Mittwoch, 28. Januar 2009

Coop rächt sich mit scharfen Käfern


Mein Coop im Breitenrain scheint sich für die verschiedenen Blogs rächen zu wollen, die ich in letzter Zeit verfassen musste, oder wie anders kann ich es mir erklären, dass der angeblich gewaschene biologische Salat "jeunes pousses..." noch um eine höchst lebendige Zutat angereichert wurde... eine Zusaat sozusagen oder ganz einfach eine Zumutung.

Wie dem auch sei: bei mir wird selbst angeblich gewaschener Salat gewaschen. Naschkatze, die ich halt so bin: ich genehmige mir stets ein-zwei Blättchen frische Vitaminas, bevor ich die Salatschleuder kippe. Ja, ich weiss, man soll nicht naschen, doch diesmal könnte ich eigentlich froh sein. Sonst hätte ich nämlich für den Kübel gearbeitet.

Das menschliche Hirn reagiert bekanntlich innert Bruchteilen von Sekunden. So haben kürzlich Forscher herausgefunden, dass Testpersonen z.B. sofort, ganz automatisch und nebenbei den Fettgehalt von Lebensmitteln eruieren und miteinander vergleichen können, und zwar selbst dann, wenn ganz eine andere Aufgabenstellung vorliegt. Die Gehirnareale reagieren ohne unser Wissen.

Ob dieses unbekannte grüne, scharfe und elend bitter schmeckende, lebendige Flugobjekt bei den Nährwertangaben auf der Packung ebenfalls berücksichtigt worden ist, weiss ich nicht. Etwas war unüberhörbar: ich kriegte nicht nur die Krise sondern gleich einen hysterischen Anfall. Wenn ich etwas auf dieser Welt nicht mag, dann sind es Insekten!!! Es war für mich auch das erste Mal, dass ich auf was Lebendiges biss, das sich sofort verschreckt zusammenzog. Nach dem Ausspucken war da zwar Ekel pur samt Schreikrampf, aber da war auch noch etwas anderes. Es ist eine Sache, wenn wir Lebensmittel in nicht mehr lebender Form - also eigentlich Totenmittel - zu uns nehmen. Aber ich, die ich sogar jeder Auster bisher erfolgreich ausgewichen bin.... es ist zum Kotzen (Tschuldigung).

Bin ich hier eigentlich im Dschungelcamp gelandet oder was? Ich bin kein Star, holt mich trotzdem hier raus !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aber seien wir ehrlich, so ein Haushalt ist viel gefährlicher als selbst der gefährlichste Fake-Dschungel der Welt:

Gefährlich ist der doch eigentlich!!! nur für die Tiere, denn "wer möchte schon mit Gottlieb Wendehals schleimbaden"!!

Dienstag, 27. Januar 2009

FINMA und die staatlich unterstützte Abzocke...


Das moderne Schreckmümpfeli !!!

Was ist das bloss für ein Laden, diese FINMA? Offenbar einer für Selbstbedienungskunden. 

"Als unabhängige Aufsichtsbehörde schützt FINMA Finanzmarktkunden, namentlich Gläubigerinnen und Gläubiger, Anlegerinnen und Anleger sowie die Versicherten. Sie stärkt damit das Vertrauen in einen funktionierenden, integren und wettbewerbsfähigen Finanzbla bla bla...."

Was die FINMA bei mir stärkt, ist ein (Ver)Grauen davor, was die Zukunft uns noch bringt. Ich bin weder Gläubigerin noch Gutgläubigerin, doch wie man sieht steht der Steuerzahler allmählich ungeschützt im Schilf. Das Geld reicht mit der Zeit nicht einmal mehr für ein Feigenblatt.

Von unabhängig kann da doch wohl kaum die Rede sein, oder wie ist es zu erklären, dass die FINMA die UBS in dem unglaublichen Ansinnen unterstützt, trotz Staatshilfe zwei Milliarden Boni in bar auszurichten?

FINMA-Präsident Eugen Haltiner hält nicht inne zu begründen: "Wir haben nach intensiven, wochenlangen Verhandlungen mit den zuständigen Gremien dem Antrag der Bank zugestimmt". Hallooooo, wo ist denn da die Begründung?

Die UBS steht also für 20 Milliarden Jahresverlust und führt gleich auch die Nationalbank mit in die roten Zahlen. Die SNB schreibt nämlich einen Jahresverlust von 4,8 Milliarden Franken. Grund seien die Stabilisierungsmassnahmen für das Finanzsystem und die Übernahme von bisher gerade mal einem Drittel (!!!) der faulen UBS-Hypothekarkreditpapiere.

Frage: Bis wann lassen wir Bürgerinnen und Bürger uns dies noch gefallen? Wie lange lassen wir uns vom Managerdumm noch hinhalten? Wo können wir überhaupt noch sparen angesichts der Tatsache, dass die Krankenkassen bereits mit einem neuen Prämienschub drohen und eine etwas speziellen Verrechnungs-S-teuer wohl denmächst fällig werden wird, da sich die Verantwortlichen bei der Euro08 um 1,5 Millionen Franken verrechnet haben.

Gibt es wohl bald einen Volksaufstand? Äuäää, sicher nid, nume nid gschprängt!!


Nein, die Leute haben noch viel zu viele Spiele und auch Brot steht gottseidank bei den meisten jeden Tag auf dem Tisch. Und zuerst werden wir doch wohl noch die Geldbeutel weit öffnen müssen, um die Eishockey-WM 2009 zu finanzieren. Da bleibt keine Zeit zum nachdenken!

Ob das wieder so ein fanati... fantastisches Fest wird wie letztes Jahr? Ich meine, nachdem wir extra unser Eisstadion komplett umgebaut und erweitert haben - Money-Money-Money - sollte dem doch nichts mehr im Wege stehen. Der Imageträger der WM - Cooly (s. oben) - symbolisiert eine sportliche Kuh in Eishockey-Ausrüstung. Kuh passt, denn wir werden wohl wieder kräftig gemolken werden, wie es aussieht!!

Montag, 26. Januar 2009

Gesperrte Zugänge....



Viele Firmen sperren Zugänge zu Partnerbörsen und Facebook, angeblich aus Sicherheitsgründen. Das ist ja wirklich fatal. Wann bitteschön sollen die Angestellten denn ihren Partner fürs Leben oder zumindest die alten Freunde wiederfinden. Etwa während der Freizeit??? Das ist ja wieder ein unsägliches Ansinnen und spottet jeder Beschreibung.

Es geht doch nichts über glückliche und zufriedene Angestellte. Die arbeiten einfach viel besser, d.h. wenn sie dann mal arbeiten.

Aber seien wir ehrlich. Früher, als der Weg ins grosse weite Netzwerk noch nicht eröffnet war und wir bei der Arbeit unterfordert oder nach einem durchtanzten Wochenende auch mal total erschöpft von der mühsamen Partnersuche waren, da fanden auch wir Mittel und Wege, alles zu tun ausser arbeiten. Comics zeichnen, lesen, telefonieren, Nägel feilen, Schminke auffrischen, Zeitschriften lesen, Kaffee trinken, Schokoladenberge abbauen und vieles mehr.

Die Zeiten haben sich vielleicht geändert, Ansätze (und Absätze) auch, aber die Angestellten resp. die Arbeitseinstellung nicht unbedingt. "Arbeit ist was wunderschönes, ich könnte stundenlang zuschauen". Kennen Sie übrigens Beamtenmikado: "wer sich zuerst bewegt, hat verloren". Und was bitte ist der Unterschied zwischen einem Holzschreibtisch und einem Beamten? Na?? Genau, Holz arbeitet.

Nein, das ist fies und manchmal echt weit hergeholt. Allerdings hat ein Chef von mir einmal ewig und eine Stunde auf einem Amt gewartet und dabei einem Angestellten zugesehen, wie er Büroklammern in 10er-Päckli zusammengefasst hat. Wie hiess wohl hier der Stellenbeschrieb? Es soll ja Chefs geben, die beklagen sich, dass sie jahraus-jahrein eine Person nur dafür bezahlen, aufs Klo zu gehen. Das wäre echt ein Job für mich, habe aber bis jetzt noch kein solches Angebot im Anzeiger entdeckt.

"Klaus, wach auf, es ist 12 Uhr, wir gehen zum Essen", sagt ein Beamter zu seinem Kollegen, der am Schreibtisch eingeschlafen ist. "Ach", brummt dieser, "geht dieses Mal allein, ich arbeite heute durch..."

Ja, meine Lieben, es geht nichts über einen gesunden Büroschlaf, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, da sich einer selbständig macht. Schnar.... ch-ch-ch-ch =D

ÜBRIGENS: Manchmal sollte man Berufliches und Privates trennen, oder ist eigentlich das Schreiben an die Firma Blödmann... eh.... Plötzmann raus??



