann aus den Augen verloren. Maya wollte eine Reise nach Kanada machen und ist dort hängen geblieben, eventuell nicht zuletzt auch aus einer gewissen Enttäuschung heraus; Ueli hatte nicht mehr angerufen und nichts mehr von sich hören lassen. Erst jetzt nach 40 Jahren wird klar: Mutter wollte nur das beste für ihre Tochter und hat ihr die Anrufe verschwiegen. Wie beide sich nach all dieser Zeit in die Arme schliessen, lässt wirklich kein Auge trocken und viel Raum für Spekulationen. Aber sehen Sie selbst:



Auch die Geschichte der 83jährigen Heidi und ihrem Max. Sie trug, wie man so schön sagte, seine Tochter unter dem Herzen, worauf ER nach einem kurzen Gespräch mit Schwiegermutti in spe kalte Füsse bekam und die Fliege machte. Alleinerziehende Mutter, uneheliches Kind, was heute Alltag ist war zu jener Zeit ein echtes Handicap. Heidi heiratete einen andern, konnte ihren Max jedoch nie vergessen. Dem ging es wohl auch so, denn er suchte vor kurzem wieder den Kontakt, nachdem die jeweiligen Partner das Zeitliche gesegnet hatten. Heute überschüttet Max seine Heidi mit Blumen, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass da ganz viele Gewissensbisse als Dünger dienen. Sie brauchte nämlich zuerst zwei-drei Wochen, bis sie ihm verzeihen und auch wieder vertrauen konnte. Das Zusammenziehen ist geplant..... Und diese Augen, wie sie leuchten!! Seufz =D

Gestern gab es übrigens der Romanzen zweiter Teil:



Alterslos sind wir, zeitloses Sein, verankert in einem sich stets wandelnden, dem Laufe der Zeit unterworfenen physischen Körper.

Freitag, 1. Mai 2009

Die unvergessliche, unvergleichliche Audrey...


Am 4. Mai hätte sie ihren 80sten Geburtstag feiern können. Eine wundervolle Frau.

Sie hatte das gewisse etwas, eine ungeheure Anziehungskraft auf Männer und Frauen gleichermassen. Ihr liebevolles Wesen, ihre wunderschönen, ausdrucksstarken Augen, vor allem aber ihr Lächeln, das einem ganz tief innen berührte, gaben einem das Gefühl, sie persönlich zu kennen oder gerne kennenlernen zu wollen. Für mich strahlte sie etwas sehr Reines aus, einen gewissen Adel des Wesens, welcher auch in ihren verbalen Aussagen Ausdruck fand. Hier eines ihrer letzten Interviews:

Interview Teil 1


Interview Teil 2:


Eigentlich wollte Audrey ursprünglich Tänzerin werden - die Figur dazu hätte sie ja gehabt - wuchs dann aber über das Mass einer Ballerina hinaus und wurde gottseidank zur Freude vieler für Hollywood entdeckt.

"My fair Lady", diesen Film haben sicher viele gesehen, wenn er auch nicht zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen gehört. "Warte bis es dunkel ist", "Ein Herz und eine Krone", "Frühstück bei Tiffany", "die Geschichte einer Nonne" und natürlich "Sabrina" trafen da eher meinen Geschmack.

Audrey Hepburn war auch eine etwas "sophisticatetere", möglicherweise auch intelligentere und sicher viel warmherzigere Version einer Paris Hilton ihrer Zeit, denn sie kreierte einen Look.... einen, der sich nicht so ganz meinen rundlichen Formen anpassen wollte. Was hätte ich darum gegeben, auszusehen wie mein Idol!!! Givenchy schneiderte ihr die Kleider auf den gertenschlanken Leib. Sie war für ihn sowohl Muse als auch Model und präsentierte seine Werke praktischerweise in ihren Filmen. Trug Audrey 7/8-Hosen und flache Ballerinas, dann wurde sie weltweit von Tausenden und Abertausenden kopiert. Ihr Lidstrich verwandelte zwar nicht jedes Auge in ein Rehauge - sowas konnte buchstäblich ins Auge gehen - aber probieren tat man es dann doch.

1988 wurde sie übrigens zur Sonderbotschafterin der UNICEF ernannt. In diesem Zusammenhang hat sie wohl einiges gesehen, vermutlich mehr als es für diese sensible, mitfühlende Frau gut war. Mit an ihrer Seite war stets ihr Lebenspartner, Robert Wolders.



Dass Audrey nach zwei gescheiterten Ehen gegen Ende ihres Lebens noch ein paar Jahre eine ganz speziell erfüllende Liebe mit diesem tollen Mann leben durfte, finde ich einfach grossartig.

Liebe war nämlich ein zentraler, wenn nicht DER zentrale Punkt in Audreys Leben, davon erzählt ihr Ausdruck. Audrey strahlte Liebe nicht nur aus, Audrey IST spürbare Liebe.



Liebe Audrey, Hollywood ist ohne Dich respektive Schauspielerinnen Deines Formats nicht mehr dasselbe.... und das wird wohl leider auch weiterhin so bleiben.