Sonntag, 25. Januar 2009

Oben ohne...


Eben kommen wir von einem unserer Reinigungseinsätzen zurück. Sauberkeit ist das oberste Prinzip in einem Dojo. Das ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, macht aber irgendwie auch Freude.

Forscher haben kürzlich herausgefunden, dass Putzen glücklich macht, und so müsste ich denn überglücklich sein, denn ich komme oft und viel zum Putzen.

Das Schmutzigwerden besorgt sich übrigens von allein, da muss man gar nicht viel dazu tun. Schmutz ist wohl die denkwürdigste Erfindung unseres Schöpfers!!!

Wussten Sie übrigens, warum bei Mönchen in Zen-Klostern ein "oben ohne-Look" quasi zur Uniform gehört. "Lieber eine Glatze als gar keine Haare" ist sicher nicht der eigentliche Grund. Auch dass die spirituelle Erleuchtung schneller zu den zentralen Stellen findet, wohl eher nicht. "Ein schönes Gesicht braucht Platz", meint mein Schwager, aber nicht alle sehen so Klasse aus wie er.

Ich kann es Ihnen flüstern, Haare, welche den Kopf verlassen haben, können ganz schön anhänglich werden und nerven. Man kann sie nur schwerlich herunterspülen, selbst mittels Druck, sie fangen sich im Putzlappen und geraten von da an die Hände, die Wände, die Spüle... es ist ein Graus. Und sollte man sie tatsächlich erfolgreich im Ausguss habe verschwinden lassen können, dann verstopfen sie letzteren mit der Zeit so gründlich, dass ein Abfliessen des Wassers nicht mehr möglich ist.

Jeder mit Haarausfall wird mir recht geben: Haupthaare gehören eigentlich!!! auf den Kopf, Körperhaare an den Körper... und basta. Da im Alltag nicht immer alles optimal läuft, wäre ein "oben-ohne-Look" auch für Anna und Otto Normalverbraucher sowie sämtliche Langschläfer und Morgenmuffel sicher "ä ke Seich!!"

Ja, ja, die Äbte wissen, wo es lang geht und die Mönche übrigens auch, was diese wunderbare Geschichte hier beweisst:
Ein Mann bleibt mit seinem Auto in der Wildnis liegen. Ein paar Kilometer zurück ist er an einem Kloster vorbeigefahren und macht sich auf den Weg dahin.
Er klopft an die Tür und fragt den öffnenden Mönch: "Ich hatte eine Autopanne. Können Sie mir helfen?"
Bis zum Abend haben die Mönche ihn verköstigt, sein Auto mit einem Karren abgeschleppt und repariert! Allerdings ist es zum Weiterfahren zu spät, so dass sie ihm auch eine Übernachtung anbieten, die er dankbar annimmt.
In der Nacht wacht er auf, geweckt durch einen sirenengleichen Gesang, der ihm das Herz voller Glückseligkeit schier zerspringen lassen möchte. Klar, dass er in der Nacht nur wenig Schlaf findet.
Am nächsten Morgen fragt er die Mönche, um welchen wunderbaren Gesang es sich in der Nacht zuvor gehandelt hat.
Die Mönche werden abweisend: "Wir können es dir nicht sagen. Du bist kein Mönch!"
Alles Bitten und Flechen nutzt nichts, die Mönche schicken ihn fort.
In den folgenden Jahren kann er den Gesang nicht vergessen und beschliesst mehrmals, zum Kloster zu fahren und die Mönche zu fragen. Jedes Mal schicken ihn die Mönche unverrichteter Dinge wieder weg: "Wir können es Dir nicht sagen. Du bist kein Mönch!"
Also beschliesst er, ein Mönch zu werden. "Sagt mir, was ich tun muss, um ein Mönch zu werden!"
"Nun, du musst die Welt bereisen und herausfinden, wieviele Grashalme und wieviele Sandkörner es auf ihr gibt!" Also macht sich der Mann auf den Weg. Viele Jahre. Sehr viele Jahre.
Als grauhaariger, gebeugter, alter Mann kehrt er zurück zum Kloster und steht den Mönchen Rede und Antwort.
"Ich bin ausgezogen, eure Aufgabe zu erfüllen. Die Lösung ist einfach: Die Welt befindet sich im Zustand ewiger Veränderung. Nur Gott weiss, was ihr zu wissen wünscht. Alles, was ein Mensch erreichen kann, ist, sich selbst zu erkennen und nur dann kann er ehrliche Gnade und vollkommene Erlösung finden."
Die Mönche nicken zustimmend: "Wir gratulieren dir! Du bist nun ein echter Mönch! Jetzt können wir dir anvertrauen, woher dieser herzberührende Gesang stammt."
Sie nehmen ihn an der Hand und führen ihn zu einer unscheinbaren, hölzernen Tür.
"Hinter dieser Tür verbergen wir das Geheimnis des Sirenengesangs! Gehe hindurch, hier ist der Schlüssel."
Er geht hindurch und steht vor einer steinernen Tür.
Er geht hindurch und steht vor einer silbernen Tür.
Er geht hindurch und steht vor einer perlmuttenen Tür.
Und so geht es weiter. Er muss durch eine rubine, eine bronzene, eine perlene und eine diamantene Tür schreiten, bis er schliesslich vor einer güldenen Tür steht. Mit jeder Tür, durch die er gegangen ist, wurde der Gesang lauter, deutlicher, verenehmlicher.
Hinter der güldenen Tür, so sagt er sich, müsste die Quelle der Glückseligkeit liegen. Sein Lebenssinn ist erfüllt, wenn er durch diese Tür schreitet......
Mit zitternder Hand führt er den Schlüssel in das Schloss und findet kaum die Kraft, ihn zu drehen. Er drückt den Griff herunter, und die Tür öffnet sich mit leisem Knarren. Geblendet fällt er auf die Knie, den Tränen nahe. Der Gesang raubt ihm die Sinne, als er es erblickt......
Ich darf Euch leider nicht sagen, was es ist. Ihr seid keine Mönche!

HMO - K(l)assenunterschiede


Eigentlich!!! ist es längst ein offenes Geheimnis. In der Schweiz gibt es ganz klar Klassenunterschiede, was die ärztliche Versorgung anbelangt.

Vor der Einführung des KVGs war ich privat versichert, sowohl ambulant als auch im Spital. Das war sehr angenehm, denn ausser Rechnungen einschicken und die Zahlungen abwarten, musste man kaum etwas tun. Gesundbleiben vielleicht! Ausserordentliches, genügend begründet, wurde jedenfalls anstandslos übernommen und oberstes Prinzip war GMV, der "Gesunde MenschenVerstand". Dass dieses Grundprinzip damals auch für den einfachen Allgemeinpatienten eingesetzt werden konnte, durfte ich später erfahren, als ich selber Mitarbeiterin dieser damals führenden Kasse war.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich für diese Versicherungsdeckung ziemlich genau einen Viertel meiner jetzigen Prämie bezahlte, allerdings bin ich heute Allgemeinpatient mit einer Franchise von 1500 Franken, plus Selbstbehalt natürlich.

Bei Spitaleintritt sind wir Allgemeinen diejenigen mit den langen Ohren - Hilfe Meine Ohren - welche den zukünftigen Ärzten zwar nicht gerade zum Frass vorgeworfen werden, aber als Versuchskarnickel dienen sollen.

Als ich mit einer starken Lungenentzündung während 14 Tagen im Spital um mein Leben rang, kam nach einiger Zeit der Professor mit seinen 12 Zöglingen, welche dann zögerlich meine Lungen abhorchten und versuchten, meinem Leiden auf die Spur zu kommen. Ich war zwar vorgängig gefragt worden und es war eine interessante Erfahrung, auch für mich. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass Frau von und zu auf der Privatabteilung sicher nicht mit einem solchen Ansinnen belästigt worden wäre (darf es noch ein Glas Champagner sein??). Am Freitag Abend vor meiner Entlassung - ich war gerade am Essen - kam ein Arzt auf Besuch und meldete so nebenbei, dass am nächsten Tag bei mir noch eine Bronchoskopie gemacht werden würde. Man hätte da etwas gesehen und man würde auf Nummer Sicher und überhaupt. Ich informierte ihn klar und deutlich, dass ich für einen solchen Spass nicht zur Verfügung stünde und sowieso am nächsten Morgen entlassen würde. Beim Rausgehen drehte er sich kurz zu mir um und sagte: "ich hätte genau gleich entschieden wie Sie, schönen Abend noch".

Dem neusten Gesundheitstipp entnehme ich, dass das Vorgehen beim HMO-Modell im schlechtesten Fall an fahrlässige Tötung grenzen könnte, wenn nicht andere noch versuchen würden, das Ruder rumzureissen.

Die HMO-Praxis von Swica (Zürich-Oerlikon) behandelte im Frühling 2008 Lorenz Matter vom Duo Scacciapensieri:



Obwohl der Akrobat auch schon mit Fieber auf der Bühne stand und notfalls auf die Zähne beissen kann, fühlte er, dass mit ihm grundlegend etwas nicht mehr stimmte. So war er wochenlang erschöpft und seine Lymphknoten entzündet. Seine Konsultation beim Arzt dauerte gerade mal eine Viertelstunde. Ursache der Beschwerden sei ein Virus, ein Bluttest nicht sinnvoll, denn man wüsste dann zwar, was für ein Virus es sei, aber machen könne man nichts. Eventuell hat der Mann ja an das Epstein-Barr-Virus gedacht, welches auch unseren National Hero Federer beinahe untergekriegt hätte. Wie dem auch sei, eine seriöse Nachkontrolle wurde nicht gemacht, d.h. der Patient wurde nicht weiter aufgeboten.

Da die Müdigkeit anhielt und auch die Lymphknoten weiter geschwollen blieben, wechselte Lorenz Matter von der HMO-Versicherung zu einer normalen und suchte ein halbes Jahr später einen anderen Arzt auf. Ein Bluttest ergab einen alarmierenden Hämoglobinwert. Weitere Tests brachten eine niederschmetternde Diagnose an den Tag: Lymphdrüsenkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium mit zusätzlichem Befall des Knochenmarks.

Man kann sicher nicht definitiv sagen, wie es ausgesehen hätte, wäre die Diagnosestellung ein halbes Jahr früher erfolgt. Dennoch ist klar, dass ein halbes Jahr Verzögerung bei einer Diagnose dieser Art fatal ist.

Die SWICA-Praxis schreibt, bei ihnen werde kein Unterschied gemacht zwischen verschieden versicherten Patienten. Sie hätten also denselben Fehler auch bei einem "Normal"versicherten gemacht??!! Sehr beruhigend!!!!!

Dennoch haben im Verlauf der letzten Jahre sechs Ärzte ihren Dienst bei genau dieser HMO-Praxis quittiert, weil der Kostendruck zu hoch sei. Entscheidungen mussten nach finanziellen und nicht nach medizinischen Kriterien getroffen werden, sagt einer dieser Ehemaligen.

Offenbar sind die SWICA-Gesundheitszentren anders als die meisten HMO-Gruppenpraxen nicht zertifiziert, da sie über ein eigenes Quantitäts... eh Qualitätsmanagement verfügten.

Unser Gesundheitswesen ist krank, sehr krank. Ob es sich jemals erholen wird, ist fraglich. Vielleicht muss es auch hier erst zu einem Zusammenbruch kommen, wie wir ihn ja schon bei den Banken erlebt haben. In der Zwischenzeit ist sicher nicht schlecht, alles daran zu setzen, gesund zu leben und es vor allem auch zu bleiben. Die Lösung heisst Selbstverantwortung!!! Seien wir unsere eigene Health Maintenance Organization.

Freitag, 23. Januar 2009

Endstation Sondermüll?

Würde Tennessee Williams in der heutigen Zeit leben, dann hiesse sein Stück nicht "Endstation Sehnsucht", sondern wohl eher "Endstation Sondermüll".

Was wir da so tagtäglich zu uns nehmen, über den Magen-Darmtrakt (HappiHappi, Medikamente), die Haut (Konservierungsstoffe in Kosmetika), über die Atemwege (Feinstaub), über die Augen (Brutalosachen), über die Ohren ("Musik")... es könnte einem tatsächlich Hören und Sehen vergehen, und das Essen schon längst.

Würde man einen Menschen aus dem Mittelalter mittels Zeitmaschine in die Gegenwart transportieren, dann wäre der vermutlich innerhalb weniger Sekunden tot. Das heisst jetzt nicht, dass früher alles besser war, aber halt anders, vor allem die Luft.

Heute war ich wieder in meinem Coop einkaufen. Die Chörbli sind immer noch nicht sauber, daher klemme ich jetzt die Einkäufe unter die Arme, was allem einen tollen Geschmack verleiht. Ganz sicher war es jedoch nicht auf diese Technik zurückzuführen, dass der Fisch, den ich gekauft habe - soll bekanntlich gesund sein - stank wie eine Chemiefabrik. Schon nach dem Auspacken zögerte ich, gab mir aber dann aber einen Ruck: hei, jetzt sei mal nicht so, das arme Tier soll sein Leben nicht für nichts gegeben haben. Ich bereite also die beiden Filets trotzdem nach allen Regeln der Kunst zu, doch selbst die diversen Geschmacksträger und -richtungen vermögen die Tatsache nicht zu übertönen: dies hier ist etwas für den Sondermüll. Den Testhappen inklusive verpacke ich alles in einem Plastiksack, nicht ohne mich vorher bei dem Tier entschuldigt zu haben. So hielt ich mich denn an die Beilagen und werde künftig Fisch, wenn überhaupt, nur noch gezielt einkaufen.

Ich frage mich nach dieser Erfahrung, ob wir nicht alle irgendwie irgendwann ein Fall für den Sondermüll werden, wenn es uns nicht gelingt, das Steuer noch herumzureissen? Antibiotika, Gentechmedis, Antibabypillen, Chemotherapien..... Schon krass, oder? Dann fast schon lieber Kakerlaken!! ? :-o

Donnerstag, 22. Januar 2009

Sunny oder Sully

Sunny.....


Der Held von Flug 1549. Wow, fantastisch, wie Chesley B. Sullenberger der Dritte elegant das Leben von 155 Personen, seines inklusive, gerettet hat. Der Mann ist wirklich ein Sonntagskind. Mit seinen 57 Jahren hatte er offenbar genügend Erfahrung sammeln können für eine Entscheidung, die innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde getroffen werden musste: nahe gelegener Flughafen oder Notwasserung.

Für alle potentiellen Flugpassagiere beruhigend ist die Tatsache, dass es noch Piloten gibt, welche das Steuer des Schicksals herumreissen und die ganze Welt in Staunen und Freude versetzen können. Aber sehen Sie selber:



Etwas weniger beruhigend ist die Vorstellung, dass ein Schwarm Vögel in Formation genügt, um einen Riesenvogel zur Bauch- resp. Bruchlandung zu zwingen, und das in unserem technokratischen Zeitalter!!

Wer schon mal nur von einem 3-Meter-Brett ungünstig auf dem Wasser gelandet ist, weiss, dass Wasser so hart sein kann wie Beton. Umso grösser das Erstaunen, dass dieses Wunder vom 16. Januar geglückt ist. Normalerweise brechen die Tragflächen und Triebwerke bei einem Aufprall nämlich ab, folglich schiesst Wasser in die Maschine und reist den Rumpf auseinander. Das ist hier nicht passiert. Warum?

Haben da wohl 155 Schutzengel gemeinsame Sache gemacht? Ich glaube, dass ein Pilot noch so genial sein kann, wenn nicht die himmlischen Kräfte mitspielen und ihre feinstofflichen Auffangnetze ausfahren würden, dann wäre das Wunder vom Hudson River wohl eher zur Katastrophe ausgeartet. Darum lohnt es sich unbedingt, mit den Engeln in Kontakt zu stehen, denn so könnte man rein theoretisch einen überdimensionierten Vogel sogar auf einer Stromleitung landen, oder etwa nicht?? =D

Dienstag, 20. Januar 2009

Wiege der Verschleierungstaktik...


...oder doch eher Schürzenhilfe??
Wie wir Schwabs - vor allem der findige Martin - so sind, kamen wir rein zufällig dem Ursprung des Gesichtsschleiers auf die Spur. Die grössten Erfindungen basieren ja, wie man weiss, auf Freund Zufall resp. Unfall.

So liess 1928 Alexander Fleming am St. Mary's Hospital in London eine Kultur gefährlicher Staphylokokken verschimmeln. Der Pilz, der daraufhin wuchs, gedeihte prächtig und tötete gut sichtbar die Bakterien... Penicillin war entdeckt.

1968 sollte Spencer Silver im Auftrag seines Abeitgebers einen neuen Superkleber mixen. Der Versuch misslang, der neue Kleber liess sich ganz leicht wieder lösen.... und perfekt einsetzen auf Klebezetteln - Post-it kennt wohl heute jeder!!

Weitere solche Erfindungen wären z.B. die Röntgenstrahlen, Radioaktivität, Mikrowellenherde, Teflonbeschichtungen, Assugrin und vieles mehr. Selbst die Entdeckung Amerikas basiert auf einem Zufall.

Da war zum Beispiel auch einmal ein Mann, dessen Frau wusste sehr viel zu berichten; Gutes, Schlechtes, Neuigkeiten, Alltägliches, vor allem aber Langwei.... -fädiges. Da sie Langfädiges auch in kulinarischer Form exquisit zuzubereiten vermochte, und nicht nur das, hielt es unser Freund über viele Jahre bei ihr aus. Er hatte einfach gelernt, auf Airolo-Göschenen zu schalten resp. auf Durchzug zu stellen. So blieb denn mit der Zeit von Gesagtem nicht mehr allzuviel hängen, selbst dann nicht, wenn es dem Prachtskerl zum Vorteil gereicht hätte.

Man, oder besser gesagt Frau, fragt sich ja immer wieder: warum hören Männer bloss nicht auf ihre bessere Hälfte? Hinter jedem erfolgreichen Mann steht doch bekanntlich eine starke Frau!!

Wie dem auch sei: eines Tages, als sich die oben erwähnte Quasselstrippe ihre Küchenschürze überstülpen wollte, blieb sie einfach stecken. Nichts ging mehr... weder vor- noch rückwärts. Und das Wunder geschah: sie verstummte; im ganzen Haus herrschte Stille. Herr-lich, dachte ihr Mann, da habe ich ja direkt eine Marktlücke entdeckt.

Nun mussten nur noch Wege gefunden werden, vielen Frauen das Tragen eines solchen Teils schmackhaft zu machen (Du siehst einfach toll aus!!). Eitelkeit allein war jedoch nicht überzeugend genug, sich von der frischen Luft so drastisch abzuschneiden. Vielleicht wäre auch die zunehmende Luftverschmutzung ein guter Motivator gewesen? Wie die Geschichte zeigt war man in gewissen Gegenden besonders findig, was diese Art der Überredungskunst anbelangt. Allerdings haben Schönheitschirurgen in Ländern mit dieser besonderen Verschleierungstaktik keinen sehr guten Stand. Des einen Freud....

Dass es auch heute noch Menschen gibt, die ebenfalls eine vermeintliche Marktlücke schliessen möchten, zeigte Vivienne Westwood in Milano bei der Präsentation ihrer Winterkollektion 09/10 für harte Kerle. 

Da gab es ja einiges zu sehen, unverschleiert und leider ziemlich unscharf:



Ehrlich: würde der Ihrige so etwas auszie..... eh... anziehen? Meiner definitiv nicht. Dann doch lieber Schürzenjäger, meint er =D !!!

Sonntag, 18. Januar 2009

Schlag den Raab...


... Mission (almost) impossible? Sind unsere heutigen Gladiatoren alles Maulhelden?

Gestern standen wieder 5 Prachtsexemplare zur Auswahl. Für mich war klar, Nummer 1 und 5 sind Topfavoriten. Dass der kampfsporterfahrene Kandidat von einem Lehrer für Sprachen so deutlich ins Abseits gestellt wurde, hätte ich dennoch nicht gedacht.

Marcus hatte es geschafft, zumindest auf den Stuhl. In seinem Einspieler outete er sich als Allrounder, nicht nur was das Geistige betrifft, sondern auch sportlich. So war eines seiner Hobbys das Eishockeyspielen... eine von Stefans Paradedisziplinen.

Nachdem Marcus also in Spiel eins und zwei nicht punkten konnte, setzten er und das meist hinter den Kandidaten stehende Publikum stark auf Spiel 3; Eishockey. Jetzt hatte Stefan also seinen Meister gefunden... Der Moderator: "ich glaube, da freut sich jemand", Kandidat: "ich denke, Stefan spielt auch recht gut!!

....auch? Hallooooooo? Was für ein Hobby hatte Marcus doch eben? Da fahre ich ja noch besser. Das ist ja.... fake, denn im Einspieler sah das recht profimässig aus!


Aber selbst bei Eisfussball auf Bowlingschuhen - Pinguinalarm - fühlte sich Marcus zu sehr aufs Glatteis geführt:

Hab mich übrigens fast totgelacht =D
Stefan war von dem Spiel dermassen begeistert, dass er vorhat, daraus eine eigene Show aus dem Boden zu stampfen; die TV-Total-Eisfussball-WM zum Beispiel.

Punkten konnte der Kanditat vor allem bei Tangram, Jakkolo und Schiessen. Stefan dagegen zog alle Register einer erprobten Kampfsau. Selbst wenn er ein harmloses Kastanienblatt mit Marihuana verwechselt, ist gegen ihn offenbar kein Kraut gewachsen. Der geht ja eine 30Meter-Leiter ins Ungewisse buchstäblich hoch wie die Feuerwehr und löscht umgehend die kleinen Brandherde, während sein Gegenspieler (??) sich immer noch auf halber Höhe an die Sprossen klammert.


Okay, ich kann vor allem da gut reden, wo ich wohl besser den Mund halten würde. Über die ersten zwei Stufen käme ich wohl selbst unter Druck nicht hinaus, oder wenn, dann müsste mich die REGA wohl aus einer misslichen Lage befreien, denn ich kann zwar eine Leiter rauf-, aber nicht mehr runterklettern.

Einen Rat an sämtliche weiteren Herausforderer möchte ich an dieser Stelle jedoch loswerden: spielt nicht auf Zeit oder mit den Nerven des Publikums, keine Zögerlichkeiten, Attacke... nur wer wagt, gewinnt, denn sonst wird aus dem "last Samurai" ein "lost Samurai"... ein verlorener Kriegsheld also.

Genau dieser Film mit Tom Cruise stand übrigens gestern nach "SdR" auf dem Programm. Es lohnt sich beim Programmieren von "Schlag den Raab" die Nachfolgesendung auch gleich aufzunehmen, denn sonst steht man im Klee - nicht Marihuana - und verpasst das Siegerlächeln Stefans samt versöhnlichem Handshake.

Ich gebe es Ihnen hiermit schwarz auf weiss - meinen neuen Blogfarben - ich bin am 18. April wieder mit dabei, ganz vorne in der ersten Reihe!!! Und Sie?

Freitag, 16. Januar 2009

Coop senkt dauerhaft Preise....


....aber d'Chörbli sy zum Chörble, ächt.

Coop hat alles, was es für eine Erfolgsgeschichte braucht. Gutes Angebot, Produktevielfalt, interessante Labels (Max Havelaar, Naturaplan, Naturafarm, Fine Food, Slow Food, Betty Bossi, Weight Watcher....), freundliche Angestellte, guten Kundenservice und vieles mehr.

Nun senkt der Supermarkt dauerhaft die Preise von mehr als 600 Produkten. Wie ich gelesen habe, handelt es sich jedoch vor allem um eine Anpassung des Preisniveaus an Konkurrent Denner. So kann es denn durchaus vorkommen, dass man unlogischerweise für eine Grosspackung umgerechnet pro 100 Gramm mehr zahlt als für eine Kleinpackung.

Dennoch kommt es uns Kunden sicher nicht ungelegen, wenn man uns etwas entgegenkommt. Dennoch muss ich mir auf die Frage, wo denn Coop die für diese löbliche Einstellung notwendigen Einsparungen macht, antworten: leider in Sachen Sauberkeit.

Bereits vor einigen Monaten musste ich mehrmals schriftlich und mit Beweisfotos auf die Zustände in der Damentoilette hinweisen (Kot an den Wänden war keine Seltenheit). Es ist mittlerweile etwas besser geworden, aber immer noch nicht optimal.

Ganz schlimm steht es auch um die Einkaufskörbe, was ich bereits vor längerer Zeit monierte und, da es eher schlimmer wurde, erneut anfangs Woche. Ja, ja, ich weiss was Sie jetzt denken: "alte Tante ist am rummeckern, hat wohl sonst nichts zu tun".

Es ist jedoch unangenehm, seine Einkäufe in Körbe zu legen, welche stehen vor Schmutz und kleben, und man sich höchstens fragen könnte, ob das Eigelb von Naturaplan-Eiern, Freilandeiern oder Käfighaltungseiern stammt. Es ist so ekelhaft, dass ich mittlerweile körbchenfrei einkaufe, was für einmal nichts mit BHs zu tun hat.

Bin ich gestört oder.... Laut Auskunft der einen Angestellten werden die Körbchen schon ab und zu mal geputzt, aber es sei halt eine Preisfrage. Eventuell ja auch eine Frage des richtigen Waschmittels (Henkel vs. Unilever?):

Stummfilme auf YouTube :-(

Hei hallo, Leute, seit dem ersten Tonfilm 1922 (Demoband) wurde der Stummfilm portionenweise zu Grabe getragen. Den ersten abendfüllenden Tonfilm gab es immerhin schon im Jahre 1927 (The Jazz Singer).

Nun werden Videos auf YouTube, welchen urheberrechtlich geschützte Musik - und welche ist das nicht - beigefügt wurde, enttont. Mannomann, ich weiss nicht, ob es da nicht besser wäre, das Werk gleich zu löschen, aber entscheiden Sie selbst. Beim ersten Clip läuft ja wenigstens etwas:



aber hier muss man sich schon anstrengen, sitzen zu bleiben:


Das geht in der Schule viel einfacher. Da lob ich mir die schwäbische Version von Bruce Willis "Stirb langam", welche mal wieder vor Augen führt, dass man auf E-Bay auch mal ins Klo greifen kann. Yoki 173 scheint da ähnlich vorgegangen zu sein, wie jener sympatische Herr, der meinem Allerliebsten ein iPhone verkauft und bisher leider vergessen hat, es auch auszuliefern.



Wenn der sich mal nicht verrechnet hat!!!! Also wenn ich da Inkasso machen gehe =D

Bärndütsch... sogar üf Windows


Was musste ich gestern der Zeitung entnehmen. Bärndütsch is no more Unterrichtssprache. das ist ja "Fatal error", würde ich sagen. Wer jetzt denkt, wir würden in der Schweizer Hauptstadt auf Englisch setzen, "the international Knuddelmuddel", der täuscht sich. Die Kiddies können das sowieso. Nein, "Hauchdeutsch" soll es werden und kein Fach soll davon ausgenommen sein, auch Turnen nicht (Schiess mir doch die Balle rüber).

Für dieses Vorgehen kann es nur zwei (Ab)Gründe geben. Erstens könnte es damit zusammenhängen, dass bei einem Klassenbestand von 20 Kindern ebensoviele Nationen vertreten sein könnten. Wir sind halt international geworden. Andererseits könnte fälschlicherweise seitens der Verantwortlichen davon ausgegangen werden, dass sich durch diese Massnahme die Anzahl der Analphabethen und aller, die es niemals werden wollen, verringern könnte (?!!;-).

Obwohl mein Hochdeutsch gut ist und mir schon oft aus der Bredouille geholfen hat - "nein, entschuldigen Sie, ich bin selber nicht von hier" - finde ich es schade, um nicht zu sagen allerhand, dass diese Form der Gemütlichkeit aus unseren Klassenzimmmern und Turnhallen zu verschwinden droht. Gottseidank gibt es da wenigstens noch die Windows-Version für Berner, welche Klartext redet.....

u we dr Hund de ändleche vom Schitte zrügg isch, de chani de würklech e Schritt witer gah!! Tschööö☺

Mittwoch, 14. Januar 2009

Jugendliche Bläulinge


Bläulinge? Dabei denkt wohl jeder an Saufgelage ..... sich den Kopf mit Alkohol zudröhnen und so. Nein meine Lieben, diesmal nicht. Ich spreche vom Schönheitswahn der unter 20jährigen.

Da ist einmal die wunderschöne, perfekt gebaute Carmen Diaz, 19 Jahre, welche vor 7 Monaten bereits "die Nase gemacht" hat. Sie will sich an den Oberschenkeln Fett absaugen lassen. Dr. Axel Neuroth, Chefarzt und Schönheitschirurg an der VIP-Ästhetik-Klinik in Düsseldorf, sieht genau, worauf seine potentielle Klientin hinauswill. Dieses Fett (wo-wo-wo???) kann man nicht wegtrainieren, das ist genetisch bedingt. So ist er denn gerne bereit, seiner willigen Patientin für 3500 Euro den Gefallen zu tun. Gefallen tut sich Carmen postoperativ denn auch wirklich, obwohl der Laie kaum einen Unterschied bemerken kann. Unübersehbar für alle sind die blauen Flecken an den Beinen (wie von Lastwagen überfahren...). Das beeindruckt die junge Frau jedoch nicht. Etwas Mühe hat sie nur mit dem Umstand, dass sie Omas Fettweg-Schlüpfer samt Stützstrümpfen noch während zirka 4 Wochen tragen muss.

Carmens Mutti war dagegen und ist wütend und enttäuscht darüber, dass der Arzt den wunderschönen Körper ihrer Tochter "zurechtsaugen" will. Da Carmen volljährig ist, konnte sie jedoch kein Machtwort sprechen. Ich frage mich an dieser Stelle, wer soviel Geld aufbringen wird. Offenbar handelt es sich dabei um den Betrag, der für Carmens Fahrschule beiseite gelegt worden war. Lieber 400 Gramm (!!!) weniger Fett im Körper als den Fahrausweis in der Tasche; ich meine, man baut ja an seiner Zukunft!!!!!!

Dr. Neuroth hat übrigens auch keine Hemmungen, dem 16jährigen Türken Erni den Traum einer neuen Nase zu erfüllen, obwohl der Arzt selber darauf hinweist, dass sich der knöcherne Anteil der Nase noch bis mindestens zum Alter von 21 verändern wird. Erni ist jedenfalls vom Resultat begeistert, obwohl es ihn noch nicht nahe genug an sein Vorbild Arnie (Schwarzenegger in jungen Jahren) heranführt. Es fehlen noch ein paar Muskeln hie und da. Eventuell wäre Erni ja mal ein Kandidat für einige Silikonimplantate an den richtigen Stellen??

Auf eine etwas vernünftigere Schönheitschirurgin trifft die 16jährige Sandra, auch wenn es der jungen Dame nicht passt. Sie würde laut eigenen Aussagen keinesfalls mit einem Typen sprechen, der Scheisse aussieht, denn das könnte ja peinlicherweise auf sie abfärben...
Sandra findet unterhalb des Hüftknochens zwei Pölsterchen, die ich selbst bei ganz genauem Hinschauen nicht entdecke. Sie misst in der Taille 60cm und im Hüftbereich 95. Modelmasse also, und trotzdem unzufrieden, ein Gefühl, das sich in ihrem Gesichtsausdruck widerspiegelt. Sandra ist zwar schlank, es fehlt ihr aber an Ausstrahlung.
Die Chirurgin Regina Wagner aus Hamburg ist jedenfalls nicht bereit, diesen normalen körperlichen "Zustand" bei der jungen Frau chirurgisch zu verändern. Sie spricht davon, dass der Grund für die Unzufriedenheit im psychischen Bereich zu suchen wäre. Sandras Mutter ist ihr mehr als dankbar, auch dafür, dass Frau Dr. Wagner ebenfalls nicht bereit ist, eine Nasenkorrektur vorzunehmen vor dem erreichten Alter von 21 Jahren. BRAVO, die Frau hat etwas, das Herrn Dr. Neuroth fehlt, und das ist nicht nur das zweite X-Chromosom in jeder Zelle.

Man sieht ja viel in Sachen Schönheitswahn. 200'000 Euro pro Jahr sollen da allein von Schönheits-OPs an Jugendlichen zusammenkommen. Martin und mir bricht jedesmal fast das Herz, wenn der wunderschöne Busen einer jungen Frau von Körbchengrösse B in ein Doppel-D umgeschnippelt wird. Shame on you an alle Quacksalber dieser Welt...

Aber warum denn nicht gleich ein vollkommener Stilwechsel?? Vielleicht wird diese Art des Umziehens künftig die Schönheitschirurgie ersetzen. Time will tell...

Dienstag, 13. Januar 2009

Das perfekte Dinner...


... oder doch eher die perfekte Moderation?

Was bringt einen Menschen dazu, sich Werktag für Tag eine Sendung anzuschauen, welche einem zwar nicht unbedingt in die höchsten Himmel heimischer oder exotischer Kochkunst entführt, sondern wohl eher inmitten von "Leipzischer Öllerlei" gefolgt von "Kalter Hund(eschnauze)".

Er ist die einzige Konstante und der eigentliche Star dieser Sendung: Sprecher Daniel Werner. Halleluja, der Mann ist super, obwohl ihn noch keiner wirklich gesehen hat, ausser Lindenstrassenzuschauer. Sein Humor ist die richtige Würze für wässerige Suppen, kremiertes Fleisch und fade Tischgespräche, wobei man durchaus auch vielen begabten Hobbyköchen über die Schulter schauen kann.

Auffallend ist auch, das eine grosse Anzahl der Kandidaten als Gast sofort in die Rolle eines Gourmets oder Restauranttesters schlüpft und selbst dann noch ein Haar in der Suppe findet, wenn es da hineingehört, weil Spezialität. Bei der Punktevergabe werde ich manchmal enttäuscht, denn es kann schon mal vorkommen, das jemand sogar die Rinderbouillon am Vortag selber herstellt und trotzdem letztendlich nur 5 von 10 möglichen Punkten erhält, weil er oder sie die Nudeln oder das Eis nicht selber gemacht hat. Bei Reis ist das nicht so schwierig, denn die Frage: hast Du den Reis selber angepflanzt, habe ich bisher noch nicht vernommen.

Was die Gruppen anbelangt, gibt es sehr fröhliche Gesellschaften oder eine Ansammlung von Miesepetern und Stänkerern. Wie es diese Woche aussieht, weiss ich noch nicht so ganz genau, wobei wir ein bis zwei Überkritische in der Runde zu haben scheinen.

Gestern hatte Maschinenbaustudentin Julia ein richtig gutes Händchen in der Kleiderwahl bewiesen. Ihr Hängerchen passte aber haargenau zur Bettdecke der Gastgeberin. Sobald sich Julia aufs Bett setzte, wurde sie zur praktisch körperlosen Frau.... Wenn sie bei ihrem eigenen Menu auch so passend auftischt, kann ja nichts schiefgehen.

Wer waagt, der gewinnt. Aber schauen Sie doch selber mal bei VOX vorbei! Immer werktags ab 19 Uhr.... und für TV-Zuschauer völlig kalorienfrei. Kostprobe gefällig?

Sonntag, 11. Januar 2009

Dschungel-WGs


Was bringt Leute dazu, bis ans andere Ende der Welt zu reisen und dort in einer Art Freiluft-WG zu "hausen", mehr oder weniger zu hungern und alles was da so hängt und schwabbelt einer oft schadenfrohen Öffentlichkeit preiszugeben. Dazu kommt jede Menge Zoff innerhalb der Gruppe, vor allem aber das endlose Warten und Zittern vor der nächsten Ekelprüfung.

"Gebt ihnen Kot und Spiele", und nicht zuletzt eine Portion Erotik (??!), wird sich der Sender wohl gedacht haben.

Wer ist jedoch schon scharf auf eine Happy Hour mit "Peniscolada", einmetrigen Würmern (bitte vor dem Runterschlucken gut kauen), Kakerlaken-Martini und Känguruh-Hoden? Doch wohl niemand, ausser solches wäre denn für die dortige Bevölkerung eine Delikatesse oder zumindest eine willkommene Eiweissquelle, so wie die Maden z.B..

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus" würde der ganzen Qual sofort ein Ende setzen, aber da traut sich wohl niemand.

Was ist jedoch ein Star? Brad Pitt, Angelina Jolie, Christina Aguilera, Nicole Kidman; oder aus dem klassichen Fach: Anna Netrebko, Cecilia Bartoli.... Die waren jedoch alle noch nie mit dabei. Auf solche Sachen lassen sich nun mal nur die sogenannten C- oder D-Promis ein ("ich war mal ein Star..."), oder war Ihnen Nico Schwanz - sorry, aber der heisst wirklich so - bisher ein Begriff?

Damit für das gesundheitliche Wohl gesorgt ist, konnte man ab der ersten Staffel Dr. Bob McCarron gewinnen, der sich unter anderem darum kümmert, dass diversen Silikon-Busen nichts passieren kann und die Leute allenfalls noch gesundheitlichen Gewinn aus der Sache ziehen könnten, z.B. mit einem Verlust von bis zu 10 Kilo Körpergewicht. Zunehmen könnte bei einigen dagegen das Selbstwertgefühl, denn unter Extrembedingungen wird einem ja vielleicht erst bewusst, zu was man alles fähig ist.

Dr. Bob und RTL mögen finanziell von einem solchen Sendeformat profitieren, und die Kandidaten vielleicht auch. Verlierer sind dagegen ganz klar die Tiere. Kakerlaken, Würmer, Maden, Heuschrecken (alles bääää)... werden kurzerhand in den Mund gesteckt und durch emsiges Kauen ins Nirvana befördert. Spinnen, Schlangen, Kakerlaken auf nackter Haut und... "uääää", der Ekelfaktor schlägt wieder zu. Haben wir uns tatsächlich so weit von der Natur entfernt, dass wir jeglichen Respekt gegenüber unseren Mitgeschöpfen, und seien sie noch so klein, verloren haben?

"Die spüren ja nichts", sagt man. Wussten Sie jedoch, dass genau dieser Satz vor einigen Jahren noch dazu geführt hat, dass man "Frühchen" ohne
Anästhesie operierte. Und nach wie vor laufen Diskussionen, ob es sich bei Tieren um Sachen oder doch eher um Lebewesen handelt. Dazu kommt noch die bekannte Schubladisierung in Haustiere, Nutztiere, Wildtiere....

Mensch, was ist bloss mit Dir los? A little bit of respect, please.....


Thank you Aretha =D

Samstag, 10. Januar 2009

Intelligenztests für Schlaue?


Bin ich intelligent? Gute Frage. Die stelle ich mir nicht zuletzt, seit ich auf dieses Bild gestossen bin.

Bisher ging ich ja davon aus, dass mir eine gewisse positive Rechnerleistung nicht abzusprechen ist. Selbstverständlich falle ich auf Fallen meistens rein, sehr zur Freude der Fallensteller, aber das heisst noch lange nicht, dass ich dumm bin. Unaufmerksam überlesend allenfalls, aber unintelligent?

Klicke ich also den Alien an, so habe die Möglichkeit, mit Albert Einstein an meiner Seite (teste spielerisch Deinen IQ) 10 Fragen zu beantworten. Beim Superhirn-Quiz gibt es sogar Preise zu gewinnen, jede Woche aufs neue.

Wer jetzt auf die Auswertung seiner Antworten setzt, der wird enttäuscht. Nur wer bereit ist, einen Abo-Vertrag einzugehen (Fr. 3.- pro Frage) kriegt eine Zwischenbilanz übermittelt, per SMS. Und ist man in diese Falle einmal hineingetappt, dann kommt man nur mit einem blauen Auge davon, wenn man den unheilvollen Vetrag mit "STOPP die Wette gilt" früh genug auch wieder auflöst.

Und genau hier kommt sie zum Zug, meine angeborene und über die Jahre immer weiter ausgebaute Fähigkeit, die richtigen, weil intelligenten Entscheidungen zu treffen. Ich beweise mir meinen IQ von 180 Grad am Schatten dadurch, dass ich erst gar nicht auf das Angebot eingehe, d.h. auf eine teure Auswertung verzichte und mir weiterhin etwas auf meine Intelligenz einbilde. Na BRAVO!!

Wie war schon die Abkürzung für Intelligenzquotient: Ing? Das war doch früher eher ein Beruf. Da haben sich die Zeiten wohl geändert.

Freitag, 9. Januar 2009

Wo Rauch ist....


...muss auch eine Zigarette sein, oder noch schlimmer: eine Zigarre. Zigarrenrauchen ist männlich, denken sich die elegant gekleideten Herren mit dem leichten Dauerhusten, wenn sie sich mehr kurz- als langtmig, genüsslich ihrem Hobby hingeben. Sie haben vielleicht soeben ein Menu der Superlative verspiesen und möchten die letzten Reste wohl unauffällig durch die Zahnzwischenräume herauspusten.

Was ist jedoch mit den übrigen Gästen. Die haben vielleicht gerade mit dem ersten Zwischengang begonnen? Was? Nochmal bitte... ich verstehe so schlecht... Tolewas? Aah, Toleranz, ja verstehe. Übrigens, für alle, die es nicht wissen wollen: eine teure Havanna riecht für den Laien nicht anders oder besser als ein billiger Beizenstumpen!!!

Wir warten nicht auf Godot, sondern seit Jahren auf ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen, vor allem Restaurants. Wir, das sind mein Göttergatte Martin und ich. Teilen tun wir diese Meinung mit ganz vielen andern Nicht- und Exrauchern, welche es leid sind, ihre Kleider nach Besuch ihrer Lieblingspizzeria in die Waschmaschine zu schmeissen oder gleich im Sondermüll zu entsorgen. Auch die Haare stinken jeweils bestialisch...

Klar, dass dies allen professionellen und hobbymässigen Rauchern nicht gefällt. Die laufen notfalls meilenweit für ein Raucherbein. Und sitzt man einmal einem rücksichtsvollen Exemplar gegenüber, dann erntet man Vorwürfe, wenn sich der Rauch, wie immer, in die falsche Richtung bewegt, d.h. in Richtung Nichtraucher.

Ja, ja, es gibt für alles ein dafür und dawider, der verbale Krieg ist nicht beendet. Dass Rauchen ungesund sein soll, darüber lacht Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der sich mit 90 immer noch rüstig pafft. Er fühlt sich ohne Zigarette etwa so wohl wie Noah ohne Arche. Auch Sir Winston Churchill wurde dank Tabak fast 90 Jahre alt. Er sagte unter anderem in etwa: "Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer wieder über die Gefahren des Rauchens, d.h. über dessen schädlichen Einfluss auf die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf... zu lesen."

Offenbar besteht jedoch unter passionierten Rauchern kein Zusammenhalt. Anders ist es sicher nicht zu erklären, dass das Referendum gegen das Passivrauchgesetz des Bundes wohl nicht zustande kommen wird. Ende Dezember waren gerade mal 3500 von 50 000 benötigten Unterschriften eingegangen. Oh-o-o-o-☺

Ich warte schon lange darauf, wieder unbeschwert und unberaucht irgendein Lokal aufsuchen zu können. Ab Sommer 2009 soll es ja auch bei uns soweit sein. Wie meine Schwester sagt, ist das u.a. in Arosa bereits jetzt der Fall. Allerdings müsse man sich erst durch Rauchschwaden kämpfen um die Räumlichkeiten zu betreten, denn die Raucher paffen draussen und trotzen heroisch der Kälte.

Da wird sich wohl die Lebenserwartung Raucher/Nichtraucher in einem etwas anderen Verhältnis einpendeln, denn wenn die Raucher zu Frischluftfanatikern werden und die Nichtraucher wieder vermehrt innerhalb der Lokale anzutreffen sein werden, dann müssen wir damit rechnen, dass rauchende Politiker die 100er-Marke locker überschreiten könnten.

Ein cooles Geschenk zu Weihnachten wäre wohl dieser hustende Aschenbecher gewesen, richtig toll auch dann, wenn Ihr Rauchzeichen setzender Liebster mal auf Geschäftsreise ist, denn was ist heimeliger und beruhigender als so ein chronischer Raucherhusten!!! Was, Ihrer hat aufgehört? Na ENDLICH. Macht nichts, denn leider ist dieses Kunstwerk nur noch antiquarisch erhältlich.

Nun müssen Sie nur noch ihrem Vierbeiner das Rauchen abgewöhnen, dann ist die Luft wieder rein, oder?

Donnerstag, 8. Januar 2009

Cablecom... Geschichte einer langen Leitung


Meine Ader in die virtuelle Welt hat eine Störung. Vermutlich handelt es sich um einen Thrombus. Seit ewig und zwei Minuten leiden wir hier nämlich unter einem geduldüberfordernden Seitenaufbau und oft völligem Wegbleiben einer Verbindung. Es ist krass.

Briefe an Cablecom werden nicht beantwortet oder telefonisch erst dann, wenn genügend Gras über die Sache gewachsen sein könnte.

Momentan haben wir, was die Down- und Uploadzeiten anbelangt, unglaubliche Testergebnisse (z.B. Download 0, Upload 12 kbit/s), welche wir natürlich bei der uns angegebenen Stelle durchführen. Martin hat gestern dafür sogar mein Gerät direkt mit dem Modem verlinkt statt über den Router. Mache ich also über diesen Link den Test, dann könnte ich rein theoretisch direkt eine Fehlermeldung an die Firma Cablecom überweisen lassen. Allerdings genügen sechs Testergebnisse innerhalb von 6 Minuten nicht, um aktiv zu werden. Man müsse über einige Tage bis zu 20 Tests machen; erst dann könnte man den Service nutzen.

So rief ich denn heute Morgen um 9.45 Uhr wieder einmal die einzige Nummer an, welche ich ohne nachzuschauen auswendig weiss... die zeitweise eingefrorene respektive klinisch tote Hotline von Cablecom, die Nummer 0900 66 0900.

Diesmal habe ich sage und schreibe 19 Minuten 38 Sekunden am Telefon gewartet, bis ich einen bereits völlig übermüdeten Kundenberater am Draht hatte. Irgendwie tat er mir leid, denn er kann ja auch nichts dafür, dass Geschäftsleidungen heutzutage für so viele unzufriedene Kunden sorgen. In meinem Post vom 27.10. geht es am Rande genau um das. Was einige andere Leute dazu noch zu sagen haben, entnehmen Sie diesem Link, welcher direkt zu Kassensturz führt.

Bei uns scheint ja nun alles okay zu sein, ausser dass Arbeiten zwecks Erweiterung des Kabelnetzes momentan in unserem Gebiet für Probleme beim Internetempfang sorgen. Meine Frage, wie lange denn dieser Moment dauern würde beantwortete mein Gesprächspartner mit "einige Monate". Das ist ja toll. Nun frage ich mich, ob ich nicht doch den Vertrag kündigen und das Angebot von Sunrise free Internet nutzen möchte (für Festnetzkunden, welche zudem noch ein Handyabo haben: "Sie sparen 588 Franken"). 

Cablecom erlässt mir und den hiesigen Anwohnern offenbar für 2 Monate die Gebühren, ein Angebot, welches ich mir gleich schriftlich bestätigen lasse.

Bin ich eigentlich blöd??? Was hindert mich eigentlich daran, 588 Franken im Jahr zu sparen???? Bestimmt nicht mangelnde Intelligenz, sondern ganz einfach die Angst davor, vom Regen in die Traufe zu gelangen. Das Leben ist manchmal eine Mogelpackung, oder?


Wo gibt es wohl diese Spezialcouverts zu kaufen???

Mittwoch, 7. Januar 2009

Klimaerwärmung ... Hallo??


Immer diese leeren Versprechungen!!! Wenn noch einmal wer wegen der bedrohlichen Klimaerwärmung rumstänkert, dann setzt's was und er oder sie muss mindestens für eine Stunde nackt auf die Strasse.

Es ist ja momentan wirklich arschkalt (Tschuldigung). Gottseidank habe ich mir letztes Jahr eine super Winterjacke geleistet. Es ist für mich tatsächlich der erste Winter, der einigermassen erträglich ist. Ein wenig mit mir ringen musste ich schon, sind da als Füllstoff Daunen drin. Bei Daunen klingeln bei mir sämtliche Alarmglocken, ebenso wie bei Gänseleber. Allerdings hatte ich es einfach satt, immer vier Pullis unter der Jacke anzuziehen und auszusehen wie eine Presswurst kurz vor dem Platzen... und immer noch zu frieren.

Heute morgen nun stand ich beim Coop unter, um etwas windgeschützt auf meinen Bus zu warten. So war es doch einigermassen erträglich. Plötzlich brachte einer der Coop-Angestellten eine Frühlingsüberraschung ins Spiel respektive vor die Tür: Blumenzwiebeln in Glasgefässen und gelbe Narzissen. Hei, die armen Blumen, einfach so mitten im Durchzug und ohne nichts, dabei hatten die doch gar nicht über die Klimaerwärmung gestänkert.

Gestänkert habe ich dann nicht grad, aber nachgefragt, ob es bei diesen Aussentemperaturen für Frühlingsblumen nicht schlicht und ergreifend zu kalt sei... ich meine, es war nicht einmal Null Grad warm. Das überforderte den Befragten bei weitem: die Gärterin sei leider grad nicht zur Stelle....

So mussten denn diese armen Wesen den unwirtlichen Standort weiter erdulden, obwohl sie, laut meiner Freundin Wiki, sonnige bis halbschattige Standorte in nährstoffreicher, feuchter (nicht gefrorener) Erde bevorzugen.

Ob sich Blumen auch den Arsch abfrieren können? Homo sapiens lässt grüssen :-(

Dienstag, 6. Januar 2009

Facebook - das moderne Freundschaftsbuch


"Der liebe Gott ist überall, drum klau mir nicht mein Lineal", einer der Lieblingssprüche, welche Klassenkameraden einander gegenseitig in die vor hundert Jahren so beliebten Freundschaftsbücher eintrugen. Dann gab es da noch diese Superbegabten, welche ein Bild mit dermassen viel Druck durchpausten, dass es über mindestens 20 weitere Seiten zu sehen war.

Ich hatte nie so ein Buch. Warum eigentlich nicht? Zu sagen, ich wäre nicht kommunikativ, wäre eine Übertreibung. Schliesslich habe ich es geschafft, mit einer leeren Schachtel loszuziehen - ich gehe "Tauschbildlen" - und einer übervollen wieder zurückzukommen. Das soll mir mal einer nachmachen.

Vielleicht hatte ich einfach keine Freunde?! Was sind jedoch Freunde? Sind sie bereit, über alle Massen mit dir ehrlich zu sein und dir den Spiegel vorzuhalten, auf die Gefahr hin, dich für immer aus ihrem Leben zu vertreiben? Geben sie ihr letztes Hemd - frisch gewaschen und gebügelt - wenn du deins mal wieder beim Pokern verspielt hast? Zeichnen sich beste Freunde dadurch aus, dass man mit ihnen essen gehen, sprechen oder sogar gemeinsam schweigen kann?

Neulich im Tram war eine junge Frau sehr aufgewühlt und zudem enorm mitteilsam. Sie erzählte ihrer besten (?) Freundin von der Schlampe namens Fabienne, mit der doch eigentlich kaum einer was zu tun haben wolle im echten Leben, und die habe jetzt sage und schreibe 188 Freunde bei Facebook. Thä!! Dabei ist das sooooo eine blöde Kuh und was für Scheiss die da immer schreibt. Tja und sie habe sogar Leute aus dem Ausland aufgeführt, dabei verbringe sie doch sämtliche Ferien auf Balkonien.

Ja, die nicht sehr beneidenswerte Mitzwanzigerin hatte leider erst 150 Freundschaftskontakte, was ja genau gesehen gar nichts ist!!

Hei, Stress online, ist ja krass...



....aber nicht in dieser Version. "On n'a qu'une terre... mais des millions d'amis!!!!" Das wäre ja schön, wenn sich die ganze Menschheit in Freundschaft die Hand reichen und gegenseitig selbst das Bauchweh gönnen könnte. Keine Kriege mehr, nur noch globale Einigkeit auf Facebook!! Hallelujah!!!!!

In meinem Fall war es ganz lustig. Einer unserer Schüler schickte mir eine Einladung zu Facebook. Um Weihnachten hat man ja jede Menge Zeit, wenn man nicht gerade am Reduzieren des Süssigkeitsangebotes mittels Kaubewegungen ist. Jedenfalls habe ich den Schritt gewagt und mich häuslich eingerichtet. Ich habe zwar (noch) nicht 188 Freunde, bin aber auch keine blöde Kuh, oder?

Etwas Fantastisches ist jedoch geschehen. Nach jenem unheilvollen 26. Dezember 2004, dem Tsunami, war einer meiner ersten Gedanken: wie geht es Soony. Er war 1999 nach Thailand gezogen, hatte dort geheiratet und in einem Hotel gearbeitet. Seine Mailadresse fand ich nicht und Google gab gar nichts her. Ich überlegte, wer die Adresse kennen könnte etc. etc. etc. Vor kurzem fand ich auf einer alten Festplatte seine Mailadresse - sie war veraltet, mein Mail kam zurück.

An der Wand in unserem Wohnzimmer haben wir seit seiner Abreise eines von Soonys fotografischen Werken aufgehängt: ein Bild vom Strand in Thailand. So fragte ich es denn stellvertretend zum x-ten Mal: wie geht es Dir Soony. Und wie es so ist mit Fragen, die im Raum stehen oder gar an der Wand hängen: sie wurde beantwortet... dank Facebook. Die Eingabe des Namens brachte ein Resultat mit Bild - an dieser Stelle herzlichen Dank allen, die ein Bild verwenden zwecks ungefährer Einschätzung der freundschaftlichen Verbundenheit - und ich konnte endlich nach Jahren einen Kontakt herstellen. Soony geht es gut, besser geht's nicht. Er ist verheiratet mit einer wunderschönen Frau und wird in den nächsten Wochen zum ersten Mal Papa. Ausserdem hat er ein eigenes Restaurant, dessen Adresse ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Falls Sie also demnächst etwas weiter reisen möchten als bis Balkonia.....

Facebook bietet also erheblich mehr Möglichkeiten als ein geklautes Lineal und durchgedrückte Kunstwerke. Toll!! Und was schreiben mir meine Freunde immer wieder: Schau, dass Du jetzt bloss nicht süchtig wirst!! Ich??

Sonntag, 4. Januar 2009

Inventar und Wortstamm


Meine Lieben, das Jahresende respektive der Neuanfang ist buchhalterisch immer eine mit Aufwand verbundene Sache. Da muss der Jahresabschluss gemacht werden, die Saldi übertragen, neue Listen erfasst, die alten Papiere zusammengefasst, verpackt und, und, und.....

Das geht mir jeweils sowas von auf den Kecks. Man vergisst dies, übersieht das und erinnert sich im letzten Moment an jenes. Muss das so sein? Das Büroleben wird immer komplizierter, so wie unser Alltag ja auch. Für alles und jedes brauchst Du eine Quittung, eine Bestätigung, ein Beleg. Jeder Wisch muss mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden. Wohin ist all die Einfachheit aus unseren Kindertagen verschwunden.

Ein Teil davon sicher in die diversen Verwaltungsbüros, wo sie beamtet, in Teile zerlegt, irgendwohin verfrachtet oder schlechtestenfalls verlegt wird. Vor einigen Jahren musste ich meine Steuererklärung ein zweites Mal einreichen, weil die Formulare unauffindbar waren; seither lasse ich mir den Empfang quittieren.

Vorhin bin ich in den Keller gestiegen und habe unter all unseren Kisten, Kisten, Kisten und übrigem Verpackungsmaterial meinen FLP-Bestand ausgegraben um ein Inventar zu erstellen. Bei uns erhält man nämlich auf Anfrage und wenn es denn unbedingt sein muss die absolut einmaligen Aloe-Vera-Erzeugnisse der Firma Forever-Living-Products.

Die Sachen sind übrigens wirklich toll und ich weiss nicht, was ich zum Beispiel ohne den Aloe Firstspray machen würde; meine erste Wahl wenn ich mich irgendwo verbrannt habe. Allerdings ist FLP nicht meine Haupteinnahmequelle, denn sonst hätte ich nicht Pfunde auf- sondern abgebaut, möglicherweise bis zu einem BMI von 15.

Minutiös erfasse ich also den Bestand per 31.12. Plötzlich fällt mir auf, dass das Wort "Inventar" vom Wortstamm her etwas Beunruhigendes hat, und auch wieder nicht. Ich denke da an das italienische Verb "inventare", dessen Bedeutung selbst den letzten Schläfer der Steuerverwaltung aufwecken sollte. Inventare heisst nämlich erfinden. Hätte ich also ein italienisches Inventar erstellt, dann hätte ich mir den Gang in den Keller sparen können. So aber ist alles korrekt gelaufen und meine kalten Hände haben sich vom frostigen Klima unseres Lagers auch wieder erholt.

Frage ans Gewissen: auf welchem Wortstamm basiert Ihr Inventar? =D

Samstag, 3. Januar 2009

Seilparks .... oder der Planet der Affen

Wir sollen ja bekanntlich von den Affen abstammen, behauptet zumindest die Wissenschaft, welche Wissen schafft. Ich war ja diesbezüglich bisher eher schwer zu überzeugen; eigentlich gar nicht, wenn ich ehrlich bin. Natürlich benimmt sich manch eine/r mehr als affig, allen voran ich selbst; aber das ist noch kein Beweis.

Was bewegt jedoch den Homo sapiens dazu, sich immer häufiger und lieber von Ast zu Ast zu schwingen.... allein, zu zweit oder in ganzen Rudeln? Das weiss kein Mensch - selbst die Affen wundern sich.

Bei uns im Dählhölzliwald - früher ein Paradies für Erholung eher ruhiger Art - hat sich Ropetech, der Seilpark Bern, fix installliert. Gesponsert wird dieser Daueraufenthalt von diversen Firmen, denn sonst könnten es sich die Betreiber vermutlich kaum leisten, in einem der beliebtesten Wälder Berns die begehrtesten Wipfel zu besetzen.

Das Dählhölzli gehört, wie so viele andere Waldstücke, der Burgergemeinde Bern und wird vielfältig genutzt. So wurde nach meinem Empfinden der Baumbestand an einigen Stellen empfindlich ausgelichtet. Zudem gibt es im Bereich Thunplatz seit dem Jahr 2003 einen Abenteuerspielplatz für gross und klein, zunächst temporär und seit 2004 als definitive Anlage mit aktuell 7 Parcours in 4 - 23 Metern Höhe, 80 Plattformen, jede Menge Nervenkitzel und ganz viel Lärm um fast nichts.

Anders als der Affe kann der Mensch - ob Bernburger oder Seilparkbetreiber - seinen Hals nicht voll genug kriegen. So möchte Ropetech sein Revier um einen Waldlehrpfad mit 14 Pfosten erweitert werden - ein entsprechendes Bauchgesuch wurde eingereicht.

Endlich schlagen die Grünen Alarm., allen voran Luzius Theiler, dem ich an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte. Seiner Ansicht nach wäre eine Erweiterung der Anlage ein verhängnisvolles Präjudiz für eine uferlose Vereinnahmung der Wälder von genau derjenigen Species, welche am wenigsten sorgfältig mit der Natur umgeht und u.a. am meisten (nicht abbaubaren) Müll zurücklässt.

Mir sind singende Affen lieber als kletternde Menschen. Was ist Ihre Meinung dazu?